Aus den Schatzkammern des VEB Deutsche Schallplatten Berlin – Alleinhersteller von Tonträgern in der DDR – stammen diese Aufnahmen von Balladen Carl Loewes (1796 bis 1869). Zu hören ist zunächst der Tenor Eberhard Büchner, begleitet am Klavier von Norman Shetler. Er singt Die Heinzelmännchen sowie Der verliebte Maikäfer; aufgezeichnet wurden diese heiteren Werke 1983.
Die nachfolgenden Balladen werden gesungen von Bassbariton Theo Adam, am Klavier zu hören ist hier Rudolf Dunckel. Die Einspielung stammt aus dem Jahre 1968, und sie enthält einige der bekanntesten Balladen Loewes wie Der Wirtin Töchterlein, Prinz Eugen, Der Nöck, Heinrich der Vogler, Tom der Reimer, Erlkönig, entstanden übrigens ein Jahr vor Schuberts Version, sowie Die Uhr. Die CD ist ausgesprochen hörenswert, denn die Interpretationen der beiden Sänger bleiben auch nach all den Jahren exquisit.
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Montag, 22. Januar 2018
Samstag, 15. Dezember 2012
Italienische und deutsche Weihnachtsmusik (Auris Subtilis)
Die Musiker, die im Beiheft dieser CD abgebildet sind, tragen sommerliche Kleidung. Das ist kein Wunder, denn das Chemnitzer Ba- rockorchester hat diese Aufnahme im Mai 2008 eingespielt. Der weihnachtlichen Stimmung, die diese Musik beim Hörer verbreitet, tut diese Tatsache freilich keinen Abbruch.
Das Chemnitzer Barockorchester, im Advent 2003 mit einem Kon- zert in der Chemnitzer Schloss- kirche gegründet, musiziert auf historischen Instrumenten oder Nachbauten davon. Der Oboist Ekkehard Hering, langjähriges Mitglied der Akademie für Alte Musik Berlin, leitet das Ensemble, das mit sanften, stimmungsvollen Klängen begeistert. Es erklingen die Weihnachtskonzerte von Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti sowie das Concerto B-Dur für zwei Flauto traverso, Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo von Georg Philipp Telemann. Sopranistin Jana Büchner singt drei Weihnachtslieder. Und das gelingt ihr so schlicht und innig, dass es dem Zuhörer ganz andächtig wird.
Die CD endet mit Scarlattis Quartetto F-Dur für Altblockflöte, zwei Violinen und Basso continuo. Es ist wirklich eine schöne Weihnachts- musik, die man gern auch verschenken kann - denn die Werke, die hier hörenswert interpretiert werden, sind bekannt und beliebt.
Das Chemnitzer Barockorchester, im Advent 2003 mit einem Kon- zert in der Chemnitzer Schloss- kirche gegründet, musiziert auf historischen Instrumenten oder Nachbauten davon. Der Oboist Ekkehard Hering, langjähriges Mitglied der Akademie für Alte Musik Berlin, leitet das Ensemble, das mit sanften, stimmungsvollen Klängen begeistert. Es erklingen die Weihnachtskonzerte von Arcangelo Corelli und Alessandro Scarlatti sowie das Concerto B-Dur für zwei Flauto traverso, Oboe, Violine, Streicher und Basso continuo von Georg Philipp Telemann. Sopranistin Jana Büchner singt drei Weihnachtslieder. Und das gelingt ihr so schlicht und innig, dass es dem Zuhörer ganz andächtig wird.
Die CD endet mit Scarlattis Quartetto F-Dur für Altblockflöte, zwei Violinen und Basso continuo. Es ist wirklich eine schöne Weihnachts- musik, die man gern auch verschenken kann - denn die Werke, die hier hörenswert interpretiert werden, sind bekannt und beliebt.
Freitag, 14. Dezember 2012
Bach: Weihnachtsoratorium - Live aus der Dresdner Frauenkirche (Berlin Classics)
Wenn Frauenkirchenkantor Matthias Grünert alljährlich Bachs Weihnachtsoratorium aufführt, dann sind in dem Gotteshaus keine von weither angereisten Weltstars zu hören, sondern Sänger und Musiker aus der Region. Trotzdem quetscht sich das Publikum gern ins Kirchengestühl, um an einem von zwei Abenden alle sechs Kan- taten hintereinander anzuhören. So hatte Grünert das Weihnachts- oratorium bereits in seiner frühe- ren Gemeinde aufgeführt - allerdings gab es in dem Städtchen Greiz nach der dritten Kantate eine Stunde Pause, inklusive Glühwein und Thüringer Rostbratwürste draußen vor der Kirche. Und die Musiker starteten um 17 Uhr. In Dresden ist dies nicht möglich, weil das Zeitregime der Frauenkirche dafür keinen Freiraum lässt.
