Ein einzigartiges Familientrio waren The Clarinotts: Ernst Ottensamer, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, musizierte in diesem Ensemble gemeinsam mit seinen Söhnen Daniel, ebenfalls Soloklari- nettist der Wiener Philharmoniker, und Andreas, Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker. Doch im Juli 2017 erlag Ernst Ottensamer, der seit dem Jahre 2000 in Wien auch als Professor lehrte, einem Herzinfarkt.
So wird dies wohl die letzte CD des Klarinettentrios bleiben – und wer sich die Aufnahmen anhört, wird schnell feststellen, was dies für ein Verlust ist. Denn die Musiker schätzten nicht nur die Wiener Klarinette, sondern auch andere Mitglieder der Instrumentenfamilie, wie das Bassetthorn. Und nicht nur bei den Klang- farben, sondern auch beim Repertoire bevorzugten sie Abwechslung; so erklingen neben Originalkompositionen für Klarinettentrio durchaus auch Arrangements populärer Melodien – in diesem konkreten Falle stammen sie von Rainer Schottstädt, der sie für das Trio di Clarone geschrieben hat.
Es steht also sein Divertimento zu Mozarts Don Giovanni neben Stücken von Edison Denisov, die Miniatur Die Floristin von Henry Ploy neben dem Scherzo fantastique von Alfred Prinz und den Acht Trios von Georg Druschetzky oder das Klarinettentrio von Joseph Friedrich Hummel neben Schottstädts Fledermaus-Bearbeitung. Einzigartig wird dieses bunte Programm durch die Clarinotts, die durchweg betörend musizieren. So harmonisch, so pointiert und so farbenreich sind Klarinetten wirklich selten zu hören.
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Sonntag, 14. Oktober 2018
Samstag, 3. Oktober 2015
Pictures (Genuin Classics)
Kann man das legendäre Ballett der Küken in ihren Eierschalen auf dem Horn spielen? Das Ensemble German Hornsound kann, wie diese CD beweist. Für diese Einspielung im Breitwandformat präsentiert sich das Hornquartett in Version 8.1 – Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stephan Schottstädt und Timo Steininger musizieren gemeinsam mit Carsten Duffin, Ralph Ficker, Martin Grom, Christian Lampert und dem Schlagzeuger Simon Rössler, der auch Klavier und Celesta spielt. Beteiligt war zudem Dirigent Hannes Krämer, der mit sicherer Hand musikalische Präzision garantiert.
Den Hornisten gelingt es tatsächlich, mit dem oft und gern bearbeiteten Werk von Modest Mussorgski zu verblüffen. Das liegt zum einen an dem überraschend wandlungsfähigen Hornsound. Klanglich wartet diese CD mit ganz erstaunlichen Kontrasten auf. Dazu trägt auch ihr Konzept mit bei – denn Mussorgskis Promenaden führen nicht nur von Bild zu Bild, sie leiten den Hörer auch zu einigen großen Werken aus der russischen Musiktradition, wie Mussorgskis gespenstischer Nacht auf dem kahlen Berge, Walzer und Tanz aus der zweiten Varieté-Suite von Dmitri Schostakowitsch, sowie bekannten Melodien aus zwei Ballettmusiken – Sergej Prokofjews Romeo und Julia und Peter Tschaikowskis Nuss- knacker. Nach Tanz der Zuckerfee und Blumenwalzer folgt dann ein atemberaubendes Finale – mehr sei hier nicht verraten. Diese acht Hornisten jedenfalls spielen jedes Orchester mühelos an die Wand. Dabei hat jeder einzelne Instrumentalist eine höchst individuelle Stimme; die Arrangements sind faszinierend, und sie sind passgenau für die Mitwir- kenden gearbeitet. Soviel Können und Leidenschaft kann man gar nicht genug loben. Unbedingt anhören!
