Welche Musik hörte Ludwig XIV., der Sonnenkönig, in seinen privaten Räumen? Einen Eindruck davon gibt das Ensemble Les Ordinaires auf dieser CD. Les Ordinaires du Roi wurden einst die Musiker genannt, die in kleinstem Kreise für den Herrscher spielten. Besonders geschätzt wurde die Kombination aus Traversflöte, Viola da gamba und Theorbe, daher auch als „königliches Trio“ bezeichnet.
Leela Breithaupt, Erica Rubis und David Walker haben Werke herausgesucht, wie sie einst in Versailles erklungen sind. Ihr Programm beginnt mit einem Prelude aus L'Art de préluder sur la flûte traversière von Jacques-Martin Hotteterre. Mit Suiten vertreten sind François Couperin, Jean Marais und Michel Pignolet de Montéclair. Auch zwei populäre Lieder tragen die Musiker vor, bevor schließlich eine betörende Chaconne aus den Trios de la Chambre 'pour le Choucher du Roi' von Jean-Baptiste Lully den Schlusspunkt setzt. Hier übernimmt Allison Nyquist, Barockvioline, die zweite Melodiestimme.
Posts mit dem Label Walker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Walker werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Freitag, 23. Februar 2018
Montag, 3. März 2014
Waghalter: Violin Concerto (Naxos)
Ignatz Waghalter (1881 bis 1949) war das fünfzehnte von zwanzig Kindern einer jüdischen Musiker- familie. Er kam in Warschau zur Welt, und fiel schon im Kindesalter auf, weil er exzellent Geige und Klavier spielte. Als 17jähriger ging er heimlich nach Berlin, um sich dort als Musiker durchzuschlagen – und eine reguläre Ausbildung zu absolvieren. Er wurde ein Schüler von Philipp Scharwenka. Schließlich sorgte Joseph Joachim dafür, dass Waghalter an der Berliner Akademie der Künste bei Friedrich Gernsheim studieren konnte. 1902 erhielt der junge Komponist für seine Sonate für Violine und Pianoforte in f-Moll op. 5 den Mendelssohn-Preis.
1907 wurde Waghalter unter Artur Nikisch Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin; nach einer kurzen Zeit in Essen erhielt er schließlich 1912 das Amt des Chefdirigenten der neu eröffneten Deutschen Oper in Berlin. 1924/25 wurde Waghalter zum Musik- direktor der New Yorker Philharmoniker berufen. Doch der Kunstbetrieb in den USA erschien ihm zu stark kommerziell ausgerichtet. Eine Vertragsverlängerung lehnte er daher ab, und kehrte nach Deutschland zurück.
Das war keine gute Idee; 1934 floh der Dirigent erst nach Prag und dann nach Wien. 1938, kurz nach dem Anschluss Österreich ans Dritte Reich, konnte Waghalter mit seiner Familie in die USA entkommen. Doch dort gelang es ihm nicht, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Er war nun einer von vielen Flüchtlingen; als er 1949 einem Herzinfarkt erlag, wurde er in erster Linie von den Mit-Exilanten betrauert. Und das umfangreiche Werk Waghalters war bald vergessen.
Das lag nicht zuletzt mit daran, dass der Musiker ein ganz entschiede- ner Verteidiger der Melodie war. Mit Atonalität und Adorno konnte er nichts anfangen; Waghalter fühlte sich der Tradition Schumanns und Brahms' verpflichtet. Das wiederum erschien in der Nachkriegs- zeit überholt und so unmodern, dass sich jahrzehntelang niemand mit dieser Musik befassen wollte.
Für die Wiederentdeckung des Komponisten engagiert sich nun Violinistin Irmina Trynkos (waghalterproject.com). Sie hat mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Alexander Walker sowie mit dem Pianisten Giorgi Latsabidze wesentliche Werke Waghalters auf CD vorgestellt. Bei Naxos sind nun das inspirierende Violinkonzert op. 15 sowie die Rhapsodie für Violine und Orchester op. 9 in Welterst- einspielung erschienen. Die CD wird komplettiert durch die preisge- krönte Violinsonate des Komponisten, sowie zwei kleinere Stücke. Die Aufnahme ist ein wichtiger Beitrag zur Neubewertung der europäi- schen Musikgeschichte zwischen den Weltkriegen.
