Warum Johann Sebastian Bach am Ende seines Lebens Die Kunst der Fuge schrieb, darüber diskutieren Musikwissenschaftler bis heute. Ob dieses komplexe und außerordentlich gelehrte, unvollendete Werk über- haupt dazu gedacht war, gespielt zu werden, oder ob es nicht vielmehr so etwas wie „Augenmusik“, künstleri- sches Vermächtnis des Komponisten, war – das wird sich wohl nicht mehr klären lassen.
Rachel Podger hat sich mit Brecon Baroque an den berühmten Fugenzyklus gewagt. Das Ensemble musiziert in einer „klassischen“ Streichquartettbesetzung, wobei Johannes Pram- sohler gelegentlich die zweite Geige beiseite legt und zur Bratsche greift; zu hören sind zudem neben Rachel Podger, Violine, noch Jane Rogers, Viola, Alison McGillivray, Violoncello, und, leider sehr oft, auch Marcin Świąt- kiewics am Cembalo – was durchaus nicht als Kritik an seinem Cembalo- spiel zu verstehen ist. Aber das Cembalo „mitlaufen“ zu lassen, was ja bei Barockmusik durchaus üblich ist, das macht aus einer Fuge, in der eigentlich alle Stimmen gleich bedeutsam sind, ein Werk quasi für Melodiestimmen und Basso continuo. Bei allem Respekt – so dürfte Bach das ganz sicher nicht gemeint haben. Und der Transparenz ist eine solche Lesart auch nicht gerade zuträglich. Schade!
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Dienstag, 17. Januar 2017
Freitag, 13. Mai 2016
Mozart, Haydn: Duo Sonatas (Channel Classics)
„The Duos for Violin and Viola by Mozart have long been favourite pieces of ours – pieces we'd take out and play when there wasn't a keyboard player or cellist to hand, or busk as teenagers to carn extra pocket money“, schreiben Rachel Podger und Jane Rogers im Beiheft zu dieser CD. „Back then, the audience's response clearly indicated how appealing these pieces were as our takings always doubled when we played them!“
Diese Duette seien so gelungen, dass niemals die Frage aufkomme, wo denn der Rest des Streichquartettes geblieben sei, scherzen die Musikerinnen. Rachel Podger und Jane Rogers haben die Lieblingsstücke nun auf CD veröffentlicht – ergänzt durch zwei Werke in der gleichen Besetzung von Michael Haydn. Kurioserweise kannten Podger und Rogers diese Duette bislang nicht, wie sie berichten. Dabei gehören die Werke eigentlich zusammen: 1783 sollte Michael Haydn sechs Duos für seinen Dienstherrn, den Erzbischof von Salzburg, schreiben. Vier hatte er fertig; dann kam sein Freund Mozart zu Besuch, und half ihm bei den fehlenden Musikstücken aus.
Diese Duette seien so gelungen, dass niemals die Frage aufkomme, wo denn der Rest des Streichquartettes geblieben sei, scherzen die Musikerinnen. Rachel Podger und Jane Rogers haben die Lieblingsstücke nun auf CD veröffentlicht – ergänzt durch zwei Werke in der gleichen Besetzung von Michael Haydn. Kurioserweise kannten Podger und Rogers diese Duette bislang nicht, wie sie berichten. Dabei gehören die Werke eigentlich zusammen: 1783 sollte Michael Haydn sechs Duos für seinen Dienstherrn, den Erzbischof von Salzburg, schreiben. Vier hatte er fertig; dann kam sein Freund Mozart zu Besuch, und half ihm bei den fehlenden Musikstücken aus.
