Auch für seine fünfte CD mit Klaviersonaten von Wolfgang Amadeus Mozart hat William Youn wieder ein ebenso abwechslungs- reiches wie anspruchsvolles Programm zusammengestellt. Er kombiniert die virtuose Klavierso- nate D-Dur, KV 284, die charmante Klaviersonate C-Dur, KV 309, und die ausdrucksstarke c-Moll Fantasie KV 475 nebst der in der gleichen Tonart stehenden Sonate KV 457. Ob diese beiden Stücke wirklich zusammengehören, weiß man nicht. In sein Werkverzeichnis schrieb Mozart die Werke separat und mit einem guten halben Jahr Abstand ein. Erschienen aber sind sie erstmals 1785 gemeinsam bei Artaria, unter dem Titel Fantaisie et Sonate Pour le Forte-Piano composées pour Madame Therese de Trattnern par le Maître de Chapelle W. A. Mozart. Youn stellt sie nebeneinander; so kann sich jeder selbst ein Urteil bilden.
Der Pianist, geboren in Korea, aufgewachsen in Amerika, und nach seinem Studium in Hannover nun zu Hause in München, begeistert erneut durch sein feinsinniges Werkverständnis und seine exzellente Klaviertechnik, die ihm ein überaus ausdrucksvolles Musizieren ermöglicht. So ist auch diese CD wieder rundum gelungen und faszinierend; William Youn gelingt es einmal mehr, mit seinem poetischen Spiel Maßstäbe zu setzen. Bravo!
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Sonntag, 29. Oktober 2017
Sonntag, 6. November 2016
William Youn plays Mozart Sonatas Vol. 4 (Oehms Classics)
Auf dieser CD hat William Youn vier Klaviersonaten zusammengefasst, die zwar zu sehr unterschiedlichen Zeiten entstanden sind, sich aber ebenso durch Virtuosität wie durch Individualität auszeichnen. Die beiden Klaviersonaten KV 281 und 283 gehören zu jenen sechs frühen Werken, die Mozart 1775 unmittelbar nach der Uraufführung seiner Oper La finta giardiniera, wahrscheinlich noch in München, geschrieben hat. 1783 entstanden ist die Sonate KV 333, vermutet wird, dass sie in Linz komponiert wurde – im Umfeld der Linzer Sinfonie KV 425. KV 576 hingegen ist Mozarts letzte Klaviersonate. Geschaffen wurde sie für Prinzessin Friederike, die Tochter des preußi- schen Königs Friedrich Wilhelm II. – eigentlich wollte Mozart für sie, wie er betonte, sechs „leichte Klavier-Sonaten“ komponieren. Doch dann wurde daraus ein Werk, das nicht nur technisch überaus anspruchsvoll geraten ist, sondern auch musikalisch viel zu bieten hat.
William Youn erweist sich einmal mehr als ein exzellenter Mozart-Inter- pret. Er spielt brillant, wo Brillanz gefragt ist – und sehr poetisch, wo Mozart empfindsam wird. Seine Technik ist atemberaubend. Nichts passiert hier zufällig oder im Affekt; jede Phrase wird sorgsam vom ersten bis zu letzten Ton gestaltet. Diese Gesamtaufnahme setzt schon jetzt Maßstäbe. Und man darf gespannt darauf sein, welches Repertoire der junge Pianist für seine nächsten Projekte auswählen wird. Wer so durchdacht und souverän musiziert, dem steht die Welt offen. Bravo!
William Youn erweist sich einmal mehr als ein exzellenter Mozart-Inter- pret. Er spielt brillant, wo Brillanz gefragt ist – und sehr poetisch, wo Mozart empfindsam wird. Seine Technik ist atemberaubend. Nichts passiert hier zufällig oder im Affekt; jede Phrase wird sorgsam vom ersten bis zu letzten Ton gestaltet. Diese Gesamtaufnahme setzt schon jetzt Maßstäbe. Und man darf gespannt darauf sein, welches Repertoire der junge Pianist für seine nächsten Projekte auswählen wird. Wer so durchdacht und souverän musiziert, dem steht die Welt offen. Bravo!
