„Ich habe oft auf Reisen nur vom Gesang der Mädchen und der Pflüger auf den Feldern wahrgenommen, an welchem Ort nach welcher Kirchen- lehre geleitet und gelebt wird“, so schrieb Philipp Melanchthon. Martin Luther war der Musik bekanntlich sehr zugetan; er sang leidenschaftlich gern und spielte selbst auch Laute. Dieser Tatsache ist es zu verdanken, dass nicht gregorianische Weisen, sondern bekannte Melodien aus der Reformationszeit über einen langen Zeitraum hinweg den evangelisch-lutherischen Gottesdienst prägten.
Das ist allerdings keineswegs selbstverständlich. Denn an der Liturgie änderte sich zunächst nichts, erläutert Dr. Christoph G. Schmidt im Beiheft. Der musikbegeisterte Schleswiger Archäologe hat The Playfords bei der Arbeit an diesem Album beraten. Zwar entstanden in der Reforma- tionszeit und auch danach zahlreiche Lieder; Luthers Freund Johann Walter beispielsweise gilt als Urkantor der evangelischen Kirche. Doch ihren Platz hatten sie zunächst im Privatbereich – vor allem in der häuslichen Andacht. Von dort aus eroberten die Kirchenlieder schließlich auch den Gottesdienst, so Schmidt.
The Playfords, benannt nach dem Sammelband The English Dancing Master von John und Henry Playford, sind ein mitteldeutsches Ensemble, das sich in erster Linie der europäischen Tanzmusik aus Renaissance und Frühbarock verschrieben hat. Die originalen Melodien – oftmals ist nur eine Melodiestimme überliefert – singen und spielen sie auf Nachbauten historischer Instrumente. Dabei geht es ihnen weniger um museal korrekte als vielmehr um lebendige, zeitgemäße Interpretationen.
Auf der jüngsten CD, der ersten bei dem Label Deutsche Harmonia Mundi, spürt das Ensemble frühen Kirchenliedern nach – und ihren weltlichen Zwillingen, denn ein beliebtes Verfahren, ein neues Lied zu erschaffen, war seinerzeit die sogenannte Kontrafaktur: Man nehme eine bekannte Melodie, und dichte einfach einen neuen Text darauf. Ein klassisches Beispiel dafür ist Martin Luthers Vom Himmel hoch, da komm ich her, nach dem Reigen Ich komm aus fremden Landen her. Paul Gerhardts andächtiges O Haupt voll Blut und Wunden basiert auf Hans Leo Hasslers Mein G'müt ist mir verwirret, wie überhaupt so manche fromme Weise ziemlich deftig weltliche Wurzeln hat.
Wer die alten Kirchenlieder in bunter Mischung mit den ursprünglichen Fassungen hören möchte, verjazzt und ziemlich modern improvisierend umrankt von Annegret Fischers Blockflöten, der sollte sich diese CD besorgen. Wer sich durch das tänzerisch-frohsinnige Herangehen der jungen Musiker an die alten Weisen und durch Arrangements, die alle irgendwie ähnlich klingen, eher genervt fühlt, der sollte allerdings dieses Album meiden. Eines ist nicht schwer vorherzusagen: Live dürfte dieses Programm der Playfords beim Publikum gut ankommen – und das Luther-Jubiläum naht...
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Montag, 11. Juli 2016
Freitag, 20. Juni 2014
Praise the Lord - Luthers Lieder auf dem Weg in die Welt (Carus)
Mit dieser CD verweist der Stadt- singechor Halle/Saale auf Tradi- tionen, die die Hallorenstadt geprägt haben. Denn sie war einst ein Zentrum des Pietismus. Dort gründete der Theologe August Hermann Francke (1663 bis 1727) eine Anstalt zur Betreuung von Armen und Waisen. Diese soge- nannten Franckeschen Stiftungen, einst vor den Toren gelegen, heute eine kleine Stadt mitten in der Stadt, trugen ganz entscheidend dazu bei, dass Halle in ganz Europa als „neues Jerusalem“ gerühmt wurde.