Dienstag, 29. März 2016
Vivaldi: L'Estro Armonico (Channel Classics)
1711 veröffentlichte Antonio Vivaldi bei Estienne Roger in Amsterdam zwölf Violinkonzerte unter dem Titel L'Estro Armonico. Dieses Opus 3 machte den Musiker endgültig berühmt – und inspirierte viele seiner Kollegen. So arrangierte Johann Sebastian Bach etliche dieser Konzer- te für Tasteninstrumente. Auch heute noch spielen Musiker die Werke gern: „Vivaldi hat mich vor allem stets als wunderbare Unterhaltung berührt“, schreibt Rachel Podger im Beiheft zu dieser CD. „Seine musikalischen Formen und Figurationen scheinen dazu geschaffen, sowohl zu gefallen als auch zu überraschen.“
Die Geigerin musiziert hier gemeinsam mit dem Ensemble Brecon Baroque, das sie 2007 für das Brecon Baroque Festival gegründet hat. Zu den Mit- wirkenden gehören bei dieser Aufnahme zwei ihrer Schüler, die mittler- weile selbst sehr erfolgreich ihre Projekte verfolgen – die Geiger Johannes Pramsohler und Bojan Čičić. Sabine Stoffer komplettiert die Riege der Instrumentalisten, die insbesondere mit den Konzerten für vier Violinen beeindruckt. Das sind noch immer Raritäten, die leider nur selten zu hören sind. Und man freut sich über den Schwung und die Intensität, mit der das Ensemble Vivaldis Musik vorträgt. Sehr gelungen!
Die Geigerin musiziert hier gemeinsam mit dem Ensemble Brecon Baroque, das sie 2007 für das Brecon Baroque Festival gegründet hat. Zu den Mit- wirkenden gehören bei dieser Aufnahme zwei ihrer Schüler, die mittler- weile selbst sehr erfolgreich ihre Projekte verfolgen – die Geiger Johannes Pramsohler und Bojan Čičić. Sabine Stoffer komplettiert die Riege der Instrumentalisten, die insbesondere mit den Konzerten für vier Violinen beeindruckt. Das sind noch immer Raritäten, die leider nur selten zu hören sind. Und man freut sich über den Schwung und die Intensität, mit der das Ensemble Vivaldis Musik vorträgt. Sehr gelungen!
Freitag, 20. Februar 2015
Brahms: Mass & Motets (Channel Classics)
Peter Dijkstra gilt als einer der weltweit besten Chorleiter. Der junge Spezialist, Jahrgang 1978, leitet seit 2005 den Chor des Bayerischen Rundfunks in München. Seit 2007 ist er zudem Musikdirektor des Schwedischen Rundfunkchores; ab August 2015 wird er dann außerdem Chefdirigent des Niederländischen Kammerchores sein. Noch viel mehr Chöre und auch etliche Orchester hat er bereits dirigiert, und zahlreiche Preise erhalten. Insofern startet man diese CD mit hohen Erwartungen. Denn die A-cappella-Chormusik von Johannes Brahms ist für Sänger keineswegs ein Spaziergang. Stücke wie die Fest- und Gedenksprüche op. 109 oder die diversen Motetten – man denke nur an Warum ist das Licht gegeben – stellen beträchtliche Anforderungen an Chöre. Und es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese anspruchsvollen Stücke aufzuführen.
