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Dienstag, 17. März 2020

Circle Line (Deutsche Harmonia Mundi)

Die Lautten Compagney überrascht doch immer wieder. Circle Line haben die Musiker um Wolfgang Katschner ihr neues Album genannt.  „Der Titel des Programms ist Symbol für die stetig pulsierende Großstadt“, sagt der Lautenist. „In Berlin bezeichnet man mit ›Circle Line‹ die Ringbahn, und für Berlin steht auch die Lautten Compagney. Beide kreisen durch die Stadtbezirke und durch die Jahrhunderte der Musik.“ 
Der Titel bezieht sich aber auch auf die Musikgeschichte. So erschien 1968 „Music as a Gradual Process“, ein Aufsatz von Steve Reich, in dem der amerikanische Komponist schrieb: „I am interested in perceptible processes. I want to be able to hear the process happening throughout the sounding music. To facilitate closely detailed listening a musical process should happen extremely graduality.” Dieser viel beachtete Text gilt als Geburtsurkunde der Minimal Music. 
Dass Repetition in der Musikgeschichte auch schon viel früher als formbildendes Prinzipien genutzt wurde, verdeutlicht diese Einspielung: Die Lautten Compagney verbindet Musik der Frührenaissance mit Minimal Music. Musiziert wird überwiegend mit dem Instrumentenbestand der „Alten“ Musik. Doch auch ein Saxophon sowie Schlagwerk sind beteiligt; die Aufnahme zeigt, dass Moderne nur ein Etikett ist – alle Werke können mit diesen Klängen durchaus faszinierend wirken. In scheinbar endloser Reihe folgen aufeinander Kompositionen von Philip Glass, John Cage, Meredith Monk, Steve Reich, Peter A. Bauer, Wim Mertens und Guillaume Dufay. An Anfang und am Ende steht Glass‘ Train To Sao Paulo – exzellente Filmmusik, man sieht den Zug förmlich vor sich. Und dann verknüpft die Lautten Compagney mit der „Neuen“ Musik gekonnt und beständig sorgsam ausgewählte Kompositionen von Dufay. Diese Circle Line über Jahrhunderte funktioniert ganz erstaunlich gut. Derart kenntnisreich verschachtelt, arrangiert, kombiniert und übereinander gelegt, ist am Ende das Ergebnis mehr als die Summe aller Teile – was für ein Kunstwerk, bravi! 

Dienstag, 1. Januar 2019

Alexander Wurz - "All of me" (Bauer)

Dies ist die erste Solo-CD von Alexander Wurz. Der Musiker, der als Tenorhornist in dem Ensemble Ernst Hutter und die Egerländer Musikanten spielt, präsentiert auf diesem Album eine bunte Mischung unterhaltender Blasmusik mit vielen solistischen Überraschungen. Das Spektrum reicht von West Side Story bis zu Der Schwarzwälder und von My Way bis Der Mond ist aufge- gangen, wobei Wurz offenbar jazzige Klänge ganz besonders schätzt. 
Und ob John Williams oder Udo Jürgens – das Musikkorps der Bundes- wehr unter der Leitung von Oberstleutnant Christoph Scheibling ist dem Solisten stets ein zuverlässiger Musizierpartner. Auch zwei Bläsersolisten, Carsten Ebbinghaus am Tenorhorn sowie Christoph Moschberger mit Flügelhorn und Trompete, spielen gemeinsam mit Alexander Wurz. Komponisten haben speziell für ihn und für diese CD Stücke geschrieben. Und alle schätzen ihn sehr, wie kurze Grußworte im Beiheft bezeugen. 
Nicht nur mit Blick auf das Repertoire, sondern vor allem auch bei der Auswahl seiner Instrumente fällt die enorme Vielseitigkeit auf: Alexander Wurz musiziert auf Tenor- und Baritonhorn, Euphonium und Posaune gleichermaßen versiert. Klangschön, kraftvoll, virtuos und stilsicher spielt er, und voll Leidenschaft. Dieses Album wird Blechblas-Fans begeistern! 