Samstag, 16. Juli 2016
William Youn plays Mozart Sonatas Vol. 3 (Oehms Classics)
William Youn hat bei Oehms Classics seine dritte CD mit Mozart-Klavier- sonaten veröffentlicht. Dabei handelt es sich um eine kleine Sensation, denn bei der Klaviersonate A-Dur
KV 331 – eben der mit dem berühmten Finalsatz Alla Turca – verwendet er eine neue Notenedition von Wolf-Dieter Seiffert aus dem G. Henle Verlag. Sie weicht in wesentlichen Punkten von bisherigen Ausgaben ab. Das liegt daran, dass sich die Quellenlage entscheidend verbessert hat: Im Jahre 2014 wurde in Budapest eine Doppelseite entdeckt, die wesentliche Teile des Werkes enthielt, handschriftlich notiert von Wolf- gang Amadeus Mozart.
Was der Komponist auf diesem Notenblatt fixiert hatte, das unterschied sich sehr deutlich von der Erstausgabe, bisher der Ausgangspunkt für alle kritischen Editionen. Und man konnte feststellen, dass die Sonate nicht, wie bisher angenommen, 1778 in Paris, sondern erst 1783 in Salzburg oder in Wien zu Papier gebracht wurde – ein Jahr nach der Uraufführung von Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail, das beim Publikum hervorragend angekommen war. Auf dieser CD ist nun die Klaviersonate mit den Anklängen an die Janitscharenmusik erstmals in der neuen Version zu hören.
Eingerahmt wird dieses Werk von den Klaviersonaten C-Dur KV 279 und F-Dur KV 533. William Youn erweist sich als ein idealer Mozart-Interpret, mit einer exzellenten Technik und einem Gespür für den perfekten Fluss der Musik. Sein Spiel bestätigt einmal mehr, wie wichtig gerade bei Mozart die Wahl der richtigen Tempi und eine gewisse Leichtigkeit im Vortrag ist. Der koreanische Pianist, der bei Karl-Heinz Kämmerling studiert hat, leistet hier Großes – bravo!
KV 331 – eben der mit dem berühmten Finalsatz Alla Turca – verwendet er eine neue Notenedition von Wolf-Dieter Seiffert aus dem G. Henle Verlag. Sie weicht in wesentlichen Punkten von bisherigen Ausgaben ab. Das liegt daran, dass sich die Quellenlage entscheidend verbessert hat: Im Jahre 2014 wurde in Budapest eine Doppelseite entdeckt, die wesentliche Teile des Werkes enthielt, handschriftlich notiert von Wolf- gang Amadeus Mozart.
Was der Komponist auf diesem Notenblatt fixiert hatte, das unterschied sich sehr deutlich von der Erstausgabe, bisher der Ausgangspunkt für alle kritischen Editionen. Und man konnte feststellen, dass die Sonate nicht, wie bisher angenommen, 1778 in Paris, sondern erst 1783 in Salzburg oder in Wien zu Papier gebracht wurde – ein Jahr nach der Uraufführung von Mozarts Singspiel Die Entführung aus dem Serail, das beim Publikum hervorragend angekommen war. Auf dieser CD ist nun die Klaviersonate mit den Anklängen an die Janitscharenmusik erstmals in der neuen Version zu hören.
Eingerahmt wird dieses Werk von den Klaviersonaten C-Dur KV 279 und F-Dur KV 533. William Youn erweist sich als ein idealer Mozart-Interpret, mit einer exzellenten Technik und einem Gespür für den perfekten Fluss der Musik. Sein Spiel bestätigt einmal mehr, wie wichtig gerade bei Mozart die Wahl der richtigen Tempi und eine gewisse Leichtigkeit im Vortrag ist. Der koreanische Pianist, der bei Karl-Heinz Kämmerling studiert hat, leistet hier Großes – bravo!
