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Montag, 7. Januar 2019

Fritz Wunderlich - Lieder (SWR Music)

Der SWR hat in seine Archive gegriffen, und in dieser 3-CD-Box zahlreiche Aufnahmen zusammen- gestellt, die Fritz Wunderlich als Liedersänger zeigen. So enthält die Kollektion jene legendäre Live-Aufnahme von Robert Schumanns Dichterliebe, aufgezeichnet auf den Schwetzinger Festspielen 1965, die das enorme Gestaltungsvermögen des Tenors in beeindruckender Weise dokumentiert. Dazu hat freilich auch sein Klavierbegleiter Hubert Giesen mit beigetragen, der eine Klasse für sich ist – und der mit Wunderlich intensiv zu arbeiten pflegte. So kamen jene feinen Nuancen zustande, die bis heute begeistern. 
Mit Hubert Giesen hat Fritz Wunderlich auch eine großartige Interpretation von Franz Schuberts Liederzyklus Die schöne Müllerin eingespielt, und dazu einige weitere Lieder von Schubert und Ludwig van Beethoven. Außerdem finden sich in dieser Kollektion Lieder von Johannes Brahms, Hugo Wolf und Richard Strauss; am Klavier begleiten dabei Josef Müller-Mayen und Rolf Reinhardt den Sänger. Insgesamt bietet diese Edition einen Überblick über Wunderlichs Liedgesang, von den Anfängen bis kurz vor seinem viel zu frühen, tragischen Tod. Faszinierend! 

Donnerstag, 31. Mai 2012

Mayr: La Lodoiska (Oehms Classics)

Johann Simon Mayr (1763 bis 1845) gilt als Vater der italieni- schen Oper. Diesen Beinamen gab ihm kein geringerer als sein Freund Rossini - und dennoch fielen der Komponist ebenso wie die gut
60 Opern, die er geschaffen hatte, nach seinem Tode sehr schnell dem Vergessen anheim. Zu Lebzei- ten freilich wurde Mayr in ganz Europa gefeiert. 

Zu seinen großen Erfolgen gehörte La Lodoiska. Diese Oper erzählt die Geschichte einer tapferen Polin, die in einer Burg an der polnisch-tatarischen Grenze gefangengehal- ten und vom Burgherrn bedrängt wird. Doch sie liebt nun einmal Lovinski, und da hat Palatin Boleslao schlechte Karten. Dieses Werk nach einem Libretto von Francesco Gonella, das natürlich mit der Befreiung des jungen Paares aus den Ketten des Tyrannen endet, wurde 1796 in Venedig erstmals aufgeführt. 1799 erklang die Oper, die später übrigens die Lieblingsoper Napoleons wurde, in einer überarbeiteten Fassung erstmals in Mailand, und Mayr wurde dort gefeiert. 
Es ist erfreulich, dass das Notenmaterial nun bei Ricordi wieder er- hältlich ist; vielleicht nimmt sich ein Opernhaus des Stückes an. Musikalisch zumindest ist das Werk ergiebig, wie diese Aufzeichnung einer konzertanten Aufführung aus dem Jahre 2010 im Theater Ingol- stadt beweist. Dort erklang La Lodoiska erstmal wieder, aufgeführt von einem sehr ordentlichen Solistenensemble, dem Männerchor des Prager Philharmonischen Chores und dem Münchner Rundfunk- orchester, geleitet von George Petrou vom Hammerflügel aus.