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Dienstag, 23. Juni 2020

Offenbach Fantastique! (Genuin)

Das Leipziger Symphonieorchester, gegründet 1963 als „Staatliches Orchester des Bezirkes Leipzig“, hat seinen Sitz in Böhlen und bringt Kultur in die Region rings um die Messestadt. Dass die Musiker, die alljährlich über hundert Konzerte spielen, nicht nur ländlichen Charme, sondern durchaus auch Pariser Eleganz und eine gehörige Portion Esprit aufbieten können, beweist diese CD mit Musik von Jacques Offenbach. 
Dirigent Nicolas Krüger, ausgebildet am Pariser Konservatorium, hat dafür ein originelles Programm zusammengestellt, dass neben einigen wenigen bekannten Melodien des Komponisten vor allem aus Entdeckungen besteht. Ihren Titel trägt diese geistreiche Kollektion zu Recht: Offenbach? Fantastique! 

Sonntag, 2. Juni 2019

Reinecke: Complete Works for Cello and Piano (Naxos)

Carl Heinrich Carsten Reinecke (1824 bis 1910) gehört zu den bedeutenden Pianisten, Dirigenten und Kompo- nisten der Romantik. Er war befreundet mit zahlreichen Musikerkollegen, wie Robert Schumann, Felix Mendelssohn Bartholdy oder Franz Liszt. 
Seine Ausbildung begann Reinecke bei seinem Vater, einem Musiklehrer; er übte sich im Klavierspiel, komponierte und musizierte zudem auf der Violine. Bereits 1835 gab der Junge in seiner Heimatstadt Altona sein Debüt als Pianist, und ging dann auf Konzertreisen durch ganz Europa. Ein Stipendium des dänischen Königs ermöglichte es Reinecke, in Leipzig zu studieren. 
1847 wurde Carl Reinecke dänischer Hofpianist; allerdings zwang ihn der Krieg 1848, auf diese Stelle zu verzichten. Nach Stationen in Leipzig und Bremen reiste der Musiker mit einer Empfehlung von Franz Liszt an Hector Berlioz nach Paris, wo er konzertierte, und Liszts Töchter Blandine und Cosima unterrichtete. Außerdem traf er Ferdinand Hiller wieder, den er aus Leipzig kannte. 
Dieser war mittlerweile Direktor des Konservatoriums in Köln geworden, und er konnte Reinecke dafür gewinnen, dort Klavierspiel und Komposition zu lehren. Anschließend wirkte Reinecke fünf Jahre lang als städtischer Musikdirektor in Barmen, bis er dann 1859 nach Breslau ging. Doch noch im gleichen Jahr wurde er dann Gewandhauskapellmeister in Leipzig. Dieses Amt hatte er bis 1895 inne; außerdem lehrte er am Leipziger Konservatorium. Dieses leitete er von 1897 bis 1902. 
Die Liste der Schüler Carl Reineckes ist lang und illuster. Er unterrichtete beispielsweise Max Bruch, Edvard Grieg, Isaac Albéniz, Leoš Janáček und Sigfrid Karg-Elert. Mir war er bislang vor allem als Liederkomponist bekannt. Diese CD bietet die Gelegenheit, Reinecke auch als Urheber exquisiter Kammermusik kennenzulernen. Und das lohnt sich. 
Martin Rummel zeigt gemeinsam mit seinem Klavierpartner Roland Krüger, dass die drei Violoncello-Sonaten sowie die Drei Stücke für Violoncello und Klavier op. 146 durchaus einen Platz im Repertoire verdienen. Sie sind über einen Zeitraum von gut 40 Jahren entstanden, und zeichnen sich durch einen Reichtum an herrlichen Melodien ebenso aus wie durch einen anspruchsvollen Klavierpart, der weit mehr ist als eine Begleitung. 
Rummel zelebriert die gesanglichen Passagen mit sattem Ton und großen Bögen, und die virtuosen Teile spielt er mit Eleganz und mit Leichtigkeit, immer im Dialog mit Roland Krüger am Klavier. Den beiden Musizier- partnern, die schon des öfteren auf zu Unrecht wenig gespielte Werke aufmerksam gemacht haben, ist mit dieser Einspielung wieder einmal eine Entdeckung gelungen. 

