Einmal mehr erweist sich hier Vox Luminis als eines der weltweit besten Ensembles für „Alte“ Musik. Seine Aufnahmen sind immer wieder ein Erlebnis – phänomenal!
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Montag, 3. Februar 2020
Bach Kantaten (Ricercar)
Nach ihrer hochgelobten Einspielung von Motetten der Vorfahren von Johann Sebastian Bach widmet sich das Ensemble Vox Luminis unter Leitung von Lionel Meunier nunmehr Kantaten und geistlichen Konzerten der Bach-Familie. Aus dem sogenannten Altbachischen Archiv, in dem das musikalische Wirken der Musikerdynastie Bach bewahrt wurde, wurden dafür fünf Kompositionen ausgewählt. Zu hören sind Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ und Herr, der König freuet sich von Johann Michael Bach (1648 bis 1694), Ich danke dir Gott von Heinrich Bach (1615 bis 1692) und Die Furcht des Herrn sowie Herr, wende dich und sei mir gnädig von Johann Christoph Bach (1641 bis 1703). Außerdem erklingt die frühe Arnstädter Fassung der Kantate Christ lag in Todesbanden BWV 4 von Johann Sebastian Bach (1642 bis 1750).
Einmal mehr erweist sich hier Vox Luminis als eines der weltweit besten Ensembles für „Alte“ Musik. Seine Aufnahmen sind immer wieder ein Erlebnis – phänomenal!
Einmal mehr erweist sich hier Vox Luminis als eines der weltweit besten Ensembles für „Alte“ Musik. Seine Aufnahmen sind immer wieder ein Erlebnis – phänomenal!
Montag, 15. Oktober 2018
Buxtehude: Abendmusiken (Alpha)
Dass Dieterich Buxtehude (1637 bis 1707) nicht nur ein exzellenter Organist war, sondern auch grandiose Vokal- und Instrumental- musik komponiert hat, dürfte unter Musikfreunden heutzutage – zumal nach der Gesamteinspielung seiner Werke, die wir Ton Koopman verdanken – wieder bekannt sein.
Buxtehude hatte einst als Organist der Marienkirche in Lübeck zu den sogenannten Abendmusiken eingeladen. Diese Konzerte erklangen außerhalb des Gottesdienstes alljährlich an fünf Sonntagen in der Vorweihnachtszeit, und die besten Musiker der Stadt wirkten daran mit. So wurden sie bald zu einem Ereignis, das selbst in Reiseführern erwähnt wurde. Buxtehude leitete sie nicht nur, er schrieb auch Werke dafür.
Dass die Menschen teilweise weite Wege auf sich nahmen, um diese Abendmusiken zu erleben, wird verständlich, wenn man diese CD angehört hat. Die Instrumentalisten vom Ensemble Masques, geleitet von Olivier Fortin, und die Sänger von Vox Luminis um den Bassisten Lionel Meunier präsentieren ein Programm, wie es durchaus seinerzeit in Lübeck erklungen sein könnte. Zwischen den fünf (!) Kantaten wurden außer- ordentlich reizvolle Triosonaten platziert. Und musiziert wird einmal mehr begeisternd; die Einspielung ist erstklassig, von beinahe überirdi- scher Leuchtkraft und Schönheit. Unbedingt anhören!
Buxtehude hatte einst als Organist der Marienkirche in Lübeck zu den sogenannten Abendmusiken eingeladen. Diese Konzerte erklangen außerhalb des Gottesdienstes alljährlich an fünf Sonntagen in der Vorweihnachtszeit, und die besten Musiker der Stadt wirkten daran mit. So wurden sie bald zu einem Ereignis, das selbst in Reiseführern erwähnt wurde. Buxtehude leitete sie nicht nur, er schrieb auch Werke dafür.
