Die Mandoline – eigentlich eine Instrumentenfamilie mit etlichen Angehörigen, von der eigentlichen Mandoline in ihren diversen regionalen Bauformen bis hin zur etwas größeren und tieferen Mandola – erfreute sich in Italien zu Beginn des 17. Jahrhunderts ganz enormer Beliebtheit. Auch in Paris schätzte man ihren lieblichen Klang, und reisende Virtuosen waren an vielen europäischen Höfen willkommen. Allerdings kam die Mandoline um 1790 wieder aus der Mode, und verschwand ebenso dezent aus dem Musikleben, wie sie einstmals gekommen war.
Auf dieser CD präsentiert das Ensemble Artemandoline barocke Musik für das Instrument. Zu hören sind sowohl Originalwerke, wie die Sonata per mandolino e basso von Carlo Arrigoni (1697 bis 1744) oder eine Sonate von Domenico Scarlatti (1685 bis 1757), als auch geschickte Bearbeitungen. Dabei nutzen die Musiker barocke Mandolinen und Mandolen, sowie Barockgitarre und Renaissancelaute, Viola da gamba und Violone sowie das Cembalo. Ihr außerordentlich gut aufeinander abgestimmtes, virtuoses Spiel hätte die barocken Zeitgenossen ganz sicher begeistert; der Zuhörer heute darf sich auf eine gute Stunde anmutige Klänge freuen.
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Montag, 18. März 2019
Freitag, 18. Juli 2014
La voce del violoncello (Passacaille)
„It is in the 1665 publication of instrumental music by Bolognese organist Giulio Cesare Arresti that we first find the term violoncello“, berichtet Elinor Frey im Beiheft zu dieser CD. Wie dieses Instrument konkret ausgesehen hat, darüber freilich streiten sich die Gelehrten. Die Musiker aber scheinen von dem Bassinstrument aus der Violinen-Familie, dass dank der metallumsponnenen Saiten ziem- lich handlich geworden war, recht angetan gewesen zu sein. Sie schrieben dafür immer kühnere Soli – und bald auch Stücke für Violoncello allein. Nicht einmal hundert Jahre später hatte sich das neue Instrument in ganz Europa durch- gesetzt.
Diese Zeitspanne hat Frey erkundet, und dabei etliche interessante und klangschöne Werke entdeckt. Auf dem Barockcello präsentiert die Cellistin unter anderem Werke von Giovanni Battista Vitali (1632 bis 1729), Giuseppe Colombi (1635 bis 1694), Domenico Galli (1649 bis 1697), Francesco Paolo Supriani (1678 bis 1753), Domenico Gabrielli (1651 bis 1690), Giulio Ruvo (Lebensdaten unbekannt) und Giuseppe Maria Dall'Abaco (1710 bis 1805). Begleitet wird sie bei einigen Stücken von Esteban La Rotta, Theorbe und Barockgitarre, und Susie Napper, ebenfalls Barockcello. Ein abwechslungsreiches Programm, mit vielen Raritäten.
Diese Zeitspanne hat Frey erkundet, und dabei etliche interessante und klangschöne Werke entdeckt. Auf dem Barockcello präsentiert die Cellistin unter anderem Werke von Giovanni Battista Vitali (1632 bis 1729), Giuseppe Colombi (1635 bis 1694), Domenico Galli (1649 bis 1697), Francesco Paolo Supriani (1678 bis 1753), Domenico Gabrielli (1651 bis 1690), Giulio Ruvo (Lebensdaten unbekannt) und Giuseppe Maria Dall'Abaco (1710 bis 1805). Begleitet wird sie bei einigen Stücken von Esteban La Rotta, Theorbe und Barockgitarre, und Susie Napper, ebenfalls Barockcello. Ein abwechslungsreiches Programm, mit vielen Raritäten.
Samstag, 6. November 2010
Weihnachten am Münchner Hof (Oehms Classics)
Die Hofkapelle München, 1992 wiedergegründet und seit 2009 geleitet von dem Barockgeiger Rüdiger Lotter, hat sich der Erschließung von Werken aus der reichen süddeutschen Musik- tradition verschrieben. Das meint sowohl die italienische geprägte Musik am Hofe der Wittelsbacher, als auch die der Mannheimer Schule.
Mit dieser CD stellt das Ensemble Werke vor, wie sie am Münchner Hof in der Weihnachtszeit zum Anfang des 18. Jahrhunderts erklungen sein könnten. Besonderes Bonbon: Drei Weihnachtslieder nebst Passacaglia D-Dur von Esaias Reusner (1636 bis 1679), der als erster bedeutender deutscher Komponist für die Laute gilt.
Doch auch die anderen Werke, die für die CD ausgewählt wurden, verbreiten besinnliche Stimmung - vom Concerto C-Dur, op. 5 Nr. 5 von Evaristo Felice Dall'Abaco, mit der wunderbar gespielten Solo- Oboe von Stefan Schilli, über die Sonate Nr. 3 h-Moll "Die Geburt Jesu Christi" aus den Mysteriensonaten von Heinrich Ignaz Franz Biber, vorgetragen von Rüdiger Lotter, Violine, mit Olga Watts, Truhen- orgel, Bachs Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068, und das traum- haft schöne Concerto pastorale von Johann Christoph Pez mit Eva Fegers und Anne-Suse Enßle, Blockflöten, bis hin zum Concerto grosse g-Moll, op. 8 Nr. 6 von Giuseppe Torelli, auch als Weihnachts- konzert bekannt, mit Rüdiger Lotter und Susanne Schütz, Solo-Violi- ne. Barocker Wohlklang für Genießer - wer eine eher ruhige, aber doch stimmungsvolle CD zum Fest sucht, dem sei diese sehr empfoh- len.
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