Im Hallenser Waisenhaus wurden Lieder gesungen – natürlich die aus der Feder Martin Luthers, aber auch die kunstvollen Vertonungen durch Johann Walther (1496 bis 1570). Der kursächsische Hofkapell- meister gilt als „Urkantor“ der Reformation. Hundert Jahre später entstand eine neue Art von Kirchenliedern. Sie war weniger für den Gottesdienst als vielmehr für die häusliche Andacht bestimmt und reflektierte die persönliche Beziehung des Christen zu Christus – was dem Geist des Pietismus sehr nahe lag.
Insbesondere die Lieder Paul Gerhardts (1607 bis 1676) wurden von den Hallensern sehr geschätzt. Francke und sein Mitarbeiter Johann Anastasius Freylinghausen schufen auch eigene Lieder, die den frommen Lebenswandel so erfolgreich lobten, dass die örtlichen Drucker es kaum schafften, ausreichend Gesangbücher zu liefern – so groß war die Nachfrage. Und die Pietisten verbreiteten dieses Liedgut weltweit; diese CD zeigt anhand von Beispielen aus dem englisch- sprachigen Raum, wie die Ideen aus Mitteldeutschland singend bis in die Neue Welt gelangten. Der Stadtsingechor zu Halle, einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands, derzeit unter Leitung von Frank-Steffen Elster, hat gemeinsam mit der Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner sowie einem Solistenquartett eine Auswahl Kirchenlieder aus dieser Tradition eingespielt.
Im Hallenser Waisenhaus wurden Lieder gesungen – natürlich die aus der Feder Martin Luthers, aber auch die kunstvollen Vertonungen durch Johann Walther (1496 bis 1570). Der kursächsische Hofkapell- meister gilt als „Urkantor“ der Reformation. Hundert Jahre später entstand eine neue Art von Kirchenliedern. Sie war weniger für den Gottesdienst als vielmehr für die häusliche Andacht bestimmt und reflektierte die persönliche Beziehung des Christen zu Christus – was dem Geist des Pietismus sehr nahe lag.
Insbesondere die Lieder Paul Gerhardts (1607 bis 1676) wurden von den Hallensern sehr geschätzt. Francke und sein Mitarbeiter Johann Anastasius Freylinghausen schufen auch eigene Lieder, die den frommen Lebenswandel so erfolgreich lobten, dass die örtlichen Drucker es kaum schafften, ausreichend Gesangbücher zu liefern – so groß war die Nachfrage. Und die Pietisten verbreiteten dieses Liedgut weltweit; diese CD zeigt anhand von Beispielen aus dem englisch- sprachigen Raum, wie die Ideen aus Mitteldeutschland singend bis in die Neue Welt gelangten. Der Stadtsingechor zu Halle, einer der ältesten Knabenchöre Deutschlands, derzeit unter Leitung von Frank-Steffen Elster, hat gemeinsam mit der Lautten Compagney Berlin unter Wolfgang Katschner sowie einem Solistenquartett eine Auswahl Kirchenlieder aus dieser Tradition eingespielt.
Montag, 31. März 2014
Die helle Sonn leuchtet (cpo)
Das Kirchenlied ist ein Kind der Reformation. Luther hat selbst etliche Kirchenlieder geschrieben, denn er legte großen Wert darauf, dass der Christ nicht nur liest, sondern auch singt. Und so haben auch Luthers Zeitgenossen und alle späteren Generationen „ihre“ Kirchenlieder verfasst. Auf dieser CD hat das Ensemble Stimmwerck Melodien aus den ersten hundert- fünfzig Jahren dieser Tradition eingesungen. Der zeitliche Rahmen reicht von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg. Es sind bekannte Lieder wie O Haupt voll Blut und Wunden, Allein Gott in der Höh sei Ehr oder Wachet auf, ruft uns die Stimme, aber auch weniger geläufige sind dabei. Die Sätze stammen ebenfalls aus derselben Zeit; ihre Schöpfer sind namhafte Musiker wie „Urkantor“ Johann Walter, Michael Praetorius, Melchior Vulpius oder Heinrich Schütz.