Dienstag, 28. Juni 2016
Mozart with Friends (Sony)
Ausnahmebratschist Nils Mönke- meyer hat einige seiner Musiker- freunde eingeladen, mit ihm in wechselnder Besetzung ausgewählte Mozart-Werke einzuspielen. Es ist bekannt, dass Mozart gar nicht wenige seiner Musikstücke kompo- niert hat, um sie gemeinsam mit Freunden und Musikerkollegen in geselliger Runde aufzuführen. Das Klarinettentrio KV 498 beispiels- weise wird auch Kegelstatt-Trio genannt, weil es, wie eine Anekdote berichtet, 1783 auf der Kegelbahn entstanden sein soll. „Mozart hat diese Stücke geschrieben, um sie selber zu spielen – es waren also keine Auftragswerke“, erläutert Mönkemeyer. „Man merkt diesen musikanti- schen Aspekt beim Spielen der Stücke sehr: Wir treffen Mozart hier nicht nur als Komponisten, sondern auch als spontanen Musiker und Freigeist. Und in der Bratsche findet er dabei eine tolle Vielschichtigkeit.“
Im Beiheft zu dieser CD berichtet der Musiker, dass er kürzlich in Salzburg Mozarts Bratsche spielen durfte – „das war sehr berührend. Vor allen Dingen deshalb, weil diese Bratsche sehr dunkel und melancholisch klang.“ Dieses Instrument habe Mozart einst selbst ausgewählt. „Im Hinblick auf die Bratsche hat Mozart also vielleicht gar nicht das Strahlende gesucht, sondern eher das Verschattete“, meint Mönkemeyer.
Gemeinsam mit den Klassikstars Sabine Meyer, Klarinette, Julia Fischer, Violine, und dem Pianisten William Youn hat Mönkemeyer ein Programm zusammengestellt, das beide Aspekte berücksichtigt – Spielfreude und Melancholie. Die ausgewählten Werke spannen zudem einen Bogen vom kindlichen bis zum reifen Mozart. So erklingen extra für diese Aufnahme von William Youn arrangierte Auszüge aus dem Londoner Skizzenbuch
KV 15 – Musik, die Mozart im Alter von neun Jahren geschrieben hat – oder das Duo in G-Dur KV 423 für Violine und Viola. Mönkemeyer spürt gemeinsam mit seinen Kollegen Klangfarben und Nuancen nach; doch auch die Musizierlust kommt nicht zu kurz. Ein phantastisches Album!
Im Beiheft zu dieser CD berichtet der Musiker, dass er kürzlich in Salzburg Mozarts Bratsche spielen durfte – „das war sehr berührend. Vor allen Dingen deshalb, weil diese Bratsche sehr dunkel und melancholisch klang.“ Dieses Instrument habe Mozart einst selbst ausgewählt. „Im Hinblick auf die Bratsche hat Mozart also vielleicht gar nicht das Strahlende gesucht, sondern eher das Verschattete“, meint Mönkemeyer.
Gemeinsam mit den Klassikstars Sabine Meyer, Klarinette, Julia Fischer, Violine, und dem Pianisten William Youn hat Mönkemeyer ein Programm zusammengestellt, das beide Aspekte berücksichtigt – Spielfreude und Melancholie. Die ausgewählten Werke spannen zudem einen Bogen vom kindlichen bis zum reifen Mozart. So erklingen extra für diese Aufnahme von William Youn arrangierte Auszüge aus dem Londoner Skizzenbuch
KV 15 – Musik, die Mozart im Alter von neun Jahren geschrieben hat – oder das Duo in G-Dur KV 423 für Violine und Viola. Mönkemeyer spürt gemeinsam mit seinen Kollegen Klangfarben und Nuancen nach; doch auch die Musizierlust kommt nicht zu kurz. Ein phantastisches Album!
