Und weil es so schön ist, soll an dieser Stelle gleich noch eine weitere Aufnahme von Arrangements von Johann Nepomuk Hummel nach Werken seines Lehrers Wolfgang Amadeus Mozart vorgestellt werden – diesmal sind es Sinfonien, die Hummel elegant für ein kleines Ensemble bearbeitet hat. Uwe Grodd, Flöte, Friedemann Eichhorn, Violine, Martin Rummel, Violoncello, und Roland Krüger, Klavier, haben bei Naxos mittlerweile auf zwei CD die Sinfonien mit den Nummern 38 bis 40 sowie die Nummern 36, bekannt als Linzer Sinfonie, 35, Haffner-Sinfonie, und 41, Jupiter-Sinfonie, veröffentlicht.
Diese Bearbeitungen Hummels sind sehr gelungen. Dank der gekonnten Instrumentierung bewahren sie erstaunlich viel von den Klangfarben des jeweiligen Originals, und sie vermitteln trotz der kleinen Besetzung nicht den Eindruck, dass es sich um eine Notlösung oder ein Arrangement für den Hausgebrauch handelt. Die vier Musiker tragen mit einer exzellenten Interpretation das Ihre dazu bei, wieder ein Publikum für diese attraktiven Werke zu begeistern. Unbedingt anhören, es lohnt sich!
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Dienstag, 29. März 2016
Freitag, 18. Mai 2012
Haydn: Flute Trios (Naxos)
Joseph Haydn (1732 bis 1809) schuf leider sehr viel mehr Werke für das Baryton als für die Flöte. Da finden sich vier Divertimenti, die er auf seiner zweiten England-Reise schuf - und dann noch drei die Trios für Flöte, Violoncello und Klavier Hob. XV:15-17. Flötisten werden das bedauern, denn diese Stücke sind nicht nur melodisch sehr schön, sondern auch geprägt durch eine große Portion Humor. Und in dieser Kombination findet sich das wirklich selten.
Flötist Uwe Grodd hat die Trios gemeinsam mit dem Cellisten Martin Rummel und Christopher Hinterhuber am Klavier für Naxos einge- spielt. Besonders interessant erweist sich in diesem Zusammenhang der Klang des Bösendorfers, der mit seinem klaren Diskant und seinem schlanken Bass ein bisschen an ein Fortepiano erinnert. Das kommt Haydns Trios zupass, insbesondere dann, wenn im Mittelsatz "Flöte und Klavier gleichermaßen um die Gunst des Zuhörers buh- len", wie Martin Rummel im Beiblatt augenzwinkernd schreibt, "wäh- rend das Violoncello dezent begleitet."
Flötist Uwe Grodd hat die Trios gemeinsam mit dem Cellisten Martin Rummel und Christopher Hinterhuber am Klavier für Naxos einge- spielt. Besonders interessant erweist sich in diesem Zusammenhang der Klang des Bösendorfers, der mit seinem klaren Diskant und seinem schlanken Bass ein bisschen an ein Fortepiano erinnert. Das kommt Haydns Trios zupass, insbesondere dann, wenn im Mittelsatz "Flöte und Klavier gleichermaßen um die Gunst des Zuhörers buh- len", wie Martin Rummel im Beiblatt augenzwinkernd schreibt, "wäh- rend das Violoncello dezent begleitet."
Sonntag, 20. Februar 2011
Ries: Piano Concertos, Vol. 4 (Naxos)
Da wir gerade über Ferdinand Ries geschrieben haben: Das Label Naxos engagiert sich schon seit geraumer Zeit für die Werke des Komponisten, der leider im Schatten Beethovens nicht die Beachtung gefunden hat, die er verdient hätte.
Ries, den Schüler Beethovens, als Beethoven-Adepten abzutun, wird seiner Musik nicht gerecht, wie diese CD eindrucksvoll belegt. Zwar erinnert in der Orchestrie- rung und der Harmonik manches an die Werke seines Lehrers. Doch achtet man auf die Klavierstimme, dann erscheint sie mit ihrem Melodienreichtum und ihrer ausgefeil- ten dynamischen Differenzierung der spielerischen Eleganz Mendels- sohns näher als den Sonaten und Konzerten Beethovens. Kurz und gut: Ries ist Ries, und er hat eine ganz eigene Handschrift. Seine Werke zu entdecken, das lohnt sich wirklich.
Die vorliegende CD enthält Ries' Concerto Pastoral in D-Dur op. 120, das Klavierkonzert in c-Moll op. 115 sowie die Introduction et Ron- deau Brillant WoO 54 - letzteres lässt sich datieren, und zwar auf das Jahr 1835. Das verblüfft, denn Ries wird gern ein Nachlassen seiner Kreativität sowie das Dahinschwinden seiner Kräfte nachgesagt, womit dann begründet wird, warum sein Tod 1838 so gänzlich unbe- achtet geblieben ist. Davon ist hier freilich nichts zu spüren. Das Konzertrondo ist anspruchsvoll bis virtuos, handwerklich bestens gearbeitet, und ein Mangel an Inspiration ist ebenfalls nicht fest- zustellen.
