Spätromantische Orgelmusik von Komponisten der sogenannten Münchner Schule präsentiert Gerhard Weinberger auf dieser CD. Zu hören sind Kompositionen von Gottfried Rüdinger, Joseph Haas, Anton Beer-Walbrunn, Joseph Schmid, Joseph Renner, Arthur Piechler und Gustav Geierhaas. Mit dieser Aufnahme möchte Weinberger zum einen an diese Musiker erinnern, die um die Jahrhundertwende sowie in der ersten Hälfte des 20. Jahr- hunderts das Musikleben in Süddeutschland maßgeblich mit prägten, und heute weitgehend vergessen sind. So erklingen auch ihre Werke hier zumeist in Weltersteinspielungen.
Zum anderen stellt der Kirchenmusiker eine ausgesprochen klangschöne Orgel vor, die die Firma Orgelbau Goll AG aus Luzern für die Pfarrkirche St. Martin in München-Moosach erbaut hat. Das Instrument, 2015 ge- weiht, verfügt über 40 Register auf drei Manualen und Pedal. Es eignet sich für dieses Repertoire wirklich hervorragend.
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Montag, 29. Oktober 2018
Montag, 8. Oktober 2018
Benjamin Schmid (Oehms Classics)
Benjamin Schmid feierte dieser Tage seinen 50. Geburtstag – und Oehms Classics würdigte den Musiker mit einer 20-CD-Edition. Sie erweist sich als faszinierendes Porträt eines Geigers, der seine Virtuosität stets in den Dienst des Ausdrucks stellt. Selbst wenn er Virtuosenliteratur spielt, wird daraus niemals eine Zirkusnummer; Schmid beherrscht die Technik derart souverän, dass er sie nicht zur Schau stellen muss.
Seine musikalischen Interessen sind weit gespannt. So finden sich in dieser Box Aufnahmen etlicher bedeutender Violinkonzerte, von Felix Mendelssohn Bartholdy bis zu Karol Szymanowski, von Johannes Brahms bis zu Karl Goldmark und von Antonio Vivaldi bis Erich Korngold. Auch das Violinkonzert von Peter Tschaikowski und die Romanze op. 11 von Antonín Dvořák sind zu hören.
Die drei Violinsonaten op. 30 von Ludwig van Beethoven hat Benjamin Schmid gemeinsam mit Alfredo Perl eingespielt, und ausgewählte Sonaten für Klavier und Violine von Wolfgang Amadeus Mozart zusammen mit seiner Frau, der Pianistin Ariane Haering.
Zwei bislang unveröffentlichte Aufnahmen verweisen auf die Favoriten des Jubilars: My Favourite Paganini und Bach: Reflected. Große Bedeutung für den Violinisten haben insbesondere die Werke Johann Sebastian Bachs, die in der Box umfassend vertreten sind, wobei Schmid die Sonaten und Partiten für Violine solo durch die 6 Sonaten für Solovioline op. 27 von Eugène Ysaÿe kontrastiert. Außerdem schätzt Schmid die Musik von Niccolò Paganini, die er gern in den legendären Arrangements von Fritz Kreisler vorträgt.
Kreislers Virtuosenstücke nimmt der Geiger auch als Anlass und Ausgangspunkt zu einem inspiriert beswingten Ausflug in Richtung Jazz. Auch Bach: Reflected zeigt, dass sich der Geiger in der Welt der Improvisation durchaus zu Hause fühlt. Und Hommage à Grappelli führt direkt in die Tradition der großen Vorbilder Stephane Grapelli und Django Reinhardt. Benjamin Schmid erweist sich auch im Reich der eher jazzigen Klänge als ein Souverän. Wir gratulieren!
Seine musikalischen Interessen sind weit gespannt. So finden sich in dieser Box Aufnahmen etlicher bedeutender Violinkonzerte, von Felix Mendelssohn Bartholdy bis zu Karol Szymanowski, von Johannes Brahms bis zu Karl Goldmark und von Antonio Vivaldi bis Erich Korngold. Auch das Violinkonzert von Peter Tschaikowski und die Romanze op. 11 von Antonín Dvořák sind zu hören.
