Die Musikerfamilie Bach, ansässig im Thüringischen und im benachbarten Franken, war weit verzweigt, und reich an Talenten. Wie reich, das zeigt diese Box, die auf sagenhaften 24 (!) CD in einzigartiger Weise kompakt einen Überblick gibt über Orgelwerke, die Mitglieder der Familie Bach komponiert haben.
Allein auf 15 CD widmet sich Stefano Molardi dem Schaffen von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Er musiziert dabei an der Trost-Orgel der Stadtkirche Waltershausen, der Silbermann-Orgel der Katholischen Hofkirche Dresden, der Hildebrandt-Orgel der Jacobikirche Sangerhausen und der Thielemann-Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Gräfenhain.
An der Volckland-Orgel der Cruciskirche Erfurt hat der renommierte italienische Organist auf drei CD zudem die Orgelmusiken eingespielt, die von Johann Christoph (1642 bis 1703) und Johann Michael Bach (1648 bis 1694) überliefert sind. Die beiden Brüder sind Söhne von Heinrich Bach (1615 bis 1692), Stammvater der sogenannten Arnstädter Linie, der wiede- rum ein Bruder von Christoph Bach (1613 bis 1661) war, dem Großvater Johann Sebastian Bachs. Johann Michael war zudem der Vater von Maria Barbara Bach, der ersten Frau des genialen Musikers.
Orgelmusik von Heinrich Bach ist ebenfalls überliefert; Molardi spielt diese an einer modernen italienischen Orgel, die die Firma Dell'Orte e Lanzini 2003 in der Pfarrkirche S Tomaso Di Gesso in Zola Predosa errichtet hat. Die beiden CD enthalten außerdem Musik von Johann Bernhard Bach I (1676 bis 1749) und seinem Sohn Johann Ernst Bach II (1722 bis 1777), Verwandtschaft aus der Erfurter Linie. Johann Friedrich Bach (1682 bis 1730) wiederum, Bachs Amtsnachfolger in Mühlhausen, war ein Sohn von Johann Christoph Bach. Johann Lorenz Bach (1695 bis 1773), ein Urenkel von Christoph Bach, gehört zur großen Schar der Schüler Johann Sebastians. Von ihm sind einzig Präludium und Fuge in D überliefert. In diesem Teil der Edition sind zudem alle Bach-Werke enthalten, deren Zuschreibung unsicher ist.
Die Orgelwerke der Bach-Söhne sind in dieser Box ebenfalls zu hören. Dem Schaffen Carl Philipp Emanuel Bachs (1714 bis 1788) widmet sich Luca Scandali, ebenfalls an einer Orgel von Dell'Orte e Lanzini aus dem Jahre 2007, die sich in der Kirche Santa Maria Assunta von Vigliano Biellese befindet. Den wenigen Werken von Wilhelm Friedemann Bach (1710 bis 1784), die nicht verloren sind, hat Filippo Turri an einer Truhenorgel in der Abtei Santa Maria delle Carceri sowie an der Zanin-Orgel der Kirche Sant'Antonio Abate in Padua eingespielt.
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Dienstag, 20. November 2018
Sonntag, 17. Dezember 2017
Johann Michael Bach, Johann Christoph Bach - Complete Organ Music (Brilliant Classics)
Bei Brilliant Classics sind auf drei
CD die vollständigen Orgelwerke Johann Michael und Johann Christoph Bachs erschienen. Diese Weltersteinspielung ist Stefano Molardi zu verdanken, der sich damit erneut als exzellenter Kenner der nord- und mitteldeutschen Orgel- schule erweist.
Der Organist, der aus Cremona stammt, hat das Orgelwerk von Johann Sebastian Bach bereits mit Sorgfalt studiert und für Brilliant Classics vollständig eingespielt. Nun stellt er die Orgelmusik weiterer Mitglieder der Bach-Familie vor: Johann Christoph Bach (1642 bis 1703) wirkte als Organist erst an der Arnstädter Schlosskapelle, dann an der Georgenkirche in Eisenach, wo er zudem als Cembalist in der Hofkapelle musizierte. Er war mit Johann Pachelbel befreundet, und gilt als der bedeutendste Komponist der weitverzweigten Musikerfamilie Bach in seiner Generation.
