Den Dirigenten Herbert Kegel (1920 bis 1990) ehrt eine Sammelbox des Labels Capriccio. Er war ein Schüler von Karl Böhm, und wurde 1949 Chorleiter und Kapellmeister beim Sender Leipzig. 1953 wurde Kegel dann Chefdirigent des Leipziger Rundfunk-Sinfonieorchesters.
Mit „seinem“ Orchester widmete er sich vor allem der zeitgenössischen Musik. Er bereitete sich akribisch vor, und verlangte auch von den Musikern und Sängern Präzision. Seine Proben – sie konnten durchaus zehn Stunden und mehr dauern – sind eine Legende; für die Musizierenden waren sie sicherlich vor allem eine Tortur. Doch seine Aufnahmen zeigen, warum die Künstler diese Strapazen auf sich nahmen: „Oft hat man den Eindruck – selbst bei Stücken, die man schon viele Male gehört hat und daher zu kennen glaubt – als hätte man jahrelang durch eine Milchglasscheibe geblickt und Kegels Interpretation habe den Schmierfilm vom Glas entfernt, sodass man nun ganz neue Details wahrnimmt, die man so noch nie zuvor gehört hatte“, beschreibt Rainer Aschemeier in seinem Geleitwort diesen Effekt. Die Orff-Einspielungen Kegels beispielsweise sind Ereignisse, ebenso seine Interpretationen der Mahler-Sinfonien.
1977 wurde Kegel Chefdirigent der Dresdner Philharmonie. Das war ein großer Fehler, denn seine Ausflüge in die Moderne waren bei dem konservativen Dresdner Publikum nicht willkommen. Im Elbtal wollte man die Klassiker hören – und so erklingt auch auf diesen acht CD in erster Linie Beethoven. Neben den neun Sinfonien erklingen das Tripelkonzert – mit Peter Rösel, Klavier, Christian Funke, Violine und Jürnjakob Timm, Violoncello – und die Chorfantasie. Dazu gibt es eine CD mit allerlei kurzen Stücken, von Gluck über Glinka bis hin zu Sibelius. Komplettiert wird die Box durch Kegels legendäre Aufnahme des Brahms-Requiems aus dem Jahre 1985. Hier dirigiert er noch einmal „seine“ Leipziger Klangkörper.
Im gleichen Jahr wurde Kegel in den Ruhestand verabschiedet. Es war zunächst ein Unruhestand, mit zahlreichen Projekten. Doch während man ihn in Japan verehrte und schätzte, verlor Kegel in der Heimat immer mehr an Bedeutung. Zur Wendezeit war der Dirigent dann nur noch ein Rentner – und tief depressiv. Im November 1990 wählte er den Freitod, was damals wenig interessierte. Seine Aufnahmen aber werden nun schrittweise wieder zugänglich. Auch diese CD-Box zeigt, wie wertvoll Herbert Kegels Arbeit war.
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Sonntag, 3. Februar 2019
Dienstag, 18. Dezember 2018
Am Weihnachtsbaum (Sony)
Noch einmal weihnachtliche Musik aus Dresden, diesmal allerdings in einer ganz neuen Einspielung: Tra- ditionelle und moderne Weihnachts- lieder sowie Orgelmusik bietet diese CD mit dem Philharmonischen Kinderchor Dresden.
Dieses Ensemble wurde 1967 auf Anregung von Kurt Masur, dem damaligen Chefdirigenten der Dresdner Philharmonie, gegründet. In dem Chor engagieren sich um die 140 Kinder und Jugendliche, die dort auch kontinuierlich professionell musikalisch betreut und ausgebildet werden. Das Ensemble, das heute von Gunter Berger geleitet wird, arbeitet eng mit der Dresdner Philharmonie zusammen.
So gehört das traditionelle Weihnachtskonzert des Chors im Kulturpalast Dresden ohne Zweifel zu den Höhepunkten der Weihnachtszeit. Die jungen Chorsänger tragen ihre Lieder blitzsauber und versiert in altver- trauten wie in zeitgenössischen Chorsätzen teils a cappella, teilweise gemeinsam mit Mitgliedern der Dresdner Philharmonie oder mit Orgel- begleitung vor.
Die neue Eule-Orgel im Kulturpalast Dresden ist auf dieser CD auch im Solo zu hören. Das Konzertinstrument, das 67 Register auf vier Manualen und Pedal aufweist, bietet dem Organisten eine breite Auswahl an Klang- farben aus verschiedenen Orgeltraditionen. Denny Wilke, Stadtorganist der Marienkirche zu Mühlhausen, nutzt diese Möglichkeiten, um auch französische Orgelmusik mit ins Programm zu integrieren.