Dienstag, 27. Oktober 2015
Brahms - Nils Mönkemeyer (Sony)
„Diese Sonaten sind mir lieb und teuer“, erklärt Nils Mönkemeyer in einem Interview, das im Beiheft dieser CD nachzulesen ist. „Mittlerweile rührt mich Brahms wirklich zu Tränen, weil er eine innere Hoffnung hat – dieses ,Und ich versuche es trotzdemʻ. Er gibt diese Haltung nie auf, die unbedingte Bejahung des Lebens, der Liebe und der Schönheit.“
Und so hat der Bratschist gemeinsam mit dem Pianisten William Youn die beiden späten Sonaten op. 120 eingespielt. „Beide Sonaten wurden ursprünglich für Klarinette geschrieben“, erklärt der Musiker. „Brahms hat sie zusätzlich für Bratsche bearbeitet. Aber im Gegensatz zur ersten war er mit der Viola-Fassung der zweiten nicht ganz zufrieden – weil sie zu dunkel geraten ist. Und während im ,Originalʻ die Klarinette die Klavierlinien fortsetzt, springen sie in der Bratschenfassung nach unten.“ Und deshalb spielt Mönkemeyer hier die Originalversion. „Natürlich ist die Klarinettenfassung auf der Bratsche schwer zu spielen“, meint der Musiker, „aber sie hat eben dieses helle, schwebende Kolorit.“
Nils Mönkemeyer spürt, sensibel unterstützt durch William Youn am Klavier, Emotionen und Zwischentönen in Brahms' Sonaten nach. Mit Klangfarben zaubert er aber auch bei den Ungarischen Tänzen, die diese CD komplettieren. Tanz Nr. 1 erklingt in der Fassung von Joseph Joachim. Bei den anderen ausgewählten Tänzen hat Mönkemeyer eigens für diese Aufnahme Bearbeitungen in Auftrag gegeben: Tanz Nr. 4 hat der Komponist Marco Hertenstein neu arrangiert, Tanz Nr. 5 der Österreicher Peter Wiesenauer, und Tanz Nr. 16 Stephan Koncz, Cellist bei den Berliner Philharmonikern. Hier wirkt zudem das Signum-Quartett mit.
Und so hat der Bratschist gemeinsam mit dem Pianisten William Youn die beiden späten Sonaten op. 120 eingespielt. „Beide Sonaten wurden ursprünglich für Klarinette geschrieben“, erklärt der Musiker. „Brahms hat sie zusätzlich für Bratsche bearbeitet. Aber im Gegensatz zur ersten war er mit der Viola-Fassung der zweiten nicht ganz zufrieden – weil sie zu dunkel geraten ist. Und während im ,Originalʻ die Klarinette die Klavierlinien fortsetzt, springen sie in der Bratschenfassung nach unten.“ Und deshalb spielt Mönkemeyer hier die Originalversion. „Natürlich ist die Klarinettenfassung auf der Bratsche schwer zu spielen“, meint der Musiker, „aber sie hat eben dieses helle, schwebende Kolorit.“
Nils Mönkemeyer spürt, sensibel unterstützt durch William Youn am Klavier, Emotionen und Zwischentönen in Brahms' Sonaten nach. Mit Klangfarben zaubert er aber auch bei den Ungarischen Tänzen, die diese CD komplettieren. Tanz Nr. 1 erklingt in der Fassung von Joseph Joachim. Bei den anderen ausgewählten Tänzen hat Mönkemeyer eigens für diese Aufnahme Bearbeitungen in Auftrag gegeben: Tanz Nr. 4 hat der Komponist Marco Hertenstein neu arrangiert, Tanz Nr. 5 der Österreicher Peter Wiesenauer, und Tanz Nr. 16 Stephan Koncz, Cellist bei den Berliner Philharmonikern. Hier wirkt zudem das Signum-Quartett mit.
