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Montag, 14. Februar 2022

El alma de Paco (eos guitar edition)


 Ist das noch Flamenco, oder ist das teilweise schon Kammermusik? Wer Lust hat, der mag über diese Frage nachsinnen. Mit dieser CD erweist das Eos Gitarrenquartett Paco de Lucía seine Referenz – und ich habe jede Sekunde genossen. „Ahí se siente a Paco, su presencia y también su ausencia“, schreibt Experte José Manuel Gamboa im Beiheft. Seinem Urteil kann man sich nur anschließen. 

Man glaubt es kaum, aber drei der beteiligten Gitarristen haben ihre Kunst nicht etwa in Spanien, sondern in der schönen Schweiz erlernt. Trotzdem musizieren Julio Azcano, Marcel Ege, David Sautter und Michael Winkler, als wären sie mit diesem Repertoire aufgewachsen. Einige Kompositionen auf dieser Silberscheibe wurden von Leo Brouwer, John McLaughlin und José Antonio Rodríguez eigens für die vier Musiker geschrieben. Fast alle Werke sind in Weltersteinspielung zu hören. 

David Sautter und Marcel Ege sind zudem mit eigenen Stücken auf dem Album vertreten. Doch spätestens wenn die berühmte Flamenco-Sängerin Carmen Linares ihren Part anstimmt, dann spürt man, dass diese Kunst auch jenseits der spanischen Grenzen mittlerweile die Saiten und die Herzen erobert hat. 


Samstag, 25. August 2012

Caroline Adomeit – Bach to Jazz (Oehms Classics)

Von Bachs berühmter E-Dur-Parti- ta BWV 1006 bis hin zu dem nicht weniger bekannten Take Five von Paul Desmond reicht die Auswahl der Werke, die die junge Geigerin Caroline Adomeit für ihre Debüt-CD getroffen hat. „Dieses Album ist eine Liebeserklärung an die Violi- ne, mit der man praktisch alles ausdrücken und spielen kann: von Bachs Partita mit barocken Tän- zen über ungarische Tänze, Ma- zurka, Tarantella, Tango und Folksongs bis zum Jazz-Arrange- ment“, begründet die Musikerin diese etwas ungewöhnliche Kollek- tion. Gemeinsam mit Julian Riem, Klavier, und bei einigen Stücken auch mit Thomas Hastreiter, Percussion, wagt Adomeit von Brahms bis Duke Ellington so manchen Grenzgang. Dabei überzeugt sie mit Fingerfertigkeit, Gestaltungsvermögen – ein bisschen mehr Klang- farbe könnten die Werke allerdings gelegentlich vertragen – und mit einer gehörigen Portion Temperament. Mit musikalischen Reinheits- geboten kann die junge Musikerin, die bei Hermann Krebbers, Kolja Blacher und Ingolf Turban studiert hat, offenbar wenig anfangen. Ihr Kommentar dazu im Beiheft: „Gute Musik kennt keine Grenzen!“