„Ik denk dat het bij de uitvoering van koormuziek van Brahms de grote uitdaging is, om de stemkleuren von de individuele zangers zo te vereningen dat er een levendige en persoonlijke koorklang kan ontstaan, welke in dienst staat van de muzikale expressie“, erklärt Dijkstra seine Sicht auf diese Werke. „Er wordt in de koorwereld bij de uitvoering von romantische muziek vaak gekozen voor een erg strak klangideaal, waarbij de ruimte voor individuele expressie voor de zangers vaak extreem wordt opgeofferd voor het ultieme doel: de menging van de klank“, merkt der Chorleiter an. „Dit resulteert vaak in vlakke uitvoe- ringen, die op mij 2-dimensioneel overkomen. Ik kies duidelijk voor een vokalere instelling die correspondeert met de principes van het lied zingen, waarin een legato-frasering zeer belangrijk is, verbonden aan een duidelijke deklamatie van de tekst. De menging van de klank ontstaat op zo'n manier door het vereningen van de persoonlijke klank en expressie van elke inidivuele zanger, en niet door het terughouden van de klank om menging te realiseren.“
Der Schwedische Rundfunkchor ist mit 32 Sängern kein allzu großes Ensemble. Doch seine Mitglieder sind durchweg erfahrene Profis. Und so klingt der Chor dann auch: Intonation sauber, Phrasierung gekonnt und Dynamik flexibel. Ausdruck hingegen ist nicht unbedingt die Stärke dieses Chores. Auch einen charakteristischen Chorklang habe ich nicht gefunden. Gewisse Wünsche hätte man da schon, zumal Brahms in diesen Werken offenbart, wie viel er bei den sogenannten alten Meistern gelernt hat. Insofern wäre es interessant, diese Musik einmal weniger romantisch-opernverklärt zu hören, statt dessen vielleicht klanglich etwas näher an ihren Vorbildern. Diese Aufnahme jedenfalls macht mich nicht voll- kommen glücklich.
„Ik denk dat het bij de uitvoering van koormuziek van Brahms de grote uitdaging is, om de stemkleuren von de individuele zangers zo te vereningen dat er een levendige en persoonlijke koorklang kan ontstaan, welke in dienst staat van de muzikale expressie“, erklärt Dijkstra seine Sicht auf diese Werke. „Er wordt in de koorwereld bij de uitvoering von romantische muziek vaak gekozen voor een erg strak klangideaal, waarbij de ruimte voor individuele expressie voor de zangers vaak extreem wordt opgeofferd voor het ultieme doel: de menging van de klank“, merkt der Chorleiter an. „Dit resulteert vaak in vlakke uitvoe- ringen, die op mij 2-dimensioneel overkomen. Ik kies duidelijk voor een vokalere instelling die correspondeert met de principes van het lied zingen, waarin een legato-frasering zeer belangrijk is, verbonden aan een duidelijke deklamatie van de tekst. De menging van de klank ontstaat op zo'n manier door het vereningen van de persoonlijke klank en expressie van elke inidivuele zanger, en niet door het terughouden van de klank om menging te realiseren.“
Der Schwedische Rundfunkchor ist mit 32 Sängern kein allzu großes Ensemble. Doch seine Mitglieder sind durchweg erfahrene Profis. Und so klingt der Chor dann auch: Intonation sauber, Phrasierung gekonnt und Dynamik flexibel. Ausdruck hingegen ist nicht unbedingt die Stärke dieses Chores. Auch einen charakteristischen Chorklang habe ich nicht gefunden. Gewisse Wünsche hätte man da schon, zumal Brahms in diesen Werken offenbart, wie viel er bei den sogenannten alten Meistern gelernt hat. Insofern wäre es interessant, diese Musik einmal weniger romantisch-opernverklärt zu hören, statt dessen vielleicht klanglich etwas näher an ihren Vorbildern. Diese Aufnahme jedenfalls macht mich nicht voll- kommen glücklich.
Samstag, 10. Januar 2015
Bach: Recreation for the Soul (Channel Classics)
Johann Sebastian Bach war der Meinung, dass „die wahre Musik der Ehre Gottes dienen und eine Erholung für die Seele sein sollte“. Beides vereinen die Kantaten, die Peter Harvey hier mit seinem 2008 gegründeten Magdalena Consort eingespielt hat.
Er folgt dabei der These von Joshua Rifkin, Bachs Kantaten seien ursprünglich nicht durch einen Chor, sondern lediglich durch einen Sänger pro Stimme vorgetragen worden. In diesem Falle sind dies Elin Manahan Thomas, Sopran, Daniel Taylor, Alto, James Gilchrist, Tenor, und Harvey selbst im Bass.