Sonntag, 30. Juni 2013
Wagner: Tristan und Isolde (Pentatone)
Die Musik und nur die Musik steht im Mittelpunkt des konzertanten Wagner-Zyklus, den das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin und Ma- rek Janowski im November 2010 mit der Oper Der fliegende Hollän- der begonnen haben. Der Dirigent ist ganz Herr des Geschehens; er muss sich nicht mit „fachfremden“ Ideen herumplagen, wie denen eines Regisseurs. Aber es lastet damit auch die Verantwortung für das Gelingen der Einspielung sehr weitgehend auf seinen Schultern.
Das kann gutgehen – muss es aber nicht, wie der Mitschnitt der konzertanten Aufführung von Wagners Oper Tristan und Isolde vom 27. März 2012 zeigt. Es ist bislang die schwächste Aufnahme des Berliner Wagner-Zyklus.
Zwar steht Janowski für dieses Projekt die internationale Wagner-Sängerelite zur Verfügung. Doch Stephen Gould als Tristan, das ist für meine Ohren ein Totalausfall. Einen solchen Umgang mit einer Partie habe ich selbst in der tiefsten sächsischen Provinz jahrzehntelang nicht mehr erlebt.
Außerordentlich spannend besetzt sind hingegen die Isolde und die Brangäne. Nina Stemme ist eine grandiose Isolde – kein unbedarftes Königstöchterlein, sondern ziemlich handfest, und voll Leidenschaft. Ihr Sopran klingt dunkler, erfahrener, emotionaler als die Stimme ihrer Vertrauten Brangäne, die hier mit einem schlanken, hellen Timbre überrascht. Die südafrikanische Mezzosopranistin Michelle Breedts zeigt in dieser Rolle zudem, dass Wagners Wurzeln im Belcanto zu finden sind – und wie! Die beiden Damen singen zu hören, das ist ein Erlebnis. Auch Kwangchul Youn als Marke und Johan Reuter als Kurwenal sind große Klasse.
Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin agieren mit gewohnter Präzision. Allerdings hat Janowski mit Wagners Musik diesmal so seine Probleme. Wer Klangrausch sucht und knisternde Erotik, der wird sich verwundert die Augen reiben. Denn hier wird im Detail wunderschön, aber oft auch verblüffend zügig und seltsam steif musiziert. Janowski setzt auf Struktur statt auf Glut. Spannung kann sich so nicht aufbauen.
Das kann gutgehen – muss es aber nicht, wie der Mitschnitt der konzertanten Aufführung von Wagners Oper Tristan und Isolde vom 27. März 2012 zeigt. Es ist bislang die schwächste Aufnahme des Berliner Wagner-Zyklus.
Zwar steht Janowski für dieses Projekt die internationale Wagner-Sängerelite zur Verfügung. Doch Stephen Gould als Tristan, das ist für meine Ohren ein Totalausfall. Einen solchen Umgang mit einer Partie habe ich selbst in der tiefsten sächsischen Provinz jahrzehntelang nicht mehr erlebt.
Außerordentlich spannend besetzt sind hingegen die Isolde und die Brangäne. Nina Stemme ist eine grandiose Isolde – kein unbedarftes Königstöchterlein, sondern ziemlich handfest, und voll Leidenschaft. Ihr Sopran klingt dunkler, erfahrener, emotionaler als die Stimme ihrer Vertrauten Brangäne, die hier mit einem schlanken, hellen Timbre überrascht. Die südafrikanische Mezzosopranistin Michelle Breedts zeigt in dieser Rolle zudem, dass Wagners Wurzeln im Belcanto zu finden sind – und wie! Die beiden Damen singen zu hören, das ist ein Erlebnis. Auch Kwangchul Youn als Marke und Johan Reuter als Kurwenal sind große Klasse.
Rundfunkchor und Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin agieren mit gewohnter Präzision. Allerdings hat Janowski mit Wagners Musik diesmal so seine Probleme. Wer Klangrausch sucht und knisternde Erotik, der wird sich verwundert die Augen reiben. Denn hier wird im Detail wunderschön, aber oft auch verblüffend zügig und seltsam steif musiziert. Janowski setzt auf Struktur statt auf Glut. Spannung kann sich so nicht aufbauen.
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