Drei Kirchenkantaten für Solo-Bass sind im Gesamtwerk Johann Sebastian Bachs überliefert, dazu wird ihm ein weltliches Stück für diese Stimmlage zugeschrieben: Amore traditore BWV 203 ähnelt eher einer Arie, und könnte möglicherweise in Köthen entstanden sein.
Bekannt sind Ich habe genung BWV 82 und Ich will den Kreuzstab gerne tragen BWV 56; Der Friede sei mit dir BWV 158 hingegen erklingt eher selten. Es wird diskutiert, ob es sich dabei um ein Fragment handelt.
Dominik Wörner hat diese Werke bei Passacaille eingespielt. Der Bassba- riton, Gewinner des renommierten Leipziger Bach-Wettbewerbes im Jahre 2002, musiziert gemeinsam mit dem Ensemble Il Gardellino. Es wurde 1988 von dem Oboisten Marcel Ponseele und dem Traversflötisten Jan De Winne gegründet und wird von Konzertmeister Ryo Terakado geleitet. Marcel Ponseele prägt diese Aufnahme mit hinreißend gespielten Oboen- partien – ihn muss man fast noch vor dem Sänger loben, der seinen Part ebenfalls feinsinnig und tiefgründig ausdeutet. Unterstützt wird Wörner durch Franz Vitzthum, Sopran, Beat Duddeck, Altus, und Satoshi Mizu- koshi, Tenor.
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Montag, 11. April 2016
Mittwoch, 25. August 2010
Mozart & Petrini: Early Sonatas with Violin Accompaniment (Etcetera)
Die Einfachpedalharfe ist das Instrument der Wahl für Masumi Nagasawa. Die japanische Harfe- nistin engagiert sich seit Jahren, um dieses Instrument wieder bekannt zu machen, das einst die barocke Harfe ablöste und dann selbst durch die Doppelpedalharfe ersetzt wurde, die sich Sébastien Erard 1810 patentieren ließ. "Man darf nicht vergessen, dass alle Kompositionen, die vom 18. bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts für Harfe geschrieben worden sind, auf diesem Typ Harfe gespielt wurden", so die Musikerin.
Ihr gelang bei einem Besuch in der Königlichen Bibliothek in Den Haag eine verblüffende Entdeckung: Sie sah sich einen frühen französischen Druck von sechs Sonaten Mozarts an - und las dort einigermaßen verblüfft die Bemerkung: Ces Pieces peuvent s'exécuter sur la Harpe.
Komponiert hatte Mozart diese Werke im Alter von neun Jahren bei einem Aufenthalt in Den Haag 1765/66. Sie waren für Cembalo mit Begleitung durch eine Violine bestimmt - eine kuriose Kombination, die Mozart im Jahr zuvor bei dem Cembalisten Johann Schobert in Paris kennengelernt hatte. Mit einer Ausnahme bestehen sie aus lediglich zwei Sätzen, und sie sind musikalisch enorm abwechslungs- reich. "Ich glaube, dass die Bandbreite an Farben und dynamischen Möglichkeiten in beeindruckender Weise wächst, wenn man diese Sonaten auf der Harfe spielt, statt auf dem originalen Cembalo", unterstreicht Nagasawa. "Dazu verleiht der Harfenklang den Stücken eine galante Leichtigkeit, und die Muster aus gebrochenen Akkorden in der Begleitung klingen auf der Harfe einfach perfekt."
Die Harfenistin kombiniert Mozarts Sonaten mit zwei ähnlichen Werke von Franceso Petrini (1740 bis 1820). Der Vater dieses Harfen- virtuosen war Harfenist am Hofe Friedrichs des Großen in Berlin; Petrini junior gab sein Debut 1770 beim Concert Spirituel in Paris, und verbrachte auch den Rest seines Lebens an der Seine. Und natürlich musste das Adagio in C-Dur, KV 617a für Glasharmonika noch mit auf die CD. Der ätherische Klang der Einfachpedalharfe passt in der Tat gut zu diesem Stück; allerdings hätte man sich eine etwas weniger gefühlsbetonte Interpretation für diese kleine Rarität gewünscht.
Der schlanke und silbrige Klang der Harfe aus der Werkstatt von Jean-Mathias Wolters (1785, Paris) harmoniert gut mit der Barockvioline von Ryo Terakado, gebaut 1690 in Mailand von Giovanni Grancino. Der Violinist begleitet die konzertierende Harfe sensibel und technisch versiert. Insgesamt eine hübsche CD, die insbesondere Harfen-Fans mit einem kleinen Hang zur Romantik entzücken dürfte.
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