Zwei ältere Aufnahmen von Werken Carl Philipp Emanuel Bachs (1714
bis 1788) wurden bei Brilliant Classics wieder veröffentlicht. Das Magnificat in D-Dur Wq 215 erklingt als Mitschnitt von einem Konzert anlässlich des 200. Todestages des Komponisten mit den Solisten Venceslava Hrubá-Freiberger, Barbara Bornemann, Peter Schreier und Olaf Bär sowie dem Rundfunk- chor Berlin. Aufgezeichnet wurde es im Dezember 1988 im Schauspiel- haus Berlin.
Carl Philipp Emanuel Bach hat das Magnificat 1749 komponiert; es wird spekuliert, ob er es geschrieben hat, um sich den Leipziger Stadträten als Nachfolger seines Vaters in der Position des Thomaskantors zu empfehlen, oder möglicherweise auch für eine Bewerbung als Hofkapellmeister bei Prinzessin Anna Amalia von Preußen, der jüngsten Schwester Friedrichs des Großen. Sie war musikalisch sehr versiert, gilt aber als konservativ. Uraufgeführt jedenfalls wurde das Werk noch vor dem Ableben Johann Sebastian Bachs in der Leipziger Thomaskiche.
Komplettiert wird die CD durch eine sehr schöne Studioeinspielung der Sinfonien in G-Dur Wq 173 und 180, aufgenommen 1989. Das Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach unter seinem Gründer und Leiter Hartmut Haenchen macht hier seinem Namenspatron alle Ehre.
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Mittwoch, 29. April 2015
Dienstag, 24. März 2015
Zelenka: Missa Dei Patris (Brilliant Classics)
Dass das Werk von Jan Dismas Zelenka (1679 bis 1745) zunehmend wiederentdeckt wird, liegt nicht zuletzt an dem großen Engagement, mit dem Ludwig Güttler und seine Ensembles Musik aus langjährigem Archivschlaf erweckt haben, die einst am Dresdner Hof erklungen ist. Auch die Zelenka-Renaissance, die in jüngster Vergangenheit eine Vielzahl beeindruckender CD-Veröffentli- chungen hervorgebracht hat, hat letzten Endes ihre Wurzeln in der Initiative des rührigen Dresdner Trompeters.
Zelenka gehört zu den bedeutenden Komponisten des 18. Jahrhunderts. Er kam als Kontrabassist an den Dresdner Hof, und wurde durch seinen Dienstherrn sehr gefördert. So erhielt er Unterricht in Wien beim kaiser- lichen Hofkapellmeister Johann Joseph Fux. Zuständig war Zelenka in erster Linie für die Kirchenmusik; 1735 erhielt er dann auch den Titel des Kirchencompositeurs. Zelenka erweist sich als Individualist, der musi- kalisch sehr eigene Wege fand. So sind seine Werke höchst unkonven- tionell, originell und faszinierend.
Das vorliegende Album stellt einige geistliche und weltliche Werke Zelenkas in Einspielungen aus den 80er und 90er Jahren vor. So erklingt die Missa Dei Patris, gesungen von Venceslava Hruba-Freiberger, René Jacobs, Reinhart Ginzel, Olaf Bär und dem leider mitunter etwas schwächelnden Thüringischen Akademischen Singkreis. Zu hören sind zudem das Laudate pueri, gesungen von Peter Schreier, und das Confitebor tibi Domine, gesungen von Olaf Bär. Auch drei der eigenwilligen Capricci Zelenkas erfreuen den Zuhörer. Es musizieren die Virtuosi Saxoniae unter Leitung und zumeist auch mit Ludwig Güttler.
Zelenka gehört zu den bedeutenden Komponisten des 18. Jahrhunderts. Er kam als Kontrabassist an den Dresdner Hof, und wurde durch seinen Dienstherrn sehr gefördert. So erhielt er Unterricht in Wien beim kaiser- lichen Hofkapellmeister Johann Joseph Fux. Zuständig war Zelenka in erster Linie für die Kirchenmusik; 1735 erhielt er dann auch den Titel des Kirchencompositeurs. Zelenka erweist sich als Individualist, der musi- kalisch sehr eigene Wege fand. So sind seine Werke höchst unkonven- tionell, originell und faszinierend.
Das vorliegende Album stellt einige geistliche und weltliche Werke Zelenkas in Einspielungen aus den 80er und 90er Jahren vor. So erklingt die Missa Dei Patris, gesungen von Venceslava Hruba-Freiberger, René Jacobs, Reinhart Ginzel, Olaf Bär und dem leider mitunter etwas schwächelnden Thüringischen Akademischen Singkreis. Zu hören sind zudem das Laudate pueri, gesungen von Peter Schreier, und das Confitebor tibi Domine, gesungen von Olaf Bär. Auch drei der eigenwilligen Capricci Zelenkas erfreuen den Zuhörer. Es musizieren die Virtuosi Saxoniae unter Leitung und zumeist auch mit Ludwig Güttler.
