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Sonntag, 24. Mai 2015

Recital for Cello & Piano (Oehms Classics)

Wen-Sinn Yang, Professor für Violoncello an der Hochschule für Musik und Theater München, präsentiert hier gemeinsam mit dem Pianisten Adrian Oetiker, der ebenfalls an dieser Hochschule lehrt, ein perfektes Konzertprogramm. Man glaubt es kaum, doch diese Aufnahmen sind im Studio 2 des Bayerischen Rundfunks entstanden. 
Drei bedeutende Werke spielen die beiden Musiker – die Sonatine für Violoncello und Klavier von Zoltán Kodály (1882 bis 1967), die Arpeggione-Sonate D 821 von Franz Schubert (1797 bis 1828) und die Sonate für Pianoforte und Violoncello b-Moll op. 8 von Ernst von Dohnányi (1877 bis 1960). 
Kodály verknüpft in seiner Sonatine ungarische Melodien mit französi- schem Esprit. Dieses eigenwillige Werk, dahingetupft im Stile des Impressionismus, hält im Dialog der beiden Instrumente so manche Überraschung für den Hörer bereit. Bekannter ist die Sonate, die Franz Schubert einst für ein neues Streichinstrument geschrieben hat. Der Arpeggione, offenbar eine Kreuzung aus Gitarre und Cello, konnte sich nicht durchsetzen – Schuberts Musik aber wird sowohl von den Bratschern als auch von den Cellisten sehr geschätzt. Yang macht dieses Werk zum Ereignis; sein Cello-Ton ist wundervoll, unverkennbar, eher schlank und hell. 
Durch Beethoven und Brahms inspiriert ist die Sonate von Dohnányi. Und weil zu einem Konzert natürlich auch Zugaben gehören, spielen die beiden Musiker dann noch, ganz klassisch, das Tambourin chinois op. 3 von Fritz Kreisler 1875 bis 1926), eine Bearbeitung der bekannten Melodie des Figaro aus Rossinis Barbier von Sevilla von Mario Castelnuovo-Tedesco (1895 bis 1968) und die Feldeinsamkeit op. 86 Nr. 2 von Johannes Brahms (1833 bis 1897). 

Freitag, 30. Januar 2015

Junhong Kuang (Naxos)

In Iserlohn, wo ein ausgesprochen renommiertes Gitarren-Symposion stattfindet, wurde er bestaunt: Beim
5. Internationalen Gitarrenwettbe- werb, dem höchstdotierten in Deutschland, erregte Junhong Kuang schon bei seinem Debüt 2012 Aufsehen. Damals belegte er den dritten Platz, obwohl er gerade einmal zwölf Jahre alt war. Mit
14 Jahren durfte der junge Virtuose in Iserlohn bereits im Eröffnungs- konzert spielen, und belegte im Wettbewerb Platz zwei. Das ist ein ziemliches Wunder, denn das Festival gilt als eine Art Familientreffen der weltbesten Gitarristen, und zugleich als Sprungbrett für eine internationale Konzertkarriere. 

Junhong Kuang, der aus Tibet stammt, übt seit seinem sechsten Lebens- jahr auf dem Instrument. Irgendwann hat er allerdings beschlossen, dass er nicht, wie sein Vater, Rockgitarrist werden möchte. So spielte er 2009 am Sichuan-Konservatorium in Chengdu vor – und seitdem besucht er vormittags dort die Schule, und am Nachmittag übt er, viele Stunden täglich. Das hat sich ausgezahlt. Denn mit Unterstützung durch seinen Professor Xu Bao ist aus dem Jungen ein virtuoser Gitarrist geworden, der in bedeutenden Konzertsälen gastiert und zudem etliche wichtige Wettbewerbserfolge vorzuweisen hat. So hat er mittlerweile selbst in der Carnegie Hall in New York gespielt, wo ihn das Publikum mit Standing Ovations feierte. Sein Debütalbum ist nun im Rahmen der Laureate Series bei Naxos erschienen. Wer es nicht weiß, der wird gar nicht bemerken, dass die anspruchsvolle Gitarrenmusik auf dieser CD, von Bach bis Castelnuovo-Tedesco, durch einen Jungen vorgetragen wird. Junhong Kuang spielt technisch unglaublich perfekt, und mit tief empfundenem Ausdruck. Bravo! 

Sonntag, 14. August 2011

Irina Kulikova - Guitar Recital (Naxos)

Die junge Gitarristin Irina Kulikova hat bereits eine Vielzahl von Prei- sen gewonnen. Sie stammt aus dem russischen Tscheljabinsk und wuchs mit Musik auf, denn ihre Mutter ist Cellistin. Sie hat sich auch um die ersten Schritte in der Ausbildung ihrer Tochter geküm- mert. 
Kulikova hat dann bei Viktor Kos- low und Alexander Wolgusnow, an der Moskauer Gnessin-Akademie, bei Carlo Marchione in Maastricht, bei Marco Tamayo am Mozarteum in Salzburg und bei vielen anderen namhaften Lehrern gelernt. Die Musikerin konzertiert seit ihrem zwölften Lebensjahr. Mittlerweile dürfte sie in sämtlichen bedeutenden Konzertsälen im Osten wie im Westen gespielt haben; seit 2007 lebt die Gitarristin in Den Haag. 
In der Preisträger-Serie bei Naxos hat Kulikova nun schon zum zwei- ten Male eine CD veröffentlicht. Das Programm, das sie als Gewinnerin des Alhambra-Gitarrenwettbewerbs 2008 eingespielt hat, ist an- spruchsvoll und abwechslungsreich. Die Gitarristin beginnt mit einer eigenen Bearbeitung der von Gitarristen oft und gern gespielten Cello-Suite Nr. 1 BWV 1007 von Johann Sebastian Bach. Anschließend arbeitet sie sich schrittweise an die Moderne heran - mit der Fantaisie op. 30 von Fernando Sor, der Gitarrensonate in D-Dur op. 77 "Omaggio a Boccherini" von Mario Castelnuovo-Tedesco und der California Suite von José María Gallardo del Rey. Zum Abschluss, als besondere Referenz an die Veranstalter des Wettbewerbs, folgt Recuerdos de la Alhambra von Francisco Tárrega. 
Dieses Programm gibt Kulikova nicht nur die Gelegenheit, ihre über- legene Technik zu demonstrieren. Auch ihre Ausdrucksstärke und ihre Fähigkeit, in ihrem Spiel den musikalischen Charakter jedes einzelnen Stückes ganz entschieden herauszustellen, kommen so bestens zur Geltung. Eine beeindruckende Gitarren-CD, die ich nur empfehlen kann.