Dienstag, 29. März 2016

Hummel: Mozart's Symphonies Nos. 36 Linz, 35 Haffner and 41 Jupiter - Arranged for Flute, Violin, Cello and Piano (Naxos)

Und weil es so schön ist, soll an dieser Stelle gleich noch eine weitere Aufnahme von Arrangements von Johann Nepomuk Hummel nach Werken seines Lehrers Wolfgang Amadeus Mozart vorgestellt werden – diesmal sind es Sinfonien, die Hummel elegant für ein kleines Ensemble bearbeitet hat. Uwe Grodd, Flöte, Friedemann Eichhorn, Violine, Martin Rummel, Violoncello, und Roland Krüger, Klavier, haben bei Naxos mittlerweile auf zwei CD die Sinfonien mit den Nummern 38 bis 40 sowie die Nummern 36, bekannt als Linzer Sinfonie, 35,  Haffner-Sinfonie, und 41, Jupiter-Sinfonie, veröffentlicht. 
Diese Bearbeitungen Hummels sind sehr gelungen. Dank der gekonnten Instrumentierung bewahren sie erstaunlich viel von den Klangfarben des jeweiligen Originals, und sie vermitteln trotz der kleinen Besetzung nicht den Eindruck, dass es sich um eine Notlösung oder ein Arrangement für den Hausgebrauch handelt. Die vier Musiker tragen mit einer exzellenten Interpretation das Ihre dazu bei, wieder ein Publikum für diese attraktiven Werke zu begeistern. Unbedingt anhören, es lohnt sich! 

Montag, 1. April 2013

Ruhm und Glück (Rondeau)

Auch nachdem er 1723 sein neues Amt als Thomaskantor angetreten hatte, blieb Johann Sebastian Bach seinem früheren Dienstherrn doch als Hofkapellmeister verbunden. Und zu besonderen Anlässen lieferte er weiterhin Musik für den Köthener Hof. 
So schrieb er, wahrscheinlich 1725, zum Geburtstag der jungen Fürstin, die Glückwunschkantate Steigt freudig in die Luft BWV 36a. Für diese musikalische Gratulation an Prinzession Charlotte Friederike Amalie von Nassau-Siegen, die zweite Gemahlin von Fürst Leopold, griff Bach sehr weitgehend auf seine Kantate Schwingt freudig euch empor BWV 36c zurück. 
Genau anders herum verfuhr er offenbar bei der 1718 zum Geburtstag  des Fürsten komponierten Glückwunsch-Serenata Der Himmel dacht’ auf Anhalts Ruhm und Glück BWV 66a - sie formte er später, 1724, um zur Osterkantate Erfreut euch, ihr Herzen BWV 66. Das ist ein glücklicher Umstand, denn eigentlich sind die Noten dieser musikali- schen Geburtstagspräsente verloren. Die Textbücher aber blieben erhalten, und Alexander Ferdinand Grychtolik hat damit die beiden Werke rekonstruiert. 
Zu den Köthener Bachfesttagen 2012 sind sie erstmals wieder erklun- gen, und der Mitschnitt ist nun bei Rondeau auf CD erschienen. Es sind ausgesprochen repräsentative Geburtstagsständchen, muss man sagen. Fürst Leopold wird gar durch Fama, die Göttin des Ruhms, und durch die Glückseligkeit höchstselbst gepriesen. Gudrun Sidonie Otto, Wiebke Lehmkuhl, Hans Jörg Mammel und Carsten Krüger sowie die Mitteldeutsche Hofmusik unter ihrem Gründer Alexander Grychtolik lassen erahnen, wie es seinerzeit geklungen haben mag, als die Sänger und die Musiker der Hofkapelle zu den Feierlichkeiten aufspielten. Gewünscht haben sich die Leute vor fast 300 Jahren übrigens nichts anderes als heute: Gesundheit, Glück und ein langes Leben.