Posts mit dem Label Simon Mayr Chor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Simon Mayr Chor werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 16. November 2019

Mayr: Stabat mater in F minor (Naxos)

Mit dem zweiten Teil der Motetten sowie dem Stabat mater in f-Moll und zwei kleineren Kompositionen, Eja mater in F-Dur und Ave maris stella in G-Dur, setzt das Label Naxos sich erneut für die Wiederentdeckung des Schaffens von Johann Simon Mayr (1763 bis 1845). Über den Lebensweg dieses Komponisten wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle berichtet. 
Mayr stammte aus Bayern, doch in die Musikgeschichte ging er schließlich nach seiner Auswanderung nach Italien als einer der produktivsten Komponisten der Belcanto-Ära ein. Er schrieb aber nicht nur enorm viele Opern, sondern auch eine Vielzahl geistlicher Werke – und diese beiden CD machen einmal mehr deutlich, dass Giovanni Simone Mayr sehr zu Unrecht so wenig bekannt ist. 
Franz Hauk setzt sich seit Jahren mit großem Engagement für die Wiederentdeckung seines Werkes ein. Hauk ist es beispielsweise gelungen, aus zwei unvollständigen Manuskriptfassungen Mayrs Stabat Mater zu rekonstruieren. Es wurde 2014 in Ingolstadt erstmals wieder aufgeführt, und wird hier als Weltersteinspielung veröffentlicht. Das ist großartige Kirchenmusik, hinreißend, effektvoll. Und auch die Motetten sind von enormem melodischen Reichtum. Man staunt immer wieder über neue Ideen, die der Komponist auch beim vierten Salve Regina noch zu Papier brachte. Ganz erstaunlich! 

Dienstag, 28. August 2018

Mayr: Venetian Solo Motets (Naxos)

Johann Simon Mayr (1763 bis 1845) gilt als einer der bedeutenden Komponisten der italienischen Oper im 19. Jahrhundert. Über den Lebensweg des Musikers, der aus Mendorf im oberbayerischen Landkreis Eichstätt stammt, wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle ausführlicher berichtet. 
Was nicht mit erwähnt wurde: Mayr scheint auch recht fromm gewesen zu sein. Schon während seines Studiums in Ingolstadt wirkte er als Organist. Auch während seiner Ausbildung in Venedig sowie in den letzten 20 Jahren seines Lebens komponierte er Kirchenmusik. So schrieb er, neben vielen Opern, auch etliche Oratorien, Motetten und Messen. 1802 erhielt er eine Anstellung als Kapellmeister an der Basilika Santa Maria Maggiore in Bergamo, die er bis an sein Lebensende inne hatte. 
Nachdem bei Naxos inzwischen zahlreiche Opern des Komponisten in Aufnahmen dokumentiert sind, wendet sich das Label nun verstärkt dem geistlichen Schaffen Mayrs zu. In Weltersteinspielungen sind dort beispielsweise das Miserere in g-Moll und die Litaniae Lauretanae in g-Moll für Soli, Chor und Orchester sowie hinreißend schöne venezianische Solo-Motetten zu finden. Jede dieser Pretiosen ist in der Tat der Wiederentdeckung wert. 
Franz Hauk, der sich unermüdlich dafür engagiert, das Werk von Johann Simon Mayr aus dem Archiv zurück auf Bühne und Podium zu bringen, dirigiert das Ensemble, dem neben ausgewählten Solisten auch das Orchester I Virtuosi Italiani sowie, bei den groß besetzten Werken, die Instrumentalisten von Concerto de Bassus, der Simon Mayr Chor und Mitglieder des Chores der Bayerischen Staatsoper angehören.