Die drei Violinsonaten op. 30 von Ludwig van Beethoven hat Benjamin Schmid gemeinsam mit Alfredo Perl eingespielt, und ausgewählte Sonaten für Klavier und Violine von Wolfgang Amadeus Mozart zusammen mit seiner Frau, der Pianistin Ariane Haering.
Zwei bislang unveröffentlichte Aufnahmen verweisen auf die Favoriten des Jubilars: My Favourite Paganini und Bach: Reflected. Große Bedeutung für den Violinisten haben insbesondere die Werke Johann Sebastian Bachs, die in der Box umfassend vertreten sind, wobei Schmid die Sonaten und Partiten für Violine solo durch die 6 Sonaten für Solovioline op. 27 von Eugène Ysaÿe kontrastiert. Außerdem schätzt Schmid die Musik von Niccolò Paganini, die er gern in den legendären Arrangements von Fritz Kreisler vorträgt.
Kreislers Virtuosenstücke nimmt der Geiger auch als Anlass und Ausgangspunkt zu einem inspiriert beswingten Ausflug in Richtung Jazz. Auch Bach: Reflected zeigt, dass sich der Geiger in der Welt der Improvisation durchaus zu Hause fühlt. Und Hommage à Grappelli führt direkt in die Tradition der großen Vorbilder Stephane Grapelli und Django Reinhardt. Benjamin Schmid erweist sich auch im Reich der eher jazzigen Klänge als ein Souverän. Wir gratulieren!
Montag, 26. Dezember 2011
Wie schön leuchtet der Morgenstern (Oehms Classics)
René Clemencic, Jahrgang 1928, hat sich seit vielen Jahren der sogenannten "Alten" Musik verschrieben. 1957 gründete der Österreicher sein Ensemble, das heutige Clemencic Consort, das in wechselnder Besetzung Werke aus dem Mittelalter, der Renaissance und dem Barock aufführt.
Die vorliegende CD stellt Musik zur Weihnacht aus der Zeit des Barock vor; die Auswahl reicht von der Orgelmusik des Straßburger Orga- nisten Bernhard Schmid (1536 bis 1592) über geistliche Stücke von Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz bis hin zu einem Largo aus der Sonata pastorale des Violon- cello-Virtuosen Salvatore Lancetti - womit wir bereits im 18. Jahr- hundert wären.
Das Programm kombiniert Gesang, Cembalo, Barockgitarre, Barock- cello sowie den Klang der barocken Prozessionsorgel aus Friesach zu einem akustischen Gruß aus einer fernen Zeit: "Durch eine Auswahl barocker Pastoralmusik und barocker geistlicher Gesänge wollen wir hier die weihnachtliche Welt der damaligen Zeiten Klang wer- den lassen", schreibt Clemencic in dem ansonsten nicht übermäßig informativen Beiheft.
Dazu eignet sich das geschickt zusammengestellte Programm ziemlich gut; es bietet viele Stücke, die entdeckt werden wollen, und ist ab- wechslungsreich, aber es setzt eher auf höfische Klänge und verzich- tet auf eine allzu volkstümliche Anbetung des Jesuskindleins. Wer schöne Musik zum Anhören und Staunen sucht, der wird an dieser CD sein Vergnügen haben.
Krisztina Jónás und Marelize Gerber, Sopran, und Armin Gramer, Contratenor, singen durchweg mit schlanken, gut geführten Stimmen, und gestalten ebenso schön wie Pierre Pitzl, Barockgitarre, Claudio Ronco und Emanuela Vozza, Barock-Violoncello. René Clemencic, der spiritus rector des Ensembles, ist an Orgel und Cembalo zu hören. Eine CD, die gänzlich auf Mitsumm-Weihnachtslieder verzichtet - und gerade damit Weihnachtsfreude verbreitet.
Die vorliegende CD stellt Musik zur Weihnacht aus der Zeit des Barock vor; die Auswahl reicht von der Orgelmusik des Straßburger Orga- nisten Bernhard Schmid (1536 bis 1592) über geistliche Stücke von Claudio Monteverdi und Heinrich Schütz bis hin zu einem Largo aus der Sonata pastorale des Violon- cello-Virtuosen Salvatore Lancetti - womit wir bereits im 18. Jahr- hundert wären.
