Drei Kirchenkantaten für Solo-Bass sind im Gesamtwerk Johann Sebastian Bachs überliefert, dazu wird ihm ein weltliches Stück für diese Stimmlage zugeschrieben: Amore traditore BWV 203 ähnelt eher einer Arie, und könnte möglicherweise in Köthen entstanden sein.
Bekannt sind Ich habe genung BWV 82 und Ich will den Kreuzstab gerne tragen BWV 56; Der Friede sei mit dir BWV 158 hingegen erklingt eher selten. Es wird diskutiert, ob es sich dabei um ein Fragment handelt.
Dominik Wörner hat diese Werke bei Passacaille eingespielt. Der Bassba- riton, Gewinner des renommierten Leipziger Bach-Wettbewerbes im Jahre 2002, musiziert gemeinsam mit dem Ensemble Il Gardellino. Es wurde 1988 von dem Oboisten Marcel Ponseele und dem Traversflötisten Jan De Winne gegründet und wird von Konzertmeister Ryo Terakado geleitet. Marcel Ponseele prägt diese Aufnahme mit hinreißend gespielten Oboen- partien – ihn muss man fast noch vor dem Sänger loben, der seinen Part ebenfalls feinsinnig und tiefgründig ausdeutet. Unterstützt wird Wörner durch Franz Vitzthum, Sopran, Beat Duddeck, Altus, und Satoshi Mizu- koshi, Tenor.
Posts mit dem Label Mizukoshi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Mizukoshi werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 11. April 2016
Mittwoch, 27. Mai 2015
Staden: Motetten (Deutsche Harmonia Mundi)
Johann Staden (1581 bis 1634) wuchs in Nürnberg auf. Über seine Kindheit und Jugend ist weiter nichts bekannt. 1604, als er eine Pfarrerstochter heiratete, war er bereits fürstlich brandenburgischer Hoforganist bei Markgraf Christian in Bayreuth; dieser verlegte 1605 nach einem Stadtbrand seine Residenz nach Kulmbach. Staden scheint zudem einige Zeit Hoforganist in Dresden gewesen zu sein. 1616 erhielt er jedoch die Stelle des Organisten an der Nürnberger Spitalkirche, und kehrte in die Heimat zurück. Noch im gleichen Jahr wechselte er an die Kirche St. Lorenz, und 1618 wurde er Organist an St. Sebald. Damit hatte er die bedeutendste Organistenstelle von Nürnberg inne, und war zugleich für das städtische und kirchliche Musikwesen zuständig. Er war auch als Komponist hoch angesehen. Staden veröffentlichte fünf Sammlungen mit weltlichen Gesängen und 17 Kollektionen mit geistlicher Musik. Zu seinen Schülern gehörte übrigens Johann Erasmus Kindermann (1616 bis 1655).
Der Dreißigjährige Krieg allerdings machte auch vor der wohlhabenden Reichsstadt nicht halt. 1627 erlagen Stadens Ehefrau und vier seiner Kinder einer Pest-Epidemie. 1629 heiratete der Organist daher erneut. Den Frieden sollte er nicht mehr erleben. 1634 grassierte erneut die Pest in Nürnberg. Die Seuche raffte tausende Bürger dahin; auch Staden fiel ihr zum Opfer.
Auf dieser CD ist in Weltersteinspielung seine Kirchenmusik 1 zu hören, 1625 im Druck erschienen. Diese Kollektion enthält 15 Vertonungen liturgischer Texte und Psalmen, entstanden offenbar für Festgottesdienste in Nürnberger Kirchen. Die Musikstücke sind von höchst unterschied- lichem Charakter, von der solistisch zu besetzenden Motette bis hin zur prachtvollen Mehrchörigkeit nach venezianischem Vorbild.
Der Windsbacher Knabenchor, geleitet von Martin Lehman, präsentiert diese bedeutenden Werke sehr ansprechend und gekonnt. Die jungen Sänger überzeugen durch einen kraftvollen, von soliden Männerstimmen getragenen Chorklang. Sie singen auch in kleinen Gruppen sowie solistisch souverän. So sind neben den Solisten Hana Blažiková, Sopran, Alex Potter, Altus, Satoshi Mizukoshi, Tenor, und Dominik Wörner, Bass, etliche Chorsolisten zu hören.
Klanggewaltige Werke mit raffinierten Wirkungen durch Echo- und Fern- chöre wechseln sich ab mit virtuosen, mit einzelnen Sängern besetzten Stücken. Begleitet werden sie ebenso gekonnt von den Alte-Musik-Spezia- listen der Capella de la Torre und des Concerto Palatino. Beeindruckend! Es ist sehr erstaunlich, dass diese großartige Musik bisher noch nicht einmal editorisch erschlossen ist. Insofern freut man sich über dieses Engagement für sein Werk – und wünscht sich mehr davon.
Der Dreißigjährige Krieg allerdings machte auch vor der wohlhabenden Reichsstadt nicht halt. 1627 erlagen Stadens Ehefrau und vier seiner Kinder einer Pest-Epidemie. 1629 heiratete der Organist daher erneut. Den Frieden sollte er nicht mehr erleben. 1634 grassierte erneut die Pest in Nürnberg. Die Seuche raffte tausende Bürger dahin; auch Staden fiel ihr zum Opfer.
