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Dienstag, 22. Dezember 2020

Machet die Tore weit (Christophorus)


 Der Weihnachtsmusik an der Leipziger Thomaskirche widmet sich auch dieses Album aus dem Hause Christophorus. Das Johann Rosenmüller Ensemble, geleitet von Arno Paduch, und der Kammerchor der Erlöserkirche Bad Homburg, geleitet von Susanne Rohn, konzentrieren sich dabei auf die Werke von Bachs Amtsvorgängern. Als Solisten wirken mit Antonia Bourvé und Simone Schwark, Sopran, Johanna Krell, Alt, Florian Cramer und Hansjörg Mammel, Tenor sowie Markus Flaig, Bass. 

Und auch wenn die Namen von Thomaskantoren wie Tobias Michael, Sebastian Knüpfer, Johann Schelle oder Johann Kuhnau heute dem Publikum kaum noch bekannt sind, erweist sich doch die Beschäftigung mit ihren Festmusiken als überaus lohnend. Man höre nur Schelles prachtvolles Machet die Tore weit, oder Knüpfers Dies est laetitiae für 22 Stimmen, üppig besetzt mit einem fünfstimmigen Trompetenchor nebst Pauken, dazu Streicher, Fagott, drei Flöten sowie sechs Solisten und vierstimmigem Chor. Dieses Konzert sowie Machet die Tore weit von Tobias Michael erklingen in Weltersteinspielung. Was für eine Klangpracht! 


Montag, 7. Dezember 2020

Vom Himmel hoch, da komm ich her (Christophorus)

 


Beim Lesen der Stichworte Weihnachten und Leipzig denkt jeder Musikfreund sogleich an den Thomaskantor Johann Sebastian Bach und sein berühmtes Weihnachtsoratorium. Diese CD aus dem Hause Christophorus zeigt, dass Bachs Amtsvorgänger ebenfalls hinreißend schöne Kompositionen zum Fest geschaffen haben. Der Kammerchor der Christuskirche Karlsruhe hat gemeinsam mit dem Ensemble L’arpa festante sowie den Solisten Monika Mauch, Hanna Zumsande, Franz Vitzthum, Sebastian Hübner und Ekkehard Abele unter Leitung von Peter Gortner in einem Konzert am 22. Dezember 2019 Festmusiken von Sebastian Knüpfer, Johann Schelle und Johann Kuhnau aufgeführt. 

Die ausgewählten Werke nehmen Bezug auf Martin Luthers Choral Vom Himmel hoch, da komm ich her, der von allen drei Thomaskantoren in den Mittelpunkt ihrer Kompositionen gestellt wurde. Während Knüpfers Kantate Ach mein hertzliebes Jesulein noch hörbar auf Stadtpfeifertraditionen beruht, setzt Schelle bereits auf Pauken und Trompeten, um das neu geborene Kind gebührend zu feiern. In seiner Choralkantate Vom Himmel kam der Engel Schar hat er sechs Strophen des Weihnachtsliedes verwendet. Sein Actus Musicus auff Weyh-Nachten aus dem Jahr 1683 hingegen ist ein knapp halbstündiges Oratorium, das die Zuhörer seinerzeit nicht nur zur Andacht angehalten, sondern mit allerlei Liedzitaten sowie mit einer breiten Palette an Klangfarben auch erfreut und gut unterhalten haben dürfte. 

Kuhnaus Magnificat hingegen glänzt bereits in hochbarocker Pracht. Die Musiker haben dieses Werk, so wie es damals üblich war, um vier weihnachtliche Einlagesätze erweitert. Ein ansprechendes Konzertprogramm, das weihnachtlichen Jubel auch in diesem Corona-Jahr in jede Stube bringt; leider wird die Freude zu Hause am Lautsprecher ein wenig getrübt durch die Akustik der Karlsruher Kirche, die im dem Live-Mitschnitt ziemlich präsent wirkt. 