Dienstag, 16. Juli 2013
Heinichen: La Gara degli Dei (Berlin Classics)
Ein ganz besonderes Präsent hat das Label Berlin Classics kürzlich dem Dirigenten Hartmut Haenchen zum 70. Geburtstag auf den Gabentisch gelegt. Es handelt sich dabei um die Ersteinspielung der Serenata La Gara degli Dei, eines bedeutenden Werkes von Johann Jakob Heinichen (1683 bis 1729). Der Kapellmeister am Hofe Augusts des Starken hat es für die Feierlichkeiten zur Hochzeit des Kronprinzen Friedrich August II. mit Maria Josepha, Tochter Josephs I. von Österreich, komponiert.
Der Wettstreit der Götter stand einst im September 1719 am Beginn des prächtigen Festes. Merkur, Diana, Mars, Venus, Jupiter, Saturn und auch die Sonne selbst wurden aufgeboten, um in einer Freiluft-Aufführung das Festprogramm zu eröffnen und die einzel- nen Höhepunkte anzukündigen. Das Werk erweist sich aber auch als Wett- streit der sieben Sänger sowie der Orchestersolisten, die ihre Virtuosität mit anspruchsvollen Partien unter Beweis stellen konnten.
Nach der Hochzeit verschwand das Werk im Archiv; diese CD enthält nun die Ersteinspielung nach dem Manuskript, das sich in der Sächsischen Landesbibliothek SLUB befindet. Es handelt sich um den Live-Mitschnitt eines Konzertes am 23. November 2003 im Berliner Konzerthaus durch Deutschlandradio Kultur. Haenchen, der mit dem Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach schon so manches Werk vom Archivstaub befreit hat, folgte in der Orchesterbesetzung mit 27 Musikern der historischen Überlieferung. Die Rollen der Götter haben Alexandra Coku, Carola Höhn, Simone Nold, Katharina Kammerloher, Annette Markert, Ralph Eschrig und Olaf Bär gesungen. Leider erweist sich das Sänger-Ensemble längst nicht als so ausgewogen und brillant wie das Orchester.
Dennoch wirkt die Musik beeindruckend; Heinichens Werk ist originell, und die Musiker wetteifern darin, es lebendig und mit Esprit vorzustellen. Jubilar Hartmut Haenchen war die CD wichtig genug, die Werkeinführung sowie einen kurzen Text über die langjährige Zusammenarbeit mit seinem Kammerorchester für das Beiheft eigenhändig beizusteuern. Zusätzlich enthält das Beiheft die Gesangstexte mit Erläuterungen. Soviel Sorgfalt erfreut; Dank und Glückwunsch an den Jubilar – und noch viele erfolg- reiche Jahre mit seinem hervorragenden Ensemble!
Der Wettstreit der Götter stand einst im September 1719 am Beginn des prächtigen Festes. Merkur, Diana, Mars, Venus, Jupiter, Saturn und auch die Sonne selbst wurden aufgeboten, um in einer Freiluft-Aufführung das Festprogramm zu eröffnen und die einzel- nen Höhepunkte anzukündigen. Das Werk erweist sich aber auch als Wett- streit der sieben Sänger sowie der Orchestersolisten, die ihre Virtuosität mit anspruchsvollen Partien unter Beweis stellen konnten.
Nach der Hochzeit verschwand das Werk im Archiv; diese CD enthält nun die Ersteinspielung nach dem Manuskript, das sich in der Sächsischen Landesbibliothek SLUB befindet. Es handelt sich um den Live-Mitschnitt eines Konzertes am 23. November 2003 im Berliner Konzerthaus durch Deutschlandradio Kultur. Haenchen, der mit dem Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach schon so manches Werk vom Archivstaub befreit hat, folgte in der Orchesterbesetzung mit 27 Musikern der historischen Überlieferung. Die Rollen der Götter haben Alexandra Coku, Carola Höhn, Simone Nold, Katharina Kammerloher, Annette Markert, Ralph Eschrig und Olaf Bär gesungen. Leider erweist sich das Sänger-Ensemble längst nicht als so ausgewogen und brillant wie das Orchester.
Dennoch wirkt die Musik beeindruckend; Heinichens Werk ist originell, und die Musiker wetteifern darin, es lebendig und mit Esprit vorzustellen. Jubilar Hartmut Haenchen war die CD wichtig genug, die Werkeinführung sowie einen kurzen Text über die langjährige Zusammenarbeit mit seinem Kammerorchester für das Beiheft eigenhändig beizusteuern. Zusätzlich enthält das Beiheft die Gesangstexte mit Erläuterungen. Soviel Sorgfalt erfreut; Dank und Glückwunsch an den Jubilar – und noch viele erfolg- reiche Jahre mit seinem hervorragenden Ensemble!