Dennoch ist Grünert zumindest teilweise dabei geblieben. "Böse Zungen sprechen von Tortur", meint der Kantor, "das kann ich gar nicht verstehen. Gut, die Kirchenbänke sind schon unbequem. Aber es ist doch so kurzweilige Musik, wenn man sich darauf einlässt. Die Musik entschädigt doch für alles." Berlin Classics hat die kompakte Aufführung, die mittlerweile in Dresden schon eine Tradition gewor- den ist, im vergangenen Jahr mitgeschnitten. Das Label legt die Doppel-CD nun allen Klassikfreunden auf den Gabentisch.
Wenn man die Aufnahmen anhört, ahnt man, dass es sich dabei um ein schwieriges Unterfangen gehandelt haben muss. Denn die Frauenkirche ist kein Konzertsaal, sondern ein akustisch schwieriger Rundbau mit einer gigantischen Kuppel - was dazu führt, dass die Musiker, insbesondere auch die Bläser, auf der CD klanglich sehr präsent sind, während die Sänger mitunter zu kämpfen haben.
Musiziert wird auf modernen Instrumenten, aber historisch infor- miert und mit straffen Tempi. Die Musiker sind vorzüglich; man merkt, dass sie normalerweise an den Pulten der Sächsischen Staats- kapelle und der Dresdner Philharmonie sitzen. Hier spielen sie als Ensemble Frauenkirche. Zu hören sind zudem der (ziemlich kopf- starke) Kammerchor der Frauenkirche sowie die Solisten Jana Büchner, Britta Schwarz, Markus Brutscher und Gotthold Schwarz.
Dennoch ist Grünert zumindest teilweise dabei geblieben. "Böse Zungen sprechen von Tortur", meint der Kantor, "das kann ich gar nicht verstehen. Gut, die Kirchenbänke sind schon unbequem. Aber es ist doch so kurzweilige Musik, wenn man sich darauf einlässt. Die Musik entschädigt doch für alles." Berlin Classics hat die kompakte Aufführung, die mittlerweile in Dresden schon eine Tradition gewor- den ist, im vergangenen Jahr mitgeschnitten. Das Label legt die Doppel-CD nun allen Klassikfreunden auf den Gabentisch.
Wenn man die Aufnahmen anhört, ahnt man, dass es sich dabei um ein schwieriges Unterfangen gehandelt haben muss. Denn die Frauenkirche ist kein Konzertsaal, sondern ein akustisch schwieriger Rundbau mit einer gigantischen Kuppel - was dazu führt, dass die Musiker, insbesondere auch die Bläser, auf der CD klanglich sehr präsent sind, während die Sänger mitunter zu kämpfen haben.
Musiziert wird auf modernen Instrumenten, aber historisch infor- miert und mit straffen Tempi. Die Musiker sind vorzüglich; man merkt, dass sie normalerweise an den Pulten der Sächsischen Staats- kapelle und der Dresdner Philharmonie sitzen. Hier spielen sie als Ensemble Frauenkirche. Zu hören sind zudem der (ziemlich kopf- starke) Kammerchor der Frauenkirche sowie die Solisten Jana Büchner, Britta Schwarz, Markus Brutscher und Gotthold Schwarz.
Samstag, 28. Juli 2012
Jana Büchner - Gedanken der Liebe (Auris Subtilis)
Es waren Zufälle, die die Chemnit- zer Sängerin Jana Büchner mit der Dresdner Pianistin Brita Wieder- anders und mit dem in Arizona lebenden Pianisten Eckart Sellheim zusammenführte. Doch in diesem Falle führte, wie so oft, die unver- hoffte Begegnung, die hastig auf einen Zettel gekritzelte Telefon- nummer zu einer künstlerischen Partnerschaft. Diese CD, berichtet die Sopranistin im Beiheft, ver- dankt der Zuhörer also nicht zu- letzt den "kleinen Launen des Schicksals" - denen freilich auch eine große Portion musikalische Kompetenz aufgeholfen hat.
Da wäre zunächst die Werkauswahl, die sich nicht allein mit bekann- ten Liedern prominenter Komponisten bescheidet - die drei Lieder von Fanny Hensel, die Jana Büchner denen ihres Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy zugesellt hat, hört man nicht gerade häufig. Büchner wählte zudem einige Lieder mit obligatem Horn, so Auf dem Strom von Franz Schubert, bei dem "Gesang, Horn und Klavier zu einem wahren Klanggemälde verschmelzen", so die Sängerin.
Der Dresdner Hornist Hans-Peter Fieber fügt sich mit seinem schlanken, eleganten Ton gut ein, und seinem großartigen Spiel, das sich aber nirgends in den Vordergrund drängt, lauscht man wirklich gerne. Bei den Recherchen zu Schuberts Lied stießen die Musiker zudem darauf, dass der Hornist, der einst Schuberts Werk mit uraufgeführt hatte, auch selbst zwei solche Lieder geschaffen hat: Joseph-Rodolphe Lewy, ausgebildet am Konservatorium in Paris, gehörte zu den ersten Virtuosen des neu erfundenen Ventilhorns. Auf dieser CD erklingt zum Abschluss, sehr passend, sein Lied Freund- schaft oder Liebe.
