Auf insgesamt sieben CD hat Jitka Čechová die komplette Klaviermusik von Bedřich Smetana (1824 bis 1884) eingespielt – wenig bekannt, aber dennoch der umfangreichste Teil seines Gesamtwerkes.
Diese CD stellt uns die Anfänge vor – es sind die frühesten Stücke des Kom- ponisten, aus Kindheit und Jugend- zeit, die überliefert sind. Den Galopp D-Dur beispielweise improvisierte er als Kind; notiert wurde das Stück von einem Lehrer. Auch Werke aus Gymnasiastentagen sowie aus Smetanas Studienzeit sind zu hören, wie die Louisen-Polka, Aus dem Studentenleben oder Erinnerung an Pilsen. Die acht kurzen Bagatellen und Impromptus aus dem Jahre 1844 sind wohl mit die ersten „richtigen“ Werke des jungen Mannes, entstanden während eines Aufenthaltes in der Sommerresidenz des Grafen Thun-Hohenstein, bei dem Smetana als Musiklehrer angestellt war – was ihm die Möglichkeit gab, bei Joseph Proksch Komposition zu studieren. Aber damit beginnt schon wieder ein anderes Kapitel.
Jitka Čechová gestaltet alle Stücke gleichermaßen sorgfältig. Unter ihren Händen wird noch der trivialste Lauf Musik – und mit ihrer liebevollen Interpretation macht sie aus den Tänzen und aus jenen Werken, die man heute üblicherweise, naserümpfend, als „Salonmusik“ beiseite legen würde, ein Hörvergnügen. Sehr gelungen!
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Sonntag, 5. Februar 2017
Freitag, 19. August 2016
Smetana: Má Vlast - Mein Vaterland (MDG)
Die Moldau von Bedřich Smetana (1824 bis 1884) gehört noch heute weltweit zu den ganz großen Klassik-Hits. Das Publikum liebt das Werk, das mit musikalischen Mitteln dem Lauf des Flusses von seinen Quellen bis zur Mündung in die Elbe bei Mělník folgt. Smetanas sinfonische Dichtung beschreibt die Moldau zunächst als Flüsschen, das die böhmische Landschaft durchquert, eine Jagd und eine Bauernhochzeit sowie Elfenreigen im Mondschein inklusive. Sie schildert das Tosen des Wassers in den St-Johannis-Strom- schnellen, heute nicht mehr zu erleben, da im Stausee versunken, und sein majestätisches Strömen durch Prag, am Vyšerad vorbei.
Hört man genauer hin, wird man aber feststellen, dass sich der Komponist nicht damit begnügte, eine reine Naturschilderung in Noten zu fassen. Vltava / Die Moldau ist eingebunden in Má Vlast / Mein Vaterland – und das nicht nur als zweites Stück in dem sechsteiligen Zyklus, sondern auch durch sorgsam ausgewählte musikalische Motive.
Noch vor der Orchesterpartitur veröffentlichte Smetana eine Fassung für Klavier zu vier Händen. Diese Einspielung durch das Klavierduo Evelinde Trenkner und Sontraud Speidel macht hörbar, dass die Klavierversion in diesem Falle mehr ist als nur eine Verkürzung des Originals, sozusagen für den Hausgebrauch. Die Arrangements, erschienen ab 1879 als Einzel- drucke bei František A. Urbanék in Prag, stellen insbesondere die Leitmotive klar heraus. Zwar vermisst man ein wenig die gewohnten Klangfarben der sinfonischen Dichtung, aber dafür sind musikalische Strukturen sehr gut erkennbar.
Evelinde Trenkner und Sontraud Speidel haben bei Dabringhaus und Grimm den gesamten, äußerst anspruchsvollen Zyklus eingespielt – eine rundum exzellente Aufnahme. Sie zeigt viele Details an dem bekannten Werk auf, die in der Orchesterversion üblicherweise nicht so deutlich zu hören sind.
Hört man genauer hin, wird man aber feststellen, dass sich der Komponist nicht damit begnügte, eine reine Naturschilderung in Noten zu fassen. Vltava / Die Moldau ist eingebunden in Má Vlast / Mein Vaterland – und das nicht nur als zweites Stück in dem sechsteiligen Zyklus, sondern auch durch sorgsam ausgewählte musikalische Motive.
