Diese frühe Aufnahme mit Sir Georg Solti präsentiert ihn nicht als Dirigenten, sondern als Pianisten – gemeinsam mit dem Geiger Georg Kulenkampff.
Im Februar 1947 spielten die beiden Musiker die G-Dur-Sonate op. 78 von Johannes Brahms ein, im Juni 1947 folgte Ludwig van Beethovens Kreutzer-Sonate. Im Juli 1948 folgten dann die Sonate für Klavier und Violine KV 454 von Wolfgang Amadeus Mozart, und die beiden Brahms-Violinsonaten op. 100 und 108.
Leider endete die Zusammenarbeit damit, denn Kulenkampff starb noch im selben Jahr, mit gerade einmal 50 Jahren. Die alten Aufnahmen, sorgfältig remastert, sind nun bei Eloquence auf einer Doppel-CD wieder erschienen. Sie anzuhören, das lohnt sich durchaus. Denn zum einen kann man dabei einen hervorragenden Geiger erleben.
Zum anderen begeistert Solti als ausgesprochen versierter Klavierpartner. Er begleitet diskret, aber nie defensiv. Der Pianist ist stets präsent, doch er musiziert auch in solistischen Passagen oder bei quasi orchestralem Klaviersatz elegant, in nobler Zurückhaltung. Sehr beeindruckend!
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Sonntag, 3. September 2017
Sonntag, 15. August 2010
Mozart: Piano Concertos 24 - 27; de Larrocha / Solti (Decca)
Was für eine zauberhafte Aufnah- me! Kaum zu glauben, dass Alicia de Larrocha und Sir Georg Solti
die Aufzeichnungen der beiden Klavierkonzerte K491 und K537, eingespielt 1985 mit dem Chamber Orchestra of Europe, aufgrund akustischer Probleme zunächst verworfen haben. Dank Nachbearbeitung ist von diesen Mängeln nichts mehr zu spüren. Auch die Klavierkonzerte K503 und K595, aufgezeichnet 1977 mit dem London Philharmonic Orchestra, geben Zeugnis einer Musizierkultur, die das Werk in den Mittelpunkt stellt - und nicht den Star.
die Aufzeichnungen der beiden Klavierkonzerte K491 und K537, eingespielt 1985 mit dem Chamber Orchestra of Europe, aufgrund akustischer Probleme zunächst verworfen haben. Dank Nachbearbeitung ist von diesen Mängeln nichts mehr zu spüren. Auch die Klavierkonzerte K503 und K595, aufgezeichnet 1977 mit dem London Philharmonic Orchestra, geben Zeugnis einer Musizierkultur, die das Werk in den Mittelpunkt stellt - und nicht den Star.
Alicia de Larrocha lässt den Flügel singen. Sie hat ein sagenhaftes Gespür für Phrasierung und für Klangfarben. Sie gestaltet sicher und selbstbewusst, hat aber auch kein Problem damit, aus der Solopartie nach dem Ende einer Passage wieder in das Orchester zurückzutreten. Solti wiederum führt die Musiker im fortwährenden Dialog mit der Solistin. Das macht insbesondere die langsamen Sätze zu reinem Hörgenuss. Derart subtil und liebevoll habe ich Mozarts Klavier- konzerte Nummer 24 bis 27 noch nie spielen hören. Eine Aufnahme voll Poesie - um diese Musik zu beschreiben, sind alle Superlative zu schwach.
Freitag, 1. Januar 2010
Strauss: Der Rosenkavalier - Wiener Philharmoniker, Sir Georg Solti (Decca)
Eine Aufnahme aus dem Wiener Sofiensaal, entstanden im November 1968, für die ich mich nicht so recht begeistern kann. Das mag in erster Linie an Sir Georg Solti liegen, der Strauss' Ironie wenig Raum gibt, und sein Ensemble zügelt. Régine Crespin singt ihre Marschallin sehr beherrscht und nüchtern.
Und selbst bei der Übergabe der Silberrose fehlt das Knistern, daran ändert auch die Besetzung der Sophie mit der jungen Helen Donath nichts. Der amerikanischen Sopranistin Yvonne Minton, Octavian, liegt das Wienerische ohnehin wenig, was besonders im dritten Akt ungewollt komische Effekte mit sich bringt. Manfred Jungwirth poltert seinen Ochs auf Lerchenau derart daher, dass die Figur schlicht nur noch unsymphatisch erscheint. Den Herrn von Faninal singt Otto Wiener, den Sänger in bester italienischer Technik - in diesem Umfeld wirklich ein Kuriosum! - der junge Luciano Pavarotti.
Und als Wirt agiert Anton Dermota, eine Wiener Legende - dieser Sänger wurde von der Staatsoper zu seinem 70. Geburtstag eingeladen, noch einmal den Tamino zu singen, was er auch in einer sagenhaften Qualität getan haben soll. In einer alternativen "Rosenkavalier"-Aufzeichung aus dem Jahre 1954 singt er den Sänger. Zu hören sind bei dieser Gesamtaufnahme, die für mich die Referenzaufnahme bleibt, ebenfalls die Wiener Philharmoniker, allerdings unter Erich Kleiber, und mit deutlich mehr Flair. Der Solti-"Rosenkavalier" vermag mich nicht zu überzeugen.
Und als Wirt agiert Anton Dermota, eine Wiener Legende - dieser Sänger wurde von der Staatsoper zu seinem 70. Geburtstag eingeladen, noch einmal den Tamino zu singen, was er auch in einer sagenhaften Qualität getan haben soll. In einer alternativen "Rosenkavalier"-Aufzeichung aus dem Jahre 1954 singt er den Sänger. Zu hören sind bei dieser Gesamtaufnahme, die für mich die Referenzaufnahme bleibt, ebenfalls die Wiener Philharmoniker, allerdings unter Erich Kleiber, und mit deutlich mehr Flair. Der Solti-"Rosenkavalier" vermag mich nicht zu überzeugen.
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