Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) war einer der ersten Komponisten, die das Violoncello als Soloinstrument einsetzten. Er schuf mindestens neun Sonaten für das damals relativ neue Streichinstrument, das sich allmäh- lich aus dem Continuo löste und immer kniffligere Partien übernahm. Auch 27 Konzerte bescherte Vivaldi den Cellisten, plus eines für zwei Celli und drei Doppelkonzerte für Violine und Violoncello.
Auf dieser CD erklingen die VI Sonate per violoncello solo col basso, gedruckt wahrscheinlich 1740 in Paris, und auch handschriftlich mehrfach überliefert – beispielsweise in der Musikaliensammlung Schönborn-Wiesentheid, in der Bibliothèque nationale de France in Paris sowie am Konservatorium San Pietro a Maiella in Neapel. Eingespielt hat sie Francesco Galligioni, einer der Pioniere der „Alte“-Musik-Bewegung Italiens, erster Cellist des renommierten Venice Baroque Orchestra, gemeinsam mit Musikern des Ensembles L’Arte dell’Arco, das bei Brilliant Classics bereits eine große Anzahl Werke Vivaldis veröffentlicht hat.
Die sechs Cellosonaten sind technisch und musikalisch anspruchsvoll; sie sind quasi ein Experimentierfeld, auf dem Vivaldi die Möglichkeiten des neuen Instrumentes erkundet. In seiner unnachahmlichen Weise erschuf der Komponist damit wohlklingende Musikstücke, die es dem Solisten zudem erlauben, virtuos zu verzieren und zu brillieren. Galligioni hält sich hier erstaunlich zurück; andere Einspielungen bieten leider mehr Ausdruck und auch mehr Temperament auf. Schade!
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Donnerstag, 10. November 2016
Donnerstag, 11. August 2016
Vivaldi: Complete Concertos & Sonatas Opp. 1-12 (Brilliant Classics)
Zwölf seiner Werke hat Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) zu Lebzeiten drucken lassen – Konzerte, Sonaten und Triosonaten für Violine, Oboe und Flöte. Es sind berühmte Sammlungen darunter: Il Cimento dell'Armonia e dell'Inventione mit den bekannten Vier Jahreszeiten, L'Estro Armonico, La Stravaganza und La Cetra. Diese Notenausgaben waren sehr gefragt und weit verbreitet; sie bewirkten, dass Vivaldis Musik in ganz Europa große Beachtung fand.
Federico Guglielmo hat mit seinem Ensemble L'Arte dell'Arco zwischen 2010 und 2014 diese Werke Vivaldis komplett neu eingespielt. An diesem Projekt beteiligt waren zudem der Cellist Francesco Galligioni, der Oboist Pier Luigi Fabretti und der Flötist Mario Folena. Musiziert wird historisch-informiert, aber ohne Manieris- men; zwar sind die Tempi zumeist flott und die Artikulation ist energisch und pointiert, doch es wird nicht übertrieben, und am olympischen Wettstreit mit dem Ziel schneller-krasser-individueller beteiligt sich Guglielmo erfreulicherweise nicht. Den Musikern war es vielmehr wichtig, einen homogenen Klangeindruck zu erzielen.
Das Ergebnis ist eine grundsolide, zeitlos gültige Interpretation, die dennoch nicht langweilig wird. Als Notenmaterial nutzten die Musiker ausschließlich die neuesten kritischen Ausgaben des Istituto Italiano Antonio Vivaldi der Fondazione Giorgio Cini in Venedig; einige Varianten sind hier daher in Ersteinspielung zu hören. Im Beiheft finden sich ausführliche Erläuterungen von Federico Guglielmo zu den einzelnen Werken. Die Box mit immerhin 20 (!) CD enthält als Bonus sechs Cello-Sonaten Vivaldis, die 1740 ohne Opuszahl in Paris veröffentlicht worden sind.
Federico Guglielmo hat mit seinem Ensemble L'Arte dell'Arco zwischen 2010 und 2014 diese Werke Vivaldis komplett neu eingespielt. An diesem Projekt beteiligt waren zudem der Cellist Francesco Galligioni, der Oboist Pier Luigi Fabretti und der Flötist Mario Folena. Musiziert wird historisch-informiert, aber ohne Manieris- men; zwar sind die Tempi zumeist flott und die Artikulation ist energisch und pointiert, doch es wird nicht übertrieben, und am olympischen Wettstreit mit dem Ziel schneller-krasser-individueller beteiligt sich Guglielmo erfreulicherweise nicht. Den Musikern war es vielmehr wichtig, einen homogenen Klangeindruck zu erzielen.