Noch vor der Orchesterpartitur veröffentlichte Smetana eine Fassung für Klavier zu vier Händen. Diese Einspielung durch das Klavierduo Evelinde Trenkner und Sontraud Speidel macht hörbar, dass die Klavierversion in diesem Falle mehr ist als nur eine Verkürzung des Originals, sozusagen für den Hausgebrauch. Die Arrangements, erschienen ab 1879 als Einzel- drucke bei František A. Urbanék in Prag, stellen insbesondere die Leitmotive klar heraus. Zwar vermisst man ein wenig die gewohnten Klangfarben der sinfonischen Dichtung, aber dafür sind musikalische Strukturen sehr gut erkennbar.
Evelinde Trenkner und Sontraud Speidel haben bei Dabringhaus und Grimm den gesamten, äußerst anspruchsvollen Zyklus eingespielt – eine rundum exzellente Aufnahme. Sie zeigt viele Details an dem bekannten Werk auf, die in der Orchesterversion üblicherweise nicht so deutlich zu hören sind.
Sonntag, 21. September 2014
David Oistrakh plays Piano Tris by Chopin, Dvorák, Ravel & Smetana (Deutsche Grammophon)
Vor langer, langer Zeit, als Gymna- siallehrer noch Partituren lesen konnten und selbst Klavier oder aber Geige spielten, da reichte es aus, wenn zwei, drei oder gar vier Namen auf einem Plakat standen – und die Leute strömten in Scharen herbei, um Musik zu hören. Selbst durch Hunger, Krieg und klirrende Kälte waren sie davon nicht abzuhalten. Als das Radio noch Luxus war, konnte man mit Kammermusik große Säle füllen. Heute musizieren Streichtrios oder Quartette in sehr viel kleineren Räumen, und während in jedem Laden irgendwelche Musik dudelt, haben ihre Auftritte eher den Ruf einer gewissen Exklusivität.
Welch grandioses Niveau die Kammermusik in ihrem goldenen Zeitalter hatte, davon vermittelt die vorliegende Doppel-CD aus dem Hause Deutsche Grammophon einen Eindruck. Die Musiker, die auf diesen historischen Aufnahmen zu hören sind, waren allesamt berühmte Solisten. Geiger David Oistrach (1908 bis 1874), Cellist Swjatoslaw Knuschewitzky (1908 bis 1963) und Pianist Lew Oborin (1907 bis 1974) konzertierten zwei Jahrzehnte lang auch als Trio miteinander. Dass sie das gemeinsame Musizieren sehr geschätzt haben müssen, das wird der Zuhörer bald feststellen. Denn obwohl alle drei Künstler sehr deutlich mit einem solistischen Impetus antreten, wirken sie sehr harmonisch zusammen. Niemand spielt sich in den Vordergrund, keiner musiziert an den Kollegen vorbei. Hervorragend ist die Einspielung von Dvoraks berühmtem Dumky-Trio, wie überhaupt das tschechische Repertoire den Musikern besonders zu liegen scheint. Und die Aufnahme von Chopins Klaviertrio op. 8 ist grandios; ich kenne keine bessere. Bravi, Blumen – es war einmal...
Welch grandioses Niveau die Kammermusik in ihrem goldenen Zeitalter hatte, davon vermittelt die vorliegende Doppel-CD aus dem Hause Deutsche Grammophon einen Eindruck. Die Musiker, die auf diesen historischen Aufnahmen zu hören sind, waren allesamt berühmte Solisten. Geiger David Oistrach (1908 bis 1874), Cellist Swjatoslaw Knuschewitzky (1908 bis 1963) und Pianist Lew Oborin (1907 bis 1974) konzertierten zwei Jahrzehnte lang auch als Trio miteinander. Dass sie das gemeinsame Musizieren sehr geschätzt haben müssen, das wird der Zuhörer bald feststellen. Denn obwohl alle drei Künstler sehr deutlich mit einem solistischen Impetus antreten, wirken sie sehr harmonisch zusammen. Niemand spielt sich in den Vordergrund, keiner musiziert an den Kollegen vorbei. Hervorragend ist die Einspielung von Dvoraks berühmtem Dumky-Trio, wie überhaupt das tschechische Repertoire den Musikern besonders zu liegen scheint. Und die Aufnahme von Chopins Klaviertrio op. 8 ist grandios; ich kenne keine bessere. Bravi, Blumen – es war einmal...
Sonntag, 29. Januar 2012
Václav Talich - Live 1939 (Supraphon)
Das Musik zum Politikum werden kann, zeigt exemplarisch diese CD mit Aufnahmen des berühmten tschechischen Dirigenten Václav Talich (1883 bis 1961). Sie ent- standen im Juni 1939 und umfas- sen den sinfonischen Zyklus Má vlast von Bedrich Smetana sowie die zweite Reihe der Slawischen Tänze von Antonín Dvorák.
