Posts mit dem Label Rotterdam Philharmonic Orchestra werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Rotterdam Philharmonic Orchestra werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 20. Juli 2013

Portraits - The Clarinet Album; Ottensamer (Deutsche Grammophon)

Kann es sein, dass viele Menschen heutzutage besser sehen als hören können? Im Februar 2013 nahm die Deutsche Grammophon Andreas Ottensamer exklusiv unter Vertrag – als ersten Solo-Klarinettisten überhaupt. Natürlich beherrscht der Österreicher sein Instrument exzellent, er ist schließlich Solo-Klarinettist bei den Berliner Phil- harmonikern.
Doch um zu einem Debütalbum bei einem Major zu kommen, sollte man offenbar zusätzlich jung und attraktiv sein – und nichts dagegen haben, auch so beworben zu werden. Hervorragende Klarinettisten gibt es etliche. Was also zeichnet den Musiker Ottensamer aus?
Da wäre ganz sicher seine Experimentierlust zu nennen. Ottensamer spielt nicht nur Klarinettenkonzerte – neben Klassikern von Spohr und Cimarosa ist hier auch ein interessantes Stück von Aaron Copland zu hören –, er präsentiert auch Musikstücke, die ursprünglich für ganz andere Instrumente entstanden sind. Drei Arrangements dafür hat ihm sein Jugendfreund Stephan Koncz geschrieben, der als Cellist bei den Berliner Philharmonikern musiziert.
Das hat Konsequenzen: „Dieses Album stellt den Interpreten vor die Herausforderung, zwischen verschiedenen Stilen und Spieltechniken zu wechseln“, erläutert Ottensamer; „gleichzeitig habe ich aber großen Wert darauf gelegt, immer meine persönliche Interpretation und meinen Klang zu bewahren.“ Der ist in der Tat ziemlich eigen, denn Ottensamer spielt eine Wiener Klarinette, die eine weitere Bohrung hat als deutsche Instru- mente – und das macht ihren Klang wärmer, dunkler und voluminöser. The Rotterdam Philharmonic Orchestra begleitet ihn unter der Leitung von Yannik Nézet-Séguin.

Sonntag, 21. Februar 2010

Fantasy - A night at the opera; Emmanuel Pahud (EMI Classics)

Diese CD sollte wohl besser
"A flute at the opera" über- schrieben werden. Denn sie bringt eine lange Reihe nur Insidern vertraute, halsbrecherische Opernparaphrasen für dieses Instrument. 
Bearbeitungen von populären Opernpartien für Flöte waren ausgesprochen beliebt. Sie dienten zwei sehr verschiedenen Zwecken - und waren dementsprechend auch extrem unterschiedlich angelegt. Da war die brave Paraphrase für die Hausmusik - klangschön, aber mit einiger Übung vom Laien gut zu spielen. Und da gab es jene Bearbeitungen, die Flötisten eigens dafür geschaffen haben, um dem Publikum anhand von Melodien, die jedermann vertraut waren, ihre Virtuosität sowie die Klangschönheit des eigenen Tones vorzuführen. Solche Stücke, gern "Fantaisie brillante sur..." genannt, erkunden die Möglichkeiten des Instrumentes, und gehen oft bis an die Grenzen der Spielbarkeit. Die Blütezeit dieser Art von Literatur war ohne Zweifel das 19. Jahr- hundert. Doch diese Stücke sind für jeden Flötisten noch heute eine Herausforderung.
Emmanuel Pahud spielt auf der vorliegenden CD zum einen Glucks Selige Geister, wie einen Gruß aus der Zeit vor Theobald Boehm. Und er zeigt, was die Virtuosengeneration, der Boehms Ringklappenflöte erstmals zur Verfügung stand, mit dem Instrument anzufangen wusste. Ihren Stil imitieren auch die beiden jüngeren Bearbeitungen. Wir erleben Stücke aus Verdis Opern La Traviata und Rigoletto, aus Bizets Carmen, Mozarts Zauberflöte, von Webers Freischütz sowie die Arie des Lenski aus Tschaikowskis Eugen Onegin. Bei einigen Stücken spielt Pahud gemeinsam mit Juliette Hurel; es begleitet - und das darf man hier durchaus als Kompliment lesen - das Rotterdam Philhar- monic Orchestra unter Yannick Nézet-Séguin.