Johann Ludwig Krebs (1713 bis 1780) war ein Schüler von Johann Sebastian Bach, der den begabten jungen Mann sehr schätzte. Der Lebensweg des Organisten ist in diesem Blog an anderer Stelle ausführlich nachzulesen.
Für die Moden seiner Zeit hatte Krebs nicht viel übrig. Obwohl selbst Bachs Söhne ihre Werke am sogenannten empfindsamen Stil ausrichteten, orientierte er sich zeitlebens am Kontrapunkt und an norddeutschen Traditionen. Wie beeindruckend Krebs' Werke sind, das zeigt ihre Gesamtaufnahme, die Manuel Tomadin nun bei Brilliant Classics auf insgesamt sieben CD veröffentlicht hat.
Der italienische Organist nutzte dafür nicht die Trost-Orgel in der Altenburger Schlosskirche, die Krebs ab 1755 gespielt hat. Tomadin entschied sich für die Arp-Schnitger-Orgel Noordbroek, die F.C. Schnitger- und H.H. Freytag-Orgel der Petruskerk in Zuidbroek und die Gottfried-Silbermann-Orgel der Petrikirche im sächsischen Freiberg. Außerdem erklingt ein Instrument, das der italienische Orgelbauer Giovanni Pradella 2007 im Valle di Colorina errichtet hat, wobei er historische Handwerks- techniken nutzte. Diese Orgel wählte Tomadin für die Clavier-Übung.
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Dienstag, 18. Dezember 2018
Dienstag, 19. Juni 2018
Salterio italiano (Christophorus)
Die italienische Variante des Hack- brettes erkundet Franziska Fleisch- anderl mit Leidenschaft – und diese CD beweist, dass die junge Musikerin das rare Instrument mittlerweile virtuos beherrscht. Einmal mehr zeigt sie mit ihrem Ensemble Il Dolce Conforto, dass das Salterio klanglich durchaus überraschende Stärken hat.
Anhand von einer Vielzahl von Quellen hat Fleischanderl die Spieltechniken rekonstruiert, die für das Salterio einst verwendet worden sind. Noch im 18. Jahrhundert erfreute es sich besonders in der Adelsgesellschaft ganz enormer Beliebt- heit. Doch für das Zeitalter der Virtuosenmusik war es wahrscheinlich zu leise, und so geriet das Instrument bald aus der Mode. Heute ist das Salterio vollkommen aus dem Gebrauch.
Die junge Musikerin hat daher sehr viel Zeit und Energie daran gesetzt, herauszufinden, wie es einst gespielt wurde. Im Beiheft kann man lesen, dass es Fleischanderl sogar gelungen ist, in einem Musikinstrumenten- museum originale Schlägel aufzuspüren, die sie dann nachbauen ließ.
Für diese CD hat sie ein Programm zusammengestellt, das es gestattet, die erstaunlich umfangreiche Palette an Klangfarben, die das Salterio bietet, so recht zu genießen. Mit den Fingern oder den Fingernägeln pizzicato in unterschiedlicher Weise gezupft, mit verschiedenen Schlägeln battuto gespielt – es ist verblüffend, aber das Instrument klingt wirklich jedesmal anders.
Wie schon bei der erfolgreichen CD Sacred Salterio mit der Sopranistin Miriam Feuersinger ist auch auf diesem Album eine erstklassige Sängerin zu hören. Beteiligt ist diesmal die italienische Mezzosopranistin Romina Basso, die mit einer hinreißenden tiefen Stimme und ihrer exzellenten Technik überzeugt.
Anhand von einer Vielzahl von Quellen hat Fleischanderl die Spieltechniken rekonstruiert, die für das Salterio einst verwendet worden sind. Noch im 18. Jahrhundert erfreute es sich besonders in der Adelsgesellschaft ganz enormer Beliebt- heit. Doch für das Zeitalter der Virtuosenmusik war es wahrscheinlich zu leise, und so geriet das Instrument bald aus der Mode. Heute ist das Salterio vollkommen aus dem Gebrauch.
Die junge Musikerin hat daher sehr viel Zeit und Energie daran gesetzt, herauszufinden, wie es einst gespielt wurde. Im Beiheft kann man lesen, dass es Fleischanderl sogar gelungen ist, in einem Musikinstrumenten- museum originale Schlägel aufzuspüren, die sie dann nachbauen ließ.
Für diese CD hat sie ein Programm zusammengestellt, das es gestattet, die erstaunlich umfangreiche Palette an Klangfarben, die das Salterio bietet, so recht zu genießen. Mit den Fingern oder den Fingernägeln pizzicato in unterschiedlicher Weise gezupft, mit verschiedenen Schlägeln battuto gespielt – es ist verblüffend, aber das Instrument klingt wirklich jedesmal anders.