Dass sie überliefert worden, ver- danken wir einer Kette von Zu- fällen. Denn es war der Norwegi- sche Rundfunk, der die beiden Konzerte aufgezeichnet hat. Sie wurden auf Philips-Miller-Film auf- genommen - eine sehr teure, aber aufgrund der erzielbaren Klang- qualität attraktive Alternative zu den damals üblichen Acetatplatten, die lediglich über drei Minuten Spielzeit verfügten.
Ein Teil der Aufnahmen in dieser Technologie wurde später auf Magnetband überspielt. Die meisten Filme aber wurden vernichtet. Man darf sich freuen, dass ausgerechnet dieser Mitschnitt auf dem Philimil-Film im Archiv erhalten geblieben ist. Er wurde nun im Auftrag des Labels Supraphon remastert - und begeistert gleich aus mehreren Gründen.
Da wäre zum einen die faszinierende Interpretation des Smetana-Zyklus Mein Vaterland, die in der Tat eine der besten Aufnahmen dieses Werkes ist, die ich je gehört habe. Zum anderen aber über- rascht die enorme Begeisterung des Publikums, das nach jedem Teil in Ovationen ausbricht - und nach dem letzten Stück, Blaník, spontan die Nationalhymne anstimmt.
Verständlich wird diese Euphorie, wenn man sich bewusst macht, dass die Tschechoslowakei seit dem 15. März 1939 besetzt war - und man staunt, dass es Talich trotzdem gelungen ist, in diesem Jahr den ersten Jahrgang des Festivals "Prager musikalischer Mai" zu starten. Es war so erfolgreich, dass einige Konzerte wiederholt werden mussten. Dass die Behörden im Protektorat Böhmen und Mähren dieses Festival durchaus kritisch sahen, zeigt sich unter anderem daran, dass im darauffolgenden Jahr Tábor und Blaník nicht mehr gespielt werden durften. Denn beide Werke appellieren an den tschechischen Patriotismus - und eine solche Demonstration war bei den deutschen Besatzern ganz sicher nicht erwünscht.
Kurioserweise wurde Talich 1945 der Kollaboration beschuldigt, sieben lange Wochen sogar inhaftiert, und in den nachfolgenden Jahren permanent schikaniert. Es wird vermutet, dass dies in erster Linie an seinem Engagement für das Werk Josef Suks gelegen haben könnte. Dieser war mit Otilie verheiratet, der Tochter Dvoráks - um die junge Frau hatte einst aber auch ein gewisser Zdenek Nejedlý geworben. Der Musikwissenschaftler wurde 1945 Minister für Schul- wesen, Wissenschaft und Kunst. Er stammte aus Litomysl, dem Geburtsort Smetanas, und hatte offenbar eine Abneigung gegen Janácek, Dvorák - und ganz besonders gegen dessen Schüler Suk. Kaum zu glauben, aber im real existierenden Sozialismus konnte das tatsächlich ein Grund sein, Karriere und Gesundheit eines zuvor europaweit erfolgreichen Dirigenten zu ruinieren.
Dass sie überliefert worden, ver- danken wir einer Kette von Zu- fällen. Denn es war der Norwegi- sche Rundfunk, der die beiden Konzerte aufgezeichnet hat. Sie wurden auf Philips-Miller-Film auf- genommen - eine sehr teure, aber aufgrund der erzielbaren Klang- qualität attraktive Alternative zu den damals üblichen Acetatplatten, die lediglich über drei Minuten Spielzeit verfügten.
Ein Teil der Aufnahmen in dieser Technologie wurde später auf Magnetband überspielt. Die meisten Filme aber wurden vernichtet. Man darf sich freuen, dass ausgerechnet dieser Mitschnitt auf dem Philimil-Film im Archiv erhalten geblieben ist. Er wurde nun im Auftrag des Labels Supraphon remastert - und begeistert gleich aus mehreren Gründen.
Da wäre zum einen die faszinierende Interpretation des Smetana-Zyklus Mein Vaterland, die in der Tat eine der besten Aufnahmen dieses Werkes ist, die ich je gehört habe. Zum anderen aber über- rascht die enorme Begeisterung des Publikums, das nach jedem Teil in Ovationen ausbricht - und nach dem letzten Stück, Blaník, spontan die Nationalhymne anstimmt.