Dass die Menschen teilweise weite Wege auf sich nahmen, um diese Abendmusiken zu erleben, wird verständlich, wenn man diese CD angehört hat. Die Instrumentalisten vom Ensemble Masques, geleitet von Olivier Fortin, und die Sänger von Vox Luminis um den Bassisten Lionel Meunier präsentieren ein Programm, wie es durchaus seinerzeit in Lübeck erklungen sein könnte. Zwischen den fünf (!) Kantaten wurden außer- ordentlich reizvolle Triosonaten platziert. Und musiziert wird einmal mehr begeisternd; die Einspielung ist erstklassig, von beinahe überirdi- scher Leuchtkraft und Schönheit. Unbedingt anhören!
Montag, 27. November 2017
Actus Tragicus - Bach Cantatas BWV 106, 150,131, 12 (Alpha)
Schon vor einiger Zeit hatte das Ensemble Vox Luminis mit einer Veröffentlichung von Motetten aus dem sogenannten Alt-Bachischen Archiv – einer von Johann Sebastian Bach sorgsam zusammengetragenen Kollektion von Werken seiner Vorfahren – für Furore gesorgt. Nun haben sich die Sänger und Musiker unter der Leitung von Lionel Meunier dem Schaffen des jungen Bach zugewandt, und für Alpha Trauerkantaten aus seinen frühen Jahren eingespielt. Die CD beginnt mit Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit BWV 106. Kaum zu glauben, dass es sich bei diesem Actus Tragicus um ein Werk handelt, das Bach mit Anfang Zwanzig komponiert haben soll. Auch Aus der Tiefen rufe ich, Herr, zu Dir BWV 131 wird auf das Jahr 1707 datiert; es wird vermutet, dieses Meisterwerk der Textausdeutung könnte die erste Kantate Bachs überhaupt gewesen sein.
Die beiden Kantaten Nach dir, Herr, verlanget mich BWV 150 und Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen BWV 12 komplettieren die Einspielung. Vox Luminis interpretiert diese Trauermusiken in Minimalbesetzung – und das höchst eindringlich. Mein persönlicher Favorit ist hierbei der Actus Tragicus, vorgetragen von vier Gesangssolisten, zwei Blockflötisten, zwei Gamben und Orgel. Phantastisch!
Die beiden Kantaten Nach dir, Herr, verlanget mich BWV 150 und Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen BWV 12 komplettieren die Einspielung. Vox Luminis interpretiert diese Trauermusiken in Minimalbesetzung – und das höchst eindringlich. Mein persönlicher Favorit ist hierbei der Actus Tragicus, vorgetragen von vier Gesangssolisten, zwei Blockflötisten, zwei Gamben und Orgel. Phantastisch!
Montag, 10. Juli 2017
Rossini: 6 Sonate a quattro / Bottesini: Gran Duo Concertante (Eloquence)
„Sei Sonate orrende“, so schrieb Gioacchino Rossini Jahre später auf das Manuskript, „da me composte alla Villeggiatura (..) del mio amico mecenate Agostino Triossi alla età la più Infantile non avenda presa nep- pure una Leziona di Accompagna- mento: il Tutto Composto e Copiato in trè giorni ed eseguito cagnesca- mente dal Triossi Contrabasso, Morini (..) Primo Violino, il fratello di questo il Violoncello, ed il Secondo Violino da me stesso, che ero per dir vero il meno Cane.“
Die sechs „schrecklichen Sonaten“ freilich, deren Entstehung der Komponist derart launig schildert, sind so übel nicht. Was Rossini seinerzeit, im Sommer 1804, innerhalb von drei Tagen zu Papier brachte, das klingt überhaupt nicht nach dem Werk eines Zwölfjährigen.
Die Sonate a quattro sind beschwingte Musikstücke, die gelegentlich bereits jenen berühmten Rossini-Humor aufblitzen lassen; doch die Heiterkeit ist immer eine elegische, es ist Fröhlichkeit in Moll. Bei Eloquence ist nun eine berühmte Aufnahme dieser Musik wieder zugänglich – eingespielt 1978 in der Schweiz von Salvatore Accardo gemeinsam mit Sylvie Gazeau, ebenfalls Violine, Alain Meunier, Violoncello, und Franco Petracchi, Kontrabass. Diese Referenzaufnahme wird im originalen Zwei-LP-Set für dreistellige Beträge gehandelt – und sie ist in der Tat exquisit.