Donnerstag, 12. Dezember 2019

Magnificat - Christmas in Leipzig (Sony)

Nach Leipzig führt uns das CD-Debüt des britischen Ensembles Solomon’s Knot. Es erklingen Werke von Johann Schelle (1648–1701), Johann Kuhnau (1660–1722) und Johann Sebastian Bach (1685–1750). „We spent a lot of time thinking about our approach for this recording“, berichtet Jonathan Sells, der künstlerische Direktor. „Since our singers sing everything by heart and perform without a conductor, our mode of performance and audience experience is very ,live', and that very special and close connection with our audience has become a key part of what we do.“ 
Allerdings habe das Publikum den Wunsch geäußert, Solomon's Knot auch zu Hause hören zu wollen. Und so habe man sich entschlossen, den Live-Mitschnitt eines Konzertes, mit nur wenigen Nachaufnahmen, zu veröffentlichen. 
Das Repertoire, das das Ensemble dafür ausgewählt hat, ist anspruchsvoll. Für den ersten Adventssonntag schrieb Johann Schelle einst die Kantate Machet die Tore weit – und kombinierte dabei den großen Auftritt, einschließlich Pauken und Trompeten, mit individuellen Solo-Versen. 
Zeitzeugen schildern, dass „wegen des süßen Honigs von Schelles Musik die Zuhörer stets in die Kirchen flogen wie die Bienen zur Blüte“. Ich bin aber von dieser Interpretation der Kantate des Thomaskantors nicht so begeistert. Zum einen denke ich, dass Stimmen mit einem ausgeprägten Opernvibrato nicht besonders gut zu „Alter“ Musik passen. Und zum anderen ist das bloße Absingen eines solchen Werkes durch ein Profi-Ensemble live sicherlich ein Erlebnis; aber für eine Aufnahme reicht das nicht ganz. 
Ein interessantes Konzept hingegen ist die Kombination aus dem Magnificat von Johann Kuhnau – das umfangreichste überlieferte Vokalwerk des Komponisten – mit Bachs Magnificat BWV 243a. Diese Version steht in Es-Dur; sie ist älter als die bekannte BWV 243, und wohl auch etwas anders instrumentiert. Bach schrieb diese Musik für sein erstes Weihnachtsfest in Leipzig 1723. Zwischen einigen Sätzen erklingen zudem Strophen von Weihnachtsliedern, vertont für Chor oder Solisten, mit Bezug zur Weihnachtsgeschichte. Es wird vermutet, dass Bach Kuhnaus Magnificat gekannt hat, und dass er durch dieses Werk selbst inspiriert wurde. 
Hier wird nun auch der Zuhörer munter. Denn diese beiden Magnificat-Kompositionen werden von Solomon's Knot mit Schwung und Engagement vorgetragen. Nun denn, es werde Weihnachten! 

Dienstag, 23. August 2016

Herzens-Lieder - Miriam Feuersinger (Christophorus)

Nach den Himmels-Liedern, die das Capricornus Consort Basel mit dem Countertenor Franz Vitzthum ein- gespielt hat, erklingen auf dieser CD nun Herzens-Lieder, gesungen von Miriam Feuersinger. Für ihre erste Solo-CD, mit Solokantaten von Christoph Graupner, hatte die Sopra- nistin 2014 den ECHO-Klassik sowie den Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhalten. 
Nun legt sie erneut eine Auswahl barocker Kirchenmusiken vor: Zu hören sind die Kantaten Mein Herz schwimmt in Blut des Darmstädter Hofkapellmeisters Christoph Graupner (1683 bis 1760), Weicht, ihr Sorgen, aus dem Herzen von Thomaskantor Johann Kuhnau (1660 bis 1722) und Mein Herze schwimmt im Blut von dessen Amtsnachfolger Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750). Ergänzt wird das anspruchsvolle Programm durch das Quartett in G-Dur TWV 43:G5 von Georg Philipp Telemann (1681 bis 1767). Aufs Schönste begleitet von den neun „Alte“-Musik-Spezialisten des Capricornus Consort Basel, bezaubert Miriam Feuersinger einmal mehr mit ihrem kristallklaren Sopran. Insbesondere die ruhigen Tempi liegen der Sängerin, die durch tiefes Werkverständnis und Ausdruck sehr beeindruckt. 

