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Dienstag, 16. Februar 2021

Eight Seasons Evolution - The Twiolins (Solo Musica)


Eigentlich hatten sich die Twiolins vorgenommen, ausschließlich Originalkompositionen für Violinduo zu spielen. Und damit viele attraktive Stücke neu entstehen, die sowohl die Virtuosen als auch das Publikum begeistern, hatten Marie-Luise und Christoph Dingler sogar einen Kompositionswettbewerb ins Leben gerufen. 
Doch im Repertoire gibt es natürlich ebenfalls Werke, die Musiker herausfordern. Inspiriert durch Gidon Kremer, der sich immer wieder mit Kompositionen von Astor Piazzolla auseinandergesetzt hat, haben die Twiolins nun ihre eigenen „Eight Seasons“ kreiert. Dazu hat Christoph Dingler die wohl berühmtesten Violinkonzerte überhaupt, die Vier Jahreszeiten von Antonio Vivaldi, für Violinduo bearbeitet. 
Ich habe mir die Noten angeschaut – und bin hin und weg. Wie er die Solopartie und die diversen Orchesterstimmen auf zwei Geigen verteilt hat, das ist nicht nur hörens-, sondern vor allem auch sehenswert. Denn es geht fair zu; es sind wirklich zwei gleichberechtigte Duo-Stimmen entstanden. 
Spieltechnisch wird das dann allerdings recht anspruchsvoll; doch auf der CD ist davon nichts zu spüren. Marie-Luise und Christoph Dingler musizieren grandios. Es sind nicht zwei Solisten zu erleben, die gemeinsam auftreten, sondern tatsächlich ein Duo, das wie aus einem Gedanken agiert. Die Geschwister spielen seit vielen Jahren in dieser Formation, und sie haben dabei eine Reife entwickelt, die sehr beeindruckt. Mittlerweile haben die Twiolins sogar einen unverwechselbaren, typischen Klang. 
Das Konzept dieses Programms ist einzigartig: Nach jedem Satz aus Vivaldis Vier Jahreszeiten erklingt ein Stück von Astor Piazzolla. So entsteht ein Dialog mit ganz eigenen Reizen. Barockmusik und Tango – das passt erstaunlich gut zueinander. Besonders wahrnehmbar wird dies beim Herbst, wo die Jahrhunderte scheinbar ineinander fließen. Und was sind schon Genregrenzen, wenn es um Musik einer solchen Qualität geht? 

Dienstag, 29. Mai 2012

Birth of the Violin (Solo Musica)

Nach dem Ursprung der Violine forscht diese CD - mit einem gewissen Augenzwinkern. Denn anders als bei Birth of the Cello, wo Julius Berger auf einem wunder- vollen Amati-Violoncello, einem der ältesten noch spielfähigen Celli, zwei der ältesten bekannten Werke für dieses Instrument vorgestellt hat, lassen sich die ersten Kompositionen für Violine nicht so einfach identifizieren. 
Die Auswahl, die dann letzten Endes getroffen wurde, begründet Reinhard Goebel in einem launigen Begleittext, den man in den schön gestalteten Beiheft nachlesen kann. Der Geiger, der mit seinem Ensemble Musica Antiqua Köln so manches Werk aus dem Archiv zurück auf die Bühne gebracht hat, wirkte wohl auch als spiritus rector hinter dieser CD, wie man es sich besser kaum wünschen könnte. 
Birth of the Violin widmet sich also der Musik "vor Bach" - und stellt damit zugleich das Fundament vor, auf dem dieser seine Werke für Violine solo errichtet hat, diese staunenswerten Kathedralen des Klanges, die heute viele für einzigartig halten. Doch das waren sie nicht, meint Goebel. Und verweist auf die Violinsoli eines Johann Paul von Westhoff, eines Heinrich Ignaz Franz Biber, doch auch auf Werke von Bach-Zeitgenossen wie die einzige Solo-Sonate von Johann Georg Pisendel. Es erklingen auf dieser CD zudem eine Etüde von Francesco Gemiani, die erahnen lässt, wie seinerzeit ein Geiger geübt hat, eine Fantasia von Nicola Matteis, Furstemberg-Variationen von Louis-Gabriel Guillemain, und eine Partite für Violin Solo von Fried- rich Wilhelm Rust. Er war ein Schüler der Bach-Söhne, und versuchte, durch Innovation wettzumachen, was ihm an Tiefe mangelt. 
Rebekka Hartmann stellt all diese Werke vor. Dabei verwendet sie zwei unterschiedliche Instrumente - zum einen eine Stradivari aus dem Jahre 1675, zum anderen eine Violine, die Nicolo Amati 1669 gebaut hat, und die auch unter dem Namen The Rethi bekannt ist. Bei dem Werk von Rust setzt sie zudem einen "modernen" Geigenbogen ein. So wird auch die Entwicklung der Geige vom Barock, das einen süßen, obertonreichen Klang bevorzugte, hin zum romantischen Klangideal, das mehr Lautstärke, Tiefe und Kraft forderte, hörbar. 
Die Solistin zeigt sich technisch versiert, und dem Geist dieser Musik aus der Vergangenheit gegenüber offen. Das Ergebnis beeindruckt. 
"Dieses CD-Projekt war für mich eine der interessantesten Aufgaben meines bisherigen Musikerlebens. Ich entdeckte ein außergewöhn- liches Programm für Solo-Violine, welches mir zum größten Teil unbekannt war", resümiert Rebekka Hartmann. "Es erfüllt mich mit Stolz, hier diese Werke teils zum ersten Mal präsentieren zu dürfen."  Denn alle Werke mit Ausnahme jener Bibers und Pisendels erklingen auf dieser CD in Weltersteinspielung - und sie haben genug Format, um das Repertoire auch dauerhaft zu bereichern. 