Dummerweise sind vier Solisten, bei allen individuellen Qualitäten, aber noch kein Ensemble. Und man fragt sich die ganze Zeit, wieso sie ausgerechnet Bach und warum diese drei Kantaten singen. Eine Antwort habe ich nicht herausgefunden, das wirkt alles etwas beliebig und ziellos.
Harvey reiht im Beiheft allerlei Überlegungen aneinander zu Bach, diverser Zahlenmystik und verdeckten Anspielungen, die sich im Text aufspüren lassen. Das ist ja wirklich nett; es gibt anderweitig in der Tat lange Aufsätze darüber. Aber es bleibt Spielerei, wenn es nicht dabei hilft, Bachs Musik mit Leben und vor allem mit Ausdruck zu füllen. Man höre im Vergleich dazu die Einspielungen mit Sigiswald Kuijken und seinem Ensemble La Petite Bande, mit ebenfalls solistisch besetzten Gesangsparts. Dazwischen liegen, leider, Welten. Schade.
Er folgt dabei der These von Joshua Rifkin, Bachs Kantaten seien ursprünglich nicht durch einen Chor, sondern lediglich durch einen Sänger pro Stimme vorgetragen worden. In diesem Falle sind dies Elin Manahan Thomas, Sopran, Daniel Taylor, Alto, James Gilchrist, Tenor, und Harvey selbst im Bass.
Dummerweise sind vier Solisten, bei allen individuellen Qualitäten, aber noch kein Ensemble. Und man fragt sich die ganze Zeit, wieso sie ausgerechnet Bach und warum diese drei Kantaten singen. Eine Antwort habe ich nicht herausgefunden, das wirkt alles etwas beliebig und ziellos.
Harvey reiht im Beiheft allerlei Überlegungen aneinander zu Bach, diverser Zahlenmystik und verdeckten Anspielungen, die sich im Text aufspüren lassen. Das ist ja wirklich nett; es gibt anderweitig in der Tat lange Aufsätze darüber. Aber es bleibt Spielerei, wenn es nicht dabei hilft, Bachs Musik mit Leben und vor allem mit Ausdruck zu füllen. Man höre im Vergleich dazu die Einspielungen mit Sigiswald Kuijken und seinem Ensemble La Petite Bande, mit ebenfalls solistisch besetzten Gesangsparts. Dazwischen liegen, leider, Welten. Schade.
Freitag, 2. Mai 2014
Guardian Angel (Channel Classics)
„This disc of solo violin music is a real mixture of some favourite pieces“, schreibt Rachel Podger im Geleitwort zu dieser CD. Die Geigerin spielt ihre Lieblingswerke. So erklingen neben einer Solo- sonate von Johann Georg Pisendel auch drei kurze Stücke von Nicola Matteis, einem Violinisten aus Neapel, der aber in London berühmt wurde. Zu den Raritäten, die Podger für diese CD ausgewählt hat, gehören zudem zwei Solo- sonaten von Giuseppe Tartini.
„I adore Bach's Flute Partita and always knew it from afar, the way you know pieces written originally for an different instrument. I would often play it for fun as warm up (wich would disorient the flute player in the room!)“, meint die Violinistin. „When choosing the repertoire for this dics, I was keen to include a piece by Bach, and eventually had the idea of transposing the Flute Partita into G minor (the original key is A minor). It worked beautifully and as a piece is extremly rewarding and fun to play – I recommend it to all violinists.“ Ob tatsächlich all diese Werke für Violine „senza basso“ komponiert worden sind, ist eine Frage von eher akademischem Interesse. Denn Podger musiziert so fröhlich, dahinschwebend und leidenschaftlich, dass man ihr wirklich gern zuhört. Den Abschluss macht die berühmte Passacaglia aus den Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz von Biber. Ihr wurde in den Noten das Bild eines Schutzengels vorangestellt – und damit war auch gleich ein passender Name für diese CD gefunden. Sehr schön!
