Mit dem zweiten Teil der Motetten sowie dem Stabat mater in f-Moll und zwei kleineren Kompositionen, Eja mater in F-Dur und Ave maris stella in G-Dur, setzt das Label Naxos sich erneut für die Wiederentdeckung des Schaffens von Johann Simon Mayr (1763 bis 1845). Über den Lebensweg dieses Komponisten wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle berichtet.
Mayr stammte aus Bayern, doch in die Musikgeschichte ging er schließlich nach seiner Auswanderung nach Italien als einer der produktivsten Komponisten der Belcanto-Ära ein. Er schrieb aber nicht nur enorm viele Opern, sondern auch eine Vielzahl geistlicher Werke – und diese beiden CD machen einmal mehr deutlich, dass Giovanni Simone Mayr sehr zu Unrecht so wenig bekannt ist.
Franz Hauk setzt sich seit Jahren mit großem Engagement für die Wiederentdeckung seines Werkes ein. Hauk ist es beispielsweise gelungen, aus zwei unvollständigen Manuskriptfassungen Mayrs Stabat Mater zu rekonstruieren. Es wurde 2014 in Ingolstadt erstmals wieder aufgeführt, und wird hier als Weltersteinspielung veröffentlicht. Das ist großartige Kirchenmusik, hinreißend, effektvoll. Und auch die Motetten sind von enormem melodischen Reichtum. Man staunt immer wieder über neue Ideen, die der Komponist auch beim vierten Salve Regina noch zu Papier brachte. Ganz erstaunlich!
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Samstag, 16. November 2019
Dienstag, 28. August 2018
Mayr: Venetian Solo Motets (Naxos)
Johann Simon Mayr (1763 bis 1845) gilt als einer der bedeutenden Komponisten der italienischen Oper im 19. Jahrhundert. Über den Lebensweg des Musikers, der aus Mendorf im oberbayerischen Landkreis Eichstätt stammt, wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle ausführlicher berichtet.
Was nicht mit erwähnt wurde: Mayr scheint auch recht fromm gewesen zu sein. Schon während seines Studiums in Ingolstadt wirkte er als Organist. Auch während seiner Ausbildung in Venedig sowie in den letzten 20 Jahren seines Lebens komponierte er Kirchenmusik. So schrieb er, neben vielen Opern, auch etliche Oratorien, Motetten und Messen. 1802 erhielt er eine Anstellung als Kapellmeister an der Basilika Santa Maria Maggiore in Bergamo, die er bis an sein Lebensende inne hatte.
Nachdem bei Naxos inzwischen zahlreiche Opern des Komponisten in Aufnahmen dokumentiert sind, wendet sich das Label nun verstärkt dem geistlichen Schaffen Mayrs zu. In Weltersteinspielungen sind dort beispielsweise das Miserere in g-Moll und die Litaniae Lauretanae in g-Moll für Soli, Chor und Orchester sowie hinreißend schöne venezianische Solo-Motetten zu finden. Jede dieser Pretiosen ist in der Tat der Wiederentdeckung wert.
Franz Hauk, der sich unermüdlich dafür engagiert, das Werk von Johann Simon Mayr aus dem Archiv zurück auf Bühne und Podium zu bringen, dirigiert das Ensemble, dem neben ausgewählten Solisten auch das Orchester I Virtuosi Italiani sowie, bei den groß besetzten Werken, die Instrumentalisten von Concerto de Bassus, der Simon Mayr Chor und Mitglieder des Chores der Bayerischen Staatsoper angehören.
Was nicht mit erwähnt wurde: Mayr scheint auch recht fromm gewesen zu sein. Schon während seines Studiums in Ingolstadt wirkte er als Organist. Auch während seiner Ausbildung in Venedig sowie in den letzten 20 Jahren seines Lebens komponierte er Kirchenmusik. So schrieb er, neben vielen Opern, auch etliche Oratorien, Motetten und Messen. 1802 erhielt er eine Anstellung als Kapellmeister an der Basilika Santa Maria Maggiore in Bergamo, die er bis an sein Lebensende inne hatte.
Nachdem bei Naxos inzwischen zahlreiche Opern des Komponisten in Aufnahmen dokumentiert sind, wendet sich das Label nun verstärkt dem geistlichen Schaffen Mayrs zu. In Weltersteinspielungen sind dort beispielsweise das Miserere in g-Moll und die Litaniae Lauretanae in g-Moll für Soli, Chor und Orchester sowie hinreißend schöne venezianische Solo-Motetten zu finden. Jede dieser Pretiosen ist in der Tat der Wiederentdeckung wert.
Franz Hauk, der sich unermüdlich dafür engagiert, das Werk von Johann Simon Mayr aus dem Archiv zurück auf Bühne und Podium zu bringen, dirigiert das Ensemble, dem neben ausgewählten Solisten auch das Orchester I Virtuosi Italiani sowie, bei den groß besetzten Werken, die Instrumentalisten von Concerto de Bassus, der Simon Mayr Chor und Mitglieder des Chores der Bayerischen Staatsoper angehören.