Dieses Ensemble wurde 1967 auf Anregung von Kurt Masur, dem damaligen Chefdirigenten der Dresdner Philharmonie, gegründet. In dem Chor engagieren sich um die 140 Kinder und Jugendliche, die dort auch kontinuierlich professionell musikalisch betreut und ausgebildet werden. Das Ensemble, das heute von Gunter Berger geleitet wird, arbeitet eng mit der Dresdner Philharmonie zusammen.
So gehört das traditionelle Weihnachtskonzert des Chors im Kulturpalast Dresden ohne Zweifel zu den Höhepunkten der Weihnachtszeit. Die jungen Chorsänger tragen ihre Lieder blitzsauber und versiert in altver- trauten wie in zeitgenössischen Chorsätzen teils a cappella, teilweise gemeinsam mit Mitgliedern der Dresdner Philharmonie oder mit Orgel- begleitung vor.
Die neue Eule-Orgel im Kulturpalast Dresden ist auf dieser CD auch im Solo zu hören. Das Konzertinstrument, das 67 Register auf vier Manualen und Pedal aufweist, bietet dem Organisten eine breite Auswahl an Klang- farben aus verschiedenen Orgeltraditionen. Denny Wilke, Stadtorganist der Marienkirche zu Mühlhausen, nutzt diese Möglichkeiten, um auch französische Orgelmusik mit ins Programm zu integrieren.
Sonntag, 7. Mai 2017
Hornmusik - Peter Damm (Berlin Classics)
Mit einer CD-Box erinnert Berlin Classics an Peter Damm, einen der bedeutenden Hornisten des 20. Jahr- hunderts. Er feiert in diesem Jahr seinen 80. Geburtstag – und auch wenn er sich vor zehn Jahren vom Konzertpodium verabschiedet hat, sind seine Schallplatten immer noch ausgesprochen hörenswert. Das liegt zum einen daran, dass Peter Damm sein Horn stets mit einem unver- wechselbaren, schlanken Ton singen ließ; sein Spiel war nuancenreich und brillant.
Während seiner jahrzehntelangen Laufbahn hatte der Musiker zahlreiche hervorragende Partner an seiner Seite. Auch davon gibt diese Box Zeugnis. An den Aufnahmen beteiligt waren Dirigenten wie Herbert Kegel oder Franz Konwitschny, Orchester wie das Gewandhausorchester Leipzig, die Staatskapelle Dresden oder die Dresdner Philharmonie, Pianisten wie Peter Rösel und Amadeus Webersinke, der Organist Hansjürgen Scholze, und etliche weitere Musikerkollegen.
Außerdem hat sich Peter Damm mit großer Neugier und Experimentier- freude ein umfangreiches Repertoire erschlossen, das vom Barock bis zur Gegenwart reichte. Er gehörte zu den ersten Hornisten, die in der Lage waren, Werke in der extrem hohen Clarinlage wieder aufzuführen. Er spielte aber auch zahlreiche Uraufführungen von Musikstücken, die Komponisten eigens für ihn geschrieben haben.
Auf den sechs CD in dieser Box macht Berlin Classics wichtige Schall- plattenaufnahmen mit dem Hornisten wieder zugänglich. Zu hören sind beispielsweise Mozarts Hornquintett, Sonaten für Horn und Klavier von Ludwig van Beethoven und von Siegfried Köhler, Musik für Horn und Klavier von Gioachino Rossini sowie von französischen Komponisten, das Konzertstück für vier Hörner und Orchester F-Dur von Robert Schumann, die beiden Hornkonzerte von Richard Strauss, ein Hornkonzert von Sieg- fried Kurz, das dieser auch selbst dirigierte, oder die Neuen Divertimenti nach Rameau von Udo Zimmermann, ebenfalls dirigiert vom Komponisten. Ergänzt wird die umfangreiche Kollektion durch Hornkonzerte vom sächsi- schen Hof, eingespielt 1987 von Peter Damm gemeinsam mit seinem Hornistenkollegen Dieter Pansa und der Cappella Sagittariana unter Eduard Melkus, sowie durch Musik für Horn und Orgel, die in der Hofkirche zu Dresden aufgenommen worden ist.