Donnerstag, 20. Dezember 2018

Bach: Weihnachtsoratorium (Naxos)

Jauchzet, frohlocket! Ralf Otto beweist mit dieser Einspielung, dass auch bei Johann Sebastian Bachs vielgespieltem Weihnachtsoratorium durchaus noch Entdeckungen möglich sind. Das gilt insbesondere für den Instrumentalpart, der vom Bachorchester Mainz großartig vorgetragen wird. Die Musik wird nicht nur faszinierend gestisch und lebendig interpretiert, sondern vor allem auch derart sauber strukturiert, dass beim Zuhören immer wieder Be- geisterung ausbricht: So viele Details waren wohl noch nie zu hören. 
Der Bachchor Mainz singt ebenfalls hervorragend. Die Chöre erklingen flott, aber immer exakt und nie verwischt, und die Choräle werden eindringlich-andächtig gesungen. Das Solistenquartett ist mit Julia Kleiter, Katharina Magiera, Georg Poplutz und Thomas E. Bauer opulent besetzt, wobei mir Poplutz als Evangelist besser gefällt als in den Arien. Aber Ralf Otto gelingt doch tatsächlich das Kunststück, das Duett Herr, dein Mitleid von einer nervigen Pflichtübung (Kirchen können ziemlich kalt sein!) zu dem zentralen Stück den Oratoriums zu machen. Exzellent! 

Donnerstag, 31. Mai 2018

Kleine Augen, große Welt (Genuin)

Wenn es um die Musik geht, ist Leipzig noch immer eine Stadt, über die man staunen kann. Angeblich singen Kinder ja heutzutage nicht mehr – doch in Leipzig gibt es neben dem berühmten Thomanerchor nach wie vor eine ganze Reihe weiterer hervorragender Ensembles, denen der Nachwuchs offenbar auch nicht ausgeht. Da wären beispielsweise der Gewandhaus-Kinderchor, der MDR Kinderchor oder die Schola Cantorum Leipzig, die jeweils neben den eigentlichen Konzertchören noch eine ganze Reihe von Nachwuchs- ensembles unterhalten. Sie können dafür immer wieder neu unter zahlreichen Bewerbern auswählen. 
Zu den leistungsstärksten Kinderchören im deutschsprachigen Raum gehört auch der Kinderchor der Oper Leipzig – und dieser hat nun bei Genuin eine wunderbare CD veröffentlicht. Die Kinder unternehmen darauf unter Leitung von Sophie Bauer eine musikalische Reise mit Spielliedern aus aller Welt. Und sie unterhalten das Publikum, mitunter begleitet von vier erwachsenen Musikern, mit ausgesprochen witzigen Liedern, die großen wie kleinen Zuhörern Vergnügen bereiten. Die Chorsätze sind pfiffig statt bieder-kindertümelnd. Und gesungen wird klangschön, intonationssicher und mit Begeisterung. Eine CD, die sogar auf längeren Autofahrten nicht nur bei den kleinen Mitfahrern für gute Laune sorgt – garantiert! 

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Bach: Luther-Kantaten (Deutsche Harmonia Mundi)