Komplettiert wird das Programm auf Doppel-CD durch das Duett für Violoncello und Kontrabass, sowie Un mot à Paganini, gespielt von Salvatore Accardo und Bruno Canino. Der Pianist ist auch Partner von Franco Petracchi bei Une larme in einer Bearbeitung für Kontrabass und Klavier. Als Zugabe erklingt das virtuose Gran Duo Concertante von Giovanni Bottesini, mit Luciano Vicari, Violine, Lucio Buccarella, Kontrabass, und dem Orchester I Musici.
Die sechs „schrecklichen Sonaten“ freilich, deren Entstehung der Komponist derart launig schildert, sind so übel nicht. Was Rossini seinerzeit, im Sommer 1804, innerhalb von drei Tagen zu Papier brachte, das klingt überhaupt nicht nach dem Werk eines Zwölfjährigen.
Die Sonate a quattro sind beschwingte Musikstücke, die gelegentlich bereits jenen berühmten Rossini-Humor aufblitzen lassen; doch die Heiterkeit ist immer eine elegische, es ist Fröhlichkeit in Moll. Bei Eloquence ist nun eine berühmte Aufnahme dieser Musik wieder zugänglich – eingespielt 1978 in der Schweiz von Salvatore Accardo gemeinsam mit Sylvie Gazeau, ebenfalls Violine, Alain Meunier, Violoncello, und Franco Petracchi, Kontrabass. Diese Referenzaufnahme wird im originalen Zwei-LP-Set für dreistellige Beträge gehandelt – und sie ist in der Tat exquisit.
Komplettiert wird das Programm auf Doppel-CD durch das Duett für Violoncello und Kontrabass, sowie Un mot à Paganini, gespielt von Salvatore Accardo und Bruno Canino. Der Pianist ist auch Partner von Franco Petracchi bei Une larme in einer Bearbeitung für Kontrabass und Klavier. Als Zugabe erklingt das virtuose Gran Duo Concertante von Giovanni Bottesini, mit Luciano Vicari, Violine, Lucio Buccarella, Kontrabass, und dem Orchester I Musici.
Donnerstag, 1. Dezember 2016
Kerll / Fux: Requiems (Ricercar)
Als Wolfgang Amadeus Mozart sein Requiem komponierte, überschritt er damit nicht nur die Schwelle zur Romantik. Er orientierte sich zugleich an alten musikalischen Modellen – es klingt paradox, aber nie war Mozart traditioneller als bei diesem Werk das als sein modernstes und visionäres gilt. Diese Aufnahme des Ensembles Vox Luminis führt uns in diese Vergangenheit, aus der Mozart schöpfte.
Die Sänger um Lionel Meunier öffnen eine ganz besondere Schatztruhe: Zu hören sind zwei Totenmessen von Johann Caspar Kerll (1627 bis 1693) und Johann Joseph Fux (1660 bis 1741). Fux schrieb sein Requiem 1720 für die Beisetzungsfeierlichkeiten von Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg, der Witwe des Kaisers Leopold I. Es erklang später auch noch bei weiteren Trauerfeiern des Hofes, zuletzt 1740 beim Begräbnis Karls VI. Geprägt wird dieses Werk nicht etwa durch Schmerz und Verzweifung, sondern durch feierliche Erhabenheit. Entsprechend strahlend ist auch sein Klang; zu den beiden Sopranen, Alt , Tenor und Bass kommen neben Orgelpositiv und Violone noch zwei Geigen und eine Bratsche, sowie, passend zum Anlass, zwei stille Zinken, zwei Posaunen und ein Fagott. Es musiziert gekonnt das Scorpio Collectief – und man muss sagen, Fux' Requiem klingt wirklich staatstragend.
