Lucie Horsch gehört ohne Zweifel zu den Stars im Blockflötenuniversum. Die Niederländerin, gerade einmal 19 Jahre alt, beeindruckt nicht nur durch unglaublich flinke Finger und ihre brillante Technik. Auch ihr musikalisches Gestaltungsvermögen ist erstklassig, wie die vorliegende CD beweist.
Das Album lädt die Zuhörer ein zu einer Rundreise durch Europa im Zeitalter des Barock. Die Flötistin startet diese virtuelle Tour in Utrecht, mit einer Melodie aus Jacob van Eycks berühmter Sammlung Der Fluyten Lust-hof. Die Reise führt dann über Deutschland – wo die Musikerin auch Georg Friedrich Händel verortet –, über Italien und Frankreich bis nach England, und von dort wieder zurück in die Niederlande.
Begleitet wird die junge Solistin auf ihrem virtuosen Ausflug in die Musikgeschichte höchst souverän von der Academy of Ancient Music, der Flötistin Charlotte Barbour-Condini sowie dem Lautenisten Thomas Dunford. Zu hören sind neben bekannten Melodien wie Dido's Lament von Henry Purcell, Händels berühmtem Arrival of the Queen of Sheba, der Erbarme-dich-Arie aus der Matthäuspassion, dem Konzert BWV 1059R und der Badinerie von Johann Sebastian Bach oder van Eycks Engels Nachtegaeltje auch Entdeckungen, wie die Welterstaufnahme eines Konzertes von Jaques-Christoph Naudot.
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Freitag, 21. Juni 2019
Dienstag, 9. Januar 2018
Cantata per Flauto (Tyxart)
„Singen ist das
Fundament zur Music in allen Dingen. Wer die Composition ergreifft /
muß in seinen Sätzen singen. Wer auf Instrumenten spielt / muß des
Singens kündig seyn. Also präge man das Singen jungen Leuten
fleißig ein“, reimte einst Georg Philipp Telemann. Über
Jahrhunderte betonten Musiker wie Musiktheoretiker, dass auch für
Instrumentalisten die Imitation der menschlichen Stimme das Ideal
darstellt.
Auf dieser CD singt nun Tabea Debus mit ihren Blockflöten. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. So beginnt die CD mit einer Cantata per Flauto von Johann Adolph Hasse (1699 bis 1783). Dieser beherrscht es in der Tat großartig, seine Stücke sanglich zu gestalten – kein Wunder, denn er war mit Faustina Bordoni verheiratet, einer berühmten Opernsängerin, für die Hasse auch komponierte.
Zwei Stücke von Adam Jarzębski erweisen sich als Diminuitionen, kunst- volle Auszierungen von Gesangsstücken. Außerdem bietet das Programm Variationen über ein Lied des englischen Lautenisten John Dowland von Jacob van Eyck, Konzerte von Domenico Natale Sarro und Georg Philipp Telemann, An Evening Hymn von Henry Purcell sowie zwei zeitgenössische Kompositionen von Calliope Tsoupaki und Thorsten Töpp. Diese lassen dann auch die Musiker singen.
Die junge Blockflötistin Tabea Debus musizierte bei diesem Aufnahme- projekt gemeinsam mit Hongxia Cui, Katrin Ebert, Kerstin Fahr, Barock- violine, Johanna Brückner, Barockviola, Lea Rahel Bader, Barockcello und Viola da gamba, Niklas Sprenger, Kontrabass, Kohei Ota, Theorbe und Barockgitarre sowie Johannes Lang, Cembalo und Orgel. Schon an dieser umfangreichen Liste ist zu ersehen, dass dieses Ensemble weit mehr leistet, als nur einen Continuo-Part. Sie machen diese CD ausgesprochen abwechslungs- und farbenreich; allerdings wünscht man sich gelegentlich etwas mehr Sensibilität von begleitenden Streichern, damit die Flöte gebührend zur Geltung kommt.
Auf dieser CD singt nun Tabea Debus mit ihren Blockflöten. Das ist durchaus wörtlich zu verstehen. So beginnt die CD mit einer Cantata per Flauto von Johann Adolph Hasse (1699 bis 1783). Dieser beherrscht es in der Tat großartig, seine Stücke sanglich zu gestalten – kein Wunder, denn er war mit Faustina Bordoni verheiratet, einer berühmten Opernsängerin, für die Hasse auch komponierte.
Zwei Stücke von Adam Jarzębski erweisen sich als Diminuitionen, kunst- volle Auszierungen von Gesangsstücken. Außerdem bietet das Programm Variationen über ein Lied des englischen Lautenisten John Dowland von Jacob van Eyck, Konzerte von Domenico Natale Sarro und Georg Philipp Telemann, An Evening Hymn von Henry Purcell sowie zwei zeitgenössische Kompositionen von Calliope Tsoupaki und Thorsten Töpp. Diese lassen dann auch die Musiker singen.