Das Luther-Jahr hat soeben begon- nen – und schon sind die ersten CD auf dem Markt, die den Reformator und sein Erbe feiern. Ein sehr gelungenes Projekt präsentiert nun das Label Deutsche Harmonia Mundi: Christoph Spering hat das Reformationsjubiläum zum Anlass genommen, die dreizehn „Luther-Kantaten“ von Johann Sebastian Bach neu einzuspielen. 
Das ist wahrlich eine würdige Form des Gedenkens: „Ich wünsche gewiß von Herzen, daß Jedermann die göttliche und vortreffliche Gabe, die Musik, sich einloben und angepriesen sein ließe. Wiewohl ich werde von der Menge und Größe ihrer guten Eigenschaften gleichsam überschüttet, daß ich weder Anfang, noch Ende, noch ein Maß meiner Rede finden kann; und bei der großen Menge des Lobes muß ich doch ein nüchterner und armseliger Lobredner derselben sein“, verkündete einst der Reforma- tor. Martin Luther, der im Jahre 1517 seine berühmten Thesen in Wittenberg an die Kirchentüre genagelt haben soll, mit den bekannten Folgen, hat nicht nur die Bibel übersetzt, viele theologische Streitschriften verfasst und unzählige Briefe in alle Himmelsrichtungen geschickt. 
Luther wollte eine singende Kirche – und er hat daher Lieder für das Kirchenvolk geschrieben. Mitunter hat er einfach bekannten Melodien einen neuen Text gedichtet, der den Glauben, wie Luther ihn verstanden haben wollte, auf den Punkt bringt. Manchmal hat er aber auch ein komplettes Lied geschrieben; wie das bekannte Vom Himmel hoch da komm ich her. So sind mehr als 30 deutsche Kirchenlieder entstanden, die in Gesangbüchern abgedruckt und verbreitet wurden; etliche davon werden noch heute im Gottesdienst gesungen. Dazu trugen auch die Kirchenmusi- ker um „Urkantor“ Johann Walter sowie der nachfolgenden Generationen bei. Die Kantoren der evangelischen Kirche schätzten Luthers Lieder hoch und hielten sie über die Jahrhunderte in Chor- und Orgelsätzen, Bearbei- tungen und in Neuvertonungen präsent. 
In dieser Tradition stand auch die Familie Bach. Mit Luthers Chorälen, wie Nun komm, der Heiden Heiland, Ein feste Burg ist unser Gott oder Mit Fried und Freud ich fahr dahin ist Johann Sebastian Bach in Thüringen aufgewachsen. Sie gehörten ebenso selbstverständlich zu den Grundlagen seines musikalischen Schaffens wie etwa die Regeln des Kontrapunktes. 
Spering hat aus den mehr als 200 überlieferten Bach-Kantaten jene herausgesucht, die sich durch einen besonders engen Bezug zu Luthers Kirchenliedern auszeichnen. Einige davon hat Bach bereits in Mühlhausen und in Weimar komponiert; die meisten aber entstammen dem sogenann- ten Choralkantaten-Jahrgang, den Bach 1724/25 in seinem zweiten Leipziger Amtsjahr geschaffen hat. Mit einer Besetzung aus überwiegend jungen Vokalsolisten sowie seinen beiden Ensembles Chorus Musicus Köln und Das Neue Orchester hat Spering Bachs Kantaten erkundet. 
Dafür hat er die Quellen sorgsam studiert, und dann für jedes einzelne Werk eine individuelle Interpretation erarbeitet. Im Beiheft wird kurz und nachvollziehbar erläutert, aus welchen Gründen Spering jeweils seine Entscheidungen getroffen hat. Oberster Grundsatz war, den Verstand zu gebrauchen – und Dogmen zu meiden. So besetzt Spering in den beiden früheren Kantaten Christ lag in Todes Banden (BWV 4; 1707) und Nun komm, der Heiden Heiland (BWV 61; 1714) sämtliche Stimmen solistisch. Ansonsten orientiert sich die Besetzung in Chor und Orchester bei den Leipziger Kantaten an den Vorschlägen, die Bach in seiner Denkschrift „Kurtzer, iedoch höchstnöthiger Entwurff einer wohlbestallten Kirchen Music“ von 1730 äußerte. Darin wünschte er sich für die Figuralmusik neben den Concertisten noch acht Ripienisten, also zusätzliche Sänger, die in den Chören die Solisten unterstützen. 
Die Choräle sieht Christoph Spering als wesentliche Stücke, die die Gemeinde in die Kantaten mit einbeziehen. Das Publikum soll über den Text nachdenken – und deshalb wählt der Dirigent bewusst gemächliche Tempi, und lang ausgehaltene Fermaten als Ruhepunkte. Auch bei den Secco-Rezitativen setzt Spering ganz eigene Akzente; sie werden in einigen Kantaten nicht mit kurz angestoßenem und verklingendem Basston begleitet, sondern mit einem bleibenden, solide im Raum stehenden Generalbass-Fundament untersetzt – und zwar mit einem satten 16-Fuß-Fundament. Das klingt zunächst etwas altmodisch, aber es hat seine Reize, und ist durchaus eine Überlegung wert. 
Auch die Orgel rückt Christoph Spering wesentlich stärker in den Mittel- punkt, als man das üblicherweise gewohnt ist: „Johann Sebastian Bach war nicht nur von seiner Ausbildung, sondern auch von seinem Selbst- verständnis her in erster Linie Organist“, begründet der Dirigent seine Entscheidung im Beiheft. Dazu passt eine kleine Truhenorgel, wie sie in der historischen Aufführungspraxis derzeit üblich ist, in der Tat schlecht. Und so darf bei dieser Einspielung die Orgel deutlich hervortreten. Sie bleibt trotzdem Continuo – aber ein markantes, interessantes. Das verwendete Instrument, über das man leider nichts erfährt, entspreche in seinen Dimensionen ungefähr dem Brustwerk des Leipziger Exemplars zu Bachs Zeiten, so Spering. Die Orgel wird mitunter durch ein Cembalo ergänzt; allerdings geschieht dies ebenfalls nicht durchgängig, sondern wohlüberlegt in ausgewählten Kantaten, was den Klang sehr reizvoll auffächert. 
Die Vier-CD-Box hält also musikalisch so manche Überraschung bereit. Ein würdiger Auftakt zum Luther-Jahr – und ein spannender Beitrag zur Weiterentwicklung einer historischen Aufführungspraxis, die leider derzeit gelegentlich aus dem Blick verliert, dass Regeln kein Selbstzweck sind. Wenn aber ein Konzept zur reinen Lehre erstarrt, dann kann Provokation nur voranbringen. 