Den Hornisten gelingt es tatsächlich, mit dem oft und gern bearbeiteten Werk von Modest Mussorgski zu verblüffen. Das liegt zum einen an dem überraschend wandlungsfähigen Hornsound. Klanglich wartet diese CD mit ganz erstaunlichen Kontrasten auf. Dazu trägt auch ihr Konzept mit bei – denn Mussorgskis Promenaden führen nicht nur von Bild zu Bild, sie leiten den Hörer auch zu einigen großen Werken aus der russischen Musiktradition, wie Mussorgskis gespenstischer Nacht auf dem kahlen Berge, Walzer und Tanz aus der zweiten Varieté-Suite von Dmitri Schostakowitsch, sowie bekannten Melodien aus zwei Ballettmusiken – Sergej Prokofjews Romeo und Julia und Peter Tschaikowskis Nuss- knacker. Nach Tanz der Zuckerfee und Blumenwalzer folgt dann ein atemberaubendes Finale – mehr sei hier nicht verraten. Diese acht Hornisten jedenfalls spielen jedes Orchester mühelos an die Wand. Dabei hat jeder einzelne Instrumentalist eine höchst individuelle Stimme; die Arrangements sind faszinierend, und sie sind passgenau für die Mitwir- kenden gearbeitet. Soviel Können und Leidenschaft kann man gar nicht genug loben. Unbedingt anhören!
Samstag, 15. Juni 2013
Siegfried und Violetta oder List, Last, Lust und Lunge (Genuin)
Vier junge Hornisten hatten eine Idee. Das Ergebnis liegt nun im CD-Player - und es ist eine großartige Hommage an die beiden Jubilare des Jahres 2013, Richard Wagner und Giuseppe Verdi, beide geboren 1813, ja , vielleicht sogar die ori- ginellste Geburtstagsgabe, die in diesem Jahr ein Label vorgelegt hat.
Denn Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stephan Schottstädt und Timo Steininger - sämtlich erfolgreich im Hornisten-Beruf sowie gemeinsam als Hornquartett German Hornsound - wollten nicht einfach Musik der beiden Jubilare in schmissigen Arrangements vortragen. Und so haben sie sich auf die Suche nach einem Autor gemacht, der einen Text für dieses Pro- gramm schreibt. In Herbert Rosendorfer fanden sie den idealen Partner, der sich zudem mit Wagner bestens auskannte. Verdi hingegen war eher das Thema seines Freundes Karl Dietrich Gräwe, der sich auch an der Ideensuche beteiligte.
Schließlich (er-)fanden Musiker und Autoren gemeinsam eine span- nende Geschichte - waren nicht Verdi und Wagner des öfteren in Venedig, mitunter sogar zur gleichen Zeit? Wäre es also nicht denk- bar, dass sie sich dort begegnet sind? Teodoro, einstmals Oberkellner in Caffé Florian auf dem Markusplatz, hat da so einiges beobachtet - und Gräwe ließ es sich nicht nehmen, diese Rolle selbst zu sprechen. Zu Wort kommt außerdem Richard Wagner; ihm gibt Martin Seifert Stimme. Herbert Rosendorfer hat leider die Premiere dieses "Opern- fragmentes in drei Akten", wie das Werk von seinen Schöpfern benannt wurde, nicht mehr erlebt. Es ist ein würdiger Schlusspunkt unter ein großes Lebenswerk.
List, Last, Lust und Lunge erweist sich als ein geistreiches, humor- volles Opus, in dem Text und Musik in einen witzigen Dialog treten. Die vier Hörner, sehr hörenswert gespielt, kommentieren das gesprochene Wort. Dafür wurden die passenden Ausschnitte aus Werken der beiden Jubilare geschickt ausgewählt und pfiffig arrangiert. Und nicht nur Opernfreunde werden sich beim Anhören dieser beiden CD ausgezeichnet amüsieren - versprochen!