Johann Michael Bach (1648 bis 1694) war zunächst Amtsnachfolger seines älteren Bruders als Organist in Arnstadt, später wurde er dann Organist und Stadtschreiber in Gehren, unweit von Ilmenau im Thüringer Wald. Er war der Vater von Maria Barbara Bach, der ersten Frau von Johann Sebastian Bach. Und die beiden Brüder waren Onkel des späteren Thomaskantors, der wiederum ihre Werke sehr schätzte.
Ihre kunstvoll kontrapunktischen Orgelchoräle und Variationen haben den den jungen Johann Sebastian ohne Zweifel beeindruckt und geprägt. Sie sind aber weniger der norddeutschen Schule als vielmehr thüringischen Vorbildern und italienischen Traditionen in Nachfolge Frescobaldis verbunden.
Stefano Molardi hat für diese Einspielung ein historisches Instrument ausgewählt, das sich in der Neuwerkskirche am Rande der Altstadt von Erfurt befindet, auch Cruciskirche genannt. Diese Orgel wurde in den Jahren 1732 bis 1737 von dem Erfurter Orgelbauer Franz Volckland (1696 bis 1779) angefertigt. Sie verfügt über 28 Register auf zwei Manualen und Pedal; klanglich beeindruckt sie durch einen enormen Farbenreichtum. 2000 bis 2003 wurde das Instrument durch die Potsdamer Orgelbaufirma Schuke restauriert.
CD die vollständigen Orgelwerke Johann Michael und Johann Christoph Bachs erschienen. Diese Weltersteinspielung ist Stefano Molardi zu verdanken, der sich damit erneut als exzellenter Kenner der nord- und mitteldeutschen Orgel- schule erweist.
Der Organist, der aus Cremona stammt, hat das Orgelwerk von Johann Sebastian Bach bereits mit Sorgfalt studiert und für Brilliant Classics vollständig eingespielt. Nun stellt er die Orgelmusik weiterer Mitglieder der Bach-Familie vor: Johann Christoph Bach (1642 bis 1703) wirkte als Organist erst an der Arnstädter Schlosskapelle, dann an der Georgenkirche in Eisenach, wo er zudem als Cembalist in der Hofkapelle musizierte. Er war mit Johann Pachelbel befreundet, und gilt als der bedeutendste Komponist der weitverzweigten Musikerfamilie Bach in seiner Generation.
Johann Michael Bach (1648 bis 1694) war zunächst Amtsnachfolger seines älteren Bruders als Organist in Arnstadt, später wurde er dann Organist und Stadtschreiber in Gehren, unweit von Ilmenau im Thüringer Wald. Er war der Vater von Maria Barbara Bach, der ersten Frau von Johann Sebastian Bach. Und die beiden Brüder waren Onkel des späteren Thomaskantors, der wiederum ihre Werke sehr schätzte.
Ihre kunstvoll kontrapunktischen Orgelchoräle und Variationen haben den den jungen Johann Sebastian ohne Zweifel beeindruckt und geprägt. Sie sind aber weniger der norddeutschen Schule als vielmehr thüringischen Vorbildern und italienischen Traditionen in Nachfolge Frescobaldis verbunden.
Stefano Molardi hat für diese Einspielung ein historisches Instrument ausgewählt, das sich in der Neuwerkskirche am Rande der Altstadt von Erfurt befindet, auch Cruciskirche genannt. Diese Orgel wurde in den Jahren 1732 bis 1737 von dem Erfurter Orgelbauer Franz Volckland (1696 bis 1779) angefertigt. Sie verfügt über 28 Register auf zwei Manualen und Pedal; klanglich beeindruckt sie durch einen enormen Farbenreichtum. 2000 bis 2003 wurde das Instrument durch die Potsdamer Orgelbaufirma Schuke restauriert.