Die junge Blockflötistin Tabea Debus musizierte bei diesem Aufnahme- projekt gemeinsam mit Hongxia Cui, Katrin Ebert, Kerstin Fahr, Barock- violine, Johanna Brückner, Barockviola, Lea Rahel Bader, Barockcello und Viola da gamba, Niklas Sprenger, Kontrabass, Kohei Ota, Theorbe und Barockgitarre sowie Johannes Lang, Cembalo und Orgel. Schon an dieser umfangreichen Liste ist zu ersehen, dass dieses Ensemble weit mehr leistet, als nur einen Continuo-Part. Sie machen diese CD ausgesprochen abwechslungs- und farbenreich; allerdings wünscht man sich gelegentlich etwas mehr Sensibilität von begleitenden Streichern, damit die Flöte gebührend zur Geltung kommt.
Samstag, 20. Mai 2017
Cynthia's Revels (FHR)
Musik aus Elisabethaníscher Zeit erklingt auf dieser CD des Blockflö- tenquartetts The Flautadors. Das britische Ensemble, bestehend aus Catherine Fleming, Merlin Harrison, Celia Ireland und Ian Wilson, hat sich dazu noch Leo Chadburn als Verstärkung geholt.
Für die vorliegende Aufnahme spielt das Quartett Flöten aus der Werkstatt Thomas Prescotts nach Instrumenten des 16. Jahrhunderts, die sich heute in den Beständen des Kunsthistori- schen Museums Wien befinden. Zu hören sind Werke von Anthony Holborne (um 1545 bis 1602), William Byrd (1540 bis 1623), John Dowland (1563 bis 1626), Jacob van Eyck (1590 bis 1657), Thomas Morley (1557 bis 1602) und anderen Kompo- nisten – vor allem Tänze, aber auch Phantasien und Lieder. The Flauta- dors spielen elegant, aber auch ein wenig langweilig. Sie musizieren immer schön geradeaus, ohne individuell Akzente zu setzen und ohne dynamische Differenzierung. Bei mehr als einer Stunde Spielzeit wird da das Zuhören irgendwann anstrengend – schade!
Für die vorliegende Aufnahme spielt das Quartett Flöten aus der Werkstatt Thomas Prescotts nach Instrumenten des 16. Jahrhunderts, die sich heute in den Beständen des Kunsthistori- schen Museums Wien befinden. Zu hören sind Werke von Anthony Holborne (um 1545 bis 1602), William Byrd (1540 bis 1623), John Dowland (1563 bis 1626), Jacob van Eyck (1590 bis 1657), Thomas Morley (1557 bis 1602) und anderen Kompo- nisten – vor allem Tänze, aber auch Phantasien und Lieder. The Flauta- dors spielen elegant, aber auch ein wenig langweilig. Sie musizieren immer schön geradeaus, ohne individuell Akzente zu setzen und ohne dynamische Differenzierung. Bei mehr als einer Stunde Spielzeit wird da das Zuhören irgendwann anstrengend – schade!
Dienstag, 9. August 2016
van Eyck: Engels Liedt (Carpe Diem)
Dass diese CD entstanden ist, ver- danken wir einem Zufall: „Am Abend des zweiten Aufnahmetages zu der Kammermusik-CD ,John come kiss me now' (..) übte ich für mich allein in der Kirche, in der die Aufnahme stattfand, auf der Blockflöte für den kommenden Tag. Jonas, der Produ- zent der CD, räumte noch einige Kabel auf, dann war es ganz still“, berichtet Gerald Stempfel. „Irgend- wann machte ich eine Pause, um mir Tee zu kochen. Jonas stand noch immer gedankenverloren vor der Kirche. Als er mich kommen sah, sagte er, dass, als er mich üben hörte, ihm die Idee zu einer van Eyck-Auf- nahme gekommen war – er hatte vor seinem inneren Ohr die Lachrymae-Variationen (..) gehört.“
Der Fluyten Lust-hof des Jacob van Eyck (um 1590 bis 1657) gehört für Stempfel zu den zentralen Werken, die ihn von Kindesbeinen an motiviert haben und ihn darin bestärkt haben, dass es seine Berufung ist, Blockflöte zu spielen. So kam es, dass nach dem Abschluss der Kammermusik-Auf- nahmen in einer einzigen Nacht spontan diese Einspielung aufgezeichnet worden ist. Sie transportiert, wie kaum eine andere CD des Labels von Jonas Niederstadt, über die reine Musik hinaus auch die besondere Atmosphäre, die Aura jener Sommernacht in der Klosterkirche Auhausen. Man hört sogar die Glocke schlagen.
Jacob van Eyck, von Geburt an blind, war ein berühmter Glockenspieler und ein gesuchter Glockenexperte. Er lebte im niederländischen Utrecht. Auch als Flötenvirtuose erfreute er sich größter Beliebtheit, so dass ihm 1649 die Stadt sogar die Bezüge erhöhte – unter der Bedingung, dass er gelegentlich auf dem Janskerkhof, dem alten Utrechter Friedhof, für die Passanten musizieren solle. Im Fluyten Lust-hof, der bis dato größten Sammlung von Musik für ein Soloinstrument überhaupt, sind etliche seiner Werke veröffentlicht worden.