Das Ergebnis ist eine grundsolide, zeitlos gültige Interpretation, die dennoch nicht langweilig wird. Als Notenmaterial nutzten die Musiker ausschließlich die neuesten kritischen Ausgaben des Istituto Italiano Antonio Vivaldi der Fondazione Giorgio Cini in Venedig; einige Varianten sind hier daher in Ersteinspielung zu hören. Im Beiheft finden sich ausführliche Erläuterungen von Federico Guglielmo zu den einzelnen Werken. Die Box mit immerhin 20 (!) CD enthält als Bonus sechs Cello-Sonaten Vivaldis, die 1740 ohne Opuszahl in Paris veröffentlicht worden sind.
Freitag, 18. März 2016
Vivaldi: Flute Concertos op. 10 (Brilliant Classics)
Die Flötenkonzerte op. 10 von Anto- nio Vivaldi sind sehr populär. La tempesta di mare, La notte, Il gardellino und ihre drei namenlosen Geschwister hat der italienische Flötist Mario Folena nun gemeinsam mit den renommierten Ensemble L'Arte dell'Arco eingespielt. Dabei stand Federico Guglielmo am Kon- zertmeisterpult, Isabella Bison spielte die zweite Violine, Mario Paladin Viola, Cristiano Contadin Violotta, Ivano Zanenghi Theorbe und Barock- gitarre sowie Roberto Loreggian Cembalo und Kammerorgel.
Und selbstverständlich musiziert auch Folena auf einer Traversflöte nach historischem Vorbild. Das macht den Klang ein wenig rauher, als man das von Aufnahmen gewohnt ist, bei denen eine Böhmflöte zu hören ist. Die Musiker wählen zudem meistens rasche Tempi und knackige Akzente, was einen frischen Eindruck machen könnte – aber hier eher ruppig wirkt. Versöhnt wird man allerdings ein wenig durch die überaus elegante Auszierung; man höre nur, wie Folena seinen Distelfink zwitschern lässt. So ideenreich und detailverliebt wurde Vivaldis Musik selten vorgetragen.
Und selbstverständlich musiziert auch Folena auf einer Traversflöte nach historischem Vorbild. Das macht den Klang ein wenig rauher, als man das von Aufnahmen gewohnt ist, bei denen eine Böhmflöte zu hören ist. Die Musiker wählen zudem meistens rasche Tempi und knackige Akzente, was einen frischen Eindruck machen könnte – aber hier eher ruppig wirkt. Versöhnt wird man allerdings ein wenig durch die überaus elegante Auszierung; man höre nur, wie Folena seinen Distelfink zwitschern lässt. So ideenreich und detailverliebt wurde Vivaldis Musik selten vorgetragen.
Montag, 29. Juni 2015
Tartini: Complete Violin Concertos (Dynamic)
Ein Projekt ist nun vollendet, das man gar nicht hoch genug einschätzen kann: Diese Box aus dem Hause Dynamic enthält auf 29 CD sämtliche Violinkonzerte von Giuseppe Tartini (1692 bis 1770). Erstmals sind damit die Konzerte dieses wichtigen italienischen Meisters vollständig zugänglich.
Tartini hat enorm viele Komposi- tionen geschaffen; allerdings hat er davon kaum etwas drucken lassen. Er hat zudem eine Vielzahl von Schülern aus ganz Europa ausgebildet. So blieben seine Werke erhalten: „Com'è noto la produzione tartiniana è ancor'oggi in gran parte inedita, sopratutto per quanto riguarda i concerti, e giace, perlopiù manoscritta, nelle biblioteche di Padova, Berlino, Dresda, Brüssel, Vienna, Schwerin e Berkeley“, berichtet der Cembalist Nicola Reniero. Er hat gemeinsam mit den Geigern Carlo Lazari, Federico Guglielmo und Giovanni Guglielmo aus diesen Handschriften jeweils eine Notenedition erstellt, aus der musiziert werden kann. Fehlende Abschnitte oder Stimmen hat er ergänzt. Verzierungen und Kadenzen haben, falls erforderlich, die Solisten geschrieben.
Man hofft, dass diese Noten zukünftig auch im Druck erscheinen, so dass es möglich wird, nicht nur einige wenige dieser Konzerte aufzuführen. Das ist, wie diese Einspielung zeigt, durchaus lohnend. Folgen Tartinis Werke anfangs Vorbildern wie Vivaldi und Corelli, so löst sich der Musiker mehr und mehr von diesen Modellen. An die Stelle von überschäumender ba- rocker Virtuosität treten beinahe schon klassische Brillanz und empfind- same Kantilene.