Mittwoch, 6. Juli 2016
Mayr: Requiem (Naxos)
Geradezu kriminalistische Fähig- keiten waren erforderlich, um die Musik zu rekonstruieren, die auf diesen beiden CD zu hören ist. Zwar war bereits eine Grande Messa da Requiem von Johann Simon Mayr (1763 bis 1845) bekannt; bei Archivrecherchen zeigte sich aber, dass es noch ein weiteres Requiem des Komponisten gegeben haben muss. „Dieses bislang in der Forschung nicht erwähnte Werk übertrifft das gedruckte im Umfang und in der Instrumentierung“, be- richtet Franz Hauk im Beiheft. Die einzelnen Sätze fanden sich verstreut in den Beständen der Bibliotheca civica in Bergamo, wo Mayrs Nachlass aufbewahrt wird, sowie an anderen Standorten – mitunter in Form von Einzelstimmen. Mit Spürsinn, Beharr- lichkeit und unter großen Mühen ist es gelungen, die Messe zu rekonstru- ieren und das Notenmaterial für eine Aufführung zu erstellen.
Das hat sich durchaus gelohnt, denn das „Requiem summum“, wie Hauk es nennt, erweist sich als ein überaus beeindruckendes Opus. Mit neun Sänger-Solisten, einem großen Chor und einem ebenso umfangreichen Orchester ist das Werk üppig besetzt. Zwei Sätze hat allerdings nicht Mayr, sondern Gaetano Donizetti (1797 bis 1848) komponiert. Er zeige „bereits in diesen frühen Werken eine eigenständige Handschrift, er kreiert Klang- flächen, mit einfachen Mittel erreicht Mayrs Schüler grandiose Klangwir- kungen“, urteilt Hauk. „Mayr hat Donizettis Partiturvorlage in einigen Stimmen umgeschrieben und ,korrigiert' – ein Problem für Verfechter eines sogenannten ,Urtextes'. Wir musizieren Donizettis Musik in der Mayr-Version.“ Dieses Requiem vereint Wiener Frömmigkeit und italie- nischen Schmelz – grandiose Musik, von den Solisten und vom Simon Mayr Chor und Ensemble unter Franz Hauk sehr hörenswert präsentiert.
Das hat sich durchaus gelohnt, denn das „Requiem summum“, wie Hauk es nennt, erweist sich als ein überaus beeindruckendes Opus. Mit neun Sänger-Solisten, einem großen Chor und einem ebenso umfangreichen Orchester ist das Werk üppig besetzt. Zwei Sätze hat allerdings nicht Mayr, sondern Gaetano Donizetti (1797 bis 1848) komponiert. Er zeige „bereits in diesen frühen Werken eine eigenständige Handschrift, er kreiert Klang- flächen, mit einfachen Mittel erreicht Mayrs Schüler grandiose Klangwir- kungen“, urteilt Hauk. „Mayr hat Donizettis Partiturvorlage in einigen Stimmen umgeschrieben und ,korrigiert' – ein Problem für Verfechter eines sogenannten ,Urtextes'. Wir musizieren Donizettis Musik in der Mayr-Version.“ Dieses Requiem vereint Wiener Frömmigkeit und italie- nischen Schmelz – grandiose Musik, von den Solisten und vom Simon Mayr Chor und Ensemble unter Franz Hauk sehr hörenswert präsentiert.
Freitag, 13. März 2015
Mayr: Il sogno di Partenope (Naxos)
Das Label Naxos engagiert sich seit Jahren für die
Wiederentdeckung des Werkes von Johann Simon Mayr (1763 bis 1845).
Mit dem Simon-Mayr-Chor & Ensemble Ingolstadt, gegründet und
geleitet von Franz Hauk, und wechselnden Solisten hat Naxos
mittlerweile eine Vielzahl der Opern des Komponisten sowie einige
seiner Kantaten und Oratorien veröffentlicht. So ist jüngst Il
sogno di Partenope erschienen.
Mayr komponierte dieses melodram- ma allegorico nach einem Libretto, das ein renommierter Altphilologe und Autor eigens erstellt hatte, für die Einweihung des nach einem Brand wieder aufgebauten Teatro San Carlo in Neapel. Gewidmet ist es König Ferdinand I. zum Geburtstag, und wie bei einer derartigen Huldigungs- kantate üblich, wird ein beträchtlicher mythologischer wie musikalischer Aufwand betrieben, um den Herrscher angemessen zu feiern. Dummer- weise ist nur der zweite Akt überliefert – doch was da zu hören ist, das lässt den Verlust des ersten Teiles erst recht sehr bedauerlich erscheinen.
Mayr komponierte dieses melodram- ma allegorico nach einem Libretto, das ein renommierter Altphilologe und Autor eigens erstellt hatte, für die Einweihung des nach einem Brand wieder aufgebauten Teatro San Carlo in Neapel. Gewidmet ist es König Ferdinand I. zum Geburtstag, und wie bei einer derartigen Huldigungs- kantate üblich, wird ein beträchtlicher mythologischer wie musikalischer Aufwand betrieben, um den Herrscher angemessen zu feiern. Dummer- weise ist nur der zweite Akt überliefert – doch was da zu hören ist, das lässt den Verlust des ersten Teiles erst recht sehr bedauerlich erscheinen.
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