Dem kleinen Hamburger Label Es-Dur ist mit Pohádka ein großer Wurf gelungen. David Geringas und Ian Fountain haben für dieses Programm Musik ausgewählt, die allerdings – anders, als der Titel zunächst vermuten lässt – keineswegs nur Märchen erzählt. Was die Herren Josef Suk (1874 bis 1935), Antonín Dvorák (1841 bis 1904), Leos Janácek (1854 bis 1928) und Gustav Mahler (1860 bis 1911) mit dem Thema des Albums verbindet, das erfährt der geneigte Hörer aus dem liebevoll gestalteten Beiheft.
Doch das ist letzten Endes Nebensache. Denn diese Einspielung ist einfach hinreißend. Den beiden Musikern zu lauschen, das ist ein absolutes Vergnügen. Man könnte jetzt darüber sinnieren, ob man Mahlers berühmte Lieder wirklich für Violoncello und Klavier bearbeiten muss – aber letzten Endes folgt man Geringas und Fountain gespannt, bis zum letzten Takt. Was für ein Dialog zwischen den Instrumenten, was für eine Spannung und Intensität! Hier sind zwei großartige Musikerpersönlichkeiten, zu erleben, jeder ein Meister, und auch ihr Zusammenspiel ist einfach nur grandios.
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Dienstag, 13. August 2013
Dienstag, 5. Februar 2013
Cellocinema (Genuin)
Eckart Runge und Jacques Ammon, im Konzertleben präsent unter dem Namen Celloprojekt, haben sich auf ihrer neuen CD der Filmmusik zugewandt. Das Violoncello sieht der Cellist als das ideale Medium für ein solches Unterfangen: "Vom innigen Singen der Diva über säuselnden Flöten oder krächzenden Quäken gestopfter Trompeten bis hin zu kreischenden Todesschreien, heulendem Wind oder dem Knarren einer alten Tür lassen sich diesem Instrument wie keinem anderen alle denkbaren Klänge des Lebens entlocken", begeistert sich Runge im Beiheft.
Glücklicherweise ist sein Cello-Spiel deutlich besser als seine Grammatik. Und so arbeiten sich Runge und der Pianist Ammon gemeinsam durch die Filmgeschichte - von Charlie Chaplin, der übrigens selbst Cello spielte, über Astor Piazzolla, Klassiker wie Carlos Gardel, Nino Rota oder Enrico Morricone bis hin zu Dmitri Schostakowitsch, der immerhin 39 Filmmusiken komponierte, bis hin zu Dick Dale oder Tom Waits. Der Zuhörer wird erinnert an Kino-Ereignisse wie Modern Times, Psycho oder Pulp Fiction - und freut sich über die pfiffigen Arrangements, die zum überwältigenden Teil von den beiden Musikern selbst geschrieben worden sind. Bravi!
Glücklicherweise ist sein Cello-Spiel deutlich besser als seine Grammatik. Und so arbeiten sich Runge und der Pianist Ammon gemeinsam durch die Filmgeschichte - von Charlie Chaplin, der übrigens selbst Cello spielte, über Astor Piazzolla, Klassiker wie Carlos Gardel, Nino Rota oder Enrico Morricone bis hin zu Dmitri Schostakowitsch, der immerhin 39 Filmmusiken komponierte, bis hin zu Dick Dale oder Tom Waits. Der Zuhörer wird erinnert an Kino-Ereignisse wie Modern Times, Psycho oder Pulp Fiction - und freut sich über die pfiffigen Arrangements, die zum überwältigenden Teil von den beiden Musikern selbst geschrieben worden sind. Bravi!
Dienstag, 3. April 2012
Cello Jewels - Esther Nyffenegger, Cello (Divox)
Sieben CD enthält diese Box, und sie enthält Aufnahmen mit der Cellistin Esther Nyffenegger und dem Pianisten Gérard Wyss aus den 70er Jahren, sowie eine CD, die im Jahre 2000 aufgezeichnet wurde, und bei der Annette Weis- brod am Klavier zu hören ist.
Versammelt ist nahezu die gesamte Cello-Literatur, die auf Haydn und Boccherini gefolgt ist. Ob man Beethovens Sonaten "romantisch" nennen sollte, das mögen Musik- historiker entscheiden. Sie werden hier jedenfalls durch seine drei Variationen-Werke komplettiert. Es folgen Brahms' Sonaten, sowie eine Cello-Sonate von Ernst von Dohnànyi und einige Fantasiestücke von Robert Fuchs - die beiden Komponisten gehörten zum Brahms-Freundeskreis. Enthalten sind weiter Schuberts Arpeggione-Sonate, die Cello-Sonaten von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Fünf Stücke im Volkston von Robert Schumann, eine Cello-Sonate von Chopin, eine von Grieg und eine von Cèsar Franck, die eigentlich eine Violin- sonate war. Den Abschluss bilden Sonaten von Richard Strauss und Hans Pfitzner, beides Frühwerke, sowie Märchen und Presto von Leos Janácek.