Vorgetragen werden sie durch Franz Vitzthum, Klaus Wenk, Gerhard Hölzle und Marcus Schmidl im Stil der damaligen Zeit; so könnte die Hofkapelle einer kleineren protestantischen Residenz im Gottesdienst geklungen haben. Die Gastmusiker lassen daher nicht nur Laute und Orgel, sondern auch Gamben und Zink ertönen. Das bringt Farbe, und sorgt zusätzlich für Abwechslung. Und das Label cpo veröffentlicht die Aufnahmen obendrein im allerbesten Surround-Sound. Sehr hörenswert!
Vorgetragen werden sie durch Franz Vitzthum, Klaus Wenk, Gerhard Hölzle und Marcus Schmidl im Stil der damaligen Zeit; so könnte die Hofkapelle einer kleineren protestantischen Residenz im Gottesdienst geklungen haben. Die Gastmusiker lassen daher nicht nur Laute und Orgel, sondern auch Gamben und Zink ertönen. Das bringt Farbe, und sorgt zusätzlich für Abwechslung. Und das Label cpo veröffentlicht die Aufnahmen obendrein im allerbesten Surround-Sound. Sehr hörenswert!
Mittwoch, 29. Januar 2014
Lob, Ehr und Preis sei Gott (Berlin Classics)
Es war die Inhaberin eines CD-Fachgeschäftes, die Peter Kopp, den Leiter des Kammerchores Vocal Concert Dresden, auf die Idee brachte, eine CD mit Kirchenliedern aufzunehmen. Doch bevor es ans Musizieren ging, war zunächst das Programm zusammenzustellen. Diese Aufgabe erwies sich als knifflig, berichtet der Chorleiter: „Gut und gern drei, vier CDs ließen sich mit Liedern füllen, die – selbst bei strenger Auswahl – noch zu den schönsten und wichtigsten gehören würden“, meint Kopp. „Ebenso erforderten die Entscheidung über Melodie- und Textfassungen und die Auswahl der Verse eine gewisse Entschlusskraft.“
So ist eine Einspielung entstanden, die sich klug beschränkt auf schlichte, weder übermäßig modern-ambitionierte noch besonders altertümliche Chorsätze. Auch gesungen wird schlicht und innig. Der Chorklang überzeugt durch absolute Klarheit und Geradlinigkeit. Das passt zum Kirchenlied perfekt. Im Mittelpunkt dieser Aufnahme stehen die alten Melodien, wobei man sich zugegebenerweise eine noch bessere Textverständlichkeit wünschen würde. An der Orgel lässt sich Sebastian Knebel hören – dezent, aber zugleich abwechs- lungsreich in Klang und Gestaltung. Eingespielt wurde die CD in der Kirche des Dorfes Polditz unweit von Leisnig in Sachsen, auf halbem Wege zwischen Grimma und Döbeln. So ist diese Aufnahme meines Wissens tatsächlich die einzige derzeit erhältliche, die das Kirchenlied dort erklingen lässt, wo es seine Wurzeln hat – in der Gemeinde, die sich mit der Kirchenmusik einst ein Zipfelchen himmlische Freude in ihren Alltag geholt hat.
So ist eine Einspielung entstanden, die sich klug beschränkt auf schlichte, weder übermäßig modern-ambitionierte noch besonders altertümliche Chorsätze. Auch gesungen wird schlicht und innig. Der Chorklang überzeugt durch absolute Klarheit und Geradlinigkeit. Das passt zum Kirchenlied perfekt. Im Mittelpunkt dieser Aufnahme stehen die alten Melodien, wobei man sich zugegebenerweise eine noch bessere Textverständlichkeit wünschen würde. An der Orgel lässt sich Sebastian Knebel hören – dezent, aber zugleich abwechs- lungsreich in Klang und Gestaltung. Eingespielt wurde die CD in der Kirche des Dorfes Polditz unweit von Leisnig in Sachsen, auf halbem Wege zwischen Grimma und Döbeln. So ist diese Aufnahme meines Wissens tatsächlich die einzige derzeit erhältliche, die das Kirchenlied dort erklingen lässt, wo es seine Wurzeln hat – in der Gemeinde, die sich mit der Kirchenmusik einst ein Zipfelchen himmlische Freude in ihren Alltag geholt hat.