Die Auseinandersetzung mit diesen Konzerten hat Giovanni Guglielmo und das von ihm gegründete und geleitete Ensemble L’Arte dell’Arco über Jahre begleitet und beschäftigt. Begonnen haben die Musiker die Gesamteinspie- lung 1996. Nun ist sie komplett. Die Solopartien übernahmen, zu ziemlich gleichen Anteilen, Carlo Lazari, Federico Guglielmo und Giovanni Guglielmo. Gespielt wird, natürlich, auf zeitgenössischen Instrumenten. Gestimmt wurde auf den venezianischen Stimmton bei 442 Hertz; für die Tasteninstrumente wurde eine Stimmung nach Vallotti gewählt. Erläutert werden diese Entscheidungen in dem umfangreichen Beiheft. Musiziert wird klar strukturiert, lebendig und mit jener Hingabe, die ein Projekt wie dieses wohl überhaupt erst ermöglicht. Gratulation an alle Beteiligten – und man darf neugierig bleiben, mit welchen Entdeckungen dieses Ensemble in Zukunft überrascht.
Tartini hat enorm viele Komposi- tionen geschaffen; allerdings hat er davon kaum etwas drucken lassen. Er hat zudem eine Vielzahl von Schülern aus ganz Europa ausgebildet. So blieben seine Werke erhalten: „Com'è noto la produzione tartiniana è ancor'oggi in gran parte inedita, sopratutto per quanto riguarda i concerti, e giace, perlopiù manoscritta, nelle biblioteche di Padova, Berlino, Dresda, Brüssel, Vienna, Schwerin e Berkeley“, berichtet der Cembalist Nicola Reniero. Er hat gemeinsam mit den Geigern Carlo Lazari, Federico Guglielmo und Giovanni Guglielmo aus diesen Handschriften jeweils eine Notenedition erstellt, aus der musiziert werden kann. Fehlende Abschnitte oder Stimmen hat er ergänzt. Verzierungen und Kadenzen haben, falls erforderlich, die Solisten geschrieben.
Man hofft, dass diese Noten zukünftig auch im Druck erscheinen, so dass es möglich wird, nicht nur einige wenige dieser Konzerte aufzuführen. Das ist, wie diese Einspielung zeigt, durchaus lohnend. Folgen Tartinis Werke anfangs Vorbildern wie Vivaldi und Corelli, so löst sich der Musiker mehr und mehr von diesen Modellen. An die Stelle von überschäumender ba- rocker Virtuosität treten beinahe schon klassische Brillanz und empfind- same Kantilene.
Die Auseinandersetzung mit diesen Konzerten hat Giovanni Guglielmo und das von ihm gegründete und geleitete Ensemble L’Arte dell’Arco über Jahre begleitet und beschäftigt. Begonnen haben die Musiker die Gesamteinspie- lung 1996. Nun ist sie komplett. Die Solopartien übernahmen, zu ziemlich gleichen Anteilen, Carlo Lazari, Federico Guglielmo und Giovanni Guglielmo. Gespielt wird, natürlich, auf zeitgenössischen Instrumenten. Gestimmt wurde auf den venezianischen Stimmton bei 442 Hertz; für die Tasteninstrumente wurde eine Stimmung nach Vallotti gewählt. Erläutert werden diese Entscheidungen in dem umfangreichen Beiheft. Musiziert wird klar strukturiert, lebendig und mit jener Hingabe, die ein Projekt wie dieses wohl überhaupt erst ermöglicht. Gratulation an alle Beteiligten – und man darf neugierig bleiben, mit welchen Entdeckungen dieses Ensemble in Zukunft überrascht.
Samstag, 23. Mai 2015
Vivaldi: La Stravaganza (Brilliant Classics)
Einzigartige Konzerte spielt Federico Guglielmo auf einem einzigartigen Instrument: Die Leihgabe eines privaten Sammlers ermöglichte diese Präsentation der Violinkonzerte op. 4 von Antonio Vivaldi auf einer Geige von Tommaso Balestrieri. Über den Lebensweg dieses Geigenbauers ist wenig bekannt; es wird vermutet, dass er seine Ausbildung in Cremona absolviert hat, weil er alle seine Instrumente mit der Inschrift cremonensis zeichnete. Seine Werkstatt aber befand sich in Mantua. Dort fertigte er um 1760 die Geige an, die Guglielmo nun erklingen lässt.