Christopher Hinterhuber erweist sich als exzellenter Interpret der Riesschen Werke. Er musiziert gemeinsam mit dem Bournemouth Symphony Orchestra unter Uwe Grodd, der sich mittlerweile zum ausgewiesenen Experten für die Musik des 18. und beginnenden
19. Jahrhunderts entwickelt hat. Diese Aufnahme wird man daher mit Gewinn und Genuss anhören - meine Empfehlung!
Ries, den Schüler Beethovens, als Beethoven-Adepten abzutun, wird seiner Musik nicht gerecht, wie diese CD eindrucksvoll belegt. Zwar erinnert in der Orchestrie- rung und der Harmonik manches an die Werke seines Lehrers. Doch achtet man auf die Klavierstimme, dann erscheint sie mit ihrem Melodienreichtum und ihrer ausgefeil- ten dynamischen Differenzierung der spielerischen Eleganz Mendels- sohns näher als den Sonaten und Konzerten Beethovens. Kurz und gut: Ries ist Ries, und er hat eine ganz eigene Handschrift. Seine Werke zu entdecken, das lohnt sich wirklich.
Die vorliegende CD enthält Ries' Concerto Pastoral in D-Dur op. 120, das Klavierkonzert in c-Moll op. 115 sowie die Introduction et Ron- deau Brillant WoO 54 - letzteres lässt sich datieren, und zwar auf das Jahr 1835. Das verblüfft, denn Ries wird gern ein Nachlassen seiner Kreativität sowie das Dahinschwinden seiner Kräfte nachgesagt, womit dann begründet wird, warum sein Tod 1838 so gänzlich unbe- achtet geblieben ist. Davon ist hier freilich nichts zu spüren. Das Konzertrondo ist anspruchsvoll bis virtuos, handwerklich bestens gearbeitet, und ein Mangel an Inspiration ist ebenfalls nicht fest- zustellen.
Christopher Hinterhuber erweist sich als exzellenter Interpret der Riesschen Werke. Er musiziert gemeinsam mit dem Bournemouth Symphony Orchestra unter Uwe Grodd, der sich mittlerweile zum ausgewiesenen Experten für die Musik des 18. und beginnenden
19. Jahrhunderts entwickelt hat. Diese Aufnahme wird man daher mit Gewinn und Genuss anhören - meine Empfehlung!
Sonntag, 22. August 2010
Ries: Sonate sentimentale (Naxos)
Auch Ferdinand Ries gehört zu jenen Musikern, deren Werke aus dem Musikleben verschwunden sind. Das ist in diesem Falle nicht recht verständlich. Denn seine Werke haben Format - und genug Charme, jedes Publikum zu be- zaubern.
Ferdinand Ries, geboren 1784 in Bonn, hat eine erstklassige Aus- bildung genossen. Sein Vater Franz Anton hatte einst dem vierzehn- jährigen Beethoven Violinunter- richt erteilt - und dieser wiederum nahm Ries junior als Pianisten-Azubi an. Der junge Mann unterstützte Beethoven als Sekretär und Kopist, und er wurde außerdem im Fach Komposition durch dessen früheren Lehrer Johann Georg Albrechtsberger unterwiesen. 1804 gab Ries sein Debüt in Wien mit Beethovens Klavierkonzert c-Moll op. 37 - mit eigenen Kadenzen.
Nach ausgedehnten Konzertreisen ließ er sich in London nieder, wo er als Virtuose, Pädagoge und Komponist sehr erfolgreich war. 1824 kehrte er ins Rheinland zurück, und engagierte sich im bürgerlichen Konzertwesen; so leitete er sieben Mal das Niederrheinische Musik- fest. Die Leitung eines großen Orchesters zu übernehmen, war ihm nicht mehr vergönnt - 1838 starb er in Frankfurt/Main. Ries hat acht Sinfonien geschrieben, sowie zahlreiche Werke für Klavier und für die Kammermusik.
Seine Werke für Flöte zeigen ihn als einen handwerklich versierten und zudem einfallsreichen Komponisten. Seine Themen sind attrak- tiv, die harmonische Gestaltung dieser Stücke ist abwechslungsreich, und bei all dem verliert er nie den zahlenden Kunden aus dem Blick: Seine Flötenpartie klingt gut - und ist dennoch bei aller Brillanz für einen fortgeschrittenen Amateur spielbar. Das Klavier hat teilweise wohl einen anspruchsvolleren Part; hier sah Ries möglicherweise mehr Ausdrucksmöglichkeiten, und hat sie genutzt. Uwe Grodd, Flöte, und Matteo Napoli, Klavier, haben diese hübschen Stücke für Naxos eingespielt - eine Aufnahme, die gute Laune verbreitet, vom ersten bis zum letzten Ton klangschön und farbenreich.
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