Geht es um die Feier der Geburt Christi, sind sich die verschiedenen christlichen Konfessionen in etlichen Details überraschend einig. So wurden Werke des katholischen Komponisten Cristóbal de Morales (um 1500 bis möglicherweise 1553) auch in protestantischen Drucken verbreitet. Das gilt insbesondere für jene Motetten, in denen er die Geburt Christi und die Anrufung Mariens nach biblischem Vorbild gestaltete. Wer aber war der Musiker, dessen Werke auch in Wittenberg oder in Nürnberg erschienen?
Der spanische Komponist, über dessen Herkunft, Kindheit und Jugend man offenbar nichts weiß, tritt im Jahre 1526 aus dem Dunkel der Geschichte – als Kapellmeister in Ávila, später dann in Plascencia. 1535 wurde er Sänger im Päpstlichen Chor der Kapella Sixtina. Fast zehn Jahre wirkte er in Rom; von Papst Paul III. wurde der Musiker sogar geadelt. 1545 kehrte de Morales nach Spanien zurück, wo er wieder als Kapell- meister tätig wurde – zunächst an der Kathedrale von Toledo, dann in Málaga. Dort verliert sich 1553 seine Spur; es wird vermutet, dass Cristóbal de Morales im September gestorben ist.
In seinen Werken kombiniert er die musikalischen Traditionen seiner Heimat mit der Musik, die er in Rom kennengelernt hat. Das Ergebnis überrascht, denn die Kompositionen wirken erstaunlich zeitlos; wer es nicht weiß, der wird nicht vermuten, dass diese ausdrucksstarken Werke tatsächlich so alt sind.
Manfred Cordes hat mit seinem Ensemble Weser-Renaissance eine CD mit Weihnachtsmotetten von Cristóbal de Morales bei cpo veröffentlicht. Dabei hatte er eine Besetzung zur Verfügung, die ebenso ungewöhnlich ist wie die Musik, die er gemeinsam mit diesen Sängern erkundet hat: Franz Vitzthum und Alex Potter, Diskant, Achim Schulz und Bernd O. Fröhlich, Tenor altus, Maciej Gocman und Jan van Elsacker, Tenor sowie Ulfried Staber und Kees Jan de Koning, Bass. Es ist eine faszinierende Musik zum Weihnachtsfest, feierlich und seltsam innig zugleich. Sie wird hier mit Noblesse und Transparenz vorgetragen – eine Aufnahme von großer Intensität und Strahlkraft.
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Sonntag, 13. Dezember 2015
Freitag, 11. Mai 2012
La sacqueboute (Flora)
"Il faut que j'avoüe que la pre- mière fois que j'oüis sonner de la sacqueboute, j'admirai presque autant l'addresse de cellui qui s'en servoit que l'artifice de cellui qui l'a inventée; j'acoit que sans diffi- culté l'inventeur mérite beaucoup plus de loüange", schrieb Pierre Trichet 1640 in seinem Traité des instruments de musique. Die Zug- vorrichtung gab dem Instrument, zumindest im Französischen, Spanischen und Englischen, mögli- cherweise seinen Namen. Denn wer die Posaune spielt, der muss in der Tat nicht nur blasen, sondern auch ziehen und drücken - sac- quer und bouter, im Landsknechtjargon.
Im 16. Jahrhundert eroberte das Blasinstrument ganz Europa. Die Posaune erklang in der Kirche ebenso wie im Theater, im Ballsaal ebenso wie im Militärorchester. In Venedig erklang sie gemeinsam mit dem Zink in den Werken von Giovanni Gabrieli, Claudio Monte- verdi oder Heinrich Schütz. Welche Virtuosität die Posaunisten zu Beginn des 17. Jahrhunderts erreichten, davon berichtet diese CD, die einige extrem anspruchsvolle Werke aus jener Zeit mit Stücken kombiniert, die die typischen Klangfarben der Posaune alter Mensur und der Krummzinken besonders gut zur Geltung bringen.
Das Ensemble Les Sacqueboutiers aus Toulouse musiziert gemeinsam mit Michel Becquet, einem renommierten Posaunisten und Sacque- boutier, der nach vielen Berufsjahren als Soloposaunist heute die Abteilung Blechblasinstrumente am Conservatoire National Supé- rieur de Musique in Lyon leitet. Eine wunderschöne CD, die allen Freunden historischer Bläserklänge wärmstens empfohlen wird.
Im 16. Jahrhundert eroberte das Blasinstrument ganz Europa. Die Posaune erklang in der Kirche ebenso wie im Theater, im Ballsaal ebenso wie im Militärorchester. In Venedig erklang sie gemeinsam mit dem Zink in den Werken von Giovanni Gabrieli, Claudio Monte- verdi oder Heinrich Schütz. Welche Virtuosität die Posaunisten zu Beginn des 17. Jahrhunderts erreichten, davon berichtet diese CD, die einige extrem anspruchsvolle Werke aus jener Zeit mit Stücken kombiniert, die die typischen Klangfarben der Posaune alter Mensur und der Krummzinken besonders gut zur Geltung bringen.
Das Ensemble Les Sacqueboutiers aus Toulouse musiziert gemeinsam mit Michel Becquet, einem renommierten Posaunisten und Sacque- boutier, der nach vielen Berufsjahren als Soloposaunist heute die Abteilung Blechblasinstrumente am Conservatoire National Supé- rieur de Musique in Lyon leitet. Eine wunderschöne CD, die allen Freunden historischer Bläserklänge wärmstens empfohlen wird.
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