Auch wenn Balestrieri nicht so bekannt ist wie Stradivari, Guarneri oder Amati – seine Instrumente sind bei Profis sehr begehrt. Dieses hier ist im Originalzustand erhalten, mit dem ursprünglichen Hals und Griffbrett, und sogar mit dem dazugehörigen Bogen, einem Barockbogen. Er wurde von Carlo Annibale Tononi aus Bologna geschaffen und befand sich von Anbeginn in dem ebenfalls originalen Behältnis der Geige – Koffer möchte man dazu gar nicht sagen, es ist eher eine sorgsam hergestellte und angepasste Kiste. Sie kann mit zwei Kerzenständern ausgestattet werden und diente möglicherweise zugleich als Notenständer. Dieses Case aus dem 18. Jahrhundert ist zudem aufwendig farbig gestaltet; es zeigt das Wappen und die Initialen der Familie Colonna aus Rom, der ursprünglichen Eigentümer der Geige.
Guglielmo ist vom Klang dieses Instrumentes begeistert. Die Geige zeichne sich durch ihren einzigartigen Charakter und ihre starke Persönlichkeit aus, erläutert der Violinist in dem informativen Beiheft. Es sei nicht einfach, sie zu spielen, aber der leuchtende Klang lasse die Launen dieses Instruments schnell vergessen. Vivaldis Violinkonzerte op. 4, besser bekannt unter ihrem Beinamen La Stravaganza, passen zu dieser außer- gewöhnlichen Geige. Guglielmo musiziert gemeinsam mit dem Ensemble L’Arte dell’Arco, und interpretiert die zwölf Konzerte mit Temperament, Präzision und einer großen Portion Musizierlust. Die Aufnahmen sind im Juli 2014 in der Marienabtei von Carceri und in der Marienkirche in Vanzo, Italien, entstanden. Exquisit!
Auch wenn Balestrieri nicht so bekannt ist wie Stradivari, Guarneri oder Amati – seine Instrumente sind bei Profis sehr begehrt. Dieses hier ist im Originalzustand erhalten, mit dem ursprünglichen Hals und Griffbrett, und sogar mit dem dazugehörigen Bogen, einem Barockbogen. Er wurde von Carlo Annibale Tononi aus Bologna geschaffen und befand sich von Anbeginn in dem ebenfalls originalen Behältnis der Geige – Koffer möchte man dazu gar nicht sagen, es ist eher eine sorgsam hergestellte und angepasste Kiste. Sie kann mit zwei Kerzenständern ausgestattet werden und diente möglicherweise zugleich als Notenständer. Dieses Case aus dem 18. Jahrhundert ist zudem aufwendig farbig gestaltet; es zeigt das Wappen und die Initialen der Familie Colonna aus Rom, der ursprünglichen Eigentümer der Geige.
Guglielmo ist vom Klang dieses Instrumentes begeistert. Die Geige zeichne sich durch ihren einzigartigen Charakter und ihre starke Persönlichkeit aus, erläutert der Violinist in dem informativen Beiheft. Es sei nicht einfach, sie zu spielen, aber der leuchtende Klang lasse die Launen dieses Instruments schnell vergessen. Vivaldis Violinkonzerte op. 4, besser bekannt unter ihrem Beinamen La Stravaganza, passen zu dieser außer- gewöhnlichen Geige. Guglielmo musiziert gemeinsam mit dem Ensemble L’Arte dell’Arco, und interpretiert die zwölf Konzerte mit Temperament, Präzision und einer großen Portion Musizierlust. Die Aufnahmen sind im Juli 2014 in der Marienabtei von Carceri und in der Marienkirche in Vanzo, Italien, entstanden. Exquisit!
Freitag, 1. August 2014
Vivaldi: Complete Oboe Concertos (Brilliant Classics)
Fabretti hat eigens für diese Einspielung zudem eine kritische Edition sämtlicher Konzerte des Komponisten erstellt. Das war mit Sicherheit ein aufwendiges Projekt, zumal nicht alle Oboenkonzerte Vivaldis in gedruckter Form vorliegen. Und so wertete Fabretti auch etliche Ma- nuskripte aus, die sich in Turin, Lund und Uppsala sowie in Dresden und in Wiesentheid befinden.
Auf drei CD ist nun das Ergebnis dieser Recherchen zu hören. Einge- spielt wurden sämtliche Oboenkonzerte Vivaldis. Dabei handelt es sich um sechs Konzerte, die im Druck erschienen sind (CD 1), die sieben Werke des „Turiner Manuskripts“ (CD 2) und sieben weitere Konzerte, die als Abschriften in den verschiedenen europäischen Sammlungen (CD 3) erhalten blieben. Einige davon erklingen in Weltersteinspielung.