Peter Damm, geboren 1937 in Meiningen, wurde bereits mit 22 Jahren Solohornist des Gewandhausorchesters Leipzig. 1969 wurde Damm zum Solohornisten der Staatskapelle Dresden berufen. In dieser Position wirkte der Musiker an über hundert Studioaufnahmen mit, unter Dirigenten wie Herbert von Karajan, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink und Giuseppe Sinopoli. Er unterrichtete zudem als Professor an der Dresdner Musikhoch- schule, sowie in Meisterkursen und Workshops. Mit seinem kantablen Hornspiel stellte sich Damm ganz in die Dresdner Tradition und prägte das noble Spiel der Dresdner Bläser fast vierzig Jahre lang.
Während seiner jahrzehntelangen Laufbahn hatte der Musiker zahlreiche hervorragende Partner an seiner Seite. Auch davon gibt diese Box Zeugnis. An den Aufnahmen beteiligt waren Dirigenten wie Herbert Kegel oder Franz Konwitschny, Orchester wie das Gewandhausorchester Leipzig, die Staatskapelle Dresden oder die Dresdner Philharmonie, Pianisten wie Peter Rösel und Amadeus Webersinke, der Organist Hansjürgen Scholze, und etliche weitere Musikerkollegen.
Außerdem hat sich Peter Damm mit großer Neugier und Experimentier- freude ein umfangreiches Repertoire erschlossen, das vom Barock bis zur Gegenwart reichte. Er gehörte zu den ersten Hornisten, die in der Lage waren, Werke in der extrem hohen Clarinlage wieder aufzuführen. Er spielte aber auch zahlreiche Uraufführungen von Musikstücken, die Komponisten eigens für ihn geschrieben haben.
Auf den sechs CD in dieser Box macht Berlin Classics wichtige Schall- plattenaufnahmen mit dem Hornisten wieder zugänglich. Zu hören sind beispielsweise Mozarts Hornquintett, Sonaten für Horn und Klavier von Ludwig van Beethoven und von Siegfried Köhler, Musik für Horn und Klavier von Gioachino Rossini sowie von französischen Komponisten, das Konzertstück für vier Hörner und Orchester F-Dur von Robert Schumann, die beiden Hornkonzerte von Richard Strauss, ein Hornkonzert von Sieg- fried Kurz, das dieser auch selbst dirigierte, oder die Neuen Divertimenti nach Rameau von Udo Zimmermann, ebenfalls dirigiert vom Komponisten. Ergänzt wird die umfangreiche Kollektion durch Hornkonzerte vom sächsi- schen Hof, eingespielt 1987 von Peter Damm gemeinsam mit seinem Hornistenkollegen Dieter Pansa und der Cappella Sagittariana unter Eduard Melkus, sowie durch Musik für Horn und Orgel, die in der Hofkirche zu Dresden aufgenommen worden ist.
Peter Damm, geboren 1937 in Meiningen, wurde bereits mit 22 Jahren Solohornist des Gewandhausorchesters Leipzig. 1969 wurde Damm zum Solohornisten der Staatskapelle Dresden berufen. In dieser Position wirkte der Musiker an über hundert Studioaufnahmen mit, unter Dirigenten wie Herbert von Karajan, Herbert Blomstedt, Bernard Haitink und Giuseppe Sinopoli. Er unterrichtete zudem als Professor an der Dresdner Musikhoch- schule, sowie in Meisterkursen und Workshops. Mit seinem kantablen Hornspiel stellte sich Damm ganz in die Dresdner Tradition und prägte das noble Spiel der Dresdner Bläser fast vierzig Jahre lang.
Freitag, 5. August 2016
Theo Adam - Edition zum 90. Geburtstag (Berlin Classics)
„Aber so ist das mit einem Sängerleben – uns bleibt Gott sei Dank nur die Erinnerung!“, mit diesen Worten schließt Peter Schreier seine Gratulation an Theo Adam, der jüngst seinen 90. Geburtstag gefeiert hat. Glücklicherweise sind im Laufe einer langen Sängerkarriere aber auch zahlreiche Mitschnitte und Aufnahmen entstanden, so dass man den Dresdner Bassbariton in einigen seiner Partien noch immer hören kann.