Gerald Stempfel stellt auf dieser CD nicht nur bedeutende Werke aus dem Fluyten Lust-hof vor; er zeigt auch, wie unterschiedlich Blockflöten klingen können – und das nicht nur, weil er Instrumente in verschiedenen Stimmlagen verwendet, vom Garkleinflötlein über Sopran- und Altblock- flöte bis hin zu Tenorblockflöten. Auch ein Gemshorn – das ist eine Flöte, die aus einem Kuh-Horn gefertigt wird – sowie eine Einhandflöte sind zu hören. Etliche dieser Instrumente hat Stempfel selbst angefertigt.
Sein Flötenspiel ist hochvirtuos, und Umgang mit van Eycks Musik ist sehr persönlich und individuell. Die Werke des Meisters sind Gerald Stempfel offenbar so präsent, dass man den Eindruck hat, diese Variationen entstehen gerade jetzt, als Improvisationen beim Spielen. Und dann schlägt die Glocke zur Mitternacht – mehr Intensität geht wirklich nicht.
Der Fluyten Lust-hof des Jacob van Eyck (um 1590 bis 1657) gehört für Stempfel zu den zentralen Werken, die ihn von Kindesbeinen an motiviert haben und ihn darin bestärkt haben, dass es seine Berufung ist, Blockflöte zu spielen. So kam es, dass nach dem Abschluss der Kammermusik-Auf- nahmen in einer einzigen Nacht spontan diese Einspielung aufgezeichnet worden ist. Sie transportiert, wie kaum eine andere CD des Labels von Jonas Niederstadt, über die reine Musik hinaus auch die besondere Atmosphäre, die Aura jener Sommernacht in der Klosterkirche Auhausen. Man hört sogar die Glocke schlagen.
Jacob van Eyck, von Geburt an blind, war ein berühmter Glockenspieler und ein gesuchter Glockenexperte. Er lebte im niederländischen Utrecht. Auch als Flötenvirtuose erfreute er sich größter Beliebtheit, so dass ihm 1649 die Stadt sogar die Bezüge erhöhte – unter der Bedingung, dass er gelegentlich auf dem Janskerkhof, dem alten Utrechter Friedhof, für die Passanten musizieren solle. Im Fluyten Lust-hof, der bis dato größten Sammlung von Musik für ein Soloinstrument überhaupt, sind etliche seiner Werke veröffentlicht worden.
Gerald Stempfel stellt auf dieser CD nicht nur bedeutende Werke aus dem Fluyten Lust-hof vor; er zeigt auch, wie unterschiedlich Blockflöten klingen können – und das nicht nur, weil er Instrumente in verschiedenen Stimmlagen verwendet, vom Garkleinflötlein über Sopran- und Altblock- flöte bis hin zu Tenorblockflöten. Auch ein Gemshorn – das ist eine Flöte, die aus einem Kuh-Horn gefertigt wird – sowie eine Einhandflöte sind zu hören. Etliche dieser Instrumente hat Stempfel selbst angefertigt.
Sein Flötenspiel ist hochvirtuos, und Umgang mit van Eycks Musik ist sehr persönlich und individuell. Die Werke des Meisters sind Gerald Stempfel offenbar so präsent, dass man den Eindruck hat, diese Variationen entstehen gerade jetzt, als Improvisationen beim Spielen. Und dann schlägt die Glocke zur Mitternacht – mehr Intensität geht wirklich nicht.
Freitag, 12. Dezember 2014
Lauter Freude, lauter Wonne (Rondeau)
Den Jubel und den sanften Frohsinn der Weihnachtszeit haben drei Musiker aus Hannover auf eine CD gebracht. Sopranistin Ute Engelke, Blockflötistin Elisabeth Schwanda und Ulfert Smidt, der Organist der Marktkirche, interpretieren Musik aus vier Jahrhunderten. Die ausgewählten Werke reichen vom verspielt-verzierten Puer nobis nascitur aus dem Fluyten Lust-Hof von Jacob van Eyck für Blockflöte solo bis zur eher gravitätischen Pastorale für Orgel solo von César Franck, von den traumschönen, aber eher wenig bekannten Bicinien von Michael Praetorius bis hin zu der populären Arie Schafe können sicher weiden von Johann Sebastian Bach und von Monteverdis höchst anspruchsvoller Motette Exulta Filia Sion bis hin zu der romantischen Orgel-Phantasia Jul von Otto Olsson. Ute Engelkes schlank geführte, strahlende Sopranstimme, das virtuose Flötenspiel von Elisabeth Schwanda und das souveräne Musizieren von Ulfert Smit an der Chor-Ensemble-Orgel ergänzen sich perfekt; die ganze Einspielung ist geprägt von einer hinreißenden Musizierfreude. Bravi!
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