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Dienstag, 28. Juni 2016

Mozart with Friends (Sony)

Ausnahmebratschist Nils Mönke- meyer hat einige seiner Musiker- freunde eingeladen, mit ihm in wechselnder Besetzung ausgewählte Mozart-Werke einzuspielen. Es ist bekannt, dass Mozart gar nicht wenige seiner Musikstücke kompo- niert hat, um sie gemeinsam mit Freunden und Musikerkollegen in geselliger Runde aufzuführen. Das Klarinettentrio KV 498 beispiels- weise wird auch Kegelstatt-Trio genannt, weil es, wie eine Anekdote berichtet, 1783 auf der Kegelbahn entstanden sein soll. „Mozart hat diese Stücke geschrieben, um sie selber zu spielen – es waren also keine Auftragswerke“, erläutert Mönkemeyer. „Man merkt diesen musikanti- schen Aspekt beim Spielen der Stücke sehr: Wir treffen Mozart hier nicht nur als Komponisten, sondern auch als spontanen Musiker und Freigeist. Und in der Bratsche findet er dabei eine tolle Vielschichtigkeit.“ 
Im Beiheft zu dieser CD berichtet der Musiker, dass er kürzlich in Salzburg Mozarts Bratsche spielen durfte – „das war sehr berührend. Vor allen Dingen deshalb, weil diese Bratsche sehr dunkel und melancholisch klang.“ Dieses Instrument habe Mozart einst selbst ausgewählt. „Im Hinblick auf die Bratsche hat Mozart also vielleicht gar nicht das Strahlende gesucht, sondern eher das Verschattete“, meint Mönkemeyer. 
Gemeinsam mit den Klassikstars Sabine Meyer, Klarinette, Julia Fischer, Violine, und dem Pianisten William Youn hat Mönkemeyer ein Programm zusammengestellt, das beide Aspekte berücksichtigt – Spielfreude und Melancholie. Die ausgewählten Werke spannen zudem einen Bogen vom kindlichen bis zum reifen Mozart. So erklingen extra für diese Aufnahme von William Youn arrangierte Auszüge aus dem Londoner Skizzenbuch
KV 15 – Musik, die Mozart im Alter von neun Jahren geschrieben hat – oder das Duo in G-Dur KV 423 für Violine und Viola. Mönkemeyer spürt gemeinsam mit seinen Kollegen Klangfarben und Nuancen nach; doch auch die Musizierlust kommt nicht zu kurz. Ein phantastisches Album! 

Dienstag, 27. Oktober 2015

Brahms - Nils Mönkemeyer (Sony)

„Diese Sonaten sind mir lieb und teuer“, erklärt Nils Mönkemeyer in einem Interview, das im Beiheft dieser CD nachzulesen ist. „Mittlerweile rührt mich Brahms wirklich zu Tränen, weil er eine innere Hoffnung hat – dieses ,Und ich versuche es trotzdemʻ. Er gibt diese Haltung nie auf, die unbedingte Bejahung des Lebens, der Liebe und der Schönheit.“ 
Und so hat der Bratschist gemeinsam mit dem Pianisten William Youn die beiden späten Sonaten op. 120 eingespielt. „Beide Sonaten wurden ursprünglich für Klarinette geschrieben“, erklärt der Musiker. „Brahms hat sie zusätzlich für Bratsche bearbeitet. Aber im Gegensatz zur ersten war er mit der Viola-Fassung der zweiten nicht ganz zufrieden – weil sie zu dunkel geraten ist. Und während im ,Originalʻ die Klarinette die Klavierlinien fortsetzt, springen sie in der Bratschenfassung nach unten.“ Und deshalb spielt Mönkemeyer hier die Originalversion. „Natürlich ist die Klarinettenfassung auf der Bratsche schwer zu spielen“, meint der Musiker, „aber sie hat eben dieses helle, schwebende Kolorit.“ 
Nils Mönkemeyer spürt, sensibel unterstützt durch William Youn am Klavier, Emotionen und Zwischentönen in Brahms' Sonaten nach. Mit Klangfarben zaubert er aber auch bei den Ungarischen Tänzen, die diese CD komplettieren. Tanz Nr. 1 erklingt in der Fassung von Joseph Joachim. Bei den anderen ausgewählten Tänzen hat Mönkemeyer eigens für diese Aufnahme Bearbeitungen in Auftrag gegeben: Tanz Nr. 4 hat der Komponist Marco Hertenstein neu arrangiert, Tanz Nr. 5 der Österreicher Peter Wiesenauer, und Tanz Nr. 16 Stephan Koncz, Cellist bei den Berliner Philharmonikern. Hier wirkt zudem das Signum-Quartett mit.