Dem schmetterlingsleichten, schön timbrierten Sopran von Jana Büchner liegen natürlich die Mozart-Lieder besonders gut. Es wird daher nicht verwundern, dass auf dieser CD etliche davon zu finden sind. Auch bei Schubert fand Büchner eine größere Anzahl Lieder, die sie ebenfalls sehr ansprechend gestaltet.
Dabei stehen ihr zwei erfahrene Liedbegleiter zur Seite. "Um dem (...) authentischen Klangbild der Entstehungszeit dieser Lieder nahe- zukommen, tauschten wir den brillanten Sound eines modernen Flügels gegen den warmen mattgoldnen Klang damals zeitgemäßer Hammerflügel", schreibt Jana Büchner, "wodurch meinem Empfin- den nach der menschlichen Stimme eine noch größere Präsenz im Bezug auf Ausdrucksintensität und Klanglichkeit zukommt, als dies ohnehin beim Liedgesang schon der Fall ist."
Der Leipziger Klavierbauer Martin Schwabe, spezialisiert auf histo- rische Tasteninstrumente, hat dafür zum einen den Nachbau eines Fortepianos nach einem Vorbild von Anton Walter, Wien 1795, zur Verfügung gestellt. Dieses Instrument stammt aus seiner eigenen Werkstatt. Dort wurde auch das zweite Fortepiano restauriert, ein Hammerflügel von Ignaz Pleyel, gebaut 1846 in Paris. Das ermöglicht einen spannenden Klangvergleich - doch auch sonst ist diese CD mit ihrem überzeugenden Konzept sehr hörenswert.
Da wäre zunächst die Werkauswahl, die sich nicht allein mit bekann- ten Liedern prominenter Komponisten bescheidet - die drei Lieder von Fanny Hensel, die Jana Büchner denen ihres Bruders Felix Mendelssohn Bartholdy zugesellt hat, hört man nicht gerade häufig. Büchner wählte zudem einige Lieder mit obligatem Horn, so Auf dem Strom von Franz Schubert, bei dem "Gesang, Horn und Klavier zu einem wahren Klanggemälde verschmelzen", so die Sängerin.
Der Dresdner Hornist Hans-Peter Fieber fügt sich mit seinem schlanken, eleganten Ton gut ein, und seinem großartigen Spiel, das sich aber nirgends in den Vordergrund drängt, lauscht man wirklich gerne. Bei den Recherchen zu Schuberts Lied stießen die Musiker zudem darauf, dass der Hornist, der einst Schuberts Werk mit uraufgeführt hatte, auch selbst zwei solche Lieder geschaffen hat: Joseph-Rodolphe Lewy, ausgebildet am Konservatorium in Paris, gehörte zu den ersten Virtuosen des neu erfundenen Ventilhorns. Auf dieser CD erklingt zum Abschluss, sehr passend, sein Lied Freund- schaft oder Liebe.
Dem schmetterlingsleichten, schön timbrierten Sopran von Jana Büchner liegen natürlich die Mozart-Lieder besonders gut. Es wird daher nicht verwundern, dass auf dieser CD etliche davon zu finden sind. Auch bei Schubert fand Büchner eine größere Anzahl Lieder, die sie ebenfalls sehr ansprechend gestaltet.
Dabei stehen ihr zwei erfahrene Liedbegleiter zur Seite. "Um dem (...) authentischen Klangbild der Entstehungszeit dieser Lieder nahe- zukommen, tauschten wir den brillanten Sound eines modernen Flügels gegen den warmen mattgoldnen Klang damals zeitgemäßer Hammerflügel", schreibt Jana Büchner, "wodurch meinem Empfin- den nach der menschlichen Stimme eine noch größere Präsenz im Bezug auf Ausdrucksintensität und Klanglichkeit zukommt, als dies ohnehin beim Liedgesang schon der Fall ist."
Der Leipziger Klavierbauer Martin Schwabe, spezialisiert auf histo- rische Tasteninstrumente, hat dafür zum einen den Nachbau eines Fortepianos nach einem Vorbild von Anton Walter, Wien 1795, zur Verfügung gestellt. Dieses Instrument stammt aus seiner eigenen Werkstatt. Dort wurde auch das zweite Fortepiano restauriert, ein Hammerflügel von Ignaz Pleyel, gebaut 1846 in Paris. Das ermöglicht einen spannenden Klangvergleich - doch auch sonst ist diese CD mit ihrem überzeugenden Konzept sehr hörenswert.
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