„I adore Bach's Flute Partita and always knew it from afar, the way you know pieces written originally for an different instrument. I would often play it for fun as warm up (wich would disorient the flute player in the room!)“, meint die Violinistin. „When choosing the repertoire for this dics, I was keen to include a piece by Bach, and eventually had the idea of transposing the Flute Partita into G minor (the original key is A minor). It worked beautifully and as a piece is extremly rewarding and fun to play – I recommend it to all violinists.“ Ob tatsächlich all diese Werke für Violine „senza basso“ komponiert worden sind, ist eine Frage von eher akademischem Interesse. Denn Podger musiziert so fröhlich, dahinschwebend und leidenschaftlich, dass man ihr wirklich gern zuhört. Den Abschluss macht die berühmte Passacaglia aus den Rosenkranz-Sonaten von Heinrich Ignaz Franz von Biber. Ihr wurde in den Noten das Bild eines Schutzengels vorangestellt – und damit war auch gleich ein passender Name für diese CD gefunden. Sehr schön!
Donnerstag, 6. März 2014
Bach - Katona Twins (Channel Classics)
Peter und Zoltán Katona, besser bekannt als die Katona-Zwillinge, gelten als derzeit weltbestes klassisches Gitarrenduo. Auf dieser CD haben sie Werke von Johann Sebastian Bach in Arrangements für Gitarre eingespielt. Dabei haben sie sich für die Französische Suite Nr. 5 BWV 816 und die Englische Suite Nr. 3 BWV 808 sowie zwei Solostücke entschieden, die man gemeinhin aufgrund ihrer Komplexität nicht der Laute, son- dern dem sogenannten Lautenwerk zuschreibt. Das war ein Instrument, das eher einem kleinen Cembalo ähnelte - allerdings mit einem bauchigen Resonanzkörper.
Die Katona Twins sind brillante Gitarristen; technische Schwierig- keiten scheinen die beiden nicht zu kennen. Und daher bereitet es ihnen auch überhaupt keine Probleme, Bachs Werke solistisch oder im Duo vorzutragen. Sie musizieren bis ins kleinste Detail stimmig und wie aus einem Gedanken. Eine gelungene CD, die man gern anhört.
Die Katona Twins sind brillante Gitarristen; technische Schwierig- keiten scheinen die beiden nicht zu kennen. Und daher bereitet es ihnen auch überhaupt keine Probleme, Bachs Werke solistisch oder im Duo vorzutragen. Sie musizieren bis ins kleinste Detail stimmig und wie aus einem Gedanken. Eine gelungene CD, die man gern anhört.
Donnerstag, 30. Mai 2013
George Gershwin - The Gents (Channel Classics)
Das Vokalensemble The Gents ist 1999 aus dem Roder Jongenskoor hervorgegangen, aus einem der besten Knabenchöre der Nieder- lande also quasi herausgewachsen. Der Knabenchor war einst gegründet worden, um englische Musik im originalen Klangbild aufführen zu können. The Gents starteten ebenfalls mit dem vertrauten Repertoire. Doch dann erschlossen sie sich zunehmend neues musikalisches Terrain. Nach französischer Kirchenmusik des 20. Jahrhunderts und einem Ausflug in die Zeit der deutschen Romantik haben sie sich nun auf den Broadway gewagt. Gemeinsam mit dem Haags Saxofoonkwartet stellen The Gents Musik von George Gershwin vor.
