Adventskonzerte sind nicht nur in Deutschland beliebt. Auch in Großbritannien strömen in der Vorweihnachtszeit die Menschen in die Kirchen, um in besonderer Atmosphäre Musik zu hören. Insbesondere die Adventskonzerte des Chores am King’s College London sind über Jahre ausgebucht; sie werden alljährlich vom BBC in alle Welt übertragen.
Im vergangenen Jahr präsentierten die jungen Sängerinnen und Sänger unter Leitung von Joseph Fort ein hochinteressantes Programm, das mittelalterliche Weisen und hinreißend schöne moderne Chorsätze gekonnt kombiniert. Eingebettet in die Abfolge der traditionellen gregorianischen „O-Antiphonen“, erklangen neben großartigen Chören aus dem kulturellen Erbe vor allem Werke von Komponisten, die dem King's College nahestehen. So wirkt George Benjamin derzeit dort als Professor für Komposition.
Der Chor singt exzellent, und wer Lust hat auf ein Adventsprogramm, das komplett auf all die bekannten Hits verzichtet, der wird diesem Album beglückt lauschen. Unbedingte Empfehlung!
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Montag, 9. Dezember 2019
Montag, 28. Oktober 2019
Mireille Mathieu - Mes Classiques (Sony)
Wohl jeder Klassikfreund hat seine Lieblingsmelodien, und mitunter lässt man sich vielleicht auch dazu hinreißen, laut mit dem Orchester mitzusingen. Doch während Sie und ich das in den heimischen vier Wänden tun, möglicherweise beim Putzen oder aber unter der Dusche, hat ein Weltstar ein Album daraus gemacht: Mit „Mes Classiques“ erfüllt sich Mireille Mathieu einen Lebenstraum und zollt ihren liebsten klassischen Werken Tribut. Sie wählte bekannte Melodien von Komponisten wie Tschaikowsky, Mozart, Brahms, Schubert, Fauré und Händel aus und ließ sie von Textern und Arrangeuren zu Liedern umarbeiten.
Wer also schon immer einmal hören wollte, wie Mireille Mathieu, mit ihrer charakteristischen Stimme, das Thema aus Tschaikowskis erstem Klavierkonzert, César Francks Panis Angelicus oder aber Händels berühmte Arie Lascia ch'io pianga anstimmt, dem sei dieses Album empfohlen. Wir lauschen respektvoll (gesungen wird immerhin in sieben verschiedenen Sprachen!) und freuen uns über das Beiheft mit vielen Fotos, die die Sängerin in großer Robe in der Prager Burg zeigen.
Wer also schon immer einmal hören wollte, wie Mireille Mathieu, mit ihrer charakteristischen Stimme, das Thema aus Tschaikowskis erstem Klavierkonzert, César Francks Panis Angelicus oder aber Händels berühmte Arie Lascia ch'io pianga anstimmt, dem sei dieses Album empfohlen. Wir lauschen respektvoll (gesungen wird immerhin in sieben verschiedenen Sprachen!) und freuen uns über das Beiheft mit vielen Fotos, die die Sängerin in großer Robe in der Prager Burg zeigen.
Donnerstag, 15. November 2018
Händel: Messiah (Naxos)
Bald nun ist Weihnachtszeit – und die langen, dunklen Abende animie- ren offenbar so manchen Musik- freund, die CD-Bestände aufzu- stocken. Die Plattenfirmen jedenfalls starten zum Jahresende noch einmal ein wahres Feuerwerk an Neuver- öffentlichungen. Das Klassikblog „ouverture“ wird in den kommenden Wochen zudem etliche Aufnahmen vorstellen, die zum Weihnachtsfest für Stimmung sorgen sollen.
Den Reigen beginnt diese Einspie- lung von Händels Oratorium Messiah, mit den Concert Artists of Baltimore Symphonic Chorale, verstärkt durch etliche Instrumentalisten des Baltimore Symphony Orchestra. Kapellmeister Edward Polochick, der das Ensemble vom Cembalo aus leitet, hat sich für die Version des Werkes aus dem Jahre 1741 entschieden und lässt alle Sätze aufeinander folgen.
Damit verbindet er Chorsätze, Rezitative und Arien zu einem Gesamt- geschehen, das man beinahe dramatisch nennen könnte. Wenn Polochick nicht auch eine Leidenschaft für rasante Tempi hätte, jeweils gefolgt von breeeeiitem Ritardando am Satzende – was ziemlich manieriert wirkt, und irgendwann nur noch nervt.