Montag, 22. Mai 2017

Mayr: Telemaco (Naxos)

Fast 70 Opern schrieb Johann Simon Mayr (1763 bis 1845). Eine seiner frühen Opern galt der Figur des Telemaco. Telemach, wie er hierzulande genannt wird, ist in Homers Odysee nur eine Nebenfigur. Allerdings hat François Fénelon, Erzbischof von Cambray, für seinen Schüler, den siebenjährigen Louis, Dauphin von Frankreich und Herzog von Burgund, Les aventures de Télémaque zu Papier gebracht – einen Roman, in dessen Mittelpunkt er den Sohn des Odysseus stellte. 
Dieses Buch, 1699 veröffentlicht, brachte seinem Autor eine Menge Ärger ein, denn es wurde bei Hofe als Kritik am Absolutismus gelesen. Zugleich wurde es europaweit ein Best- seller, und inspirierte sowohl bildende Künstler als auch Opernlibrettisten. Eines dieser Textbücher, das erzählt, dass Telemach wie einst sein Vater Odysseus auf der Insel der Nymphe Calypso strandet, vertonte Simon Mayr. Seine Oper erklang in Venedig 1797 zum Karneval fast einen Monat lang beinahe täglich, was deutlich macht, dass sie ein großer Erfolg war. 
Die Kombination aus einer guten Story – immerhin lebte Odysseus sieben Jahre bei Calypso; die Nymphe musste ihn schließlich ziehen lassen, weil es die Götter befahlen – und erstklassiger Musik, die italienische Traditionen und Wiener Klassik in sich vereint, macht diese Oper auch heute noch interessant. Es ist Mayr-Spezialist Franz Hauk sehr zu danken, dass man Telemaco nell’isola di Calipso nunmehr auf CD anhören kann. 
Die Weltersteinspielung ist nun in seiner fortlaufend erweiterten Edition der Opern des bayerisch-italienischen Komponisten erschienen. Die Sänger und Musiker hat Franz Hauk bei der Aufnahme vom Cembalo aus dirigiert. Ein exzellentes Solistenensemble, der versierte Simon Mayr Chor, verstärkt durch Mitglieder des Chores der Bayerischen Staatsoper, und das Ensemble Concerto de Bassus unter seiner Konzertmeisterin Theona Gubba-Chkeidze machen diese Oper, in der der junge Held durch seinen Mentor auf den rechten Weg geführt wird, zu einem Hörvergnügen. 

Freitag, 13. März 2015

Mayr: Il sogno di Partenope (Naxos)

Das Label Naxos engagiert sich seit Jahren für die Wiederentdeckung des Werkes von Johann Simon Mayr (1763 bis 1845). Mit dem Simon-Mayr-Chor & Ensemble Ingolstadt, gegründet und geleitet von Franz Hauk, und wechselnden Solisten hat Naxos mittlerweile eine Vielzahl der Opern des Komponisten sowie einige seiner Kantaten und Oratorien veröffentlicht. So ist jüngst Il sogno di Partenope erschienen. 
Mayr komponierte dieses melodram- ma allegorico nach einem Libretto, das ein renommierter Altphilologe und Autor eigens erstellt hatte, für die Einweihung des nach einem Brand wieder aufgebauten Teatro San Carlo in Neapel. Gewidmet ist es König Ferdinand I. zum Geburtstag, und wie bei einer derartigen Huldigungs- kantate üblich, wird ein beträchtlicher mythologischer wie musikalischer Aufwand betrieben, um den Herrscher angemessen zu feiern. Dummer- weise ist nur der zweite Akt überliefert – doch was da zu hören ist, das lässt den Verlust des ersten Teiles erst recht sehr bedauerlich erscheinen.  

Donnerstag, 7. Juni 2012

Mayr: Samuele (Naxos)