Dabei werden sie zudem noch durch die Sopranistin Johannette Zomer unterstützt. Sie ist ebenfalls eigentlich auf „Alte“ Musik spezialisiert – und zeigt sich hier stimmlich außerordentlich flexibel. Auch The Gents klingen, als wären sie in dieser Musik zu Hause. Und es ist erstaunlich, welche tollen Klänge so ein Saxophon-Ensemble produzieren kann. Die CD oszilliert zwischen Jazz, Barbershop und Klassik. Der Sound, der sich daraus ergibt, ist faszinierend. Schade nur, dass Gershwin mit 39 Jahren an einem Hirntumor gestorben ist. So endet diese musikalische Reise, die mit seiner Filmmusik zu Damsel in distress beginnt, schließlich mit Porgy and Bess – und man stellt überrascht fest, dass die CD schon vorbei ist. Grandios!
Dabei werden sie zudem noch durch die Sopranistin Johannette Zomer unterstützt. Sie ist ebenfalls eigentlich auf „Alte“ Musik spezialisiert – und zeigt sich hier stimmlich außerordentlich flexibel. Auch The Gents klingen, als wären sie in dieser Musik zu Hause. Und es ist erstaunlich, welche tollen Klänge so ein Saxophon-Ensemble produzieren kann. Die CD oszilliert zwischen Jazz, Barbershop und Klassik. Der Sound, der sich daraus ergibt, ist faszinierend. Schade nur, dass Gershwin mit 39 Jahren an einem Hirntumor gestorben ist. So endet diese musikalische Reise, die mit seiner Filmmusik zu Damsel in distress beginnt, schließlich mit Porgy and Bess – und man stellt überrascht fest, dass die CD schon vorbei ist. Grandios!
Samstag, 26. Januar 2013
Bach: Organ Trio Sonatas - Arranged for multiple instruments (Channel Classics)
Bachs Triosonaten für Orgel mit den Möglichkeiten der Kammer- musik wiederzugeben, das wagt hier das Ensemble Florilegium. Denn obwohl die Form der Trio- sonate seinerzeit sehr beliebt und in ganz Europa weit verbreitet war, hat der Thomaskantor für diese kleine Besetzung so gut wie nichts komponiert.
Ashley Solomon, Traversflöte, Rodolfo Richter, Violine und Viola, Reiko Ichise, Viola da gamba, Jennifer Morsches, Violoncello und Violoncello piccolo, Eligio Quinteiro, Laute und James John- stone am Cembalo haben daher diese Werke, die der Komponist ursprünglich für die Orgel geschrieben hat, als "echte" Triosonaten arrangiert und eingespielt. Das funktioniert erstaunlich gut; allerdings war bei einigen der Werke ein Tonartwechsel nicht zu vermeiden. Ansonsten orientierten sich die Musiker an den wenigen originalen Triosonaten von Johann Sebastian Bach, insbesondere an den Trio- sonaten für zwei Flöten und Continuo BWV 1039 und an der Trioso- nate aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079. So gelingt es ihnen relativ problemlos, die Stimmen einzelnen Instrumenten zuzuweisen, und gleichzeitig ähnliche Klangeffekte zu erzielen, wie dies an der Orgel durch die Wahl der Register möglich ist.
Das Ergebnis ist eine gelungene Variante der beliebten und bekannten Orgelstücke; Bach, der seine Musik selbst vielfach bearbeitet und verschiedenen Besetzungen angepasst hat, hätte dazu wohl zufrieden genickt. Und musiziert wird auch gekonnt. Wer Bachs Triosonaten schätzt, der sollte sich diese CD unbedingt anhören. So glasklar und harmonisch, wie sie hier zu erleben sind, kriegt das nicht jeder Orga- nist hin.
Ashley Solomon, Traversflöte, Rodolfo Richter, Violine und Viola, Reiko Ichise, Viola da gamba, Jennifer Morsches, Violoncello und Violoncello piccolo, Eligio Quinteiro, Laute und James John- stone am Cembalo haben daher diese Werke, die der Komponist ursprünglich für die Orgel geschrieben hat, als "echte" Triosonaten arrangiert und eingespielt. Das funktioniert erstaunlich gut; allerdings war bei einigen der Werke ein Tonartwechsel nicht zu vermeiden. Ansonsten orientierten sich die Musiker an den wenigen originalen Triosonaten von Johann Sebastian Bach, insbesondere an den Trio- sonaten für zwei Flöten und Continuo BWV 1039 und an der Trioso- nate aus dem Musikalischen Opfer BWV 1079. So gelingt es ihnen relativ problemlos, die Stimmen einzelnen Instrumenten zuzuweisen, und gleichzeitig ähnliche Klangeffekte zu erzielen, wie dies an der Orgel durch die Wahl der Register möglich ist.
