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Sonntag, 14. Oktober 2018

The Clarinotts (Gramola)

Ein einzigartiges Familientrio waren The Clarinotts: Ernst Ottensamer, Soloklarinettist der Wiener Philharmoniker, musizierte in diesem Ensemble gemeinsam mit seinen Söhnen Daniel, ebenfalls Soloklari- nettist der Wiener Philharmoniker, und Andreas, Soloklarinettist der Berliner Philharmoniker. Doch im Juli 2017 erlag Ernst Ottensamer, der seit dem Jahre 2000 in Wien auch als Professor lehrte, einem Herzinfarkt. 
So wird dies wohl die letzte CD des Klarinettentrios bleiben – und wer sich die Aufnahmen anhört, wird schnell feststellen, was dies für ein Verlust ist. Denn die Musiker schätzten nicht nur die Wiener Klarinette, sondern auch andere Mitglieder der Instrumentenfamilie, wie das Bassetthorn. Und nicht nur bei den Klang- farben, sondern auch beim Repertoire bevorzugten sie Abwechslung; so erklingen neben Originalkompositionen für Klarinettentrio durchaus auch Arrangements populärer Melodien – in diesem konkreten Falle stammen sie von Rainer Schottstädt, der sie für das Trio di Clarone geschrieben hat. 
Es steht also sein Divertimento zu Mozarts Don Giovanni neben Stücken von Edison Denisov, die Miniatur Die Floristin von Henry Ploy neben dem Scherzo fantastique von Alfred Prinz und den Acht Trios von Georg Druschetzky oder das Klarinettentrio von Joseph Friedrich Hummel neben Schottstädts Fledermaus-Bearbeitung. Einzigartig wird dieses bunte Programm durch die Clarinotts, die durchweg betörend musizieren. So harmonisch, so pointiert und so farbenreich sind Klarinetten wirklich selten zu hören. 

Sonntag, 10. Juni 2012

Beethoven: Klarinettentrios (Musicaphon)

Persönliche Beziehungen haben Musiker immer wieder zu span- nenden Werken inspiriert. Ver- danken wir die Kegelstatt-Trios der Freundschaft zwischen Wolf- gang Amadeus Mozart und dem Klarinettisten Anton Stadler, so wird vermutet, dass Ludwig van Beethoven seine Klarinettentrios für Joseph Beer schuf, Klarinettist der Fürstlich Liechtensteinischen Hofkapelle.
Das Trio B-Dur op. 11 hat der Kom- ponist für Klarinette, Violoncello und Klavier geschrieben. Später hat er das Werk bearbeitet, so dass es auch von einem herkömmlichen Klaviertrio aufgeführt werden konnte. Seinen Verleger wird dies gewiss erfreut haben. Das Werk ist auch als Gassenhauer-Trio bekannt, weil bereits Zeitgenossen im letzten Satz eine Melodie aus der damals sehr populären Oper Der Corsar oder Die Liebe unter den Seeleuten von Joseph Weigl erkannt haben. Beethoven soll darüber übrigens sehr erstaunt gewesen sein - aber denselben Ohrwurm haben auch andere Komponisten damals verarbeitet, wie beispielsweise Paganini.
Das Trio Es-Dur op. 38 hingegen ist eine Bearbeitung, und zwar des gemischten Septetts op. 20. Die Klarinette behält darin sehr weit- gehend ihre Stimme; das Cello übernimmt mitunter Melodien von Fagott und Horn, und was dann übrig blieb, das hat Beethoven dem Klavier überantwortet. Dennoch ist das Ergebnis zauberhaft; die Variationen klingen, als wären sie eigens für Trio erdacht. Und das Trio Ecco spielt diesen Beethoven so elegant, dass es eine Freude ist. Wie Karl Leister, langjähriger Soloklarinettist der Berliner Philhar- moniker, der renommierte Cellist Matthias Moosdorf und die Pianistin Olga Gollej hier gemeinsam musizieren, das ist große Kunst, auch wenn es eigentlich um eher kleine Werke geht. Wundervoll! 