Sonntag, 20. März 2016
Kuhnau: Complete Organ Music (Brilliant Classics)
Für seine Neueinspielung sämtlicher Orgelwerke Bachs erhielt Stefano Molardi viel Kritikerlob. Nun hat sich der Organist, Cembalist, Musik- wissenschaftler und Dirigent dem Schaffen von Bachs Vorgänger zugewandt: Johann Kuhnau (1660 bis 1722) verknüpfte in seinen Werken geschickt diverse Trends und musikalische Innovationen der Musik nördlich der Alpen, wobei er sich auch durch die Affetti der italieni- schen Meister inspirieren ließ.
Dass er einmal als das Muster eines Gelehrten gelten sollte, das war dem Musiker allerdings nicht an der Wiege gesungen worden. Kuhnau war der Sohn eines Tischlers. Er stammte aus Geising im Erzgebirge, und begann seine Ausbildung als Ratsdiskantist an der Dresdner Kreuzschule. 1680 wurde Kuhnau der Pest wegen nach Zittau geschickt, um dort, mit finan- zieller Unterstützung durch wohlhabende Bürger, am Gymnasium weiter- zulernen. Zur Ratswahl komponierte er eine Motette, die offenbar so gelungen war, dass die Stadtväter ihm daraufhin die Vertretung der vakanten Stelle des Kantors und Organisten antrugen.
1682 ging Kuhnau zum Studium nach Leipzig. 1684 wurde er Organist an der Thomaskirche, 1701 als Nachfolger Johann Schelles Thomaskantor und Musikdirektor der drei Leipziger Hauptkirchen. Leider ist von seinen Vokalwerken kaum etwas auf CD zu finden; bekannt sind vor allem seine Stücke für das Klavier, weil etliche davon im Druck erschienen sind und weit verbreitet waren.
An den Silbermann-Orgeln im Freiberger Dom und der Marienkirche Rötha hat Molardi große Teile des Orgelwerks Kuhnaus eingespielt. Die Klangpracht dieser berühmten Instrumente zu loben, das hieße Eulen nach Athen tragen – wer sich für historische Orgeln interesssiert, und sie tat- sächlich noch nicht gehört hat, der sollte bald nach Sachsen reisen.
Die bedeutendsten Musikstücke, die Kuhnau für Tasteninstrumente geschaffen hat, sind ohne Zweifel die Sonaten der Musikalischen Vor- stellung einiger biblischer Historien (1700), in denen er sechs Geschich- ten aus dem Alten Testament in Musik umgesetzt hat. So berichtet die erste Sonate von der Schlacht zwischen David und Goliath. Man hört beispiels- weise die Israeliten vor Angst schlottern, dann den Stein aus der Schleuder fliegen und Goliath zu Boden stürzen. Großes Kino! Die letzte Sonate schildert, wie Jakob, der Stammvater der zwölf Stämme Israels, nach seinem Tode von seiner Familie aus Ägypten nach Kanaan gebracht wird, wo er, wie gewünscht, an demselben Ort begraben wird wie sein Großvater Abraham.
Molardi spielt zudem die sieben Sonaten der Frischen Clavierfrüchte (1696), sowie einige ausgewählte Stücke aus der zweiteiligen Clavier-Uebung (1689/92), einer Kollektion von Suiten. Die zweite dieser Sammlungen enthält außerdem die Sonate in B–Dur. Sie gilt als erster Versuch, diese zuvor nur für Streichinstrumente übliche Form auf das Clavier zu übertragen; Kuhnau wird mithin als der Erfinder der Klavier- sonate betrachtet. Dieses gewichtige Oeuvre komplettiert Molardi noch um einige weitere bedeutende Werke, die nicht im Druck erschienen, aber handschriftlich überliefert worden sind. Ein Beispiel dafür ist die Toccata A-Dur - „a lovely example of how the style of Frescobaldi's Italian toccata could be creatively mixed with that of Froberger“, so der Organist im Beiheft, „along with fugue elements typical of Pachelbel and the compo- sers of central Germany.“
Dass er einmal als das Muster eines Gelehrten gelten sollte, das war dem Musiker allerdings nicht an der Wiege gesungen worden. Kuhnau war der Sohn eines Tischlers. Er stammte aus Geising im Erzgebirge, und begann seine Ausbildung als Ratsdiskantist an der Dresdner Kreuzschule. 1680 wurde Kuhnau der Pest wegen nach Zittau geschickt, um dort, mit finan- zieller Unterstützung durch wohlhabende Bürger, am Gymnasium weiter- zulernen. Zur Ratswahl komponierte er eine Motette, die offenbar so gelungen war, dass die Stadtväter ihm daraufhin die Vertretung der vakanten Stelle des Kantors und Organisten antrugen.