Sonntag, 20. März 2016

Kuhnau: Complete Organ Music (Brilliant Classics)

Für seine Neueinspielung sämtlicher Orgelwerke Bachs erhielt Stefano Molardi viel Kritikerlob. Nun hat sich der Organist, Cembalist, Musik- wissenschaftler und Dirigent dem Schaffen von Bachs Vorgänger zugewandt: Johann Kuhnau (1660 bis 1722) verknüpfte in seinen Werken geschickt diverse Trends und musikalische Innovationen der Musik nördlich der Alpen, wobei er sich auch durch die Affetti der italieni- schen Meister inspirieren ließ. 
Dass er einmal als das Muster eines Gelehrten gelten sollte, das war dem Musiker allerdings nicht an der Wiege gesungen worden. Kuhnau war der Sohn eines Tischlers. Er stammte aus Geising im Erzgebirge, und begann seine Ausbildung als Ratsdiskantist an der Dresdner Kreuzschule. 1680 wurde Kuhnau der Pest wegen nach Zittau geschickt, um dort, mit finan- zieller Unterstützung durch wohlhabende Bürger, am Gymnasium weiter- zulernen. Zur Ratswahl komponierte er eine Motette, die offenbar so gelungen war, dass die Stadtväter ihm daraufhin die Vertretung der vakanten Stelle des Kantors und Organisten antrugen. 
1682 ging Kuhnau zum Studium nach Leipzig. 1684 wurde er Organist an der Thomaskirche, 1701 als Nachfolger Johann Schelles Thomaskantor und Musikdirektor der drei Leipziger Hauptkirchen. Leider ist von seinen Vokalwerken kaum etwas auf CD zu finden; bekannt sind vor allem seine Stücke für das Klavier, weil etliche davon im Druck erschienen sind und weit verbreitet waren. 
An den Silbermann-Orgeln im Freiberger Dom und der Marienkirche Rötha hat Molardi große Teile des Orgelwerks Kuhnaus eingespielt. Die Klangpracht dieser berühmten Instrumente zu loben, das hieße Eulen nach Athen tragen – wer sich für historische Orgeln interesssiert, und sie tat- sächlich noch nicht gehört hat, der sollte bald nach Sachsen reisen. 
Die bedeutendsten Musikstücke, die Kuhnau für Tasteninstrumente geschaffen hat, sind ohne Zweifel die Sonaten der Musikalischen Vor- stellung einiger biblischer Historien (1700), in denen er sechs Geschich- ten aus dem Alten Testament in Musik umgesetzt hat. So berichtet die erste Sonate von der Schlacht zwischen David und Goliath. Man hört beispiels- weise die Israeliten vor Angst schlottern, dann den Stein aus der Schleuder fliegen und Goliath zu Boden stürzen. Großes Kino! Die letzte Sonate schildert, wie Jakob, der Stammvater der zwölf Stämme Israels, nach seinem Tode von seiner Familie aus Ägypten nach Kanaan gebracht wird, wo er, wie gewünscht, an demselben Ort begraben wird wie sein Großvater Abraham. 
Molardi spielt zudem die sieben Sonaten der Frischen Clavierfrüchte (1696), sowie einige ausgewählte Stücke aus der zweiteiligen Clavier-Uebung (1689/92), einer Kollektion von Suiten. Die zweite dieser Sammlungen enthält außerdem die Sonate in B–Dur. Sie gilt als erster Versuch, diese zuvor nur für Streichinstrumente übliche Form auf das Clavier zu übertragen; Kuhnau wird mithin als der Erfinder der Klavier- sonate betrachtet. Dieses gewichtige Oeuvre komplettiert Molardi noch um einige weitere bedeutende Werke, die nicht im Druck erschienen, aber handschriftlich überliefert worden sind. Ein Beispiel dafür ist die Toccata A-Dur - „a lovely example of how the style of Frescobaldi's Italian toccata could be creatively mixed with that of Froberger“, so der Organist im Beiheft, „along with fugue elements typical of Pachelbel and the compo- sers of central Germany.“ 