Man staunt, doch dies ist zudem die erste Gesamtaufnahme dieser Konzerte auf historischen Instrumenten. Fabretti musiziert virtuos und klangschön, versiert unterstützt durch die Musiker von L’Arte dell’Arco um Konzertmeister Federico Guglielmo. Vivaldis Oboenkonzerte haben ihren Charme, aber gelegentlich auch ihre Längen. Möglicherweise sollte man daher diese Edition in kleinen Häppchen genießen – eine Schachtel köstliche Pralinés wird wohl ebenfalls niemand in einem Zuge leeressen.
Samstag, 25. August 2012
Vivaldi: La Cetra II – Vol. 2 (Dynamic)
La Cetra, „die Zither“, nannte Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) eine Reihe von Violinkonzerten, die er Kaiser Karl VI. widmete; der Name, den der Komponist für die Sammlung wählte, steht symbo- lisch für die Musikliebe des Hauses Habsburg. Doch wer nach Aufnah- men dieser Konzerte sucht, der wird feststellen, dass dies nicht un- problematisch ist. Das liegt nicht zuletzt an der Quellenlage.
Denn eine Version dieser Werke Vivaldis wurde 1727 in Amster- dam als op. 9 gedruckt. Eine weitere Sammlung, die noch einmal zwölf Konzerte umfasst, befindet sich als Handschrift in Wien; sie trägt ebenfalls den Titel La Cetra, und wurde durch den Schreiber auf das Jahr 1728 datiert – das Jahr, in dem der Kaiser möglicherweise dem Komponisten begegnet ist. Das ist kurios; denn nur ein Konzert, ver- öffentlicht als Nummer 12, ist in beiden Sammlungen identisch.
Weil das Wiener Manuskript einige der schönsten Konzerte des Vene- zianers enthält, legt Giovanni Guglielmo mit den Musikern seines Ensembles L’Arte dell’Arco auf dieser CD nun auch die verbleibenden sechs Violinkonzerte vor. Dabei wurden allerdings zwei Konzerte, die nicht vollständig überliefert sind, durch andere Werke des Komponi- sten ersetzt, so dass eigentlich nur vier wirklich der Handschrift ent- stammen.
Sämtliche Stimmen sind solistisch besetzt. So wirkt diese Interpreta- tion ausgesprochen kammermusikalisch; und wer Vivaldis Musik eher klassisch hören möchte, ohne Elemente einer historisierenden Auf- führungspraxis, der wird von dieser Aufnahme sehr angetan sein.
Weil das Wiener Manuskript einige der schönsten Konzerte des Vene- zianers enthält, legt Giovanni Guglielmo mit den Musikern seines Ensembles L’Arte dell’Arco auf dieser CD nun auch die verbleibenden sechs Violinkonzerte vor. Dabei wurden allerdings zwei Konzerte, die nicht vollständig überliefert sind, durch andere Werke des Komponi- sten ersetzt, so dass eigentlich nur vier wirklich der Handschrift ent- stammen.
Sämtliche Stimmen sind solistisch besetzt. So wirkt diese Interpreta- tion ausgesprochen kammermusikalisch; und wer Vivaldis Musik eher klassisch hören möchte, ohne Elemente einer historisierenden Auf- führungspraxis, der wird von dieser Aufnahme sehr angetan sein.
Freitag, 24. Juni 2011
Vivaldi: The Best of La Cetra II (Dynamic)
Eine ganze Reihe von Violin- konzerten hat Vivaldi Kaiser Karl VI. gewidmet; er nannte die Sammlung La Cetra, "die Zither", als ein Symbol für die Musikliebe des Hauses Habsburg. Einige dieser Werke wurden 1727 in Amsterdam als op. 9 gedruckt. Ein zweiter Teil, noch einmal 12 Konzerte, befindet sich als Handschrift in Wien; sie tragen ebenfalls den Titel La Cetra, und wurden durch die Hand des Schreibers auf das Jahr 1728 da- tiert – in jenem Jahr traf der Kaiser Vivaldi. Nur ein Konzert ist in beiden Sammlungen identisch.
Dieses Phänomen wird möglicherweise unerklärlich bleiben; doch das Wiener Manuskript enthält einige der schönsten Konzerte des Vene- zianers, meint Giovanni Guglielmo und hat mit den Musikern seines Ensembles L’Arte dell’Arco sechs Violinkonzerte aus La Cetra II ausgewählt, und auf dieser CD eingespielt. Wer die eher klassische Vivaldi-Interpretation liebt, der wird mit dieser Aufnahme hoch- zufrieden sein.
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