So hat Berlin Classics als besondere Gabe zum Ehrentag des Jubilars drei CD in einer Box zusammengefasst, die an die erfolgreiche Laufbahn des Sängers erinnern. Es erklingen sowohl geistliche Arien aus Bachs Weihnachtsoratorium, der Matthäus-Passion und einigen Kantaten, als auch Arien aus Mozarts Opern sowie Ausschnitte aus Opern von Richard Strauss und Richard Wagner. Entstanden sind all diese Einspielungen in der sächsischen Heimat. Doch der Wirkungskreis von Theo Adam war weit; er reichte von der Dresdner Semperoper über die New Yorker Met und die Mailänder Scala bis nach Bayreuth.
Vom Meister Ortel in den Meistersingern bis hin zum Ochs von Lerchenau im Rosenkavalier – im Laufe der Jahre hat Theo Adam weit über hundert verschiedene Rollen gesungen und verkörpert. Sein Humor ist ebenso legendär wie seine sängerische Präzision, sein Stilbewusstsein und sein Ringen um Textverständlichkeit (was weit darüber hinaus zielte, dass das Publikum jedes Wort verstehen kann). Von der Bühne und aus dem öffentlichen Leben hat sich Theo Adam mittlerweile zurückgezogen. Diese drei CD zeigen uns den großen Sänger noch einmal auf der Höhe seiner Kraft und seines Könnens – ausgesprochen beeindruckend!
So hat Berlin Classics als besondere Gabe zum Ehrentag des Jubilars drei CD in einer Box zusammengefasst, die an die erfolgreiche Laufbahn des Sängers erinnern. Es erklingen sowohl geistliche Arien aus Bachs Weihnachtsoratorium, der Matthäus-Passion und einigen Kantaten, als auch Arien aus Mozarts Opern sowie Ausschnitte aus Opern von Richard Strauss und Richard Wagner. Entstanden sind all diese Einspielungen in der sächsischen Heimat. Doch der Wirkungskreis von Theo Adam war weit; er reichte von der Dresdner Semperoper über die New Yorker Met und die Mailänder Scala bis nach Bayreuth.
Vom Meister Ortel in den Meistersingern bis hin zum Ochs von Lerchenau im Rosenkavalier – im Laufe der Jahre hat Theo Adam weit über hundert verschiedene Rollen gesungen und verkörpert. Sein Humor ist ebenso legendär wie seine sängerische Präzision, sein Stilbewusstsein und sein Ringen um Textverständlichkeit (was weit darüber hinaus zielte, dass das Publikum jedes Wort verstehen kann). Von der Bühne und aus dem öffentlichen Leben hat sich Theo Adam mittlerweile zurückgezogen. Diese drei CD zeigen uns den großen Sänger noch einmal auf der Höhe seiner Kraft und seines Könnens – ausgesprochen beeindruckend!
Freitag, 13. März 2015
Brahms: Ein deutsches Requiem (Berlin Classics)
„Tiefer Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie“, so urteilte Clara Schumann einst über das Brahms-Requiem. Es sei „ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig Anderes.“ Als Johannes Brahms (1833 bis 1897) dieses Werk schrieb, vermied er bewusst den üblichen liturgischen Rahmen. Er entschied sich anstatt des althergebrachten lateinischen Textes für bestimmte Verse aus der Lutherbibel – nicht das Officium defunctorum, sondern der Trost für die Trauernden rückt hier in den Mittelpunkt. Mit seiner Vertonung verlagerte der Komponist zudem das Requiem aus dem (katholischen) kirchlichen Rahmen in den Konzertsaal.
Der Dresdner Kreuzchor wiederum bringt diese Musik zurück in den Kirchenraum: Brahms' Meisterwerk in der Kreuzkirche aufzuführen, das gehört zur Tradition des berühmten Knabenchors. Bei den „Jungs“, verrät Kreuzkantor Roderich Kreile, gehört Ein deutsches Requiem „zu den beliebtesten und in jeder Hinsicht am meisten geschätzten Werken“. Ein Live-Mitschnitt eines solchen Konzertes – zum Zeitpunkt finden sich leider keinerlei Angaben – ist im vergangenen Jahr bei Berlin Classics erschie- nen.
Die Aufnahme ist beeindruckend, und das liegt nicht nur an den beiden vorzüglichen Solisten Sibylla Rubens und Daniel Ochoa. Die Knaben- und jungen Männerstimmen des Kreuzchors, verstärkt durch die Männer- stimmen des renommierten Kammerchores Vocal Concert Dresden, bewirken ein außerordentlich interessantes, sehr homogenes Klangbild. Die Kruzianer sind in exzellenter Form, sie singen blitzsauber und stimm- lich absolut solide. Damit sind sie auch jederzeit in der Lage, Brahms' anspruchsvolle Musik dynamisch perfekt umzusetzen. Gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie gestalten die jungen Sänger eine Aufführung voll Spannung und emotionaler Strahlkraft. Bravi!
