Posts mit dem Label Suitner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Suitner werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 4. Oktober 2020

Staatskapelle Berlin - Legendary Eterna Recordings (Berlin Classics)

 

Die Staatskapelle Berlin feiert 450jähriges Bestehen – und Berlin Classics gratuliert mit einer 5-CD-Box zu diesem Jubiläum. Das Label hat dafür legendäre Aufnahmen des Orchesters mit Otmar Suitner und Günther Herbig herausgesucht. Sie wurden seinerzeit in der Christus-Kirche Berlin-Schöneweide aufgenommen, und bei Eterna als Schallplatte veröffentlicht. 

Für die Neuedition wurden diese Einspielungen nun neu von den Originalbändern remastert. Otmar Suitner leitete die Staatskapelle Berlin von 1964 bis 1990. Freuen darf man sich auf feinsinnige Interpretationen der Mozart-Ouvertüren ebenso wie auf Musik von Richard Strauss und Paul Dessau, die Suitner allesamt besonders schätzte. 

Neben Strauss‘ Symphonischer Phantasie aus Die Frau ohne Schatten wurde für diese Kollektion auch Penthesilea von Hugo Wolf sowie die Musik zu Kleists Das Käthchen von Heilbronn op. 17 von Hans Pfitzner ausgewählt; für beides hatte sich Suitner besonders eingesetzt. Zu hören sind zudem Bruckners Siebente und Mahlers Zweite; Günther Herbig, der in den 70er Jahren viele Konzerte mit der Staatskapelle dirigierte, wird ebenfalls mit einer CD geehrt. Darauf erklingen Mendelssohns Sommernachtstraum sowie die Orchestermusik Nr. 4 von Paul Dessau. 


Freitag, 5. August 2016

Theo Adam - Edition zum 90. Geburtstag (Berlin Classics)

„Aber so ist das mit einem Sängerleben – uns bleibt Gott sei Dank nur die Erinnerung!“, mit diesen Worten schließt Peter Schreier seine Gratulation an Theo Adam, der jüngst seinen 90. Geburtstag gefeiert hat. Glücklicherweise sind im Laufe einer langen Sängerkarriere aber auch zahlreiche Mitschnitte und Aufnahmen entstanden, so dass man den Dresdner Bassbariton in einigen seiner Partien noch immer hören kann. 
So hat Berlin Classics als besondere Gabe zum Ehrentag des Jubilars drei CD in einer Box zusammengefasst, die an die erfolgreiche Laufbahn des Sängers erinnern. Es erklingen sowohl geistliche Arien aus Bachs Weihnachtsoratorium, der Matthäus-Passion und einigen Kantaten, als auch Arien aus Mozarts Opern sowie Ausschnitte aus Opern von Richard Strauss und Richard Wagner. Entstanden sind all diese Einspielungen in der sächsischen Heimat. Doch der Wirkungskreis von Theo Adam war weit; er reichte von der Dresdner Semperoper über die New Yorker Met und die Mailänder Scala bis nach Bayreuth. 
Vom Meister Ortel in den Meistersingern bis hin zum Ochs von Lerchenau im Rosenkavalier – im Laufe der Jahre hat Theo Adam weit über hundert verschiedene Rollen gesungen und verkörpert. Sein Humor ist ebenso legendär wie seine sängerische Präzision, sein Stilbewusstsein und sein Ringen um Textverständlichkeit (was weit darüber hinaus zielte, dass das Publikum jedes Wort verstehen kann). Von der Bühne und aus dem öffentlichen Leben hat sich Theo Adam mittlerweile zurückgezogen. Diese drei CD zeigen uns den großen Sänger noch einmal auf der Höhe seiner Kraft und seines Könnens – ausgesprochen beeindruckend! 