Sonntag, 27. November 2016

Händel: Duetti e Terzetti italiani (Glossa)

Als der junge Georg Friedrich Händel (1685 bis 1759) nach Italien reiste, muss dies für ihn, ähnlich wie für Johann Wolfgang von Goethe, eine Art Erweckungserlebnis gewesen sein. Die italienische Musik, die italienische Lebensart und die italienische Sonne haben Händel inspiriert und sein Werk lebenslang beeinflusst. 
Aus Italien brachte der Komponist auch die Leidenschaft für ein Genre mit, das damals beim musikbegeister- ten Adel ganz besonders gefragt war: Die Duetti da camera, kunstvolle, mitunter sogar virtuose Zwiegesänge, die einen Text gekonnt und zumeist sehr expressiv auslegen. Händel hat insgesamt 23 solcher Werke geschrie- ben – die ersten während seiner Zeit in Italien, weitere dann in Hannover, und noch 1740/45 in London schuf er Kammerduette. Fabio Bonizzoni ist derzeit dabei, mit seinem Ensemble La Risonanza bei Glossa eine Gesamt- einspielung dieser ausdrucksstarken Musikstücke zu erarbeiten. 
Auf dieser CD sind neben sieben Kammerduetten auch beide Kammerter- zette des Komponisten zu hören. Es singen Roberta Invernizzi und Silvia Frigato, Sopran, Krystian Adam, Tenor, und Thomas Bauer, Bariton. Diese Werke sind, mit möglicherweise einer Ausnahme, auf Händels Italienreise entstanden. Sie beeindrucken durch die Souveränität, mit der der junge Komponist von seinen Kollegen dort gelernt hat – und die Eleganz ihrer Satzkunst und Textausdeutung. 

Montag, 5. Januar 2015

Orff: Carmina Burana (Zig-Zag Territoires)

Die Carmina Burana von Carl Orff gehören zu den bedeutendsten und auch beliebtesten Chorwerken des
20. Jahrhunderts. Gesungen werden sie zumeist von großen Chören, in Begleitung eines stark besetzten Sinfonieorchesters. 

Jos van Immerseel hat nun die Carmina Burana mit seinem Orchester Anima Eterna Brügge neu eingespielt, und dabei nicht nur darauf geachtet, Instrumente genau so einzusetzen, wie sie in den 30er Jahren gespielt worden sind. Er hat auch mit kritischem Blick in die Partitur geschaut – und dabei festgestellt, dass die Streicher hier nicht die Hauptrolle spielen: „De hoofdrol ist weggelegd voor de percussie en de blazers, vaak in ongewone combinaties“, erläutert van Immerseel. „De celesta met de fluiten, de contrafagot met de tuba, de hoge fagot met die drei trombones... Echt verbazende zaken die ook verbazend goed klingen!“ 
Für eine Konzertreise im Februar 2014 durch Belgien und die Niederlande haben sich die Musiker mit dem Collegium Vocale Gent zusammengetan, das die Chorpartien übernommen hat – allerdings ist jede Stimme nur dreifach besetzt. Das macht überhaupt nichts, wie man staunend feststellt – die 36 Profis bringen hinreichend Wucht auf für die großen Chöre, und die intimen Momente gelingen ihnen hinreißend. Der Königlich Belgische Knabenchor Schola Cantorum Cantate Dominum unter David De Geest wirkt als Kinderchor mit. Auch die Vokalsolisten hat van Immerseel mit Sorgfalt ausgesucht. Yeree Suh, Sopran, Yves Saelens, Tenor, und Thomas Bauer, Bariton, brillieren in ihren Partien. Insbesondere Saelens' Klage- gesang des Schwans ist ein Ereignis. 
Eine farbensatte, detailreiche, spannungsvolle Interpretation, die ihren Platz in der schmalen Reihe der Referenzaufnahmen unter den vielen Einspielungen finden wird. Beachtlich! 

