Über Mozarts Klavierkonzerte heißt es, sie seien eigentlich Sinfo- nien mit obligatem Flügel. So ist der erste Satz des Konzertes für Klavier und Orchester Nr. 22 Es-Dur KV 482, das Sebastian Knauer hier mit dem Niederländischen Kammerorchester unter Philippe Entremont eingespielt hat, durch eine ausdrucksstarke Orchester- exposition geprägt, der sich dann später das Klavier hinzugesellt.
Man erwartet einen Dialog zwischen dem Klavier und dem Orchester - doch der Solist macht daraus ein Bravourstück mit gelegentlichem Orchesterkommentar. Ich schätze Sebastian Knauer ja sehr, aber diese seine Mozart-Interpretation behagt mir gar nicht. Sie ist mir zu sehr virtuose Zirkusnummer, und zu wenig Musik. Es ist schade, dass der Dirigent, der ja selbst ein erfolgreicher Pianist ist, dieser Auf- fassung nicht entgegentritt, denn sie wird Mozart meiner Ansicht nach nicht gerecht.
Dass Knauer durchaus in der Lage ist, im Einklang mit einem Orche- ster zu musizieren und sich dabei in den Gesamtklang einzufügen, beweist das zweite Werk auf dieser CD, das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 Es-Dur op. 25 von Mozarts Sohn Franz Xaver Wolf- gang Mozart (1791 bis 1844). Auch wenn es gemeinhin als ein schwaches Werk im Schatten eines großen Vorbildes gilt, so empfinde ich diesen Teil der CD als den besseren, weitaus stärkeren. Das Konzert des Mozarts-Sohnes hat in der Tat seine spröde Schönheit, die allerdings entdeckt werden will. Und das ist Knauer und dem Niederländischen Kammerorchester geradezu exemplarisch gelungen. Insofern sei diese CD dem Publikum empfohlen - denn Werke von Franz Xaver Mozart finden sich nur sehr selten im Repertoire.
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Donnerstag, 5. April 2012
Donnerstag, 23. Juni 2011
Mozart: The Violin Concertos; Fischer (Pentatone)
Die Geige ist das Instrument des jungen Wolfgang Amadeus Mozart. Der Sechzehnjährige wurde 1772 vom Salzburger Erzbischof Collo- redo als Konzertmeister engagiert. Ein Blick auf diese Box macht deutlich, wie viele Werke er in den darauffolgenden Jahren für dieses Instrument schuf.
Doch nach seiner Paris-Reise 1777/78 wird aus diesem Schaf- fensstrom ein Rinnsal. Mozart hat die Geige an den Nagel gehängt. Er erkundete statt dessen lieber das Hammerklavier, das sein neues Medium wird. Der Grund dafür wird uns unbekannt bleiben; Mozarts Vater, der ein berühmter Geigen- lehrer war, mahnte den Sohn jedenfalls vergebens.
Julia Fischer hat gemeinsam mit dem Netherlands Chamber Orchestra unter Yakov Kreizberg sämtliche Violinkonzerte Mozarts nebst Sinfonia concertante, Adagio, Rondo und Concertone ein- gespielt. Die junge Solistin – Jahrgang 1983, seit 2006 lehrt sie als Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main – setzt ganz auf einen schlanken, konzentrierten Ton. Sie spielt Mozarts Violinkonzerte beinahe, als wären es Opernarien, und stellt die Virtuosität ganz in den Dienst der Melodie. Man hört ihr gern zu, denn sie absolviert selbst die schwierigsten Passagen mit spielerischer Leichtigkeit, und lässt ihre Guadagnini von 1742 singen. So schön kann Mozart sein.
Doch nach seiner Paris-Reise 1777/78 wird aus diesem Schaf- fensstrom ein Rinnsal. Mozart hat die Geige an den Nagel gehängt. Er erkundete statt dessen lieber das Hammerklavier, das sein neues Medium wird. Der Grund dafür wird uns unbekannt bleiben; Mozarts Vater, der ein berühmter Geigen- lehrer war, mahnte den Sohn jedenfalls vergebens.
Julia Fischer hat gemeinsam mit dem Netherlands Chamber Orchestra unter Yakov Kreizberg sämtliche Violinkonzerte Mozarts nebst Sinfonia concertante, Adagio, Rondo und Concertone ein- gespielt. Die junge Solistin – Jahrgang 1983, seit 2006 lehrt sie als Professorin an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt/Main – setzt ganz auf einen schlanken, konzentrierten Ton. Sie spielt Mozarts Violinkonzerte beinahe, als wären es Opernarien, und stellt die Virtuosität ganz in den Dienst der Melodie. Man hört ihr gern zu, denn sie absolviert selbst die schwierigsten Passagen mit spielerischer Leichtigkeit, und lässt ihre Guadagnini von 1742 singen. So schön kann Mozart sein.
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