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Donnerstag, 6. September 2018

Vater unser - German Sacred Cantatas (Ricercar)

Eine Kollektion protestantischer Sakralmusik aus dem 17. Jahr- hundert hat das Ensemble Clematis auf dieser CD zusammengestellt. Die Werke entstammen überwiegend der Sammlung Düben; einige davon erklingen in Weltersteinspielung. Den Gesangspart hat der Counter- tenor Paulin Bündgen übernommen. 
Immer wieder staunt man, welch hohes Niveau doch die Kirchenmusik damals hatte. David Pohle (1624 bis 1695) und Johann Theile (1646 bis 1724) beispielsweise waren Schüler von Heinrich Schütz; ihre Werke sind nicht weniger beeindruckend als die bekannten geistlichen Konzerte von Johann Christoph Bach (1642 bis 1703) oder Johann Michael Bach (1648 bis 1694). Doch auch längst vergessene Komponisten wie Johann Wolf- gang Franck, der in Ansbach am Hofe und in Hamburg am Gänsemarkt-Opernhaus tätig war, der Mühlhäuser Johann Rudolph Ahle oder Heinrich Schwemmer,der als Kantor in Nürnberg an St. Sebald wirkte, überraschen mit handwerklich gelungenen, ausdrucksstarken Kompositionen. 

Montag, 12. Juni 2017

Luther Collage (Carus)

Luther-Choräle stehen im Mittelpunkt der neuen CD des Leipziger Calmus Ensembles. „Die Luther Collage ist die zweite CD, die wir zum 500jährigen Reformationsjubiläum vorlegen“, schreibt Bariton Ludwig Böhme. Das Album sei „eine in ihrer Besetzung sehr reduzierte, beinahe minimalistische Auseinandersetzung mit den Liedern Martin Luthers.“ 
Dem Kirchenjahr folgend, erklingen sieben Choräle, von Ein feste Burg ist unser Gott bis zu Verleih uns Frieden gnädiglich. Die Sänger haben diesen bekannten Melodien die unterschied- lichsten Versionen aus gut 600 Jahren Musikgeschichte zur Seite gestellt. Zu hören sind beispielsweise die (gregorianischen) Originale, Choralvor- spiele von Max Reger (1873 bis 1916) und von Carl Piutti (1846 bis 1902), und Chorsätze von Heinrich Schütz, Sethus Calvisius, Johann Hermann Schein, Michael Praetorius, Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, oder auch zeitgenössischen Komponisten wie Gunnar Eriksson (*1936) oder Arvo Pärt (*1935). So entsteht rings um jedem Choral ein musikalischer Mikrokosmos, auf den Spuren Martin Luthers. 
Aufgenommen wurde diese Produktion in der Leipziger Thomaskirche. An diesem ganz besonderen Ort dürfen natürlich auch Werke Johann Sebastian Bachs nicht fehlen. Das Vokalquintett erweist sich dabei durch- aus als experimentierfreudig: „Wir übertragen den Luftstrom, der die vielen Register einer Orgel zum klangprächtigen Schwingen bringt auf unsere Stimmen und vokalisieren Orgelmusik“, so Böhme. „Wir reflektieren ebenso den katholischen Ursprung der Choräle, die Martin Luther aus dem Lateinischen in für jedermann verständliches Deutsch übertragen hat, indem wir gregorianische Gesänge einflechten, die lange vor Luthers Zeit entstanden.“ 
Und all das singt das Calmus Ensemble wirklich großartig. Auch technisch ist die Aufnahme ausgezeichnet; die besondere Atmosphäre jener Spät- sommernächte, in denen das Quintett in dem berühmten Kirchenraum gesungen hat, wird so tatsächlich hörbar. 