Der Dresdner Kreuzchor wiederum bringt diese Musik zurück in den Kirchenraum: Brahms' Meisterwerk in der Kreuzkirche aufzuführen, das gehört zur Tradition des berühmten Knabenchors. Bei den „Jungs“, verrät Kreuzkantor Roderich Kreile, gehört Ein deutsches Requiem „zu den beliebtesten und in jeder Hinsicht am meisten geschätzten Werken“. Ein Live-Mitschnitt eines solchen Konzertes – zum Zeitpunkt finden sich leider keinerlei Angaben – ist im vergangenen Jahr bei Berlin Classics erschie- nen.
Die Aufnahme ist beeindruckend, und das liegt nicht nur an den beiden vorzüglichen Solisten Sibylla Rubens und Daniel Ochoa. Die Knaben- und jungen Männerstimmen des Kreuzchors, verstärkt durch die Männer- stimmen des renommierten Kammerchores Vocal Concert Dresden, bewirken ein außerordentlich interessantes, sehr homogenes Klangbild. Die Kruzianer sind in exzellenter Form, sie singen blitzsauber und stimm- lich absolut solide. Damit sind sie auch jederzeit in der Lage, Brahms' anspruchsvolle Musik dynamisch perfekt umzusetzen. Gemeinsam mit der Dresdner Philharmonie gestalten die jungen Sänger eine Aufführung voll Spannung und emotionaler Strahlkraft. Bravi!
Freitag, 26. Dezember 2014
Christvesper des Dresdner Kreuzchores (Berlin Classics)
Nirgendwo auf der Welt wird Weih- nachten festlicher begangen als im Erzgebirge. Selbst die kleinsten Dörfer schmücken sich mit großen Pyramiden und Lichterbogen. Lichter strahlen auch in den Fenstern – eine Tradition aus alter Zeit, als die Bergmänner im Winter ihre Schicht in der Dunkelheit begonnen und wieder in der Dunkelheit beendet haben. Das Erzgebirge hat aber auch großartige musikalische Traditionen. Etwas davon hat Rudolf Mauers- berger einst nach Dresden übertragen. Er wirkte von 1930 bis 1971 als Kreuzkantor, und hat den berühmten Knabenchor über eine schwierige Zeit gebracht.
Wenn es noch heute jedes Jahr am Heiligen Abend Tausende in die Dresdner Kreuzkirche zu den beiden Christvespern zieht, dann geht diese Faszination auf Mauersberger zurück. Er hat die bekannten Weihnachts- lieder und Choräle zu einer geschlossenen Komposition verknüpft, die die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium mit einschließt, aber auch an die kraftvollen Gemeindegesänge und Posaunenchöre jenes frommen Landstrichs erinnert. Christvespern in der Tradition Mauers- bergers werden noch heute in Dresden alljährlich gesungen. Hier legt Berlin Classics eine gelungene Aufnahme aus dem Jahre 1993 auf unseren Gabentisch, geleitet vom damaligen Kreuzkantor Gothart Stier.
Wenn es noch heute jedes Jahr am Heiligen Abend Tausende in die Dresdner Kreuzkirche zu den beiden Christvespern zieht, dann geht diese Faszination auf Mauersberger zurück. Er hat die bekannten Weihnachts- lieder und Choräle zu einer geschlossenen Komposition verknüpft, die die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium mit einschließt, aber auch an die kraftvollen Gemeindegesänge und Posaunenchöre jenes frommen Landstrichs erinnert. Christvespern in der Tradition Mauers- bergers werden noch heute in Dresden alljährlich gesungen. Hier legt Berlin Classics eine gelungene Aufnahme aus dem Jahre 1993 auf unseren Gabentisch, geleitet vom damaligen Kreuzkantor Gothart Stier.
Samstag, 20. Juli 2013
Wagner again? Die ersten Dresdner Nachkriegsaufnahmen (Hänssler Profil)
Vier Jahre lang mussten Dresdner Opernliebhaber nach 1945 warten, bis sie erstmals wieder eine Oper Richard Wagners anhören konnten. Immer wieder versuchten Dresdner Kapellmeister, die Musik des Kom- ponisten zumindest im Konzert zu spielen. So gelang es Generalmusik- direktor Joseph Keilberth, im Novem- ber 1946 das Vorspiel zu Parsifal aufzuführen.
