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Samstag, 15. Mai 2021

Piano Lessons - Christoph Eschenbach (Deutsche Grammophon)


 Einen großen Musiker erkennt man oft daran, dass er auch scheinbar simple Stücke mit derselben Sorgfalt spielt wie die Virtuosenliteratur. Ein Beispiel dafür bietet diese faszinierende Box, in der auf 16 CD so ziemlich alles zu hören ist, was ein Klavierschüler üblicherweise im Unterricht übt. 

Die Box enthält zahlreiche Klassiker der Klavierpädagogik, von Ferdinand Beyers Vorschule im Klavierspiel über Johann Sebastian Bachs Inventionen, Wolfgang Amadeus Mozarts Sonata facile bis hin zu Ludwig van Beethovens berühmter Mondscheinsonate oder den Liedern ohne Worte von Felix Mendelssohn Bartholdy. 

Burgmüller, Czerny, Clementi, Diabelli – Christoph Eschenbach zeigt mit seinen Interpretationen, dass selbst Etüden und Sonatinen sehr viel Spaß machen können. Der Pianist, heute Chefdirigent des Berliner Konzerthausorchesters, hat diese Kollektion Mitte der 1970er Jahre eingespielt. Sie war bisher aber nur als Japan-Import erhältlich. 

Umso mehr freut man sich darüber, dass diese liebevollen Interpretationen nun für jedermann verfügbar sind. Die Sammlung bietet Musikfreunden fast 17 Stunden Hörvergnügen, und allen Klavierschülern vielfältige Anregungen – denn sämtliche Noten sind über die bekannte Noten-App Tomplay Sheet Music zugänglich, und als Bonus liegt der Box ein Zugangscode bei. Super! 


Montag, 21. Oktober 2019

When Breath Becomes Sound (Genuin)

Lingjia Liang, Alena Wilsdorf, Simo Lu und Franziska Föllmer haben sich beim Studium an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf kennengelernt. 2014 gründeten die drei Flötistinnen und der Flötist dann das Ensemble Tetrachord, das mittlerweile in vielen Wettbewerben Preise erringen konnte. 
Mit seinem CD-Debüt bei Genuin kann das Quartett gleich mehrfach überraschen.  Denn die Flötenklänge kommen daher wie federleichte Schönwetterwölkchen. Das e-Moll-Flötenquartett von Friedrich Kuhlau beispielsweise habe ich noch nie so virtuos und so grandios locker gehört. Und die Deux Esquizzes von Eugéne Bozza wirken so ätherisch wie manch ein impressionistisches Gemälde. Verblüffend geht es weiter, bis zum dem abschließenden, ebenfalls erstklassig musizierten Andante für ein Walze in eine kleine Orgel von Wolfgang Amadeus Mozart. Eine rundum gelungene Einspielung. Auf die kommenden Programme dieses Ensembles darf man sich freuen. 

Donnerstag, 31. Juli 2014

Kuhlau: Violin Sonatas Vol. 1 (Dacapo)

Friedrich Kuhlau (1786 bis 1832) gehört zu den bedeutenden däni- schen Komponisten des frühen
19. Jahrhunderts. Über seine Bio- graphie wurde hier im Blog bereits berichtet. Erinnert sei an dieser Stelle nur daran, dass Kuhlau eigentlich ein Deutscher war. Er stammte aus Uelzen, und setzte seine Ausbildung dann in Hamburg fort. 1810 floh er nach Kopenha- gen, um der Zwangsrekrutierung durch Napoleons Truppen zu entrinnen. 1813 wurde er däni- scher Staatsbürger – und königlicher Hofmusiker. 

Kuhlau hat das Musikleben des sogenannten des Goldenen Zeitalters Dänemarks nachhaltig mit geprägt. Eigentlich galt er als „Beethoven der Flöte“, doch er hat auch bezaubernde Violinsonaten geschrieben, wie diese CD beweist. Christina Åstrand, Violine, musiziert gemein- sam mit ihrem Mann Per Salo am Klavier. Und man wundert sich, warum diese Werke im Konzertbetrieb eigentlich keine Rolle spielen. Denn sie sind durchaus spannend; stilistisch stehen sie der Klassik wohl näher als der Romantik, auch wenn sie als die ersten dänischen Sonaten im romantischen Stil bewertet werden. Auf die Fortsetzung dieser Einspielung darf man sich freuen. 

Sonntag, 16. Juni 2013

Kuhlau: Grandes Sonates (Fra Bernardo)

Das Label Fra Bernardo will einerseits jungen Künstlern und Ensembles die Möglichkeit geben, sich international zu präsentieren. Anderseits will Bernhard Drobig, der Gründer des Labels, aber auch Repertoirelücken schließen – und da gibt es im Bereich der „Alten“ Musik, auf den sich Fra Bernardo konzentriert, in der Tat noch viel zu entdecken.
Ein Beispiel dafür ist das Werk von Friedrich Daniel Rudolph Kuhlau (1786 bis 1832). Der Musiker, geboren in Uelzen, flüchtete 1810 nach Dänemark, um nicht in Napoleons Truppen dienen zu müssen. Im dänischen Musikleben fand Kuhlau schließlich seinen Platz; so gilt er als einer der Väter der dänischen Oper.
Sein eigentliches Instrument aber war die Flöte. So komponierte er insgesamt sieben Sonaten für Flöte und Klavier. Drei davon sind auf dieser CD zu hören. Das Duo Les Fidelles – es besteht aus Charles Zebley, Flöte, und Linda Nicholson am Klavier – beweist, dass die Flötenmusik der Frühromantik durchaus Attraktives zu bieten hat. Klanglich faszinierend ist diese CD aber nicht nur aufgrund der musikalischen Klasse der beiden Interpreten.
Der verwendete Flügel wurde von dem Wiener Klavierbauer Conrad Graf um 1828 angefertigt. Das Instrument weist allerlei Finessen auf; so hat es fünf Pedale mit teilweise kuriosen Funktionen: „Una corda; Fagott – hier wird ein Pergamentstreifen an die Saiten geführt und dadurch eine schnarrende Klangfarbe erzeugt; Fortepedal; Modera- tor – hier schiebt sich ein Filzstreifen zwischen Hämmer und Saiten, um einen gedämpften Klang zu erreichen; Trommel/Glocken – hier setzt das Pedal einen Mechanismus in Bewegung, der bei leichtem Drücken einige Glocken anschlägt“, zählt Nicholson auf: „Bei festem Drücken schlägt zusätzlich noch ein Trommelschlägel auf den Reso- nanzboden.“