1682 ging Kuhnau zum Studium nach Leipzig. 1684 wurde er Organist an der Thomaskirche, 1701 als Nachfolger Johann Schelles Thomaskantor und Musikdirektor der drei Leipziger Hauptkirchen. Leider ist von seinen Vokalwerken kaum etwas auf CD zu finden; bekannt sind vor allem seine Stücke für das Klavier, weil etliche davon im Druck erschienen sind und weit verbreitet waren.
An den Silbermann-Orgeln im Freiberger Dom und der Marienkirche Rötha hat Molardi große Teile des Orgelwerks Kuhnaus eingespielt. Die Klangpracht dieser berühmten Instrumente zu loben, das hieße Eulen nach Athen tragen – wer sich für historische Orgeln interesssiert, und sie tat- sächlich noch nicht gehört hat, der sollte bald nach Sachsen reisen.
Die bedeutendsten Musikstücke, die Kuhnau für Tasteninstrumente geschaffen hat, sind ohne Zweifel die Sonaten der Musikalischen Vor- stellung einiger biblischer Historien (1700), in denen er sechs Geschich- ten aus dem Alten Testament in Musik umgesetzt hat. So berichtet die erste Sonate von der Schlacht zwischen David und Goliath. Man hört beispiels- weise die Israeliten vor Angst schlottern, dann den Stein aus der Schleuder fliegen und Goliath zu Boden stürzen. Großes Kino! Die letzte Sonate schildert, wie Jakob, der Stammvater der zwölf Stämme Israels, nach seinem Tode von seiner Familie aus Ägypten nach Kanaan gebracht wird, wo er, wie gewünscht, an demselben Ort begraben wird wie sein Großvater Abraham.
Molardi spielt zudem die sieben Sonaten der Frischen Clavierfrüchte (1696), sowie einige ausgewählte Stücke aus der zweiteiligen Clavier-Uebung (1689/92), einer Kollektion von Suiten. Die zweite dieser Sammlungen enthält außerdem die Sonate in B–Dur. Sie gilt als erster Versuch, diese zuvor nur für Streichinstrumente übliche Form auf das Clavier zu übertragen; Kuhnau wird mithin als der Erfinder der Klavier- sonate betrachtet. Dieses gewichtige Oeuvre komplettiert Molardi noch um einige weitere bedeutende Werke, die nicht im Druck erschienen, aber handschriftlich überliefert worden sind. Ein Beispiel dafür ist die Toccata A-Dur - „a lovely example of how the style of Frescobaldi's Italian toccata could be creatively mixed with that of Froberger“, so der Organist im Beiheft, „along with fugue elements typical of Pachelbel and the compo- sers of central Germany.“
Freitag, 3. April 2015
Bach: Complete Organ Music - Volume 3 (Brilliant Classics)
Stefano Molardi hat sich für seine Gesamteinspielung des Orgelwerks von Johann Sebastian Bach nicht nur drei reizvolle Instrumente ausgesucht. Er folgt zudem bei diesem editori- schen Großprojekt nicht einfach dem Bach-Werkeverzeichnis, sondern er hat mit großer Sorgfalt ein Programm passend zur Orgel zusammengestellt. Deshalb bietet jede einzelne CD klanglich wie kompositorisch Abwechslung in Hülle und Fülle. So kommt auch beim weniger Bach-affinen Zuhörer keine Langeweile auf. Wenn man allerdings zielge- richtet ein bestimmtes Werk anhören will, nun, dann muss man eben suchen.