Danach aber verschwanden Wagners Werke wieder für zwei Jahre aus allen Programmen. 1948 erklang dann in einem Festkonzert zum 400jährigen Bestehen der Staatskapelle Dresden das Vorspiel zu den Meistersingern. Die Oper komplett zur Eröffnung des Großen Hauses aufzuführen, das wiederum wurde Keilberth nicht gestattet.
Wagners Musik war in der DDR, zumal in den Besatzungsjahren, ein Politikum. Denn seine Werke waren durch die Wagner-Verehrung im Dritten Reich sozusagen kontaminiert; wurden die Aufführungen zunächst von der sowjetischen Militäradministration verboten, so waren es später die SED und ihre Handlanger, die Wagner aufgrund politischer Vorbehalte von der Bühne verbannten.
Erst 1949 durfte wieder eine Oper Wagners in Dresden aufgeführt werden – Tannhäuser; zu hören waren unter anderem Christel Goltz und Bernd Aldenhoff. In den nächsten Jahren folgten Die Meistersinger von Nürn- berg, Der fliegende Holländer, Lohengrin, Die Walküre, Tristan und Isolde und Rheingold.
Einige dieser Aufführungen wurden durch den Rundfunk mitgeschnitten; auch gab es aus den frühen Jahren einige Rundfunkproduktionen von Wagner-Opern. Hänssler Profil hat auf drei CD für die Semperoper Edition eine Auswahl dieser ersten Dresdner Nachkriegsaufnahmen zusammen- gestellt. Hier sind in akzeptabler Qualität viele namhafte Dresdner Sänger jener Zeit zu hören, und Dirigenten wie Keilberth, Rudolf Kempe oder Kurt Striegler.
Erst 1949 durfte wieder eine Oper Wagners in Dresden aufgeführt werden – Tannhäuser; zu hören waren unter anderem Christel Goltz und Bernd Aldenhoff. In den nächsten Jahren folgten Die Meistersinger von Nürn- berg, Der fliegende Holländer, Lohengrin, Die Walküre, Tristan und Isolde und Rheingold.
Einige dieser Aufführungen wurden durch den Rundfunk mitgeschnitten; auch gab es aus den frühen Jahren einige Rundfunkproduktionen von Wagner-Opern. Hänssler Profil hat auf drei CD für die Semperoper Edition eine Auswahl dieser ersten Dresdner Nachkriegsaufnahmen zusammen- gestellt. Hier sind in akzeptabler Qualität viele namhafte Dresdner Sänger jener Zeit zu hören, und Dirigenten wie Keilberth, Rudolf Kempe oder Kurt Striegler.
Donnerstag, 22. Dezember 2011
Bach: Weihnachtsoratorium; Fläming (Berlin Classics)
Eine schöne Aufnahme von Bachs Weihnachtsoratorium aus den Jahren 1974/75. Angesichts der Besetzung ist man fast geneigt, sie historisch zu nennen: Es singen Arleen Augér, Sopran, Annelies Burmeister, Alt, Peter Schreier, Tenor und Theo Adam, Bass sowie der Dresdner Kreuzchor unter Martin Flämig. Und auch die Liste der Instrumentalisten enthält viele bekannte Namen, wie Karl Suske, 1. Solo-Violine, Eckart Haupt, 1. Solo-Flöte, Ludwig Güttler, Trompete oder Herbert Collum, Orgel; zudem musiziert die Dresdner Philhar- monie.
Natürlich würde man heute sicherlich einiges anders machen, aber die vielen exzellenten Musiker sorgen für eine Qualität, die diese Ein- spielung über manches stellt, was später und vermeintlich "historisch korrekt" aufgeführt worden ist. So bleiben diese drei CD nicht nur als Referenz hörenswert - und es ist schön, dass die Aufnahme bei Berlin Classics noch immer verfügbar ist.
Natürlich würde man heute sicherlich einiges anders machen, aber die vielen exzellenten Musiker sorgen für eine Qualität, die diese Ein- spielung über manches stellt, was später und vermeintlich "historisch korrekt" aufgeführt worden ist. So bleiben diese drei CD nicht nur als Referenz hörenswert - und es ist schön, dass die Aufnahme bei Berlin Classics noch immer verfügbar ist.
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