Der Hörer staunt über die gut trainierten Sänger, die offenbar keinerlei Probleme mit den ultraschnellen Passagen haben. Doch der flotte Fluss des Geschehens stoppt dann am Satzende; es ist, als würde Polochnick seinen Rennwagen stets genüsslich abbremsen, bevor er in die nächste Runde startet.
Die sportliche Geschwindigkeit hat zudem noch eine weitere, weit unange- nehmere Nebenwirkung: Der Text bleibt weitgehend unverständlich. Wenn der Zuhörer aber inhaltlich gar nicht versteht, worum es geht – was soll dann all die Dramatik?
Den Reigen beginnt diese Einspie- lung von Händels Oratorium Messiah, mit den Concert Artists of Baltimore Symphonic Chorale, verstärkt durch etliche Instrumentalisten des Baltimore Symphony Orchestra. Kapellmeister Edward Polochick, der das Ensemble vom Cembalo aus leitet, hat sich für die Version des Werkes aus dem Jahre 1741 entschieden und lässt alle Sätze aufeinander folgen.
Damit verbindet er Chorsätze, Rezitative und Arien zu einem Gesamt- geschehen, das man beinahe dramatisch nennen könnte. Wenn Polochick nicht auch eine Leidenschaft für rasante Tempi hätte, jeweils gefolgt von breeeeiitem Ritardando am Satzende – was ziemlich manieriert wirkt, und irgendwann nur noch nervt.
Der Hörer staunt über die gut trainierten Sänger, die offenbar keinerlei Probleme mit den ultraschnellen Passagen haben. Doch der flotte Fluss des Geschehens stoppt dann am Satzende; es ist, als würde Polochnick seinen Rennwagen stets genüsslich abbremsen, bevor er in die nächste Runde startet.
Die sportliche Geschwindigkeit hat zudem noch eine weitere, weit unange- nehmere Nebenwirkung: Der Text bleibt weitgehend unverständlich. Wenn der Zuhörer aber inhaltlich gar nicht versteht, worum es geht – was soll dann all die Dramatik?
Montag, 28. Februar 2011
Dietrich Fischer-Dieskau: Meine schönsten Schubert-Lieder (Deutsche Grammophon)
"Was mich bei Schubert immer wieder faszinierte - und nach wie vor fasziniert -, ist die Kongruenz von Text und Musik", sagt Dietrich Fischer -Dieskau. "Ich denke, dass es unter seinen rund 600 Liedern kaum eines gibt, bei dem ihm nicht eine adäquate musikalische Umsetzung des textlichen Inhalts gelungen ist."
Dem Sänger ist es gelungen, für die Deutschen Grammophon eine Schubert-Edition einzuspielen, die immerhin 463 Lieder umfasst - eingespielt über einen Zeitraum von sechs Jahren, von 1966 bis 1972. "Der Mann am Klavier sollte natürlich Gerald Moore sein, der ungekrönte ,König' der Liedbegleiter, mit dem mich seit 1951 eine künstlerische Partnerschaft verband, die ich zu den glücklichsten meines Lebens zähle." Und obwohl Moore seinen Abschied von der Konzertbühne bereits genommen hatte, als die Aufnahmen begannen, konnte Fischer-Dieskau ihn für dieses Projekt gewinnen.
Das Ergebnis begeistert noch immer. Und im vergangenen Jahr, zum 85. Geburtstag des großen Liedsängers, legte die Deutsche Grammo- phon eine Neuauflage dieses grandiosen Schubert-Marathons vor. Parallel dazu erschien eine CD mit den ganz persönlichen Favoriten Fischer-Dieskaus. "Die vorliegende Auswahl von Liedern möchte ich nicht als ,Greatest Hits'-Sammlung verstanden wissen, sondern als ,Türöffner' für das große Ganze", erläutert der Jubilar: "Möge der interessierte Hörer durch singuläre Werke wie ,Du ist die Ruh', ,Nacht und Träume', ,Erlkönig' oder ,An die Musik' einen Zugang bekommen zu dem einzigartigen Mikrokosmos, den das Liedschaffen Schuberts darstellt."
Dem Sänger ist es gelungen, für die Deutschen Grammophon eine Schubert-Edition einzuspielen, die immerhin 463 Lieder umfasst - eingespielt über einen Zeitraum von sechs Jahren, von 1966 bis 1972. "Der Mann am Klavier sollte natürlich Gerald Moore sein, der ungekrönte ,König' der Liedbegleiter, mit dem mich seit 1951 eine künstlerische Partnerschaft verband, die ich zu den glücklichsten meines Lebens zähle." Und obwohl Moore seinen Abschied von der Konzertbühne bereits genommen hatte, als die Aufnahmen begannen, konnte Fischer-Dieskau ihn für dieses Projekt gewinnen.