Freitag, 27. November 2015

Martin Luther - Ein feste Burg ist unser Gott (Rondeau)

Dem Reformator Martin Luther waren Lieder wichtig – und deshalb schrieb er selbst fürs Kirchenvolk mehr als 30 Lieder – nach Psalmversen, nach liturgischen Stücken, zur Unterweisung der Gläubigen und zur Erbauung. Gemeinsam mit Johann Walter, dem evangelischen Urkantor, schuf Luther durch die neue Ordnung des Gottesdienstes auch Raum für eine neue Kirchenmusik – und gleich noch das passende Gesangbuch dazu. 
Luther wollte eine singende Gemeinde, die nicht nur im Gottesdienst munter anstimmte, sondern auch in der häuslichen Andacht, oder aber zur Tröstung der Kranken und Sterbenden. Bis zum heutigen Tage sind insbesondere die Luther-Choräle in der evangelischen Kirche lebendig und beliebt. Auf dieser CD stellen der Kammerchor der Frauenkirche Dresden und die Instrumenta Musica unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert sieben Lieder Luthers vor. Dabei wird zugleich deutlich, wie breit und differenziert die Ideen des Reformators in der Zeit nach der Reformation aufgegriffen wurden. Denn die Choräle, die Martin Luther geschaffen hat, wurden von Heinrich Schütz, Hans Leo Hassler, Michael Praetorius und vielen anderen namhaften Musikern bearbeitet. 
Nun komm, der Heiden Heiland, Vom Himmel hoch, da komm ich her, Gelobet seist du, Jesu Christ, Christ lag in Todesbanden, Komm, Heiliger Geist, Herre Gott, Vater unser im Himmelreich sowie der heimliche Hymnus der protestantischen Kirche, Ein feste Burg ist unser Gott, erklingen jeweils in verschiedenen Versionen. Den Anfang macht jeweils ein Orgelchoral von Samuel Scheidt aus dem Görlitzer Tabulaturbuch von 1650. Es folgen Choralsätze, Motetten, Bicinien oder Geistliche Konzerte; zum Abschluss erklingt dann zudem noch einmal eine Choralbearbeitung für die Orgel. Für jeden Choral Martin Luthers hat Grünert genau fünf Varianten ausgewählt; eine davon stammt immer von Michael Praetorius, ebenso wie die Zwischenmusiken, für die der Kantor Tanzsätze aus Praetorius' Terpsichore (1612) herausgesucht hat. 

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Freue dich, du Tochter Zion (Carus)

Es muss nicht immer Bach sein, meint Holger Speck – und präsen- tiert mit dem Vocalensemble Rastatt sowie dem Barockorche- ster Les Favorites eine beachtliche Auswahl frühbarocker Advents- und Weihnachtsmusiken. Es sind zumeist wenig bekannte Werke von Komponisten wie Johann Hermann Schein, Andreas Hammerschmidt, Johannes Eccard oder Michael Praetorius. 
Und mit Also hat Gott die Welt geliebt von Johann Rosenmüller sowie O anima mea von Christoph Bernhard sind sogar zwei Welt- ersteinspielungen darunter. Der Chor singt die alten Stücke hinreißend. Und auch die Solisten Maria Bernius und Felicitas Erb, Sopran, sowie Tenor Jan Kobow sowie die Instrumentalisten sorgen für eine große Portion Klangpracht und Feststimmung. Bravi! 

Sonntag, 9. Dezember 2012

Ein Kind ist uns geboren (Auris Subtilis)

Anspruchsvolle Chorsätze zur Weihnachtszeit präsentiert auf dieser CD der Kammerchor der Kreuzkirche Chemnitz unter Kantor Steffen Walther. Er hat dafür Werke ausgewählt von der Geistlichen Chormusik Heinrich Schütz' (1585 bis 1672) bis zu den Quatre motets pour le temps de Noel von Francis Poulenc (1899 bis 1963). 
Altvertrautes, wie Nun komm, der Heiden Heiland in einem Satz von Johann Hermann Schein (11586 bis 1630), steht neben Überraschen- dem, wie den Chorsätzen von Ernst Pepping (1901 bis 1981), Heinrich Kaminski (1886 bis 1946) und Josef Gabriel Rheinberger (1839 bis 1901), dessen  Drei Adventsmotetten op. 176 erklingen. Und auch lateinische Motetten des 16. Jahrhunderts sind zu hören, wie das berühmte O magnum mysterium von Adrian Willaert (um 1490 bis 1562) oder die Magnificat-Antiphon Hodie Christus natus est in der Vertonung durch Jan Pieterszon Sweelinck (1562 bis 1621). 
Der Kammerchor der Chemnitzer Kreuzkirche singt sauber und ver- siert. Einzig ein wenig mehr Temperament würde man sich vielleicht von den Sängerinnen und Sängern wünschen - und von Kantor Steffen Walther, dass die nächste CD auch klanglich ein wenig Abwechslung bietet. 

