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Freitag, 18. Juli 2014

La voce del violoncello (Passacaille)

„It is in the 1665 publication of instrumental music by Bolognese organist Giulio Cesare Arresti that we first find the term violoncello“, berichtet Elinor Frey im Beiheft zu dieser CD. Wie dieses Instrument konkret ausgesehen hat, darüber freilich streiten sich die Gelehrten. Die Musiker aber scheinen von dem Bassinstrument aus der Violinen-Familie, dass dank der metallumsponnenen Saiten ziem- lich handlich geworden war, recht angetan gewesen zu sein. Sie schrieben dafür immer kühnere Soli – und bald auch Stücke für Violoncello allein. Nicht einmal hundert Jahre später hatte sich das neue Instrument in ganz Europa durch- gesetzt. 
Diese Zeitspanne hat Frey erkundet, und dabei etliche interessante und klangschöne Werke entdeckt. Auf dem Barockcello präsentiert die Cellistin unter anderem Werke von Giovanni Battista Vitali (1632 bis 1729), Giuseppe Colombi (1635 bis 1694), Domenico Galli (1649 bis 1697), Francesco Paolo Supriani (1678 bis 1753), Domenico Gabrielli (1651 bis 1690), Giulio Ruvo (Lebensdaten unbekannt) und Giuseppe Maria Dall'Abaco (1710 bis 1805). Begleitet wird sie bei einigen Stücken von Esteban La Rotta, Theorbe und Barockgitarre, und Susie Napper, ebenfalls Barockcello. Ein abwechslungsreiches Programm, mit vielen Raritäten. 

Samstag, 13. Februar 2010

Duo in rondeau - Dance music at the court of Francesco d'Este (Stradivarius)

Das Ensemble Antichi Strumenti widmet sich in erster Linie jener Musik, die von den Hofkapellen in Darmstadt, Karlsruhe und Stuttgart gepflegt wurde - und dem norditalienischen Repertoire des ausgehenden 17. Jahrhunderts.
Auf der vorliegenden CD präsentieren seine Gründer, Laura Toffetti an der Barockvioline und Tobias Bonz am Violoncello, unterstützt von Gabriele Palomba an der Theorbe und Gabriele Miracle, Percussion, Tanzmusik, die für das Haus Este komponiert wurde . Die Werke, die Mitte des 17. Jahrhunderts in Modena erklangen, sind uns überliefert, denn sie wurden in Codici gesammelt.
Diese befinden sich heute in der Bibliothek der Universität von Modena; und dort haben Toffetti und Bonz die Stücke für diese Aufnahme ausgesucht. Duo in rondeau ist der Versuch, die alten Manuskripte, aus denen niemals wieder gespielt wurde, zu befragen, und Werke, die jahrhundertelang nicht gefragt waren, wieder zum Klingen zu bringen. Das ist nicht ganz einfach, weil sich die Musizierpraxis erheblich verändert hat. Barockmusik ist auch und zuerst eine rhetorische Kunst. Sie verwendet Formeln, die uns nicht mehr geläufig sind, und ihre Notation gleicht eher einer Skizze, die vom Musizierenden zu vollenden ist. 
Toffetti und Bonz haben sich daran gewagt. Das Ergebnis ist durchaus gelungen. Allerdings ist es ziemlich anstrengend, gut 72 Minuten barocker Unterhaltungsmusik zu lauschen, die ja eigentlich dazu bestimmt war, die Herrschaft und ihre Gäste auf dem Tanzboden zu amüsieren. Wenn man nicht tanzt, dann kann einem insbesondere das Schlagwerk, das manchmal ziemlich dominant wird, schon gehörig auf den Wecker gehen.