Das zweite Werk auf dieser CD wirkt intimer und auch düsterer. Hier sind statt zweier Soprane zwei Tenöre besetzt, was den Klang tiefer und gedeck- ter erscheinen lässt. Auch die Instrumente unterstreichen diesen Eindruck. Kerlls Missa pro Defunctis wird durch ein Gambenconsort begleitet; das Ensemble L'Achéron übernimmt diesen Part sehr eindrucksvoll. Sie findet sich in einem Band, der insgesamt fünf Messen des Komponisten enthält, 1689 gedruckt wurde und Kaiser Leopold I. gewidmet ist.
Die Sänger um Lionel Meunier öffnen eine ganz besondere Schatztruhe: Zu hören sind zwei Totenmessen von Johann Caspar Kerll (1627 bis 1693) und Johann Joseph Fux (1660 bis 1741). Fux schrieb sein Requiem 1720 für die Beisetzungsfeierlichkeiten von Eleonore Magdalene von Pfalz-Neuburg, der Witwe des Kaisers Leopold I. Es erklang später auch noch bei weiteren Trauerfeiern des Hofes, zuletzt 1740 beim Begräbnis Karls VI. Geprägt wird dieses Werk nicht etwa durch Schmerz und Verzweifung, sondern durch feierliche Erhabenheit. Entsprechend strahlend ist auch sein Klang; zu den beiden Sopranen, Alt , Tenor und Bass kommen neben Orgelpositiv und Violone noch zwei Geigen und eine Bratsche, sowie, passend zum Anlass, zwei stille Zinken, zwei Posaunen und ein Fagott. Es musiziert gekonnt das Scorpio Collectief – und man muss sagen, Fux' Requiem klingt wirklich staatstragend.
Das zweite Werk auf dieser CD wirkt intimer und auch düsterer. Hier sind statt zweier Soprane zwei Tenöre besetzt, was den Klang tiefer und gedeck- ter erscheinen lässt. Auch die Instrumente unterstreichen diesen Eindruck. Kerlls Missa pro Defunctis wird durch ein Gambenconsort begleitet; das Ensemble L'Achéron übernimmt diesen Part sehr eindrucksvoll. Sie findet sich in einem Band, der insgesamt fünf Messen des Komponisten enthält, 1689 gedruckt wurde und Kaiser Leopold I. gewidmet ist.
Sonntag, 3. Januar 2016
English Royal Funeral Music (Ricercar)
Diese CD, eingespielt vom Ensemble Vox Luminis, macht noch heute deutlich: Als Queen Mary im Februar 1695 zu Grabe getragen wurde, war dies auch musikalisch ein Ereignis. Die Gattin des englischen Königs hatte nach ihrer Krönung 1686 das Land regiert, dieweil William III. in erster Linie damit beschäftigt war, Krieg zu führen. Im Dezember 1694 starb sie an den Pocken.
Für diese Aufnahme hat das Ensemble Vox Luminis unter Lionel Meunier die gesamte Musik zusammengetragen, die beim Begräbnisgottes- dienst für die Königin erklungen ist. Der Sarg wurde in einem langen Trauerzug von Whitehall bis hin zur Westminster Abbey begleitet. Dazu schlugen dumpf die Trommeln, und es erklangen zwei Trauermärsche für Oboenensemble, die von den Hofmusikern John Paisible und Thomas Tollett komponiert worden waren. Diese Klangkulisse ist nun auf CD zu erleben. Den Einzug in die Kirche geleiteten dann die Zugtrompeter mit einem weiteren Trauermarsch, geschrieben von Henry Purcell.
Beim feierlichen Gottesdienst erklangen am englischen Hof traditionsge- mäß die Funeral Sentences von Thomas Morley. Als allerdings die Noten für die Beisetzungsfeierlichkeiten von Queen Mary herausgesucht wurden, fehlte eines dieser Stücke. Und so schrieb Purcell das Thou knowest, Lord (Z 58b), ganz bewusst im Stile Morleys.
