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Montag, 8. Oktober 2018

Händel - Enemies in Love (Evoe Records)

Vor Wut schnauben, vor Eifersucht rasen, auf Rache sinnen und vor Liebe seufzen – Georg Friedrich Händel komponierte für jeden Affekt brillante Musik. Jakub Józef Orliński und Natalia Kawałek präsentieren auf dieser CD, exzellent begleitet vom Ensemble Il Giardino d'Amore unter Leitung von Stefan Plewniak, eine Auswahl von Arien und Duetten aus Händels Opern, die durch starke Gefühle und Leidenschaften geprägt sind. 
Die beiden jungen polnischen Sänger sind mit den barocken Stilmitteln bestens vertraut; allerdings hat Countertenor Orliński der Wucht, mit der seine Kollegin ihre Partien mitunter gestaltet, nicht wirklich etwas entgegenzusetzen. Wenn Mezzosopranistin Natalia Kawałek in die Tiefe geht, dann klingt das nicht immer elegant – dafür kann sie allerdings auch extreme Höhen aufbieten, was sehr beeindruckt. Am besten gefallen mir die beiden Stimmen in den Duetten, wo sie sehr schön harmonieren. Und das Video zur CD ist absolut konkurrenzlos. 

Freitag, 12. Oktober 2012

Alois und Christoph Florian Karsten (Preiser)

Alois Mühlbacher ist ohne Zweifel ein Ausnahme-Sänger - doch die St. Florianer Sängerknaben sind offenbar auch sonst selbstbewusste und exzellent ausgebildete kleine Künstler, die in dem Ensemble sehr individuell gefördert werden. Das jedenfalls zeigt die vorliegende CD, auf der Mühlbacher zumeist im Duett mit seinen Mitchoristen zu hören ist. 
Bereits seine erste Solo-CD enthielt ein Duett aus der Oper Lakmé, vorgetragen von dem Knaben- sopran gemeinsam mit dem damaligen Knabenalt Karsten Köhne. 
Es lag also nahe, weitere Duette aufzunehmen, zumal es ein umfang- reiches Repertoire gibt, das aber üblicherweise nur selten zu hören ist. Franz Farnberger, der Leiter und Mentor der St. Florianer Sängerknaben, hat daraufhin geeignete Stücke herausgesucht. Dabei konzentrierte er sich auf die zweistimmigen Gesänge von Schumann, Mendelssohn und Brahms. 
Der größte Teil der Aufnahmen entstand bereits im Sommer 2010. Der Chor entschied dann allerdings wegen des Mahler-Jahres 2011, die später aufgezeichnete CD Alois - Um Mitternacht zuerst zu ver- öffentlichen. Wie schnell der Generationswechsel in einem Knaben- chor erfolgt, wird übrigens auch daran erkennbar, dass die Duett- partner mittlerweile alle im Stimmbruch sind - nur Alois Mühlbacher kann, obwohl auch er mittlerweile seinen 16. Geburtstag gefeiert hat, nach wie vor mit seinem strahlenden Sopran vor das Publikum treten. 
Die Gesangstechnik dieses Knaben, viel mehr aber noch seine Fähi- keit, die Werke, die er singt, auch inhaltlich zu erfassen und ange- messen zu gestalten, erscheint phänomenal. Doch nicht weniger hörenswert singen seine Duettpartner. Hier sind drei sehr unter- schiedliche Stimmen zu erleben. In drei Duetten von Brahms ist Florian Eschelmüller zu hören, der ebenfalls durch Ausdrucksstärke auffällt. Bei zwei geistlichen Gesängen von Felix Mendelssohn Bartholdy singt Karsten Köhne gemeinsam mit Alois Mühlbacher. Beide Jungen verfügen über relativ große Stimmen, die sie routiniert einsetzen, um das religiöse Pathos dieser Stücke zu transportieren. 
Einige Werke von Robert Schumann und die zweistimmigen Lieder op. 63 und 77 von Mendelssohn interpretiert Mühlbacher zusammen mit Christoph Schlögl. Zu den hübschen romantischen Duetten passt Schlögls helle, klare Knabenstimme ganz ausgezeichnet. Farnberger begleitet seine Zöglinge zuverlässig am Klavier. 
Die CD klingt mit vier Solostücken Mühlbachers aus, die wie ein Nachhall zur Mitternacht-CD wirken. Wer diesen Sirenenklängen widerstehen kann, dem ist nicht zu helfen. 