Denn Christoph Eß, Sebastian Schorr, Stephan Schottstädt und Timo Steininger - sämtlich erfolgreich im Hornisten-Beruf sowie gemeinsam als Hornquartett German Hornsound - wollten nicht einfach Musik der beiden Jubilare in schmissigen Arrangements vortragen. Und so haben sie sich auf die Suche nach einem Autor gemacht, der einen Text für dieses Pro- gramm schreibt. In Herbert Rosendorfer fanden sie den idealen Partner, der sich zudem mit Wagner bestens auskannte. Verdi hingegen war eher das Thema seines Freundes Karl Dietrich Gräwe, der sich auch an der Ideensuche beteiligte.
Schließlich (er-)fanden Musiker und Autoren gemeinsam eine span- nende Geschichte - waren nicht Verdi und Wagner des öfteren in Venedig, mitunter sogar zur gleichen Zeit? Wäre es also nicht denk- bar, dass sie sich dort begegnet sind? Teodoro, einstmals Oberkellner in Caffé Florian auf dem Markusplatz, hat da so einiges beobachtet - und Gräwe ließ es sich nicht nehmen, diese Rolle selbst zu sprechen. Zu Wort kommt außerdem Richard Wagner; ihm gibt Martin Seifert Stimme. Herbert Rosendorfer hat leider die Premiere dieses "Opern- fragmentes in drei Akten", wie das Werk von seinen Schöpfern benannt wurde, nicht mehr erlebt. Es ist ein würdiger Schlusspunkt unter ein großes Lebenswerk.
List, Last, Lust und Lunge erweist sich als ein geistreiches, humor- volles Opus, in dem Text und Musik in einen witzigen Dialog treten. Die vier Hörner, sehr hörenswert gespielt, kommentieren das gesprochene Wort. Dafür wurden die passenden Ausschnitte aus Werken der beiden Jubilare geschickt ausgewählt und pfiffig arrangiert. Und nicht nur Opernfreunde werden sich beim Anhören dieser beiden CD ausgezeichnet amüsieren - versprochen!
Mittwoch, 16. Juni 2010
Gatti: Chamber Music (MDG)
Luigi Gatti? Nie gehört! Das aber
ist eine Bildungslücke, denn der Sänger, Komponist, Dirigent und Priester war in Salzburg am Hofe des Fürsterzbischofs Colloredo Hofkapellmeister - und damit faktisch der Vorgesetzte von Leopold Mozart.
ist eine Bildungslücke, denn der Sänger, Komponist, Dirigent und Priester war in Salzburg am Hofe des Fürsterzbischofs Colloredo Hofkapellmeister - und damit faktisch der Vorgesetzte von Leopold Mozart.
Für diese CD hat Rainer Schott- städt, Fagottist und Mitbegründer des Calamus-Ensembles, zwei groß besetzte Kammermusik-Werke "ausgegraben". Er fand sie hand- schriftlich in der Bibliotheca Musicale Greggiati im italienischen Ostiglia. Und: Sie lassen auf- horchen.
Die Serenata a più stromenti di Concerto für Oboe, Fagott, zwei Hörner und Streichquartett in D-Dur erweist sich als eine klassische Serenade mit etlichen schönen Details. So schrieb Gatti wundervolle Solopassagen nicht nur für Violinen und Violoncello, sondern auch für Oboe und Fagott. Die beiden Hörner hingegen haben vorrangig Harmoniefunktion; nur sehr selten ist das Instrument auch als Melodiestimme zu vernehmen.
Das Sestetto für Englischhorn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass erinnert darin, wie Violine, Cello, Englischhorn und Fagott bei den Soli die Themen weiterreichen und fortspinnen, an Haydns Sinfonia concertante. Es ist ein freundliches und bildschönes Stück, das als eine echte Bereicherung des Repertoires gelten kann. Das Calamus-Ensemble musiziert die hübschen Neuentdeckungen mit Spiellust und Leidenschaft. Gattis geistreiche Musik sorgt dank der exzellenten Einspielung für ungetrübten Hörgenuss - und gute Laune.
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