Ergänzt werden diese Stücke, die im Rahmen der Liturgie erklungen sind, auf der CD durch weitere Trauermusiken Purcells, deren Bestimmung unbekannt ist, sowie durch ähnliche Stücke zweier weiterer bedeutender Komponisten. So erklingt Death hath deprived me, eine Totenklage für Morley, geschrieben von Thomas Weelkes, sowie Trauermusiken von Thomas Tomkins, der wie Morley ein Schüler von William Byrd war.
Das Ensemble Vox Luminis unter Lionel Meunier singt ergreifend, und auch Les Trompettes des Plaisirs unter Jean-François Madeuf sowie das Oboenensemble Lingua Franca unter Benoît Laurent präsentieren sich herausragend. Eine exzellente Aufnahme, die man unbedingt gehört haben sollte, wenn man sich für „Alte“ Musik sowie für Funeralmusik interessiert.
Für diese Aufnahme hat das Ensemble Vox Luminis unter Lionel Meunier die gesamte Musik zusammengetragen, die beim Begräbnisgottes- dienst für die Königin erklungen ist. Der Sarg wurde in einem langen Trauerzug von Whitehall bis hin zur Westminster Abbey begleitet. Dazu schlugen dumpf die Trommeln, und es erklangen zwei Trauermärsche für Oboenensemble, die von den Hofmusikern John Paisible und Thomas Tollett komponiert worden waren. Diese Klangkulisse ist nun auf CD zu erleben. Den Einzug in die Kirche geleiteten dann die Zugtrompeter mit einem weiteren Trauermarsch, geschrieben von Henry Purcell.
Beim feierlichen Gottesdienst erklangen am englischen Hof traditionsge- mäß die Funeral Sentences von Thomas Morley. Als allerdings die Noten für die Beisetzungsfeierlichkeiten von Queen Mary herausgesucht wurden, fehlte eines dieser Stücke. Und so schrieb Purcell das Thou knowest, Lord (Z 58b), ganz bewusst im Stile Morleys.
Ergänzt werden diese Stücke, die im Rahmen der Liturgie erklungen sind, auf der CD durch weitere Trauermusiken Purcells, deren Bestimmung unbekannt ist, sowie durch ähnliche Stücke zweier weiterer bedeutender Komponisten. So erklingt Death hath deprived me, eine Totenklage für Morley, geschrieben von Thomas Weelkes, sowie Trauermusiken von Thomas Tomkins, der wie Morley ein Schüler von William Byrd war.
Das Ensemble Vox Luminis unter Lionel Meunier singt ergreifend, und auch Les Trompettes des Plaisirs unter Jean-François Madeuf sowie das Oboenensemble Lingua Franca unter Benoît Laurent präsentieren sich herausragend. Eine exzellente Aufnahme, die man unbedingt gehört haben sollte, wenn man sich für „Alte“ Musik sowie für Funeralmusik interessiert.
Samstag, 17. Oktober 2015
Bach: Motetten (Ricercar)
Bedeutende Musikerdynastien hat es immer wieder gegeben – allerdings sind nur wenige so bekannt geworden wie die Bachs. Das einige Werke selbst von frühen Mitgliedern dieser weitverzweigten Familie bis zum heutigen Tage erhalten geblieben sind, das liegt auch mit daran, dass schon Johann Sebastian Bach stolz auf das musikalisches Erbe seiner Ahnen war.
Der Thomaskantor führte das von seinem Vater begonnene Altbachische Archiv fort und sorgte damit dafür, dass Zeugnisse des Wirkens seiner Familie bewahrt und überliefert wurden. Bach kannte und schätzte die Werke seiner Vorfahren. Er hat sie eigenhändig kopiert, und ließ insbesondere die Motetten immer wieder im Gottesdienst singen. Die erhaltenen Werke von Johann Bach (1604 bis 1673), Johann Christoph Bach (1642 bis 1703) und Johann Michael Bach (1648 bis 1694) präsentiert Lionel Meunier mit den Vokalisten von Vox Luminis auf diesen beiden CD.
