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Donnerstag, 9. September 2021

Freundliches Glücke, süßeste Liebe (Resonando)

 

Weltliche Lieder und Duette aus dem 17. Jahrhundert tragen Nuria Rial und Jan Börner auf dieser CD vor. Das Programm ist erlesen, abwechslungsreich und dramaturgisch sorgsam durchdacht. Natürlich geht es um die Liebe, und wie in einer Oper folgen auf die einführende Sinfonia bald allerlei Zweifel, Verwicklungen und Missverständnisse – was sich bis zur Verzweiflung steigern und dann zum guten Schluss in eitel Wohlgefallen auflösen lässt. 

Die Gesangsstücke stammen, mit einer Ausnahme, von Philipp Heinrich Erlebach (1657 bis 1714), Hofkapellmeister im thüringischen Rudolstadt, und Adam Krieger (1634 bis 1666), Hoforganist in Dresden. Die beiden Barockkomponisten verstanden sich bestens darauf, mit einer scheinbar schlichten Melodie ein Universum an Gefühlen zu erfassen. 

Sopranistin Nuria Rial und Altus Jan Börner präsentieren diese kleinen musikalischen Kabinettstückchen aufs Schönste, unterstützt durch den Geigenconsort Il Profondo sowie Josías Rodríguez Gándara, Erzlaute und Johannes Keller, Cembalo. Dieser musiziert auf einem Instrument von Matthias Griewisch, nach einem Original aus der berühmten Ruckers-Werkstatt, das nicht nachträglich umgebaut worden ist. Und das macht sich beim Klang recht deutlich bemerkbar. 

So erweist sich diese CD gleich doppelt als Entdeckung, denn die Musiker heben eben nicht nur Repertoireschätze. Hochinteressant – wer sich dafür aber nicht interessiert, dem bietet diese Einspielung einfach rundum Hörvergnügen. Bravi! 



Freitag, 8. Juni 2018

Baroque Twitter (Deutsche Harmonia Mundi)

Nein, es geht ausnahmsweise einmal nicht um Mobiltelefone und Kurz- nachrichten. Die Imitation von Vogelgesängen gehört vielmehr zu den beliebten Sujets der Barockzeit. Dass es aber derart viele barocke Arien und Konzerte gibt, die vom Gezwitscher geprägt sind, das ist wirklich erstaunlich. 
In diesem Blog haben wir bereits mehrfach Alben vorgestellt, die sich den kunstvoll imitierten Vogel- gesängen widmen. Nuria Rial und Maurice Steger haben nun gemeinsam mit dem Kammer- orchester Basel eine CD eingespielt, die zu weiteren Entdeckungen einlädt. Die spanische Sängerin und der Flötenvirtuose begeistern mit einem sorgsam zusammengestellten Programm, das neben einigen bekannten Werken auch etliche Kostbarkeiten enthält, die bislang in Archiven geschlummert haben. 
So erklingen neben Arien von Andrea Stefano Fiorè, Leonardo Vinci, Francesco Gasparini, Pietro Torri, Tomaso Albinoni, Johann Adolf Hasse, Antonio Vivaldi und Alessandro Scarlatti – teils mit, teils ohne Flötenpart – auch Sonaten und Konzerte von Francesco Mancini, Charles Dieupart und Antonio Vivaldi. 
Der schlanke, bewegliche Sopran von Nuria Rial harmoniert dabei aufs Beste mit dem Klang von Stegers Blockflöten. Und das Kammerorchester Basel, geleitet von seinem Konzertmeister Stefano Barneschi, ist den beiden Solisten ein kongenialer Partner. Hinreißend! 

Dienstag, 24. November 2015

Sospiri d'amanti (Deutsche Harmonia Mundi)

Die Mandoline gilt heute weithin als ein Instrument für Freaks; lange Zeit hatte sie ihre Nische entweder in Folkbands, oder aber im Zupfinstru- mentenorchester. Dabei wurde die Mandoline einst sogar bei Hofe gespielt. Auf dieser CD präsentiert das Ensemble Artemandoline unter der Leitung von Juan Carlos Muñoz gemeinsam mit der Sopranistin Nuria Rial Musik aus jener Zeit. 
Um 1750 stand die italienische Oper beinahe in ganz Europa hoch im Kurs – lediglich in Frankreich konnte sie sich nicht durchsetzen. Doch von Neapel bis Wien und von Madrid bis nach St. Petersburg dominierte Musik aus Italien. Etwa zur gleichen Zeit entwickelte sich die Mandoline zu einem populären höfischen Instrument. Sie erklang in Konzerten und Serenaden ebenso wie in der Oper, in Kantaten, ja selbst in Oratorien. Man kann davon ausgehen, dass eine enorme Menge Gesangsstücke, die durch eine Mandoline begleitet werden, spätestens mit dem Beginn der Romantik dem Archivschlaf anheimgefallen sind.  
Das ist ein Verlust, wie diese CD beweist. Artemandoline hat für diese Aufnahme nicht nur zwei hinreißende, virtuose Concerti per mandolino von Carlo Arrigoni (1697 bis 1744) und von Johann Adolf Hasse (1699 bis 1783) herausgesucht, sondern auch jede Menge hörenswerte Arien von namhaften Komponisten von Johann Joseph Fux über Antonio Caldara, Georg Friedrich Händel bis hin zu Wolfgang Amadeus Mozart, überwie- gend in Weltersteinspielungen. Musiziert wird gekonnt und mit Hingabe; Nuria Rial begeistert mit ihrem strahlenden, schlank geführten Sopran bei exzellenter Textverständlichkeit.