Das Ergebnis begeistert noch immer. Und im vergangenen Jahr, zum 85. Geburtstag des großen Liedsängers, legte die Deutsche Grammo- phon eine Neuauflage dieses grandiosen Schubert-Marathons vor. Parallel dazu erschien eine CD mit den ganz persönlichen Favoriten Fischer-Dieskaus. "Die vorliegende Auswahl von Liedern möchte ich nicht als ,Greatest Hits'-Sammlung verstanden wissen, sondern als ,Türöffner' für das große Ganze", erläutert der Jubilar: "Möge der interessierte Hörer durch singuläre Werke wie ,Du ist die Ruh', ,Nacht und Träume', ,Erlkönig' oder ,An die Musik' einen Zugang bekommen zu dem einzigartigen Mikrokosmos, den das Liedschaffen Schuberts darstellt."
Mittwoch, 3. November 2010
Mozart: Violin Concertos 3 & 5, Sinfonia Concertante (BIS)
Leopold Mozart muss ein begna- deter Musikpädagoge gewesen sein. Ab 1744 gab er den Salzbur- ger Kapellhausknaben Violin- unterricht. 1756, im Geburtsjahr seines Sohnes Wolfgang Amadeus, erschien sein „Versuch einer gründlichen Violinschule“ - ein Lehrwerk, das damals für Furore sorgte, sehr erfolgreich war und noch heute als eine der wichtigsten Quellen unseres Wissens über die Musizierpraxis des 18. Jahrhun- derts gilt.
Wenn wir heute an seinen Sohn denken, dann haben wir oftmals das Bild vor Augen, das ihn mit seiner Schwester Nannerl am Cembalo zeigt - und vergessen darüber, dass er auch ein Violinvirtuose war. Mozart hat seine Sonaten und Violinkonzerte selbst gespielt, und selbstverständlich war er mit den technischen Möglichkeiten des Instrumentes bestens vertraut.
Richard Tognetti, ein australischer Geiger, hat nun Mozarts Violin- konzerte Nr. 3 in G-Dur KV 216 und Nr. 5 in A-Dur KV 219 sowie die Sinfonia concertante in Es-Dur KV 364 eingespielt. Dabei musiziert er gemeinsam mit Christopher Moore, Viola (Sinfonia concertante) sowie den Australian Chamber Orchestra. Damit existiert nun also auch eine genuin australische Einspielung dieser Werke.
Sie sind allerdings ohnehin populär, und sie wurden bereits vielfach aufgezeichnet; man hätte sich daher schon einen Grund gewünscht, warum es noch eine Aufnahme sein muss. Doch auch bei mehr- maligem Hören finde ich keinen.
Samstag, 16. Januar 2010
Hermann Prey: Die Schubert-Trilogie (Deutsche Grammophon)
Die schöne Müllerin, die Winterreise und der Schwanengesang, gesungen von Hermann Prey, aufgezeichnet in den 70er Jahren - und bis zum heutigen Tage Referenzaufnahmen. Das hat seinen Grund zuallererst in der Gesangskunst des Baritons, der technisch faktisch keinerlei Limits kennt. Mit welcher Leichtigkeit Prey beispielsweise seine "Schöne Müllerin" beginnt, mit welcher Intensität er dann die Trocknen Blumen bedenkt, und wie elegant er im Zwiegespräch des Müllers mit dem Bach die Gefahr, in den Kitsch abzugleiten, umgeht - das sind absolute Glanzstücke der Liedinterpretation. Und davon bietet diese Trilogie eine ganze Menge.
An den drei Liedzyklen lässt sich zudem hervorragend beobachten, welchen Einfluss der Begleiter am Klavier auf die musikalische Gestaltung nimmt. Denn die Müllerin spielt Leonard Hokanson - leider oftmals poltrig, zu laut und zu dominant, was möglicherweise aber auch an der Abmischung liegen könnte. Die Winterreise begleitet Wolfgang Sawallisch - sehr klar strukturiert, durchhörbar und wohlüberlegt bis in den letzten Akzent. Gerald Moore, ebenfalls einer der Großen dieses Faches, ist im Schwanengesang zu hören. Er gestattet sich etwas mehr Klangmalerei und Leidenschaft; insgesamt sehr beeindruckend.
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