1907 wurde Waghalter unter Artur Nikisch Kapellmeister an der Komischen Oper Berlin; nach einer kurzen Zeit in Essen erhielt er schließlich 1912 das Amt des Chefdirigenten der neu eröffneten Deutschen Oper in Berlin. 1924/25 wurde Waghalter zum Musik- direktor der New Yorker Philharmoniker berufen. Doch der Kunstbetrieb in den USA erschien ihm zu stark kommerziell ausgerichtet. Eine Vertragsverlängerung lehnte er daher ab, und kehrte nach Deutschland zurück.
Das war keine gute Idee; 1934 floh der Dirigent erst nach Prag und dann nach Wien. 1938, kurz nach dem Anschluss Österreich ans Dritte Reich, konnte Waghalter mit seiner Familie in die USA entkommen. Doch dort gelang es ihm nicht, an frühere Erfolge anzuknüpfen. Er war nun einer von vielen Flüchtlingen; als er 1949 einem Herzinfarkt erlag, wurde er in erster Linie von den Mit-Exilanten betrauert. Und das umfangreiche Werk Waghalters war bald vergessen.
Das lag nicht zuletzt mit daran, dass der Musiker ein ganz entschiede- ner Verteidiger der Melodie war. Mit Atonalität und Adorno konnte er nichts anfangen; Waghalter fühlte sich der Tradition Schumanns und Brahms' verpflichtet. Das wiederum erschien in der Nachkriegs- zeit überholt und so unmodern, dass sich jahrzehntelang niemand mit dieser Musik befassen wollte.
Für die Wiederentdeckung des Komponisten engagiert sich nun Violinistin Irmina Trynkos (waghalterproject.com). Sie hat mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter Alexander Walker sowie mit dem Pianisten Giorgi Latsabidze wesentliche Werke Waghalters auf CD vorgestellt. Bei Naxos sind nun das inspirierende Violinkonzert op. 15 sowie die Rhapsodie für Violine und Orchester op. 9 in Welterst- einspielung erschienen. Die CD wird komplettiert durch die preisge- krönte Violinsonate des Komponisten, sowie zwei kleinere Stücke. Die Aufnahme ist ein wichtiger Beitrag zur Neubewertung der europäi- schen Musikgeschichte zwischen den Weltkriegen.
Freitag, 8. Juni 2012
Bach: Flute Sonatas (Quartz)
Aufnahmen von Bachs Flötensona- ten gibt es in großer Zahl. Diese hier ist klangschön, aber ansonsten unspektakulär. Elizabeth Walker spielt eine Holzflöte - aber dieses Instrument von Harry Seeley für die Flute Makers Guild aus den 60er Jahren ist ansonsten mit einer modernen Mechanik und einer Mundlochplatte nebst Kamin aus Metall ausgestattet. Insofern ist dies eine moderne Querflöte, deren Klang ein bisschen weicher ausfällt, als man das von einer "normalen" Böhmflöte gewohnt ist.
Michael Overbury am Cembalo und Christopher Poffley am Violon- cello übernehmen den Basso continuo. Sie sind beide ausgewiesene Experten für "Alte" Musik, und Poffleys Amati-Cello klingt auch wirklich sehr schön. Ob das ausreicht, sich diese CD zuzulegen, das mag jeder nach Geschmack und Sympathie entscheiden.
Michael Overbury am Cembalo und Christopher Poffley am Violon- cello übernehmen den Basso continuo. Sie sind beide ausgewiesene Experten für "Alte" Musik, und Poffleys Amati-Cello klingt auch wirklich sehr schön. Ob das ausreicht, sich diese CD zuzulegen, das mag jeder nach Geschmack und Sympathie entscheiden.
Abonnieren
Posts (Atom)