Montag, 16. Mai 2011
Bach: Magnificat (Newton)
Aufgezeichnet 1993 in der Jesus-Christus-Kirche Berlin - ursprüng- lich für Philipps - begeistert diese Doppel-CD mit einer fast durchweg erstklassigen Besetzung. Zu hören sind Barbara Bonney, Sopran, Bir- git Remmert, Mezzosopran, Rainer Trost, Tenor und Olaf Bär, Bariton, ein hervorragend studierter Rias-Kammerchor und das ebenfalls exzellente Kammerorchester Carl Philipp Emanuel Bach unter Lei- tung von Peter Schreier.
Es ist sehr erfreulich, dass Newton Classics diese Aufnahme nun wieder zugänglich macht. Sie ist rundum gelungen, und begeistert besonders, weil sie so ganz auf die Sänger, die menschliche Stimme, und damit auf Bachs Botschaft konzentriert ist. Eine der besten Aufnahmen von Bachs Magnificat, kombiniert mit vier Missae, die selten zu finden sind - meine unbedingte Empfeh- lung!
Es ist sehr erfreulich, dass Newton Classics diese Aufnahme nun wieder zugänglich macht. Sie ist rundum gelungen, und begeistert besonders, weil sie so ganz auf die Sänger, die menschliche Stimme, und damit auf Bachs Botschaft konzentriert ist. Eine der besten Aufnahmen von Bachs Magnificat, kombiniert mit vier Missae, die selten zu finden sind - meine unbedingte Empfeh- lung!
Samstag, 16. April 2011
Bach: Johannes-Passion; Schreier (Newton)
Als Peter Schreier 1988 mit der Staatskapelle Dresden und dem Leipziger Rundfunkchor diese seine erste Interpretation der Johannes- passion einspielte, erregte er damit enormes Aufsehen. Zwar entschied er sich für moderne Instrumente und große Besetzung. Dennoch ach- tete Schreier sehr genau auf den Notentext - und pfiff auf die Tradi- tionen, sowohl die romantischen als auch die historisierenden.
Das Ergebnis ist dramatisch, ein- drücklich, mitunter auch schroff und kantig. Schon im Eingangschor inszeniert Schreier nicht nur die Streicher als Symbol für das ewig fließende Wasser; gegen den Chor, der den Herrn als Herrscher besingt, setzt er die Dissonanzen der Holzbläser, die andeuten, dass es mitunter durchaus Schmerzen bereitet, diesem Gott zu dienen.
Nicht einmal die Choräle spenden Trost - Schreier lässt Bachs Musik und die Passionsgeschichte unbarmherzig voranschreiten. Zugleich aber ist diese Einspielung eine ausgesprochen sängerische. Schreier selbst dirigiert, und singt die Partie des Evangelisten sowie die Tenor-Arien. Dieser Spagat in Gestus und Technik gelingt dem Sänger übrigens erstaunlich gut. Doch auch sonst ist das Ensemble mit Robert Holl als Christus, Roberta Alexander, Marjana Lipovsek und Olaf Bär, Arien, Andrea Ihle als Magd, Ekkehard Wagner als Knecht, Egbert Junghanns als Petrus und Andreas Scheibner als Pilatus sehr solide besetzt. Eine Aufnahme, die Musikgeschichte mit geschrieben hat - und es ist sehr schön, dass sie bei Newton Classics jetzt wieder verfügbar ist.
Das Ergebnis ist dramatisch, ein- drücklich, mitunter auch schroff und kantig. Schon im Eingangschor inszeniert Schreier nicht nur die Streicher als Symbol für das ewig fließende Wasser; gegen den Chor, der den Herrn als Herrscher besingt, setzt er die Dissonanzen der Holzbläser, die andeuten, dass es mitunter durchaus Schmerzen bereitet, diesem Gott zu dienen.
Nicht einmal die Choräle spenden Trost - Schreier lässt Bachs Musik und die Passionsgeschichte unbarmherzig voranschreiten. Zugleich aber ist diese Einspielung eine ausgesprochen sängerische. Schreier selbst dirigiert, und singt die Partie des Evangelisten sowie die Tenor-Arien. Dieser Spagat in Gestus und Technik gelingt dem Sänger übrigens erstaunlich gut. Doch auch sonst ist das Ensemble mit Robert Holl als Christus, Roberta Alexander, Marjana Lipovsek und Olaf Bär, Arien, Andrea Ihle als Magd, Ekkehard Wagner als Knecht, Egbert Junghanns als Petrus und Andreas Scheibner als Pilatus sehr solide besetzt. Eine Aufnahme, die Musikgeschichte mit geschrieben hat - und es ist sehr schön, dass sie bei Newton Classics jetzt wieder verfügbar ist.
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