Bei einer Motette lässt Meunier exemplarisch das Scorpio Collectief mit Zinken und Posaunen die Singstimmen colla parte mitspielen. Ansonsten werden die Sänger von der Orgel begleitet – wobei die Liste der Organisten, die sich bei diesem Projekt abgewechselt haben, lang und beeindruckend ist: Mitgewirkt haben David Van Bouwel, Haru Kitamika, Claudio Ribeiro und Masato Suzuki.
Die Vokalisten des Ensembles Vox Luminis beeindrucken mit ihrer intelligenten musikalischen Textauslegung und ihrer vorzüglichen Interpretation jener frühen Werke der Bach-Familie: Johann Bach wirkte als Organist in Schweinfurt und Erfurt, und war wohl der erste Kirchen- musiker der Familie Bach. Drei Begräbnismotetten sind von ihm bekannt, und hier zu hören. Er hatte zwei Brüder, Christoph und Heinrich. Christoph Bach war der Vater von Ambrosius Bach und somit der Großvater von Johann Sebastian Bach. Heinrich Bach hatte zwei Söhne, Johann Christoph und Johann Michael – ihre überlieferten Werke erklingen ebenfalls komplett auf den zwei CD. Gruppiert wurden sie den Anlässen folgend, für die sie geschaffen wurden. Die musikhistorisch-theologischen Zusammenhänge erläutert übrigens Produzent Jérôme Lejeune höchst- selbst im Beiheft mit einem klugen Kommentar – was deutlich zeigt, welchen Rang diese Aufnahmen auch für das Label haben.
Der Thomaskantor führte das von seinem Vater begonnene Altbachische Archiv fort und sorgte damit dafür, dass Zeugnisse des Wirkens seiner Familie bewahrt und überliefert wurden. Bach kannte und schätzte die Werke seiner Vorfahren. Er hat sie eigenhändig kopiert, und ließ insbesondere die Motetten immer wieder im Gottesdienst singen. Die erhaltenen Werke von Johann Bach (1604 bis 1673), Johann Christoph Bach (1642 bis 1703) und Johann Michael Bach (1648 bis 1694) präsentiert Lionel Meunier mit den Vokalisten von Vox Luminis auf diesen beiden CD.
Bei einer Motette lässt Meunier exemplarisch das Scorpio Collectief mit Zinken und Posaunen die Singstimmen colla parte mitspielen. Ansonsten werden die Sänger von der Orgel begleitet – wobei die Liste der Organisten, die sich bei diesem Projekt abgewechselt haben, lang und beeindruckend ist: Mitgewirkt haben David Van Bouwel, Haru Kitamika, Claudio Ribeiro und Masato Suzuki.
Die Vokalisten des Ensembles Vox Luminis beeindrucken mit ihrer intelligenten musikalischen Textauslegung und ihrer vorzüglichen Interpretation jener frühen Werke der Bach-Familie: Johann Bach wirkte als Organist in Schweinfurt und Erfurt, und war wohl der erste Kirchen- musiker der Familie Bach. Drei Begräbnismotetten sind von ihm bekannt, und hier zu hören. Er hatte zwei Brüder, Christoph und Heinrich. Christoph Bach war der Vater von Ambrosius Bach und somit der Großvater von Johann Sebastian Bach. Heinrich Bach hatte zwei Söhne, Johann Christoph und Johann Michael – ihre überlieferten Werke erklingen ebenfalls komplett auf den zwei CD. Gruppiert wurden sie den Anlässen folgend, für die sie geschaffen wurden. Die musikhistorisch-theologischen Zusammenhänge erläutert übrigens Produzent Jérôme Lejeune höchst- selbst im Beiheft mit einem klugen Kommentar – was deutlich zeigt, welchen Rang diese Aufnahmen auch für das Label haben.