Das Ergebnis ist eine gelungene Variante der beliebten und bekannten Orgelstücke; Bach, der seine Musik selbst vielfach bearbeitet und verschiedenen Besetzungen angepasst hat, hätte dazu wohl zufrieden genickt. Und musiziert wird auch gekonnt. Wer Bachs Triosonaten schätzt, der sollte sich diese CD unbedingt anhören. So glasklar und harmonisch, wie sie hier zu erleben sind, kriegt das nicht jeder Orga- nist hin.
Donnerstag, 11. Oktober 2012
Vivaldi: Sacred works for soprano and concertos (Channel Classics)
So möchte man die Musik von Antonio Vivaldi (1678 bis 1741) gern öfters hören. Das Ensemble Florilegium, schlank besetzt mit bis zu zehn Musikern, musiziert wundervoll; die drei Konzerte, die Florilegium für diese CD ausge- wählt hat, gehören zudem nicht zu den Vivaldi-Hits, die man schon mitpfeifen kann. Das macht die Aufnahme doppelt reizvoll. Die Konzerte bilden aber nur einen Rahmen für das Laudate Pueri
RV 601 und die Motette Nulla in mundo RV 630, gesungen von Elin Manahan Thomas. Und das macht die Sopranistin großartig. Ihre gut geführte Stimme, die selbst durch rasante Koloraturen nie in Bedrängnis zu bringen ist, fügt sich geradezu orchestral ein in das brillante Ensemble. So intensiv ist die Interaktion zwischen Sängern und Instrumentalisten selten zu erleben. Grandios!
RV 601 und die Motette Nulla in mundo RV 630, gesungen von Elin Manahan Thomas. Und das macht die Sopranistin großartig. Ihre gut geführte Stimme, die selbst durch rasante Koloraturen nie in Bedrängnis zu bringen ist, fügt sich geradezu orchestral ein in das brillante Ensemble. So intensiv ist die Interaktion zwischen Sängern und Instrumentalisten selten zu erleben. Grandios!
Samstag, 10. Dezember 2011
Christmas - The Netherlands Bach Society (Channel Classics)
Weihnachten mit The Netherlands Bach Society - wobei sich das Ensemble diesmal nicht die Mühe gemacht hat, eine CD einzuspielen. Dies ist eine Kompilation aus sechs älteren Veröffentlichungen, die sämtlich von der Kritik hoch gelobt wurden, wie das Beiheft belegt.
Wie nicht zuletzt der Name des von Jos van Veldhoven geleiteten En- sembles vermuten lässt, sind unter den musikalischen Häppchen, die hier zum Menü kombiniert wur- den, ziemlich viele aus der Feder von Johann Sebastian Bach. Ob man allerdings das Magnificat in Einzelsätzen hören möchte, vermischt mit diversen Weihnachtsliedern und Einzelteilen aus der h-Moll-Messe, das mag jeder selbst entscheiden.
Wie nicht zuletzt der Name des von Jos van Veldhoven geleiteten En- sembles vermuten lässt, sind unter den musikalischen Häppchen, die hier zum Menü kombiniert wur- den, ziemlich viele aus der Feder von Johann Sebastian Bach. Ob man allerdings das Magnificat in Einzelsätzen hören möchte, vermischt mit diversen Weihnachtsliedern und Einzelteilen aus der h-Moll-Messe, das mag jeder selbst entscheiden.
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