Freitag, 10. Februar 2012

Double Bass goes Beethoven (Solo Musica)

"1799 spielte Beethoven seine Sonate Opus 5, Nr. 2 in g-Moll selbst am Klavier - zusammen mit dem größten Kontrabassisten jener Zeit, Domenico Dragonetti. Diese Tatsache hat mich schon in meinen Jugendjahren beein- druckt", berichtet Bozo Paradzik in dem mit großer Sorgfalt zusam- mengestellten Beiheft zu dieser CD, "und seither träumte ich davon, auch selbst einmal eine Beetho- ven-Sonate auf dem Kontrabass zu spielen." 
Der Kontrabassist, ausgebildet in Sarajevo und Prag, hat nun diesen Kindheitstraum verwirklicht: Mit dieser CD beginnt er eine Gesamt- einspielung der Cello-Sonaten Beethovens auf dem Kontrabass, unter Verwendung eines modernen Konzertflügels. Eigens dafür ließ er sich von Derek High ein Instrument bauen, das ein größeres Klangvolu- men und auch einen wesentlich brillanteren Klang mitbringt als die "normalen" Kontrabässe. Dieses Instrument stimmte er eine Quarte höher als heute im Orchester üblich. Diese scordatura verstärkt ebenfalls die Strahlkraft des Tones. 
Das Beiheft macht zudem deutlich, wie wohlüberlegt Paradzik jede einzelne Passage angeht. Allein die Sonaten, die Ludwig van Beetho- ven für das Violoncello schrieb, sind schon auf diesem kleineren Geschwister aus der Reihe der Streichinstrumente eine Herausforde- rung für jeden Solisten. Auf dem Kontrabass wird ihre Interpretation zum Vabanquespiel - und da zeigt sich, dass Paradzik eben doch nicht Dragonetti ist. Nicht alles klingt erfreulich, was hier zu hören ist. Vielleicht war dieses Projekt doch zu amitioniert. 

Sonntag, 9. Oktober 2011

Duo d'Accord - "Schönere Welten" (Solo Musica)

"Damit Dich diese Zeilen nicht vielleicht verführen, zu glauben, ich sey nicht wohl, oder nicht heiteren Gemüthes, so beeile ich mich, Dich des Gegentheils zu versichern. Freylich ists nicht mehr jene glückliche Zeit, in der uns jeder Gegenstand mit einer jugendlichen Glorie umgeben scheint, sondern jenes fatale Erkennen einer miserablen Wirklichkeit, die ich mir durch meine Phantasie (Gott sey's gedankt) so viel als möglich zu verschönern suche", schrieb Franz Schubert im Juli 1824 an seinen Bruder Ferdinand. "Man glaubt an dem Orte wo man einst glücklicher war, hänge das Glück, (...) doch bin ich jetzt mehr im Stande Glück und Ruhe in mir selbst zu finden als damals. Als Beweis dessen werden Dir eine große Sonate und Variationen über ein selbst erfundenes Thema, beides zu 4 Hände, welche ich bereits componirt habe, dienen." 
Gemeint ist hier die Sonate C-Dur D 812, auch Grand Duo genannt, weil sie sich wenig um Konventionen scherte. Klavierwerke zu vier Händen nämlich waren seinerzeit üblicherweise für das häusliche Musizieren bestimmt, und daher achteten die Komponisten sorgsam darauf, dass sie - selbst wenn sie technisch anspruchsvoll waren - spielbar blieben. Schubert scherte sich darum bei diesem Stück so wenig, dass Robert Schumann, der Jahre später diese Noten auf- spürte, meinte, es müsse sich dabei um den Klavierauszug einer nie orchestrierten Sinfonie handeln. 
Das Duo d'Accord hat dieses grandiose Werk nun für den Bayerischen Rundfunk und das Label Solo Musica  eingespielt. Es ist kraftvolle Musik, zupackend interpretiert von Lucia Huang und Sebastian Euler. Die beiden Pianisten haben es auf dieser CD kombiniert mit Schuberts Rondo in A-Dur D 951, einem ebenfalls wunderschönen, aber eher lyrischen Stück. 