Auf dieser CD ist in Weltersteinspielung seine Kirchenmusik 1 zu hören, 1625 im Druck erschienen. Diese Kollektion enthält 15 Vertonungen liturgischer Texte und Psalmen, entstanden offenbar für Festgottesdienste in Nürnberger Kirchen. Die Musikstücke sind von höchst unterschied- lichem Charakter, von der solistisch zu besetzenden Motette bis hin zur prachtvollen Mehrchörigkeit nach venezianischem Vorbild.
Der Windsbacher Knabenchor, geleitet von Martin Lehman, präsentiert diese bedeutenden Werke sehr ansprechend und gekonnt. Die jungen Sänger überzeugen durch einen kraftvollen, von soliden Männerstimmen getragenen Chorklang. Sie singen auch in kleinen Gruppen sowie solistisch souverän. So sind neben den Solisten Hana Blažiková, Sopran, Alex Potter, Altus, Satoshi Mizukoshi, Tenor, und Dominik Wörner, Bass, etliche Chorsolisten zu hören.
Klanggewaltige Werke mit raffinierten Wirkungen durch Echo- und Fern- chöre wechseln sich ab mit virtuosen, mit einzelnen Sängern besetzten Stücken. Begleitet werden sie ebenso gekonnt von den Alte-Musik-Spezia- listen der Capella de la Torre und des Concerto Palatino. Beeindruckend! Es ist sehr erstaunlich, dass diese großartige Musik bisher noch nicht einmal editorisch erschlossen ist. Insofern freut man sich über dieses Engagement für sein Werk – und wünscht sich mehr davon.
Montag, 25. Juni 2012
Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser (Musikmuseum)
Wenn es um Repräsentation ging, orientierten sich Klöster gern am höfischen Vorbild. Das galt nicht zuletzt für die dort gespielte Musik; und so hielt im 17. Jahrhundert die Figuralmusik auch hinter Kloster- mauern Einzug. Unter den Fratres und Patres waren stets einige ex- zellente Musiker, und nicht nur in großen Klöstern gab es üblicher- weise komponierende Mönche, die teilweise erstaunliche Werke schufen. Nur selten fand diese Musik den Weg aus dem Konvent. Das zu ändern, und damit zugleich interessante Werke dem Vergessen zu entreißen, war das Ziel eines Konzertprogrammes, das auf Initia- tive der Tiroler Landesmuseen entstand und 2010 aufgezeichnet wurde.
Es galt in erster Linie Leopold von Plawenn und Ingenuin Molitor. "Der eine stammte aus Tirol und wirkte in Schwaben, der andere war ein gebürtiger Schwabe und in Tirol tätig", merkt das Beiheft launig an. Von Plawenn war Benediktiner, Molitor Franziskaner. Letzterer schrieb wundervolle Orgelmusik, und - den Ordensstatuten zum Trotz, die eigentlich nur das Choralsingen erlaubten - geistliche Musik für Solostimmen mit Instrumentalbegleitung im Stile der Zeit. Kom- plettiert wurden die Motetten und Canzonen der beiden Ordensmän- ner durch einige Werke von Johann Stadlmayr, Kapellmeister der damals weithin gerühmten Innsbrucker Hofkapelle.
Was die Tiroler Landesmuseen hier in der Reihe Musikmuseum vor- stellen, das ist durchweg sehr hörenswert. Und das gilt nicht nur für die Stücke selber, sondern auch für die Interpretation für die Peter Waldner, Spiritus Rector der Innsbrucker Konzertreihe für Alte Musik sowie des Tiroler Ensembles für Alte Musik vita & anima. Die Schar seiner versierten Mitmusiker hat Waldner, der selbst am Orgelpositiv zu hören ist, für diese CD um drei exzellente Sänger verstärkt: Sabine Neumann, Mezzosopran, Satoshi Mizukoshi, Tenor, und Peter Kooij, Bass.
Es galt in erster Linie Leopold von Plawenn und Ingenuin Molitor. "Der eine stammte aus Tirol und wirkte in Schwaben, der andere war ein gebürtiger Schwabe und in Tirol tätig", merkt das Beiheft launig an. Von Plawenn war Benediktiner, Molitor Franziskaner. Letzterer schrieb wundervolle Orgelmusik, und - den Ordensstatuten zum Trotz, die eigentlich nur das Choralsingen erlaubten - geistliche Musik für Solostimmen mit Instrumentalbegleitung im Stile der Zeit. Kom- plettiert wurden die Motetten und Canzonen der beiden Ordensmän- ner durch einige Werke von Johann Stadlmayr, Kapellmeister der damals weithin gerühmten Innsbrucker Hofkapelle.
Was die Tiroler Landesmuseen hier in der Reihe Musikmuseum vor- stellen, das ist durchweg sehr hörenswert. Und das gilt nicht nur für die Stücke selber, sondern auch für die Interpretation für die Peter Waldner, Spiritus Rector der Innsbrucker Konzertreihe für Alte Musik sowie des Tiroler Ensembles für Alte Musik vita & anima. Die Schar seiner versierten Mitmusiker hat Waldner, der selbst am Orgelpositiv zu hören ist, für diese CD um drei exzellente Sänger verstärkt: Sabine Neumann, Mezzosopran, Satoshi Mizukoshi, Tenor, und Peter Kooij, Bass.
Abonnieren
Posts (Atom)