Die Interpretationen sind Geschmackssache. Ich muss gestehen, dass ich bereits vor dem Beethoven kapituliert habe. Er wird durch das Klavier dominiert; ein derartiges Pathos und einen solchen Mangel an Feingefühl und Humor muss man nicht mögen.
Versammelt ist nahezu die gesamte Cello-Literatur, die auf Haydn und Boccherini gefolgt ist. Ob man Beethovens Sonaten "romantisch" nennen sollte, das mögen Musik- historiker entscheiden. Sie werden hier jedenfalls durch seine drei Variationen-Werke komplettiert. Es folgen Brahms' Sonaten, sowie eine Cello-Sonate von Ernst von Dohnànyi und einige Fantasiestücke von Robert Fuchs - die beiden Komponisten gehörten zum Brahms-Freundeskreis. Enthalten sind weiter Schuberts Arpeggione-Sonate, die Cello-Sonaten von Felix Mendelssohn Bartholdy, die Fünf Stücke im Volkston von Robert Schumann, eine Cello-Sonate von Chopin, eine von Grieg und eine von Cèsar Franck, die eigentlich eine Violin- sonate war. Den Abschluss bilden Sonaten von Richard Strauss und Hans Pfitzner, beides Frühwerke, sowie Märchen und Presto von Leos Janácek.
Die Interpretationen sind Geschmackssache. Ich muss gestehen, dass ich bereits vor dem Beethoven kapituliert habe. Er wird durch das Klavier dominiert; ein derartiges Pathos und einen solchen Mangel an Feingefühl und Humor muss man nicht mögen.
Donnerstag, 3. März 2011
Salon de Vienne (Gramola)
Wer eine CD mit "schöner" Violin- musik sucht, die man auch der Groß- oder der Schwiegermutter schenken kann, der sollte sich Salon de Vienne vormerken. Dass es Thomas Albertus Irnberger, Violine, und Jörg Demus, Klavier, allerdings keineswegs nur um schmissige Salonstücke geht, wird schon beim ersten Blick auf die ausgewählten Werke deutlich.
Die CD bietet neben "Klassikern" wie Schön Rosmarin, Liebesleid und Liebesfreud sowie einem Unga- rischen Tanz von Johannes Brahms und der Frasquita-Serenade von Franz Léhar in Transkriptionen von Fritz Kreisler oder dem Ischler Walzer in A-Dur von Johann Strauß Sohn durchaus auch weniger bekanntes, wie die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók, die Romantischen Stücke op. 75 von Antonín Dvorak oder die Romanze für Violine und Klavier op. 51 von Carl Goldmark. Zugleich bemühen sich die beiden Musiker, in ihrer Auswahl einen Blick auf das überaus facettenreiche musikalische Leben im Wien der Jahrhundertwende zu ermöglichen.
Darin sind sie sehr erfolgreich, und sie überzeugen nicht nur durch die geschickte Zusammenstellung von Werken von Brahms bis Mahler, sondern auch durch ihre Musizierkultur, die wirklich Freude macht.
Die CD bietet neben "Klassikern" wie Schön Rosmarin, Liebesleid und Liebesfreud sowie einem Unga- rischen Tanz von Johannes Brahms und der Frasquita-Serenade von Franz Léhar in Transkriptionen von Fritz Kreisler oder dem Ischler Walzer in A-Dur von Johann Strauß Sohn durchaus auch weniger bekanntes, wie die Rumänischen Volkstänze von Béla Bartók, die Romantischen Stücke op. 75 von Antonín Dvorak oder die Romanze für Violine und Klavier op. 51 von Carl Goldmark. Zugleich bemühen sich die beiden Musiker, in ihrer Auswahl einen Blick auf das überaus facettenreiche musikalische Leben im Wien der Jahrhundertwende zu ermöglichen.
Darin sind sie sehr erfolgreich, und sie überzeugen nicht nur durch die geschickte Zusammenstellung von Werken von Brahms bis Mahler, sondern auch durch ihre Musizierkultur, die wirklich Freude macht.
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