Mittwoch, 7. März 2012

Eccard: Preussische Festlieder (Carus)

"Selten sind seine Gaben, keiner unter den Söhnen unserer Stadt hat vor ihm verstanden, so anmuthig die Töne zu verbinden, die lebendige Melodie so den Worten anzuschmiegen", lobte Ludwig Helmbold, poeta laurea- tus, Pfarrer und Superintendent an der Marienkirche im thüringischen Mühlhausen, seinen Schüler Jo- hannes Eccard. 
Diese Stärke zeigt sich auch in je- nen Liedsätzen, die Eccards Schüler Johannes Stobäus gemein- sam mit eigenen Werken 1642 und 1644 unter dem Titel Preussische Festlieder veröffentlicht hat. Musikhistoriker haben diese Sammlung als kulturelles Vermächtnis Preußens gewürdigt. Sie entstand als Chorbuch für den Figuralgesang in den lutherischen Gemeinden des Herzogtums, zusammengestellt im Auftrag des Königsberger Geist- lichen Ministeriums. 
Stobäus wählte dafür 35 eigene Liedsätze für fünf bis acht Stimmen und 26 seines Lehrers Eccard aus, und ordnete sie dem Kirchenjahr entsprechend. 15 dieser Werke hat jetzt das Vocal Concert Dresden unter Leitung von Peter Kopp und zumeist lautstarker Begleitung durch die Capella de la Torre für Carus eingesungen. Darunter sind bekanntere Werke, wie Macht hoch die Tür von Stobäus oder Maria, das Jungfräuelein von Eccard, aber auch etliche Lieder in Welt- ersteinspielung. Das Vocal Concert Dresden erweist sich erneut als einer der derzeit besten Chöre Deutschlands. Die Bläserklänge der Capella de la Torre sind für meinen Geschmack zumeist sehr intensiv; aber es ist anzunehmen, dass Stadtpfeiffer seinerzeit mit genau diesem Instrumentarium an der Kirchenmusik mitgewirkt haben. Insofern ist dieses Klangbild sicherlich authentisch. 

Eccard: Fröhlich will ich singen (Carus)

