Wer von Felix Mendelssohn Barthol- dys Violinkonzert spricht, meint damit üblicherweise das populäre Konzert in e-Moll op. 64 – ein Kuriosum der Musikgeschichte, denn der Komponist hatte in seinen Jugendjahren bereits ein komplettes Violinkonzert in d-Moll geschrieben. Es war für Eduard Rietz bestimmt; aus unerfindlichen Gründen ist es dann aber in Vergessenheit geraten, bis schließlich Yehudi Menuhin 1952 die Autographen in die Hände bekam, und eine erste Edition veröffentlichte. Salvatore Accardo spielte beide Kon- zerte 1976 für Philips mit Charles Dutoit und dem London Philharmonic Orchestra ein.
Und noch eine weitere großartige Aufnahme hat das Label Eloquence zum 75. Geburtstag des italienischen Geigers im Oktober 2016 wieder zugäng- lich gemacht: Mit Kurt Masur und dem Gewandhausorchester Leipzig hat Accardo 1978, ebenfalls für Philips, zwei wichtige Konzerte von Johannes Brahms eingespielt – das Violinkonzert in D-Dur, op. 77, und das Konzert für Violine, Violoncello und Orchester in a-Moll op. 102, letzteres gemein- sam mit Heinrich Schiff.
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Freitag, 9. Dezember 2016
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Liszt: Orchesterwerke (EMI Classics)
Es ist erstaunlich - doch Franz Liszt (1811 bis 1886) hat lediglich 25 Werke geschaffen, in denen das Orchester eine maßgebliche Rolle spielt. 13 davon sind Tondich- tungen - Musik, die Ideen zum Gegenstand hat, Mythen oder andere literarische Vorlagen. Die meisten davon hat er in seiner Weimarer Zeit, in den Jahren zwischen 1843 und 1861, voll- endet.
Doch auch Goethes Faust und Dantes Göttlicher Komödie wid- mete Liszt Sinfonien. Hinzu kommen zwei Klavierkonzerte und eine Reihe weiterer, keineswegs weniger gewichtiger Werke für Klavier und Orchester - darunter die Transkription von Schuberts Wanderer-Fantasie, die Grande Fantaisie symphonique sur des thèmes de Lélio de Berlioz oder der berühmte Totentanz.
Zum Liszt-Jubiläum legt EMI Classics nun eine legendäre Aufnahme all dieser Werke wieder vor: Die erste deutsche Gesamtaufnahme, eingespielt vom Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur Anfang der 80er Jahre in Leipzig. Die Klavierparts übernahm seiner- zeit Michel Béroff. Und man muss sagen, dass diese Edition noch immer Maßstäbe setzt, die alle Nachfolger erst einmal erreichen müssen.
Doch auch Goethes Faust und Dantes Göttlicher Komödie wid- mete Liszt Sinfonien. Hinzu kommen zwei Klavierkonzerte und eine Reihe weiterer, keineswegs weniger gewichtiger Werke für Klavier und Orchester - darunter die Transkription von Schuberts Wanderer-Fantasie, die Grande Fantaisie symphonique sur des thèmes de Lélio de Berlioz oder der berühmte Totentanz.
Zum Liszt-Jubiläum legt EMI Classics nun eine legendäre Aufnahme all dieser Werke wieder vor: Die erste deutsche Gesamtaufnahme, eingespielt vom Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur Anfang der 80er Jahre in Leipzig. Die Klavierparts übernahm seiner- zeit Michel Béroff. Und man muss sagen, dass diese Edition noch immer Maßstäbe setzt, die alle Nachfolger erst einmal erreichen müssen.
Freitag, 29. Januar 2010
Anne-Sophie Mutter - Mendelssohn (Deutsche Grammophon)
Mendelssohns Violinkonzert in e-Moll op. 64, uraufgeführt 1845 in Leipzig, gehört mit seinen ein- gängigen Melodien bis heute unangefochten zu den Lieblingen des Konzertpublikums - und der Solisten.
Anne-Sophie Mutter hat dieses Werk schon einmal, 1980, mit Karajan und den Berliner Sinfo- nikern eingespielt. Die vorliegende Aufnahme ist ein Live-Mitschnitt aus dem März 2008, mit dem Gewandhausorchester Leipzig unter Kurt Masur. Für diesen Klangkörper kann sich die Solistin durchaus begeistern: "Es ist die Transparenz, die Eleganz des Klanges, das Wissen um die innere Balance", schwärmt Mutter.
Die Solistin lässt sich vom Orchester inspirieren und tragen - sowohl durch die leidenschaftlich drängenden Passagen des Konzertes als auch in jenen flirrenden, schwerelos dahinhuschenden Abschnitten, wie sie überwiegend im dritten Satz zu finden sind - typisch für Men- delssohn, und zugleich eine große Herausforderung für die Musiker. Mutter liebt Mendelssohns Komposition, "die alles vereint, was große Musik ausmacht", so die Violinistin: "Leidenschaft, Virtuosität, Reinheit des Ausdrucks, Tiefe der Empfindung, bedingungslose Hingabe an den musikalischen Ausdruck. Es ist ein Geniestreich, und diese Musik ist unsterblich."
Diese Aufnahme ist exzellent; man wird sie mit Freude anhören. Nicht ganz so hinreißend allerdings finde ich das Klaviertrio Nr. 1 in d-Moll, op. 49, und die Violinsonate in F-Dur, beide eingespielt im Brahms-Saal des Wiener Musikvereins. André Previn am Bösendorfer ist mir zu massiv, zu monolithisch; ich hätte mir da mehr Leichtigkeit und Transparenz gewünscht.
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