Verständlich wird diese Euphorie, wenn man sich bewusst macht, dass die Tschechoslowakei seit dem 15. März 1939 besetzt war - und man staunt, dass es Talich trotzdem gelungen ist, in diesem Jahr den ersten Jahrgang des Festivals "Prager musikalischer Mai" zu starten. Es war so erfolgreich, dass einige Konzerte wiederholt werden mussten. Dass die Behörden im Protektorat Böhmen und Mähren dieses Festival durchaus kritisch sahen, zeigt sich unter anderem daran, dass im darauffolgenden Jahr Tábor und Blaník nicht mehr gespielt werden durften. Denn beide Werke appellieren an den tschechischen Patriotismus - und eine solche Demonstration war bei den deutschen Besatzern ganz sicher nicht erwünscht.
Kurioserweise wurde Talich 1945 der Kollaboration beschuldigt, sieben lange Wochen sogar inhaftiert, und in den nachfolgenden Jahren permanent schikaniert. Es wird vermutet, dass dies in erster Linie an seinem Engagement für das Werk Josef Suks gelegen haben könnte. Dieser war mit Otilie verheiratet, der Tochter Dvoráks - um die junge Frau hatte einst aber auch ein gewisser Zdenek Nejedlý geworben. Der Musikwissenschaftler wurde 1945 Minister für Schul- wesen, Wissenschaft und Kunst. Er stammte aus Litomysl, dem Geburtsort Smetanas, und hatte offenbar eine Abneigung gegen Janácek, Dvorák - und ganz besonders gegen dessen Schüler Suk. Kaum zu glauben, aber im real existierenden Sozialismus konnte das tatsächlich ein Grund sein, Karriere und Gesundheit eines zuvor europaweit erfolgreichen Dirigenten zu ruinieren.
Donnerstag, 25. August 2011
Smetana: Má vlast (Supraphon)
Das Musikfestival Prager Frühling wird seit mehr als 60 Jahren immer am 12. Mai, dem Todestag Bedrich Smetanas, mit einer Auf- führung der sechs sinfonischen Dichtungen seines Zyklus Mein Vaterland eröffnet. Berühmte Dirigenten haben diese Konzerte geleitet, so zum Beispiel 1990 Ra- fael Kubelík, der nach 42 Jahren Emigration in seine Heimat zurück- kehrte.
Am 12. Mai 2010 dirigierte der 28jährige Jakub Hrusa dieses Konzert. Der Mitschnitt hält mehr als nur eine Überraschung bereit, und der junge Dirigent verrät in dem sehr informativen Beiheft auch, warum: "Für meine Auffassung war unter anderem die Prager Kammerphilharmonie wesentlich, die sich von den traditionellen Orchestern durch ihre Größe, vor allem aber durch ihren Zugriff auf die Musik unterscheidet. Wir versuchen uns der Partitur frisch zu nähern, so als ob die Zuhörer sie zum ersten Mal hören, mit einer Faszination, die allein die Geburt neuer Ideen begleiten kann!"
Der kritische Blick sowohl auf die Partitur als auch auf die Auffüh- rungspraxis veranlasste Hrusa dazu, jedes einzelne Stück mit großer Sorgfalt neu zu gestalten. So werden viele Details hörbar, die in älteren Einspielungen oftmals unter einer dicken Schicht Pathos verschwinden. Diese Präzision bekommt Smetanas grandiosem Werk hervorragend. Eine 1A-Einspielung, und ein junger Dirigent mit spannenden Ideen und einer großen Zukunft.
Am 12. Mai 2010 dirigierte der 28jährige Jakub Hrusa dieses Konzert. Der Mitschnitt hält mehr als nur eine Überraschung bereit, und der junge Dirigent verrät in dem sehr informativen Beiheft auch, warum: "Für meine Auffassung war unter anderem die Prager Kammerphilharmonie wesentlich, die sich von den traditionellen Orchestern durch ihre Größe, vor allem aber durch ihren Zugriff auf die Musik unterscheidet. Wir versuchen uns der Partitur frisch zu nähern, so als ob die Zuhörer sie zum ersten Mal hören, mit einer Faszination, die allein die Geburt neuer Ideen begleiten kann!"
Der kritische Blick sowohl auf die Partitur als auch auf die Auffüh- rungspraxis veranlasste Hrusa dazu, jedes einzelne Stück mit großer Sorgfalt neu zu gestalten. So werden viele Details hörbar, die in älteren Einspielungen oftmals unter einer dicken Schicht Pathos verschwinden. Diese Präzision bekommt Smetanas grandiosem Werk hervorragend. Eine 1A-Einspielung, und ein junger Dirigent mit spannenden Ideen und einer großen Zukunft.