Donnerstag, 15. November 2012

Amüsantes und Rasantes für 2 Flöten und Klavier (Thorofon)

Raritäten für Flötenduo haben Elisabeth Weinzierl und Edmund Wächter gemeinsam mit der Pianistin Eva Schieferdecker auf dieser CD zusammengetragen. 
Die Münchner Flötisten spielen das Duettino hongrois op. 36 von Franz Doppler, das Grand Trio
op. 119 von Friedrich Kuhlau, und Mozarts Sonate D-Dur KV 448 - ursprünglich entstanden für zwei Klaviere, später für zwei Violinen und Klavier bearbeitet von Ferdi- nand David. Auf der Grundlage dieser Version haben die Münchner Musiker dann ihr Arrangement für zwei Flöten und Klavier erstellt. 

Eine Bearbeitung der drei Musiker erschließt auch das berühmte Duo des Fleurs aus der Oper Lakmé von Léo Delibes für diese Besetzung; man staunt, dass dies zuvor noch niemandem eingefallen ist, denn das Werk bietet sich dafür geradezu an. So erklingt es auf dieser CD in Ersteinspielung - wie auch die Fantaisie concertante Souvenir de Lucie de Lammermoor von Jules Herman und die Musik für die Pan- tomime aus dem ersten Akt der Oper Cardillac von Paul Hindemith. Anspruchsvolles Repertoire also, das teilweise hohe Anforderungen an die Solisten stellt. Wenn man bedenkt, welch ausgezeichneten Ruf die beiden Flötisten als Lehrer und Herausgeber von Unterrichts- literatur haben, dann wird man freilich von dieser Aufnahme ein bisschen enttäuscht sein. Denn man vermisst eine gewisse Eleganz in Phrasierung und Gestaltung - und der Ton könnte auch farbiger, ab- wechslungsreicher sein. Schade. 

Freitag, 4. Mai 2012

Kuhlau: Oeuvres pour Flutes (Premiers Horizons)

Dies ist der Mitschnitt eines denkwürdigen Konzertes, das am 18. Dezember 1987 im Münchner Herkulessaal stattgefunden hat. Das Programm ist spannend, denn es erklingen ausgesprochene Rari- täten, vorgestellt von renommier- ten Solisten.
Zu hören sind Jean-Pierre Rampal (1922 bis 2000), seine Schüler András Adorján, William Bennett und Ransom Wilson, Michel De- bost, Hiroshi Hari, Aurèle Nicolet, das Kuhlau-Kvartet, bestehend aus den dänischen Flötisten Toke Lund Christiansen, Bent Larsen, Ole Birger Pedersen und Henrik Svitzer, sowie die Harfenistin Sonja Gislinge. Elf Flötisten also sind zu diesem Kuhlaufest aufgeboten - und die Musik, die sie spielen, ist wundervoll. 
Sie stammt von Friedrich Daniel Rudolph Kuhlau (1786 bis 1832). Er kam in dem norddeutschen Städtchen Uelzen als Sohn eines Militär- musikers zur Welt, erhielt seine musikalische Ausbildung in Braun- schweig und in Hamburg, und floh schließlich 1810 nach Dänemark, um nicht in Napoleons Armee dienen zu müssen. In Kopenhagen wirkte er zunächst als Kammermusicus und Flötist in der Hofkapelle. 1813 wurde er dänischer Staatsbürger, und er gilt als der dänische Nationalkomponist seiner Zeit. Insbesondere seine Bemühungen um die dänische Oper führten dazu, dass Kuhlau gefeiert, zum Professor und königlich dänischen Hofkomponisten ernannt und vom Kapell- dienst befreit wurde. 
Jedem Flötisten ist sein Name bekannt, denn Kuhlau schuf zahlreiche Werke für Flöte - darunter herrliche Duette, Trios und sogar ein bedeutendes Quartett. Um den Komponisten zu ehren, haben die Flötisten etliche davon neu arrangiert - denn beispielsweise das Trio G-Dur op. 119 lässt sich nicht nur mit zwei Flöten und Klavier auffüh- ren, wie von Kuhlau einst vorgesehen, sondern durchaus auch durch ein Flötenensemble - wenn es denn so virtuos ist, wie das hier konzer- tierende. Die Musiker, die an dieser Einspielung mitgewirkt haben, stellt allerdings kein noch so anspruchsvolles Arrangement vor Pro- bleme. Sie spielen stets vorbildlich, klangschön und mit einer Homo- genität, die sehr beeindruckt.