David Popper (1843 bis 1913) gehörte zu den großen Cello-Virtuosen seiner Zeit. Über den Lebensweg des Musikers wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet; er stammte aus Prag, wo er auch am Konservatorium bei dem Cellisten August Julius Goltermann studierte. 1868 wurde Popper Solocellist der Wiener Hofoper, empfohlen durch Hans von Bülow. Doch diese Stelle gab er schon fünf Jahre später wieder auf, weil er sich auf seine Konzertreisen konzentrieren wollte.
Montag, 2. August 2021
Popper: Cello Concertos (Naxos)
David Popper (1843 bis 1913) gehörte zu den großen Cello-Virtuosen seiner Zeit. Über den Lebensweg des Musikers wurde in diesem Blog bereits an anderer Stelle ausführlich berichtet; er stammte aus Prag, wo er auch am Konservatorium bei dem Cellisten August Julius Goltermann studierte. 1868 wurde Popper Solocellist der Wiener Hofoper, empfohlen durch Hans von Bülow. Doch diese Stelle gab er schon fünf Jahre später wieder auf, weil er sich auf seine Konzertreisen konzentrieren wollte.
Samstag, 22. Mai 2021
Bill Evans On The Organ (MDG)
Lässt sich Musik eines Jazzpianisten auch auf der Orgel spielen? David Schollmeyer, Kantor und Organist an der Bürgermeister-Smidt-Gedächtniskirche in Bremerhaven, stellt mit der vorliegenden Aufnahme unter Beweis, dass es mitunter funktioniert – und, wenn es um Stücke von Bill Evans geht, sogar ganz ausgezeichnet.
Für seine Einspielung hat Schollmeyer Musik aus allen Schaffensphasen des legendären Jazzpianisten ausgewählt, darunter auch fünf Jazz-Walzer. Er bringt zudem das Kunststück fertig, mit diesem Programm zugleich ein beeindruckendes Porträt der Beckerath-Orgel zu verbinden – ein echter audiophiler Ohrenschmaus für jazzferne Orgelfreunde ebenso wie für orgelferne Jazzfreunde, wirbt das Label Dabringhaus und Grimm.
Dieser Einschätzung kann ich mich an dieser Stelle anschließen. Denn auch die technische Qualität der Aufnahme von Werner Dabringhaus und Reimund Grimm sowie Tonmeister Holger Schlegel ist einmal mehr berückend; die Super Audio CD vermittelt tatsächlich den Eindruck, dass man sich in der Kirche befindet. Faszinierend! Das wollte ich an dieser Stelle noch ganz besonders hervorheben. Rundum gelungen.
Freitag, 5. August 2011
Reicha: Variations & Grand Quintet (Ars Produktion)
Als die Franzosen das Rheinland besetzten, wurde das Orchester auf- gelöst. Anton Reicha ging als Musiklehrer nach Hamburg, später dann nach Wien, wo er Unterricht bei Johann Georg Albrechtsberger und Antonio Salieri nahm, selbst jedoch auch bereits sehr erfolgreich war als Komponist von Gelegenheitsmusik. 1808 ließ sich Reicha schließ- lich in Paris nieder; 1818 wurde er dort am Konservatorium Professor für Kontrapunkt. Zu seinen Studenten gehörten unter anderem Franz Liszt, Hector Berlioz, Charles Gounod und César Franck.
Seine Werke sind heute fast nur noch Bläsern bekannt. Denn Reicha gilt als der Vater des Bläserquintetts. Für diese Besetzung schuf er allein zwischen 1811 und 1820 mehr als 24 Werke. Sie waren für fünf Professoren am Pariser Conservatoire bestimmt, die außerordentlich virtuos Flöte, Oboe, Klarinette, Horn und Fagott spielten. Ihre Kon- zerte müssen ein Ereignis gewesen sein; wenn sie der Öffentlichkeit ein neues Werk Reichas vorstellen wollten, dann soll sich das Publi- kum um den Einlass schier geprügelt haben.
Das Ensemble Island stellt auf dieser CD zwei ebenso ausgefallene Werke des Komponisten vor: Das Grand Quintet und die Variationen für Fagott und Streichquartett. Sie zeigen, dass Reicha für seine Zuhörer nicht nur jede Menge Überraschungen parat hatte, sondern offenbar auch ein Mann von Humor war, der das strenge Regelwerk der Form virtuos zu handhaben wusste. Jane Gower demonstriert, wie phantastisch ein Fagott - und wir sprechen hier vom historischen Instrument der damaligen Zeit, nicht vom modernen Fagott mit seinem Klappensystem - klingen kann, wenn es nur gut gespielt wird. Diese CD lässt den Zuhörer staunen. denn gemeinsam mit Madeleine Easton und Alice Evans, Violine, Galina Zinchenko, Viola und Cathe- rine Jones, Violoncello bringt Gower diese Musik regelrecht zum Swingen. Reichas tänzerische Sätze hüpfen so fröhlich daher, dass es eine Lust ist, und sein Lento arioso wirkt in seiner sanglichen Gestal- tung so edel, dass man sich nur wundern kann, wie so etwas mit einem Fagott möglich ist. Bravi!