Mittwoch, 13. Juli 2011
Schütz: Musicalische Exequien (Ricercar)
Die Künstler und die Gelehrten sind es, die ein Gedächtnis stiften. So auch in diesem Falle: Heinrich Reuß Posthumus (1572 bis 1635), Herr zu Gera, Lobenstein und kurzzeitig auch Kranichfeld, hat sich in unruhiger Zeit um sein kleines Land große Verdienste erworben. Er schuf nicht nur die Voraussetzungen für eine jahr- hundertelang anhaltende wirt- schaftliche Blüte der ganzen Re- gion - als die reußische Residenz- stadt Gera 1920 Bestandteil von Thüringen wurde, war sie die größte Stadt des Landes. Er gilt zudem als Freund und Förderer der Künste, insbesondere der Musik, führte die allgemeine Schulpflicht ein und gründete in Gera ein Gymnasium illustre, das übrigens bis zum heuti- gen Tage besteht. Der Komponist Heinrich Schütz, Sohn eines Gast- wirtes aus dem der Residenz benachbarten Bad Köstritz, war sein Patenkind. Und auch wenn Schütz seine musikalische Ausbildung Landgraf Moritz von Hessen-Kassel verdankt, kreuzten sich doch die Wege des Landesherrn und des Musikers spätestens 1615 wieder, als Heinrich Schütz seinen Dienst in der Dresdner Hofkapelle antrat.
Immer wieder sind sich Heinrich Posthumus und Heinrich Schütz begegnet; und schließlich, nach dem Tode seines Landesherrn, komponierte Schütz die Trauermusik zu seiner Beisetzung - die Musikalischen Exequien nach Bibelversen und Choralstrophen, die der Verstorbene noch zu Lebzeiten zusammengestellt hatte. Damit sollte auch sein Sarg beschriftet werden. Diese CD ist insofern ein Novum, als sie erstmals auch Abbildungen dieses Sarges zeigt. So vermag der Zuhörer das Gesamtkunstwerk zumindest teilweise nachzuvollziehen.
Dem Ensemble Vox Luminis unter Lionel Meunier gelingt dazu eine Hochglanz-Interpretation, wie sie schöner kaum denkbar ist. Und weil noch mehr Musik auf eine CD passt, haben die Sänger und Musi- ker gleich auch noch die anderen Trauermotetten des berühmten Dresdner Hofkapellmeisters mit eingespielt. Lediglich die eingefügte Credo-Vertonung von Samuel Scheidt, eine ältere Aufnahme mit Bernard Foccroulle, passt dazu nicht wirklich.
Immer wieder sind sich Heinrich Posthumus und Heinrich Schütz begegnet; und schließlich, nach dem Tode seines Landesherrn, komponierte Schütz die Trauermusik zu seiner Beisetzung - die Musikalischen Exequien nach Bibelversen und Choralstrophen, die der Verstorbene noch zu Lebzeiten zusammengestellt hatte. Damit sollte auch sein Sarg beschriftet werden. Diese CD ist insofern ein Novum, als sie erstmals auch Abbildungen dieses Sarges zeigt. So vermag der Zuhörer das Gesamtkunstwerk zumindest teilweise nachzuvollziehen.
Dem Ensemble Vox Luminis unter Lionel Meunier gelingt dazu eine Hochglanz-Interpretation, wie sie schöner kaum denkbar ist. Und weil noch mehr Musik auf eine CD passt, haben die Sänger und Musi- ker gleich auch noch die anderen Trauermotetten des berühmten Dresdner Hofkapellmeisters mit eingespielt. Lediglich die eingefügte Credo-Vertonung von Samuel Scheidt, eine ältere Aufnahme mit Bernard Foccroulle, passt dazu nicht wirklich.
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