Dienstag, 3. November 2015

Weichlein: Opus 1, 1695 (Alpha)

Die Encaenia Musices von Andreas Franz („Romanus“) Weichlein (1652 bis 1706) stehen auch im Mittelpunkt einer weiteren CD, die bei dem Label Alpha erschienen ist. Das Ensemble Masques, bei drei Stücken unterstützt durch Skip Sempe, stellt ausgewählte Sonaten daraus in Beziehung zur Musik von Zeitgenossen. Dabei wird zum einen deutlich, wie eng verwandt Weichleins Musik jener etwa von Heinrich Franz Ignaz Biber (1644 bis 1704) ist. Zum anderen zeigen die Musiker auf, dass Ostinatotechniken seinerzeit gern genutzt wurden, um Virtuosität zu demonstrieren. Weichlein hatte dazu allen Anlass – widmete er doch seine Sonaten keinem geringeren als Leopold I. und schrieb in seiner Widmung, er hoffe, dass sie auch von der Hofkapelle gespielt wür- den. Der Kaiser beherrschte selbst mehrere Instrumente und komponierte. 
Allerdings wirkt die Musik, wie sie das Ensemble Masquerades auf dieser CD präsentiert, eher meditativ als vordergründig konzertant. Eine Ent- deckung ist das allemal; und vielleicht werden irgendwann einmal auch die nur handschriftlich überlieferten Werke von Romanus Weichlein erschlos- sen – es könnte sich lohnen. 

Donnerstag, 23. Mai 2013

Himmelsklänge (Querstand)

Eine Orgel mit einem wahrlich be- zaubernden Klang stellt Kirchen- musikdirektor Barry Jordan, Kantor und Organist am Magde- burger Dom, auf dieser CD vor. Sie befindet sich in der Pfarrkirche St. Peter und Paul zu Niederndode- leben, einem Dorf westlich von Magdeburg, und ersetzte einst ein älteres Instrument von Heinrich Compenius, das im Dreißigjährigen Krieg zerstört worden war.
Erbaut wurde die Orgel in den Jahren 1724 bis 1727 - es wird vermutet durch Matthias Hartmann, einen Schüler des berühmten norddeutschen Orgelbauers Arp Schnitger; sicher ist das aber nicht. Johann Georg Hartmann, möglicherweise sein Sohn, erweiterte die Orgel dann 1750/51 um ein zweites Manual. In einem Stimmvertrag aus dem Jahre 1753 ist die Disposition des Instrumentes detailliert beschrieben.
Auf dieser Grundlage wurde die Orgel in den Jahren 2000 bis 2002 durch Jörg Dutschke aus Dambeck restauriert und rekonstruiert. Dabei orientierte sich der Orgelbaumeister zudem an der erhalten gebliebenen Hartmann-Orgel in Stegelitz, 30 Kilometer östlich von Magdeburg. Nach diesem Vorbild schuf er ein viertes Register für das Pedal, es war bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts um ein drittes Register im Pedal ergänzt worden. Dieses wurde bei der Sanierung erhalten.
Jordan hat für dieses Orgelporträt Werke ausgewählt, die den charakteristischen Klang dieser Orgel herausstellen, und ihre Stärken unterstreichen. Dabei beschränkte er sich zudem auf Komponisten aus dem Umkreis Johann Sebastian Bachs. Werke wie die Partite diverse sopra il Chorale Ach, was soll ich Sünder machen BWV 770 von Bach oder die Biblische Sonate III, in der Johann Kuhnau Jacobs Heyrath mit musikalischen Mitteln schildert, zeigen, dass sich dieses Instrument weniger durch Strahlkraft, metallischen Klang und Brillanz als vielmehr durch sanfte, innige Töne auszeichnet. Der Titel Himmelsklänge ist dafür wirklich gut gewählt.

