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Freitag, 25. Dezember 2015

Weihnacht in Maulbronn (Ars Produktion)

Das Kloster Maulbronn ist als die am vollständigsten erhaltene mittelalterliche Zisterzienser-Abtei jenseits der Alpen nicht nur ein einzigartiges Baudenkmal und UNESCO-Weltkulturerbe. Seit 1556 besteht in diesen Gebäuden zudem eine evangelische Schule, heute ein Gymnasium, das Evangelische Seminar, mit Schwerpunkt auf den Alten Sprachen, Musik und Religion. Der Musiklehrer dieser  Schule, Jürgen Budday, hat in der einzig- artigen Atmosphäre der Abtei eine ebenfalls einzigartige Konzertreihe, die Klosterkonzerte, etabliert. Mittlerweile befindet er sich im Ruhestand, und sein Nachfolger Sebastian Eberhardt führt die Konzertreihe weiter. Die Leitung des renommierten Maulbronner Kammerchores, gegründet eben- falls von Budday, wird im kommenden Sommer Benjamin Hartmann, ein früherer Seminarist und Schüler Buddays, übernehmen. 
Dieses Umfeld inspirierte ein kleines Ensemble dazu, weihnachtliche Musik einzuspielen. Erika Budday, die Organistin und Kirchenmusikdirek- torin am Kloster Maulbronn, hat gemeinsam mit der Oboistin Julia Strö- bel-Bänsch und dem Hornisten Joachim Bänsch sowie der Sopranistin Sibylla Rubens ein Programm zusammengestellt, das viele bekannte Werke in teilweise sehr interessanten Arrangements enthält, dazu einige weniger bekannte, wie Ausschnitte aus dem Oratorienfragment Christus op. 97 von Felix Mendelssohn Bartholdy oder eine Paraphrase über Händels Tochter Zion, freue dich! aus den 18 Pièces nouvelles von Alexandre Guilmant. Es ist kein Live-Mitschnitt; so erklingen in manchen Stücken drei Hörner – Studiotechnik machts möglich. Wer Lust hat auf ein Wunschkonzert-Programm mit Händels Lascia ch'io pianga oder dem Largo aus Vivaldis Vier Jahrsezeiten, hier für Oboe, Horn und Orgel, der wird an dieser CD sein Vergnügen haben. 

Freitag, 13. März 2015

Brahms: Ein deutsches Requiem (Berlin Classics)

„Tiefer Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie“, so urteilte Clara Schumann einst über das Brahms-Requiem. Es sei „ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig Anderes.“ Als Johannes Brahms (1833 bis 1897) dieses Werk schrieb, vermied er bewusst den üblichen liturgischen Rahmen. Er entschied sich anstatt des althergebrachten lateinischen Textes für bestimmte Verse aus der Lutherbibel – nicht das Officium defunctorum, sondern der Trost für die Trauernden rückt hier in den Mittelpunkt. Mit seiner Vertonung verlagerte der Komponist zudem das Requiem aus dem (katholischen) kirchlichen Rahmen in den Konzertsaal. 
Der Dresdner Kreuzchor wiederum bringt diese Musik zurück in den Kirchenraum: Brahms' Meisterwerk in der Kreuzkirche aufzuführen, das gehört zur Tradition des berühmten Knabenchors. Bei den „Jungs“, verrät Kreuzkantor Roderich Kreile, gehört Ein deutsches Requiem „zu den beliebtesten und in jeder Hinsicht am meisten geschätzten Werken“. Ein Live-Mitschnitt eines solchen Konzertes – zum Zeitpunkt finden sich leider keinerlei Angaben – ist im vergangenen Jahr bei Berlin Classics erschie- nen. 
Die Aufnahme ist beeindruckend, und das liegt nicht nur an den beiden vorzüglichen Solisten Sibylla Rubens und Daniel Ochoa. Die Knaben- und jungen Männerstimmen des Kreuzchors, verstärkt durch die Männer- stimmen des renommierten Kammerchores Vocal Concert Dresden, bewirken ein außerordentlich interessantes, sehr homogenes Klangbild. Die Kruzianer sind in exzellenter Form, sie singen blitzsauber und stimm- lich absolut solide. Damit sind sie auch jederzeit in der Lage, Brahms' anspruchsvolle Musik dynamisch perfekt umzusetzen. Gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie gestalten die jungen Sänger eine Aufführung voll Spannung und emotionaler Strahlkraft. Bravi! 

Donnerstag, 5. Juni 2014

Hoffmann: Missa / Miserere (cpo)

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann (1776 bis 1822) ist ohne Zweifel einer der ganz großen Schriftsteller der deutschen Romantik. Der Jurist und spätere preußische Kammergerichtsrat liebäugelte allerdings zeitlebens mit einer ganz anderen Muse. Nicht nur seine Figuren wie der Kapellmeister Johannes Kreisler bezeugen seine Leidenschaft für die Musik. Auch seine Namenswahl – eigentlich hatte Hoffmann die Vornamen Ernst Theodor Wilhelm – sowie viele eigene Kompositionen geben Auskunft darüber, wo er seine Vorbilder sah. 
Hoffmann, obwohl selbst evangelisch, hat seine Kirchenmusik kurioserweise für den Gebrauch im katholischen Gottesdienst geschrieben. Entsprechend prächtig klingt sie auch, mitunter wie eine Kombination aus Mozart und Palestrina – doch es ist keine Kopie der großen Meister, es bleibt immer Hoffmann. Der Romantiker war ein versierter Komponist; man staunt, dass er mit seinen Werken zu Lebzeiten nicht mehr Erfolg hatte. Dass er musikalisch durchaus eigene Wege ging, zeigt nun eine CD aus dem Hause cpo. Sie enthält die Messe in d-Moll sowie das Miserere, in einer sehr schönen Einspielung mit einer handverlesenen Sängerriege sowie dem WDR Rundfunkchor und dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Rupert Huber.