Samstag, 25. Juni 2011
Smetana: Má vlast (fok)
Inspiriert durch das Vorbild Liszts, schuf der tschechische Komponist Bedrich Smetana (1824 bis 1884) eine Reihe sinfonischer Dichtun- gen. Dabei verarbeitete er sowohl Anregungen durch literarische Werke, als auch Sagen und Reise- erlebnisse aus seiner Heimat. Das berühmteste Werk Smetanas ist Má vlast, Mein Vaterland, ein Zyklus, der aus sechs Symphonischen Dichtungen für großes Orchester besteht, und die Schönheiten und die Mythen Tschechiens schildert. Der erste Teil, Vysehrad, berichtet von der gleichnamigen Prager Burg. Das Werk beginnt mit den Harfenklängen des Sänger Lumír, es zeigt die Burg in ihrer ganzen Pracht, umkämpft, und als Ruine, über die noch einmal der Gesang Lumírs schallt - und das Murmeln der Moldau.
Vltava, Die Moldau, beschreibt musikalisch den Lauf des Flusses von seiner Quelle bis zur Mündung in die Elbe. Es ist das bekannteste und auch beliebteste Stück aus diesem Zyklus. Sárka erzählt vom soge- nannten Mägdekrieg: Die schöne Amazone lockt einen Prinzen in eine raffinierte Falle, heiratet ihn sogar. Doch als er mit seinem Gefolge eingeschlafen ist, ruft sie mit dem vereinbarten Hornsignal ihre Ge- fährtinnen herbei - zum finalen Blutbad.
Z ceskych luhu a háju, Aus Böhmens Hain und Flur, fasst die Gedan- ken und Gefühle des Komponisten beim Anblick der heimatlichen Landschaft in Musik. Tábor war einst ein Hauptlager der Hussiten. Im 19. Jahrhundert wurde es ein wichtiges Zentrum und ein Symbol für die Bewegung, die sich für eine Loslösung von Österreich und die Wiedergeburt der tschechischen Nation einsetzte. Das Stück beruht auf dem alten Hussitenchoral Die ihr Gotteskämpfer seid.
Diesen Gedanken führt Blaník weiter. Dieses Werk zitiert eine Sage, der zufolge in dem gleichnamigen Berg ein tschechisches Ritterheer, geführt vom Heiligen Wenzel, schlummert. Es wird dem Lande in schlechtesten Zeiten zu Hilfe eilen.
Seine Uraufführung erlebte das Werk 1882, und es wurde von den Tschechen, die für die Loslösung von Österreich eintraten, begeistert gefeiert. Noch heute wird mit Má Vlast alljährlich am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten, das Musikfestival Prager Frühling eröffnet.
Vltava, Die Moldau, beschreibt musikalisch den Lauf des Flusses von seiner Quelle bis zur Mündung in die Elbe. Es ist das bekannteste und auch beliebteste Stück aus diesem Zyklus. Sárka erzählt vom soge- nannten Mägdekrieg: Die schöne Amazone lockt einen Prinzen in eine raffinierte Falle, heiratet ihn sogar. Doch als er mit seinem Gefolge eingeschlafen ist, ruft sie mit dem vereinbarten Hornsignal ihre Ge- fährtinnen herbei - zum finalen Blutbad.
Z ceskych luhu a háju, Aus Böhmens Hain und Flur, fasst die Gedan- ken und Gefühle des Komponisten beim Anblick der heimatlichen Landschaft in Musik. Tábor war einst ein Hauptlager der Hussiten. Im 19. Jahrhundert wurde es ein wichtiges Zentrum und ein Symbol für die Bewegung, die sich für eine Loslösung von Österreich und die Wiedergeburt der tschechischen Nation einsetzte. Das Stück beruht auf dem alten Hussitenchoral Die ihr Gotteskämpfer seid.
Diesen Gedanken führt Blaník weiter. Dieses Werk zitiert eine Sage, der zufolge in dem gleichnamigen Berg ein tschechisches Ritterheer, geführt vom Heiligen Wenzel, schlummert. Es wird dem Lande in schlechtesten Zeiten zu Hilfe eilen.
Seine Uraufführung erlebte das Werk 1882, und es wurde von den Tschechen, die für die Loslösung von Österreich eintraten, begeistert gefeiert. Noch heute wird mit Má Vlast alljährlich am 12. Mai, dem Todestag des Komponisten, das Musikfestival Prager Frühling eröffnet.
Und wer könnte berufener sein, das Poem zu interpretieren, als das Symfonicky orchestr hl. m. Prahy FOK, das Prager Sinfonieorchester? Bei diesem Konzertmitschnitt vom Oktober 2008, aufgezeichnet im Smetana-Saal des berühmten Prager Gemeindehauses, dirigierte Tomás Netopil.
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