Das Programm kombiniert Gesang, Cembalo, Barockgitarre, Barock- cello sowie den Klang der barocken Prozessionsorgel aus Friesach zu einem akustischen Gruß aus einer fernen Zeit: "Durch eine Auswahl barocker Pastoralmusik und barocker geistlicher Gesänge wollen wir hier die weihnachtliche Welt der damaligen Zeiten Klang wer- den lassen", schreibt Clemencic in dem ansonsten nicht übermäßig informativen Beiheft.
Dazu eignet sich das geschickt zusammengestellte Programm ziemlich gut; es bietet viele Stücke, die entdeckt werden wollen, und ist ab- wechslungsreich, aber es setzt eher auf höfische Klänge und verzich- tet auf eine allzu volkstümliche Anbetung des Jesuskindleins. Wer schöne Musik zum Anhören und Staunen sucht, der wird an dieser CD sein Vergnügen haben.
Krisztina Jónás und Marelize Gerber, Sopran, und Armin Gramer, Contratenor, singen durchweg mit schlanken, gut geführten Stimmen, und gestalten ebenso schön wie Pierre Pitzl, Barockgitarre, Claudio Ronco und Emanuela Vozza, Barock-Violoncello. René Clemencic, der spiritus rector des Ensembles, ist an Orgel und Cembalo zu hören. Eine CD, die gänzlich auf Mitsumm-Weihnachtslieder verzichtet - und gerade damit Weihnachtsfreude verbreitet.
Sonntag, 19. Dezember 2010
Mattheson: Das größte Kind (cpo)
Johann Mattheson (1681 bis 1764), heute vor allem bekannt als ein bedeutender Musiktheoretiker der Barockzeit, nahm 1715 das Amt Musikdirektors am Hambur- ger Dom an. Zwar war es schlecht bezahlt, aber es brachte dem streitbaren Musikpublizisten den Status eines Canonicus minor am Domkapitel und somit einige Freiheiten ein, weil das Domkapitel nicht der städtischen Gerichts- barkeit unterstand. Auch war der Aufwand, den diese Tätigkeit mit sich brachte, nicht allzu groß - nur an sechs Tagen pro Jahr hatte im Dom Figuralmusik zu erklingen, und genau dafür war der Musikdi- rektor verantwortlich.1728 musste Mattheson dieses Amt allerdings wieder aufgeben, weil er kaum noch etwas hörte; für den Rest seines Lebens blieb er taub.
In den Werken, die Mattheson als Domkantor schuf, versuchte er, einen theatralischen, stark von der Oper beeinflussten Stil durchzu- setzen. Für die Aufführungen engagierte er Sänger und vor allem Sängerinnen von der Hamburger Oper - was zunächst einen hand- festen Skandal verursachte, bald aber offensichtlich akzeptiert wurde. Für den Nachmittagsgottesdienst am zweiten Weihnachtstage, also am 27. Dezember, komponierte Mattheson 1720 Das Gröste Kind, in einem Oratorio auf Weynacht musicalisch vorgestellet - ein zwei- teiliges, üppig instrumentiertes Oratorium, das im Stall zu Bethlehem nach der Geburt Christi spielt. Dieses prachtvolle Werk, das mit seinen virtuosen Arien auch den Sängern allerhand abfordert, liegt nun auf CD vor.
Die Einspielung ist ringsum gelungen. Es singen Susanne Rydén und Nele Gramß, Sopran, Anna Schmid und Melissa Hegney, Alt, Gerd Türk und Ulrich Cordes, Tenor sowie Wolf Matthias Friedrich und Thilo Dahlmann, Bass, und dazu musiziert die Kölner Akademie unter Michael Alexander Willens - und zwar mit so viel Temperament und Spielfreude, dass es trotz der angestaubten Texte das reine Vergnü- gen ist, dieses Werk anzuhören. Bravi!
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