Montag, 10. September 2012

Suitner conducts Mozart (Berlin Classics)

Otmar Suitner (1922 bis 2010), ausgebildet bei Clemens Krauss am Mozarteum in Salzburg, folgte 1960 dem Ruf nach Dresden: Die Staatskapelle hatte den Dirigenten zu ihrem Generalmusikdirektor gewählt. Suitner, dessen Klangideal durch Strauss und Wagner geprägt war, schätzte das Dresdner Orche- ster offenbar sehr. Dennoch ging er 1964 nach Berlin, wo er General- musikdirektor der Staatsoper Unter den Linden wurde. 
Dieses Amt hatte er bis 1991 inne; hier formte er ein erstklassiges Ensemble, und engagierte sich zudem sehr für zeitgenössische Musik. So setzte er Opern von Paul Dessau sowie Hans Pfitzners Palestrina auf den Spielplan - was ihm wohl nur gelang, weil er mit seinem österreichischen Pass winken konnte. Dieser ermöglichte ihm zudem zahlreiche Konzertreisen. Doch ob- wohl Suitner in den 60er Jahren mehrfach in Bayreuth dirigierte, blieb er in Westdeutschland so gut wie unbekannt. Eine Parkinson-Erkrankung zwang ihn schließlich in den 90er Jahren, das Dirigieren aufzugeben. 
Diese Box mit sechs CD fasst Mozart-Aufnahmen zusammen, die Otmar Suitner in den 60er und 70er Jahren gemeinsam mit der Staatskapelle Berlin eingespielt hat. Darunter sind etliche Sinfonien, die berühmte Kleine Nachtmusik und weitere Serenaden sowie Ein musikalischer Spaß. Auch die Klavierkonzerte KV 450 und 467 sind enthalten, gespielt von Annerose Schmidt. Die Solistin ist übrigens auch in der Gesamtaufnahme von Mozarts Klavierkonzerten zu hören, die mehr als zehn Jahre später mit der Dresdner Philharmonie unter Kurt Masur aufgezeichnet wurde. 
Dem Hörer wird die unglaubliche Bescheidenheit und Zurückhaltung auffallen, mit der Suitner sich Mozarts Werken naht. Da ist keine Selbstinszenierung zu spüren, keine plumpe Effekthascherei - selbst beim Musikalischen Spaß vermeidet Suitner Grobheit und Klamauk. Die Kleine Nachtmusik befreit er vom Kitsch; Suitner lässt sie leise spielen, spannungsvoll und zugleich filigran. Diese Aufnahme macht deutlich: Dies ist kein "Klassik-Pop", sondern Musik, die ernst ge- nommen werden will - und dafür schätze ich diese Aufnahmen seit vielen Jahren. 

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Humperdinck: Hänsel und Gretel (Berlin Classics)


Wie gut, dass es Archive gibt! Berlin Classics jedenfalls hat dort eine ganz besondere Weihnachtsgabe entdeckt: Eine Aufnahme von Humperdincks Märchenoper von einer derart hohen Qualität, dass man nur staunen kann. Was für ein Streichersound, was für ein Hörnerklang, was für eine phantastische musikalische Gestaltung!
Schon während der ersten Takte der Ouvertüre ist wohl jedem klar: Das kann nur die Staatskapelle Dresden sein. Bei dieser Aufnahme aus dem Jahre 1969 wurde sie geleitet von Otmar Suitner. Er verortet Humperdincks Werk irgendwo zwischen Wagner und Strauss - das ist kein Provinz-Weihnachts- märchen, das ist große Oper.
Und obendrein singen einige der besten Sänger, die die DDR seinerzeit aufzubieten hatte. Renate Hoff und Ingeborg Springer sind als Hänsel und Gretel zu hören, Renate Krahmer als Sand- und Taumännchen, Gisela Schröter und Theo Adam singen das Elternpaar. Besonders köstlich: Peter Schreier als Hexe. Der Sänger verlegt sich nicht aufs Chargieren und Knödeln; seine Hexe ist gerade deshalb so bedrohlich, weil sie ihre Partie in weiten Teilen schön singt - vollkommen irre! Als Lebkuchenkinder agieren Mitglieder des Dresdner Kreuzchores.
Wer sich eine wirklich großartige CD zu Weihnachten schenken möchte - diese hier sei wärmstens empfohlen.