Mittwoch, 9. Juli 2014

Bach: Solokantaten für Bass (Oehms Classics)

„Bach die Ehre zu geben, ist mein vorrangiges Ziel“, schreibt Diri- gent Christoph Spering im Beiheft zu dieser CD. „So richte ich meine Arbeit an diesen Kantaten darauf aus, möglichst intensiv den kom- positorischen und interpretato- rischen Absichten Bachs nachzu- spüren.“ Das reicht ganz allgemein von der Besetzung bis zum klein- sten Detail im Zusammenwirken von Sängern und Musikern. 
Das Ergebnis verblüfft: Die CD erweist sich als eine der wenigen wirklich rundum überzeugenden Aufnahmen von Bach-Kantaten. Wenn Labelchef Dieter Oehms dazu erklärt hat, die Kantate Ich will den Kreuzstab gerne tragen habe er in seinem ganzen Leben noch nie so eindringlich gehört, wie in der Interpretation von Thomas E. Bauer, dann kann ich dies nur bestäti- gen. Der Bariton verzichtet vollkommen auf Pathos, und singt über einem jeweils durchlaufenden Grundtempo wundervolle Barock-Arien und intelligent gestaltete Rezitative. Spering führt Das Neue Orchester und den Chorus Musicus Köln wohlüberlegt und sehr ausgewogen, präzise und natürlich historisch informiert. So steht Bachs Musik im Vordergrund, und sie beginnt, überaus eindrucksvoll zu sprechen. Das ist große Kunst – vielen Dank für diese Sternstunde!

Montag, 16. Juni 2014

Brahms: Ein deutsches Requiem (Hänssler Profil)

Ein deutsches Requiem von Johannes Brahms gehört zu jenen Werken, die wieder und wieder eingespielt werden. Diese Auf- nahme mit dem Schleswig-Holstein Festival Chor Lübeck und dem Kammerorchester Basel unter Rolf Beck erträgt man aufgrund der herausragenden Solisten. Christia- ne Karg ist ein Ereignis, und Thomas E. Bauer singt ebenfalls sehr hörenswert. Das Beiheft ist sorgsam erstellt und enthält einen lesenwerten Aufsatz von Dr. Gerald Felber über Brahms' Musik. Ansonsten ist über diese CD leider nicht viel Positives zu berichten – Lautstärke ersetzt halt nicht innere Spannung, und auch dieser Chor hat Probleme mit der Höhe. Schade. 

Samstag, 6. März 2010

Musique baroque à la Cour Royale (K&K )

Barockmusik - nicht vom Königs- hof, sondern aus dem Kloster Maulbronn, gespielt dort im Mai 2001 in einem der berühmten Klosterkonzerte vom Wolfgang Bauer Consort. Auf dieser CD ist jeder Ton live; das schafft gigantisch Flair, was wiederum die nicht immer blitzsauberen Töne der Tutti-Streicher sowie einige andere Makelchen zu lässlichen Sünden werden lässt. 
Das Wolfgang Bauer Consort - das sind in diesem Falle Wolfgang Bauer, Trompete, Clemens Weigel, Violoncello, und Thomas Strauss am Cembalo sowie Sebastian Hamann, Solovioline,  Verena Sommer und Gerhard Urban, Violinen, Ingrid Albert, Viola, Thomas Jauch, Kontrabass, plus die Gastsolisten Ingo Goritzki, Oboe und Heidrun Laukemann, Flöte. Diese Mini-Besetzung spielt Torellis Sonata in D-Dur, G. 1, Bachs A-Dur-Konzert  BWV 1055/R, die Sonate Nr. 3 für Violine und Cembalo BWV 1016 und das Brandenburgische Konzert Nr. 2 in F-Dur, BWV 1047, die Sinfonia avanti il Barcheggio von Alessandro Stradella - und zum guten Ende das Sanssouci Trio "Momente eines königlichen Themas", eigens für das Ensemble komponiert von Bernhard Krol. Ein abwechslungsreiches Programm, mit vielen strahlenden Trompetensoli, aber auch traumhaft schönen Streicherpassagen, exzellent gespielten Holzbläser-Partien und einem stets ausgewogenen, zuverlässigen und temperamentvollen Continuo. Kurz und gut: Diese CD kann empfohlen werden.