Sonntag, 15. September 2013
Morgenlicht - Kirchenlieder & Choräle (Deutsche Grammophon)
Kirchenlieder und Choräle prä- sentiert der Rundfunkchor Berlin mit seinem ersten Exklusivalbum bei dem Label Deutsche Gram- mophon. Dieses Programm reicht von Jesu, meine Freude in dem berühmten Chorsatz aus der Feder Johann Sebastian Bachs bis zu Laudate omnes gentes in der Taizé-Version und von Ein feste Burg ist unser Gott, dem Inbegriff des protestantischen Gemein- deliedes, bis hin zu Morning has broken, hier als Morgenlicht leuchtet in einem sehr gelungenen Arrangement von John Rutter.
„Das Wunderbare an diesen Liedern ist: Sie sind so schlicht, dass jeder sie singen kann, dabei aber nicht simpel; sie sind so eingängig, dass sie sofort im Gedächtnis bleiben, aber nicht billig“, begeistert sich Simon Halsey, der Chefdirigent des Chores für dieses Repertoire, das ihm seit seiner Kindheit lieb und vertraut ist. „Die Texte thematisieren die wichtigen Feiertage, die unseren Jahresablauf gliedern, finden Worte für die zentralen Abschnitte im Leben eines jeden Menschen, für den Gewinn oder Verlust eines geliebten Wesens bei der Taufe, Hochzeit oder Beerdigung. Sie berühren deshalb so tief, weil sie Gefühle ansprechen, die wir alle kennen: überwältigen- de Freude, Trauer und Angst. Diese Gefühle sind manchmal so groß, dass wir ihnen mit diesen Liedern Raum schaffen und uns damit in Gottes Hände geben wollen.“
Musikalisch ist die Einspielung anspruchsvoll. Die CD bietet zudem einen ausgewogenen Mix zwischen Tradition und Moderne. So wurden die beiden Arrangements von Bewahre uns Gott und Ich lobe meinen Gott eigens für dieses Album neu geschrieben. Der Rund- funkchor singt kraftvoll und professionell; allerdings betont die Aufnahme mitunter für meinen Geschmack zu sehr den Kunstgesang. Hörenswert begleitet werden die Sängerinnen und Sänger von der Harfenistin Maria Todtenhaupt und KMD Jörg Strodthoff. Es ist die letzte CD-Einspielung des engagierten Kirchenmusikers, der zuletzt als Kantor und Organist an der Auenkirche Berlin-Wilmersdorf tätig war und im Juni 2013 im Alter von nur 53 Jahren einer schweren Erkrankung erlegen ist.
„Das Wunderbare an diesen Liedern ist: Sie sind so schlicht, dass jeder sie singen kann, dabei aber nicht simpel; sie sind so eingängig, dass sie sofort im Gedächtnis bleiben, aber nicht billig“, begeistert sich Simon Halsey, der Chefdirigent des Chores für dieses Repertoire, das ihm seit seiner Kindheit lieb und vertraut ist. „Die Texte thematisieren die wichtigen Feiertage, die unseren Jahresablauf gliedern, finden Worte für die zentralen Abschnitte im Leben eines jeden Menschen, für den Gewinn oder Verlust eines geliebten Wesens bei der Taufe, Hochzeit oder Beerdigung. Sie berühren deshalb so tief, weil sie Gefühle ansprechen, die wir alle kennen: überwältigen- de Freude, Trauer und Angst. Diese Gefühle sind manchmal so groß, dass wir ihnen mit diesen Liedern Raum schaffen und uns damit in Gottes Hände geben wollen.“
Musikalisch ist die Einspielung anspruchsvoll. Die CD bietet zudem einen ausgewogenen Mix zwischen Tradition und Moderne. So wurden die beiden Arrangements von Bewahre uns Gott und Ich lobe meinen Gott eigens für dieses Album neu geschrieben. Der Rund- funkchor singt kraftvoll und professionell; allerdings betont die Aufnahme mitunter für meinen Geschmack zu sehr den Kunstgesang. Hörenswert begleitet werden die Sängerinnen und Sänger von der Harfenistin Maria Todtenhaupt und KMD Jörg Strodthoff. Es ist die letzte CD-Einspielung des engagierten Kirchenmusikers, der zuletzt als Kantor und Organist an der Auenkirche Berlin-Wilmersdorf tätig war und im Juni 2013 im Alter von nur 53 Jahren einer schweren Erkrankung erlegen ist.