Für die Feierlichkeiten zur Einset- zung eines neuen Bischofs 1821 in Bergamo schuf Giovanni Simone Mayr (1763 bis 1845) sein Orato- rium Samuele. Das Libretto stammt von Bartolomeo Merelli; die Handlung schildert die Beru- fung Samuels zum Propheten - ein nettes Thema für ein Huldigungs- oratorium. 
Auch wenn der Komponist aus Niederbayern stammt und seine Ausbildung am Jesuitenkolleg in Ingolstadt startete, so trägt diese Musik doch unverkennbar italienischen Charakter. Nach etlichen Jahren, die Mayr überwiegend damit beschäftigt war, Opern zu komponieren, entschied er sich 1802, die Nachfolge seines einstigen Lehrers Carlo Lenzi als maestro di capella an der Kathedrale von Bergamo anzutreten. Drei Jahre später wurde er Direktor der Chor- schule an dieser Kathedrale, und in dieser Position verblieb er bis an sein Lebensende. 
Mayr hat 70 Opern und gut 600 Werke geschaffen, die der geistlichen Musik zuzurechnen sind. Es ist sehr erfreulich, dass der lang vergesse- ne Komponist nun zunehmend wieder entdeckt wird. Dazu trägt auch diese CD bei. Franz Hauk hat Samuele mit dem von ihm 2003 gegrün- deten Simon Mayr Chor und dem georgischen Kammerorchester Ingolstadt eingespielt. Zu hören sind zudem als Solisten Andrea Lauren Brown und Susanne Bernhard, Sopran, Rainer Trost, Tenor und Jens Hamann, Bass. Die Aufnahme ist gelungen, die Soli singen sehr ordentlich, und der Chor agiert kraftvoll. Eine Entdeckung! 

Sonntag, 31. Oktober 2010

Mayr: Te Deum, Mozart: Missa solemnis (Naxos)

Als Missa solemnis wird oft Mo- zarts C-Dur-Messe KV 337 be- zeichnet, die letzte Messe des Komponisten. Musikwissenschaft- ler verweisen jedoch darauf, dass es sich dabei um eine Kurzmesse, eine sogenannte Missa brevis, handelt. Die Missa solemnis be- gleitet ein feierliches Hochamt - und fällt in Umfang und Besetzung entsprechend üppig aus. 
Für das Werk, das auf dieser CD zu hören ist, trifft dieses uneinge- schränkt zu. Wer aber der Autor dieser Messe in C-Dur ist, das wird sich wohl nicht abschließend klären lassen. Simon Mayr besaß eine Abschrift dieses Werkes, und darauf vermerkte er: "Mozart". Diese Messe jedoch war offenbar beliebt, und so kursieren noch zahlreiche weitere Kopien davon. Darauf sind die unterschiedlichsten Autoren benannt - Franz Xaver Brixi, Abbé Georg Vogler, Cajetan Vogel; neben Wolfgang Amadeus Mozart gehört auch sein Vater Leopold Mozart zum Kreis der in Erwägung gezogenen Urheber.
Wer auch immer dieses Opus tatsächlich geschaffen haben mag - es ist prachtvoll, auch wenn es nicht wirklich Mozartsches Format erreicht. Und es wird auf dieser CD sehr ansprechend vorgetragen. Dafür wählt Franz Hauk, der Gründer und Leiter des Simon Mayr Chores, eine interessante Version der Besetzung: In der Partitur vorgesehen sind vier Solisten; hier sind acht zumeist junge Sänger zu hören, die sich jeweils die Partie teilen.
Von Johann Simon Mayr stammt das zweite Werk auf dieser CD - das Te Deum in D-Dur, entstanden 1805. Mayr, 1763 in Mendorf bei Ingolstadt als Sohn eines Lehrers und Organisten geboren, verhalf seine musikalische Begabung zu einer erstklassigen Ausbildung; er erhielt zunächst einen Freiplatz am Jesuitenkolleg Ingolstadt und konnte so studieren. Später ermöglichten es ihm Mäzene, Unterricht bei Carlo Lenzi in Bergamo und Ferdinando Bertoni in Venedig zu nehmen. Mayr war als Komponist sehr erfolgreich; er hat eine große Anzahl geistlicher Werke hinterlassen, gilt jedoch in erster Linie als Vater der italienischen Oper. Gaetano Donizetti war sein Schüler. 1845 starb Mayr in Bergamo, anerkannt und hoch geschätzt.
Sein umfangreiches Werk wird erst allmählich wiederentdeckt; dafür engagieren sich auch Franz Hauk und die jungen Sänger des Simon Mayr Chores. Auf der vorliegenden CD werden sie vom Georgischen Kammerorchester Ingolstadt begleitet. Gegründet 1964 in Tbilissi, zog das komplette Ensemble 1990 nach Ingolstadt um. Die exzellent ausgebildeten Musiker sahen in ihrer Heimat Georgien keine Zukunft mehr. Jetzt bereichern sie das Musikleben an Altmühl und Donau.