Samstag, 9. Juli 2011

ClarinArt Ensemble (Gallo)

"Ach, wenn wir nur clarinetti hätten", schrieb Wolfgang Ama- deus Mozart 1778 an seinen  Vater. Er hatte in Mannheim Sinfonien von Carl Stamitz gehört, und war begeistert: "- sie glauben nicht was eine sinfonie mit flauten, oboen und clarinetten für einen herrlichen Effect macht!" 
Vor Mozart hatte sich auch schon Georg Friedrich Händel für das damals neue Instrument interes- siert. 1748/49 komponierte er eine Ouvertüre für zwei Klarinet- ten und Jagdhorn. Das ClarinArt Ensemble beginnt damit diese CD - und ersetzt konsequenterweise das Horn durch ein Bassetthorn. 
Dieses Mitglied der Klarinettenfamilie liebte bekanntlich auch Mozart sehr; ihn würdigt das ClarinArt Ensemble daher mit dem Divertimen- to nach der Oper Die Hochzeit des Figaro in einer Bearbeitung für drei Bassetthörner. Die Arie Là ci darem la mano aus Mozarts Don Gio- vanni wiederum inspirierte Ludwig van Beethoven zu reizvollen Variationen für zwei Klarinetten und Bassetthorn. Sie entstanden, nachdem der Komponist das Trio von Johann Wenth gehört hatte. Der böhmische Musiker, seinerzeit einer der besten europäischen Oboisten und Englischhornbläser, hat auch selbst komponiert - und seine Petite Serenade concertante, hier in einer Version für drei Klarinetten, erklingt im Finale dieser CD. 
Das ClarinArt Ensemble spielt exzellent; das Trio gefällt durch sein ausgewogenes, harmonisches Klangbild ebenso wie durch die Vir- tuosität der drei Mitwirkenden - Sven Bachmann, Eveline Eichen- berger und Wenzel Grund. Wenn die Musiker ihren Vortrag nun noch durch etwas Humor würzen würden, dann wäre das ziemlich perfekt. 

Freitag, 4. März 2011

Klarinettentrios von Eberl, Ries, Kreutzer (Musicaphon)

Wer kennt die Beethoven-Zeitge- nossen Anton Franz Josef Eberl (1765 bis 1807), Ferdinand Ries (1784 bis 1838) und Conradin Kreutzer (1780 bis 1838)?  Im Schatten des "Titanen", wie Beet- hoven bald geradezu kultisch verehrt wurde, gerieten ihre Namen nur zu bald in Vergessen- heit. Dabei waren sie zu Lebzeiten durchaus prominent, und ihre Werke waren mitunter populärer als jene ihres schließlich zum Giganten verklärten Zeitgenossen. 
Der Cellist Matthias Moosdorf möchte sich mit diesem Zustand nicht abfinden. Es ist sein erklärtes Ziel, das Publikum wieder für aus dem Repertoire verschwundene Meisterwerke zu begeistern. Auf dieser CD stellt der umtriebige Leipziger Musiker nun gemeinsam mit Karl Leistner, Klarinette, und Olga Gollej am Piano drei exzellente Werke dieser Komponisten vor: Das Grand Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 36 von Anton Eberl und das Trio für Klarinette, Fagott/Violoncello und Klavier op. 43 von Conradin Kreutzer, zwei Werke in ausgesprochen klassischem Stil, wirken wie ein Rahmen für das Trio für Klarinette, Violoncello und Klavier op. 28 von Ferdinand Ries mit seiner schon beinahe romantischen Gestaltung. 
In allen drei Werken agieren alle drei Instrumente gleichberechtigt. So haben auch das Cello und das Klavier keineswegs nur eine Begleit- funktion, sondern vielmehr äußerst eigenständige, anspruchsvolle, teilweise beinahe konzertant wirkende Partien. Die drei Solisten, die seit 2007 als "Trio Ecco (!)" gemeinsam musizieren, haben hörbar Vergnügen an dieser nicht ganz einfachen Aufgabe - und überzeugen mit ihrer lebendigen, engagierten Interpretation. Bravi!