"Wes Brot ich ess', des Lied ich sing", dieses Sprichwort prägte Musikerbiographien ganz beson- ders zur Zeit der Reformation und Gegenreformation. Johannes Eccard (1553 bis 1611) stammt aus der Keyserlich Freyen und des Heil. Reichs Stadt Mühlhausen in Thüringen - seit 1557 protestan- tisch. Seine musikalische Laufbahn begann er als Sängerknabe an der Hofkapelle in Weimar, ebenfalls evangelisch. Als diese 1571 aufge- löst wurde, wechselte Eccard als Cantorey Puebe bzw. Altist an die Münchner Hofkapelle München unter Orlando di Lasso. 
Er habe "daselbst von Orlando di Lassus (...) in itziger zeit under den Musicis dem beruhmbtesten (...) Composition in preceptis et funda- mento (...) gefast und gelernet", berichtet Eccard später. Da musi- zierte er bereits in Augsburg für Jakob Fugger, und damit erneut für einen katholischen Dienstherrn.
Die Religion könnte der Grund dafür sein, dass Eccard schließlich bei diesem Mäzen kündigte und in die Hofkapelle Markgraf Georg Fried- richs von Ansbach eintrat: Im Mai 1580 ging er als Vizekapellmeister nach Königsberg. Doch die Kapelle nahm der Markgraf 1586 wieder mit zurück nach Ansbach. Eccard blieb in Königsberg zurück, und schrieb eifrig Bittbriefe, der Markgraf möge ihm seine Tätigkeit doch angemessen vergüten. Als der Markgraf 1603 starb, übernahm der brandenburgische Kurfürst Johann Friedrich die Verwaltung des Herzogtums Preußen - und damit auch den Vizekapellmeister, der in Königsberg offenbar sowohl für die Musik bei Hofe als auch in der Kirche zuständig war. Erst sein Nachfolger Johann Sigismund machte Eccard endlich zum Kapellmeister, und holte den Musiker 1608 nach Berlin. Dort leitete Eccard die kurfürstliche Hofkapelle nebst sechs Chorknaben und den "andern so du aus Preußen mit zu bringen gemeint", so die Order. Die "Musica", so der Kurfürst, solle "Unns zur Zier, und dir selbst zum ruhm" gereichen.
Dafür sorgte dann letztendlich Eccards Schüler und Nachfolger Johannes Stobäus. Vor allem ihm ist es zu verdanken, dass die Werke Eccards nicht in Vergessenheit geraten sind. Noch heute erklingen seine Liedsätze in evangelischen Kirchen; sie sind im Gesangbuch zu finden. Staats- und Domchor Berlin und die Lautten Compagney Berlin haben nun für Carus eine Auswahl aus seinem umfangreichen Werk eingespielt. 
Der Staats- und Domchor wurde 1465 gegründet. Damals stellte Friedrich II. von Hohenzollern für die Kirchenmusik fünf "Singe- knaben" ein. Als Eccard dieses Ensemble leitete, bestand es bereits aus 12 Sängern, die zudem gemeinsam mit der Hofkapelle musizier- ten. Heute gehört der Chor zur Universität der Künste, er ist noch immer ein Knabenchor, und konnte unter Leitung von Kai-Uwe Jirka in jüngster Vergangenheit europaweit etliche Preise erringen. 
Die Jungs und jungen Männer singen - im typischen Knabenchor-Sound - geistliche und weltliche Lieder des von Johannes Eccard. Die CD beginnt und endet mit gewichtiger Kirchenmusik - Ein feste Burg, De profundis, Das Vater unser und Da pacem Domine. Dazwischen wird fröhlich und mitunter auch etwas keck gesungen, was die Noten hergeben. Und da findet sich auch allerhand Unterhaltsames. Für Abwechslung sorgt auch die Besetzung, sowohl instrumental als auch mit Chor und Soli; allerdings stammen diese wohl nicht durchweg aus dem Chor. Wie wenig erschlossen dieses Repertoire bislang ist, wird daran sichtbar, dass fast die Hälfte der Stücke auf dieser CD Welt- ersteinspielungen sind. 

Samstag, 3. Dezember 2011

Missa Papae Marcelli - Opus Vocale (Rondeau)

Im Zuge der Reformation entstand auch eine protestantische Kirchen- musik. Zwar bemühte sich die katholische Kirche, mit dem Konzil von Trient einige der Missstände abzustellen, die zur Spaltung der Kirche geführt hatten. Doch  die Reformation war damit nicht mehr zu stoppen.
Zu den Streitpunkten gehörte auch das Musizieren in der Kirche. Die Entwicklung der (katholischen) Kirchenmusik missfiel selbst dem Klerus. So ließ am Karfreitag 1555 der frisch gewählte Papst Marcellus die Sänger seiner Cappella Sistina kommen, und rügte sie scharf, weil ihm die Musik zu festlich für einen Trauertag war. Er forderte von seinen Sängern zudem, sie sollen zukünftig die Musik so vortragen, dass auch ihr Text verständlich sei.
Einer der Sänger, Giovanni Pierluigi da Palestrina, nahm diesen Tadel zum Anlass, die Missa Papae Marcelli zu komponieren. Damit, so be- richtet die Legende, habe der Musiker im übrigen auch die Konzils- väter besänftigt und davon abgehalten, die Kirchenmusik strengen Regeln zu unterwerfen. 
Martin Luther forderte, Kirchenmusik habe für jedermann verständ- lich zu sein - und schuf auch gleich beispielhafte neue Kirchenlieder und damit Modelle, denen seine Glaubensgenossen nacheiferten. Doch selbst dort, wo die Vokalmusik wieder komplex wurde - man denke etwa an Bach oder Schütz -, blieb ihr wichtigstes Ziel die Auslegung des jeweiligen Textes, eine Art erweiterte Predigt mit musikalischen Mitteln. 
Musiker bewegten sich in jener Zeit oftmals zwischen Reformation und Gegenreformation. Als Lehrer wählten sie sich Vorbilder, die quasi überkonfessionell wirkten. Außerdem wechselten sie mit den Dienstherren häufig auch das Bekenntnis, für das es zu komponieren galt. Aus dieser Tatsache entstand das Konzept für die vorliegende CD: Das Berliner Ensemble Opus Vocale stellt Palestrinas Missa Papae Marcelli neben berühmte Chorsätze protestantischer Provenienz - und der Hörer wird erstaunt feststellen, dass die Differenzen in der Tat gar nicht so groß sind. 
Es erklingen Werke von Johannes Eccard (1553 bis 1611), Leonhard Schröter (1532 bis 1601), Michael Praetorius (1571 bis 1621), Hieronymus Praetorius (1560 bis 1629), Samuel Scheidt (1587 bis 1654) - und natürlich muss das berühmte O Jesulein süß auch in dem Chorsatz von Johann Sebastian Bach zelebriert werden, auch wenn das zeitlich ein bisschen aus dem ansonsten gewählten Rahmen fällt. Sämtliche Werke werden a cappella vorgetragen. Der Kammerchor Opus Vocale, geleitet von Volker Hedtfeld, singt perfekt - blitzsauber, immer harmonisch, agil und stilsicher. Eine tolle Aufnahme, die Weihnachtsfreude verbreitet. 