Dienstag, 6. März 2012

Pour le moment (Violoncello à deux)

Violoncello à deux - das sind die Cellistinnen Birgit Heinemann und Uta Schlichting. Auf der vorlie- genden CD unternehmen sie eine musikalische Zeitreise - und erkun- den dabei zwischen Francois Couperin und Louis Guglielmi jede Menge hübsche Miniaturen, die sie temperamentvoll vorstellen. 
Das Duo hat eine ganz entschiede- ne Schwäche für den Tango, den die beiden Musikerinnen regel- recht zelebrieren. Am stärksten spielen sie, wenn die beiden Partien klar unterschiedlich sind. Sind hingegen zwei Stimmen zu vernehmen, die miteinander in den Dialog treten sollen, so kann das schon einmal in einen Wettstreit münden; einen Boccherini beispielsweise wünscht man sich eleganter. Und auch den Dotzauer-Variationen über Mozarts Reich mir die Hand, mein Leben würde ein bisschen Verschmitztheit sicherlich gut zu Gesicht stehen. 

Sonntag, 7. März 2010

Christoph Schaffrath: Six Sonatas (cpo)

Christoph Schaffrath, geboren und aufgewachsen in dem sächsischen Städtchen Hohenstein, war seinerzeit als Musiker sehr erfolgreich: In jungen Jahren findet man ihn als Cembalisten am Hofe Augusts des Starken; dann wechselte er in die kleine, aber sehr feine Kapelle des preußischen Kronprinzen Friedrich nach Rheinsberg, und schließlich in den Dienst der Schwester des preußischen Königs, Anna Amalia, die unverheiratet blieb und in Berlin einen weithin gerühmten Salon führte. Sie spielte selbst exzellent Cembalo.
Die sechs Sonaten auf dieser CD lassen ahnen, warum der Komponist so beliebt war. Denn dabei handelt es sich um entzückende Duette, die von den Solisten des Ensembles Epoca Barocca auf Instrumenten jener Zeit gespielt werden. Schaffrath gelingt spielend der Balanceakt zwischen Kontrapunkt und galantem Stil; sein Duetto d-Moll für zwei Gamben, virtuos vorgetragen von Hartwig Groth und Jan Freiheit, bringt in seinen doppelgriffigen Passagen französische Noblesse nach Preußen. Ansonsten ist an all den Duetten stets ein obligates Cembalo mit beteiligt - was sich bis zum Duetto in C-Dur für zwei Cembali treiben lässt, ebenfalls brillant gespielt von Christoph Lehman und Christoph Anselm Noll. Auch zwei sehr hübsche Duette für Fagott und Cembalo enthält die CD, und jeweils ein weiteres für Oboe bzw. Violine und Cembalo. Sehr klangschön muszieren hier Sergio Azzolini, Allessandro Piqué und Margarete Adorf. Leider wird der Hörgenuss in manchen Stücken dadurch gestört, dass das Geklapper der Cembalo-Mechanik zu dominant wahrnehmbar ist.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Wilhelm Friedemann Bach: Six Duets F54-59; Omar Zoboli, Sergio Delmastro (Stradivarius)


Duette gehören quasi zwangsweise zum Repertoire eines jeden Bläsers. Denn er lernt daran, typischerweise im Zusammenspiel mit seinem Lehrer. Wenn man solche Stücke auf CD bringen will, dann gehört viel Mut dazu, ein überaus solides Handwerk - und ein Feuerwerk an musikalischen Ideen. Sonst wird auch der geduldigste Zuhörer seine gute Laune einbüßen.
Bei dieser CD besteht diese Gefahr nur zum Teil. Das liegt zum einen daran, dass Omar Zoboli - Oboe, Oboe d'Amore, Englischhorn und Sopransaxophon - und Sergio Delmastro - Klarinetten in B und A sowie Bassethorn - ausgesprochen virtuos musizieren, und die Klangfarben ihrer Instrumente sehr geschickt einsetzen. Zum anderen wurden, wohl aus dramaturgischen Gründen, die Duette umsortiert. Das längste Stück steht am Beginn, und es ist in der Tat auch dasjenige mit gewissen Längen. Ansonsten verspricht die CD erstaunlich viel Kurzweil - der "Hallesche Bach" hat seinerzeit, ursprünglich für zwei Querflöten, kleine Stückchen komponiert, die einige Überraschungen aufbieten.