Wie schon bei der erfolgreichen CD Sacred Salterio mit der Sopranistin Miriam Feuersinger ist auch auf diesem Album eine erstklassige Sängerin zu hören. Beteiligt ist diesmal die italienische Mezzosopranistin Romina Basso, die mit einer hinreißenden tiefen Stimme und ihrer exzellenten Technik überzeugt.
Samstag, 14. Januar 2017
Das Husumer Orgelbuch von 1758 (Brilliant Classics)
Zwei phantastische Orgeln und dazu passende Orgelmusik, faszinierend und von einem ganz eigenen Charak- ter, stellt der italienische Organist und Cembalist Manuel Tomadin auf dieser Doppel-CD vor. Es ist Orgelmusik aus Norddeutschland, handschriftlich zusammengetragen im Jahre 1758 in einem Sammelband von Bendix Friedrich Zinck (1715 bis 1799). Eigentlich lautet der Titel der Kollektion Praeludien, Fugen und Concerten für die Orgel mit Pedal; wer daraus dann das Husumer Orgelbuch machte, das kann wohl nur der Carus Verlag verraten, wo die Notenedition erschienen ist. Das Original jedenfalls befindet sich in der königlichen Bibliothek von Kopenhagen.
Zinck stammte aus Schwabstedt – wie Nicolaus Bruhns. 1742 wurde er Organist in Husum; 1771 erhielt er das Amt des Domorganisten in Schleswig, welches er dann bis zu seinem Tode inne hatte. In der Familie hatte es offenbar etliche Musiker gegeben; das Husumer Orgelbuch über- liefert neben einem Adagio von Nicolaus Bruhns (1665 bis 1697) auch einige Werke von Hinrich Zinck (1677 bis 1751), dem Bruder von Bendix' Vater Aegidius Zinck (1680 bis 1715) – sie waren beide Organisten.
Das Erstaunliche am Husumer Orgelbuch ist aber die Tatsache, dass es vor allem Konzerte enthält. Diese orientieren sich zwar am italienischen Vorbild, aber es sind Originalkompositionen für Orgel solo, und keine Transkriptionen, wie beispielsweise die Orgelkonzerte von Johann Sebastian Bach oder Johann Walther. Das ist neu und spektakulär, denn die meisten bislang bekannten Werke dieser Art sind Bearbeitungen von Orchestermusiken.
Vier der Konzerte stammen von Christoph Wolfgang Druckenmüller (1687 bis 1741), drei von Marx Philipp Zeyhold (1704 bis 1760); sie waren Organisten in Jork und in Drochtersen, elbabwärts gelegen unweit von Hamburg, im Alten und im Kehdinger Land. Die verbleibenden fünf Konzerte sind anonym überliefert.
Manuel Tomadin hat das Husumer Orgelbuch von 1758 an der Arp Schnitger-Orgel der Sint-Michaelskerk Zwolle, erbaut 1721, und an der Albertus Anthoni Hinsz-Orgel der Petruskerk in Leens, einem Instrument aus dem Jahre 1733, eingespielt.
Zinck stammte aus Schwabstedt – wie Nicolaus Bruhns. 1742 wurde er Organist in Husum; 1771 erhielt er das Amt des Domorganisten in Schleswig, welches er dann bis zu seinem Tode inne hatte. In der Familie hatte es offenbar etliche Musiker gegeben; das Husumer Orgelbuch über- liefert neben einem Adagio von Nicolaus Bruhns (1665 bis 1697) auch einige Werke von Hinrich Zinck (1677 bis 1751), dem Bruder von Bendix' Vater Aegidius Zinck (1680 bis 1715) – sie waren beide Organisten.
Das Erstaunliche am Husumer Orgelbuch ist aber die Tatsache, dass es vor allem Konzerte enthält. Diese orientieren sich zwar am italienischen Vorbild, aber es sind Originalkompositionen für Orgel solo, und keine Transkriptionen, wie beispielsweise die Orgelkonzerte von Johann Sebastian Bach oder Johann Walther. Das ist neu und spektakulär, denn die meisten bislang bekannten Werke dieser Art sind Bearbeitungen von Orchestermusiken.
Vier der Konzerte stammen von Christoph Wolfgang Druckenmüller (1687 bis 1741), drei von Marx Philipp Zeyhold (1704 bis 1760); sie waren Organisten in Jork und in Drochtersen, elbabwärts gelegen unweit von Hamburg, im Alten und im Kehdinger Land. Die verbleibenden fünf Konzerte sind anonym überliefert.
Manuel Tomadin hat das Husumer Orgelbuch von 1758 an der Arp Schnitger-Orgel der Sint-Michaelskerk Zwolle, erbaut 1721, und an der Albertus Anthoni Hinsz-Orgel der Petruskerk in Leens, einem Instrument aus dem Jahre 1733, eingespielt.
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