Freitag, 8. April 2011

Eccard: Mein schönste Zier (MDG)

Die Werke von Johannes Eccard (1553 bis 1611) sind bis heute in der protestantischen Kirchen- musik präsent. Der Komponist stammt aus dem Städtchen Mühl- hausen in Thüringen, und war Sängerknabe in Weimar. Aus dieser evangelischen Residenzstadt wechselte er dann nach München, wo er drei Jahre lang als Kapell- knabe bzw. Altist wirkte. Die bayerische Hofkapelle, geleitet von Orlando die Lasso, war damals die wohl beste in Deutschland. Eccard lernte dort die üblichen Werke der katholischen Kirchenmusik ebenso kennen wie die weltliche Musik, die bei Hofe gebräuchlich war. Und er erhielt Kompositionsunterricht bei Orlando di Lasso, berichtet er in der Vorrede zu seiner ersten Publikation, die er nach dem Ende seiner Münchner Zeit veröffentlichte - Zwentzig Neue Christliche Gesäng, und zwar auf Texte des Mühlhäuser Superintendenten Ludwig Helm- bold.
Sein protestantisches Bekenntnis hinderte Eccard aber nicht daran, in die Dienste Jakob Fuggers zu treten. Eine Messe aus dieser Zeit ist überliefert, die zeigt, dass sich der Komponist auch in der katholi- schen Kirchenmusik sicher bewegte. Dort, wie auch in einer Samm- lung weltlicher Lieder aus dem Jahre 1578, die den Fugger-Brüdern gewidmet ist, wird das Vorbild seines Lehrers di Lasso deutlich er- kennbar.
1579 wechselte Eccard  in die Hofkapelle Markgraf Georg Friedrichs von Ansbach nach Königsberg, wo er als Vizekapellmeister tätig war, und eine evangelische Kantorei aufbaute. 1608 ging er dann als kur- fürstlicher Kapellmeister und Domkantor nach Berlin. Sein Schüler und Nachfolger Johannes Stobäus sorgte dafür, dass die Werke Eccards nicht in Vergessenheit gerieten. Zweihundert Jahre später nahm übrigens Johannes Brahms die Chorsätze dieses Meisters in die Programme seiner Chöre auf. Und noch heute werden die klang- schönen wie gut singbaren Motetten und Kantionalsätze von Kirchenchören gern gesungen.
Auf dieser CD hat sich der Norddeutsche Kammerchor unter Maria Jürgensen dieser Werke angenommen. Gesungen wird mustergültig, und auch die technische Qualität der Aufnahme entspricht dem Standard des audiophilen Labels Dabringhaus und Grimm - bravi!