Mittwoch, 6. Juni 2012

Sacred Music by Johann Kuhnau (Helios)

"Ich weiß nicht, ob er dem Orden der Tonkünstler oder den anderen Gelehrten mehr Ehre gebracht", schrieb Johann Christoph Ade- lung, Bibliothekar des Kurfürsten Friedrich August III., über Johann Kuhnau. "Er war gelehrt in der Gottesgelahrtheit, in den Rechten, Beredsamkeit, Dichtkunst, Mathe- matik, fremden Sprachen und Musik." 
Johann Kuhnau (1660 bis 1722) war der Sohn eines Tischlers aus Geising im Erzgebirge. Er begann seine musikalische Laufbahn als Chorknabe, was ihm zugleich den Besuch der Dresdner Kreuzschule ermöglichte. Als in der Landes- hauptstadt die Pest ausbrach, schickten ihn die Eltern nach Zittau, wo er am Johanneum seine Ausbildung fortsetzte, und bald auch Aufga- ben eines Kantors und Organisten übernahm. Als dort 1682 Johann Krieger ins Amt eingeführt wurde und dies seine Dienstpflichten wurden, ging Kuhnau nach Leipzig.
Dort studierte er Jura, und erwarb sich nebenher einen exzellenten Ruf als Musiker. So komponierte er 1683 ein aufwendiges dramma per musica, das zur Begrüßung des von der Türkenschlacht in Wien heimgekehrten Kurfürsten unter freiem Himmel aufgeführt wurde. 1684 erhielt Kuhnau eine Anstellung als Organist an der Thomas- kirche. 1701 wurde er schließlich als Nachfolger von Johann Schelle Thomaskantor.
Bekannt ist er in erster Linie als Vorgänger Bachs - und für seine Klaviermusik, beispielsweise die Clavier-Übung, zweimal sieben Partitas, komponiert für den geübten Musiker, um "auch den von anderen Studien ermüdeten Geist" zu "erfrischen" - ganz ähnlich, wie Bach es später formulieren sollte. In seinem Amt als Thomaskantor hatte Kuhnau so manchen Strauß mit dem Studenten Georg Philipp Telemann auszufechten, der sich in das Leipziger Musikleben nicht nur mit Lust und Leidenschaft, sondern offenbar auch mit einem gewissen Geltungsbedürfnis einbrachte. Leider prägte dies das Bild Kuhnaus, wie der Musiker das eigentlich nicht verdient hat.
Denn gerade die geistlichen Vokalwerke, die The King's Consort unter Robert King auf dieser CD vorstellt, verweisen uns auf seine enorme Bedeutung als Komponist einer Übergangszeit. Musik galt damals noch als mathematische Kunst; sie spiegelte Affekte, und zwar auf einer eher abstrakten Ebene, und nicht Befindlichkeiten. Und weil Kirchenmusik die Gläubigen erquicken und erbauen, aber auch unterweisen sollte, wurde zu Kuhnaus Zeiten höchster Wert auf den Text, auf seine Auswahl und Auslegung mit den Mitteln der Musik, gelegt. 
Das zeigt sich, bei aller musikalischen Brillanz, auch bei dieser CD, der man zudem begeistert lauscht, weil die Aufnahmen mit The King's Consort außerordentlich gelungen und ausdrucksstark sind. Die Sänger und Musiker machen deutlich, wie stark Kuhnaus geistliche Werke rhetorisch geprägt sind - ganz im Sinne jener großen Traditio- nen, die der Thomaskantor in seinen Jugendjahren in Dresden ken- nengelernt haben wird. 
Kuhnau ist das Bindeglied zwischen Heinrich Schütz und Johann Sebastian Bach. Zu seinen Schülern gehören zudem Johann Friedrich Fasch, Christoph Graupner und Johann David Heinichen. Händel und Mattheson kannten und schätzten seine Klavierwerke. Und selbst Telemann bekannte später, dass er den Kontrapunkt durch das Stu- dium von Kompositionen Kuhnaus gelernt habe.