Freitag, 8. April 2011
Eccard: Mein schönste Zier (MDG)
Die Werke von Johannes Eccard (1553 bis 1611) sind bis heute in der protestantischen Kirchen- musik präsent. Der Komponist stammt aus dem Städtchen Mühl- hausen in Thüringen, und war Sängerknabe in Weimar. Aus dieser evangelischen Residenzstadt wechselte er dann nach München, wo er drei Jahre lang als Kapell- knabe bzw. Altist wirkte. Die bayerische Hofkapelle, geleitet von Orlando die Lasso, war damals die wohl beste in Deutschland. Eccard lernte dort die üblichen Werke der katholischen Kirchenmusik ebenso kennen wie die weltliche Musik, die bei Hofe gebräuchlich war. Und er erhielt Kompositionsunterricht bei Orlando di Lasso, berichtet er in der Vorrede zu seiner ersten Publikation, die er nach dem Ende seiner Münchner Zeit veröffentlichte - Zwentzig Neue Christliche Gesäng, und zwar auf Texte des Mühlhäuser Superintendenten Ludwig Helm- bold.
Sein protestantisches Bekenntnis hinderte Eccard aber nicht daran, in die Dienste Jakob Fuggers zu treten. Eine Messe aus dieser Zeit ist überliefert, die zeigt, dass sich der Komponist auch in der katholi- schen Kirchenmusik sicher bewegte. Dort, wie auch in einer Samm- lung weltlicher Lieder aus dem Jahre 1578, die den Fugger-Brüdern gewidmet ist, wird das Vorbild seines Lehrers di Lasso deutlich er- kennbar.
1579 wechselte Eccard in die Hofkapelle Markgraf Georg Friedrichs von Ansbach nach Königsberg, wo er als Vizekapellmeister tätig war, und eine evangelische Kantorei aufbaute. 1608 ging er dann als kur- fürstlicher Kapellmeister und Domkantor nach Berlin. Sein Schüler und Nachfolger Johannes Stobäus sorgte dafür, dass die Werke Eccards nicht in Vergessenheit gerieten. Zweihundert Jahre später nahm übrigens Johannes Brahms die Chorsätze dieses Meisters in die Programme seiner Chöre auf. Und noch heute werden die klang- schönen wie gut singbaren Motetten und Kantionalsätze von Kirchenchören gern gesungen.
Auf dieser CD hat sich der Norddeutsche Kammerchor unter Maria Jürgensen dieser Werke angenommen. Gesungen wird mustergültig, und auch die technische Qualität der Aufnahme entspricht dem Standard des audiophilen Labels Dabringhaus und Grimm - bravi!
Sein protestantisches Bekenntnis hinderte Eccard aber nicht daran, in die Dienste Jakob Fuggers zu treten. Eine Messe aus dieser Zeit ist überliefert, die zeigt, dass sich der Komponist auch in der katholi- schen Kirchenmusik sicher bewegte. Dort, wie auch in einer Samm- lung weltlicher Lieder aus dem Jahre 1578, die den Fugger-Brüdern gewidmet ist, wird das Vorbild seines Lehrers di Lasso deutlich er- kennbar.
1579 wechselte Eccard in die Hofkapelle Markgraf Georg Friedrichs von Ansbach nach Königsberg, wo er als Vizekapellmeister tätig war, und eine evangelische Kantorei aufbaute. 1608 ging er dann als kur- fürstlicher Kapellmeister und Domkantor nach Berlin. Sein Schüler und Nachfolger Johannes Stobäus sorgte dafür, dass die Werke Eccards nicht in Vergessenheit gerieten. Zweihundert Jahre später nahm übrigens Johannes Brahms die Chorsätze dieses Meisters in die Programme seiner Chöre auf. Und noch heute werden die klang- schönen wie gut singbaren Motetten und Kantionalsätze von Kirchenchören gern gesungen.
Auf dieser CD hat sich der Norddeutsche Kammerchor unter Maria Jürgensen dieser Werke angenommen. Gesungen wird mustergültig, und auch die technische Qualität der Aufnahme entspricht dem Standard des audiophilen Labels Dabringhaus und Grimm - bravi!
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