Im dritten Teil der Gesamtaufnahme erklingt die Orgel der St.-Jacobi-Kirche im thüringischen Sangerhausen. Der junge Bach hatte sich dort 1703 – erfolglos – um die vakante Organistenstelle beworben. Zu diesem Zeitpunkt existierte allerdings das Instrument noch nicht, dass hier zu hören ist; es wurde 1727/28 durch Zacharias Hildebrandt (1688 bis 1757), einen Schüler von Gottfried Silbermann, erbaut. Er hatte seine Werkstatt in Liebertwolkwitz bei Leipzig, und war mit Bach befreundet, der seine Orgeln sehr schätzte.
Bach dürfte Hildebrandt auch zu dem Auftrag aus Sangerhausen verholfen haben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Orgel allerdings mehrfach verändert. Ein Dachstuhlbrand im Jahre 1971 machte sie dann endgültig unspielbar. 1978 wurde das Instrument durch die Firma Eule Orgelbau aus Bautzen restauriert. Es klingt nicht so strahlend-metallisch wie die Silber- mann-Orgeln, sondern sanfter, gedeckter.
Molardi musiziert an der Hildebrandt-Orgel virtuose Werke wie Toccata und Fuge in d-Moll BWV 538, das Concerto in a-Moll nach Vivaldi BWV 593 und das Concerto nach Johann Ernst von Sachsen-Weimar BWV 592, aber auch Stücke aus dem berühmten Orgelbüchlein, sowie Choralvorspiele und Choralbearbeitungen. Enthalten sind Kompositionen im französi- schen und italienischen Stil, so das Pièce d’orgue BWV 572 oder Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur BWV 564, zudem die Canonischen Verände- rungen BWV 769a, Präludium und Fuge in a-Moll BWV 551 und noch einige weitere Werke. Das Beiheft enthält ausführliche Hinweise von Stefano Molardi zu den einzelnen Musikstücken sowie eine Künstlerbio- graphie und die Angaben zur Orgel-Disposition.
Im dritten Teil der Gesamtaufnahme erklingt die Orgel der St.-Jacobi-Kirche im thüringischen Sangerhausen. Der junge Bach hatte sich dort 1703 – erfolglos – um die vakante Organistenstelle beworben. Zu diesem Zeitpunkt existierte allerdings das Instrument noch nicht, dass hier zu hören ist; es wurde 1727/28 durch Zacharias Hildebrandt (1688 bis 1757), einen Schüler von Gottfried Silbermann, erbaut. Er hatte seine Werkstatt in Liebertwolkwitz bei Leipzig, und war mit Bach befreundet, der seine Orgeln sehr schätzte.
Bach dürfte Hildebrandt auch zu dem Auftrag aus Sangerhausen verholfen haben. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Orgel allerdings mehrfach verändert. Ein Dachstuhlbrand im Jahre 1971 machte sie dann endgültig unspielbar. 1978 wurde das Instrument durch die Firma Eule Orgelbau aus Bautzen restauriert. Es klingt nicht so strahlend-metallisch wie die Silber- mann-Orgeln, sondern sanfter, gedeckter.
Molardi musiziert an der Hildebrandt-Orgel virtuose Werke wie Toccata und Fuge in d-Moll BWV 538, das Concerto in a-Moll nach Vivaldi BWV 593 und das Concerto nach Johann Ernst von Sachsen-Weimar BWV 592, aber auch Stücke aus dem berühmten Orgelbüchlein, sowie Choralvorspiele und Choralbearbeitungen. Enthalten sind Kompositionen im französi- schen und italienischen Stil, so das Pièce d’orgue BWV 572 oder Toccata, Adagio und Fuge in C-Dur BWV 564, zudem die Canonischen Verände- rungen BWV 769a, Präludium und Fuge in a-Moll BWV 551 und noch einige weitere Werke. Das Beiheft enthält ausführliche Hinweise von Stefano Molardi zu den einzelnen Musikstücken sowie eine Künstlerbio- graphie und die Angaben zur Orgel-Disposition.
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