Freitag, 18. Februar 2011

Cello Duello: Jens Peter Maintz, Wolfgang Emanuel Schmidt (Solo Musica)

Seit mehr als 20 Jahren musizieren Jens Peter Maintz und Wolfgang Emanuel Schmidt gemeinsam - zu- nächst in der Klasse von Professor David Geringas in Lübeck. Dann suchten die beiden Cellisten nach einem Stück, das einen würdigen Schlusspunkt hinter das Marathon- konzert eines Meisterkurses ihres Lehrers setzen sollte. Sie kamen auf die Idee, die Mosesfantasie von Niccolò Paganini zu zwei Celli zu arrangieren - und touren seitdem als "Cello Duello" durch die Lande.
Die Mosesfantasie spielen die beiden Cellisten immer noch. Mittler- weile sind sie international gefragte Solisten, und lehren selbst als Professoren an namhaften Musikhochschulen. Doch den Spaß am gemeinsamen Musizieren haben sie nicht verloren, wie diese CD be- weist. Maintz und Schmidt begeistern ebenso durch ihre musikalische Exzellenz wie durch ihre Spielfreude. Was sie da vorlegen, das ist furios, mitunter auch verwegen und durchweg von umwerfendem Charme. Die beiden Solisten wetteifern um die virtuosesten Passagen, die apartesten Einfälle und die schönsten Töne - selbst die Superlative sind zu schwach, um das Phänomen Cello Duello hinreichend zu be- schreiben.
Aus diesem Grunde sollte man diese CD schlicht genießen. Sie bietet Raritäten, die original für zwei Celli komponiert wurden, wie die Sonate in G-Dur von Jean Barrière, das Duo E-Dur op. 54 von Jacques Offenbach und die eigens für Cello Duello komponierte Sonate für zwei Violoncelli von Jan Müller-Wieland. Für zwei Barytone schrieb Joseph Haydn einst das elegante, klangschöne Duett in D-Dur Hob. X:11 und XII:3+5. In das Finale haben Maintz und Schmidt als Reverenz an Mstislaw Rostropowitsch dessen Kadenz zum ersten Satz des Haydnschen D-Dur-Cellokonzertes "eingebaut"; der Zuhörer wird staunen. 
Der norwegische Geiger Johan Halvorsen bearbeitete einst einen Satz aus Händels g-Moll-Cembalosuite für Violine und Cello. Die daraus resultierende Passacaglia aus dem Jahre 1894 erklingt hier in der Version von Cello Duello, ein hochvirtuoses Bravourstück - histo- risch gänzlich unkorrekt, aber so rasant, dass dieses Kabinettstück garantiert keinen Staub ansetzen wird. 
Natürlich spielen die beiden Cellisten auch die Mosesfantasie, mit der alles begonnen hat - und wechseln dann für das Finale der CD gänzlich das Fach. Denn am Schluss erklingt das berühmte Harmonica von Ennio Morricone, die Filmmusik aus Once Upon a Time in the West - in einem Arrangement für sechs Violoncelli von Wolfgang Emanuel Schmidt, aufgenommen im Mehrspurverfahren. Grandios! 

Samstag, 12. Februar 2011

Encores & more (Solo Musica)

Ein Violinkonzert vor hundert Jahren hatte ein gänzlich anderes Programm, als wir das heute gewohnt sind: Nach einem meist barocken "Einspielstück" folgte eine große Violinsonate aus dem klassischen oder romantischen Repertoire, oder aber ein Violin- konzert - mit Klavierbegleitung. Der zweite Teil des Abends war dann üblicherweise kurzen Charak- terstücken vorbehalten, mit denen Virtuosen wie Jascha Heifetz oder Fritz Kreisler gern brillierten, und ihr Publikum höchst angenehm unterhielten. 
Sie haben auch selbst solche Piècen komponiert, oder Werke anderer Komponisten entsprechend arrangiert. Diese Doppel-CD hält da so manche Überraschung bereit, wie Bearbeitungen, in denen Heifetz Aram Chatschaturjans Säbeltanz, Sergej Rachmaninoffs Daisies oder George Gershwins It ain't necessarily so auf die musikalische Spitze treibt. Gern soll der Geiger auch Edward Elgars La Capricieuse gespielt haben - dieses Stück findet sich ebenfalls auf diesen beiden CD, die einen zwölfteiligen Konzertzyklus zusammenfassen, in dem Friedemann Eichhorn, Violine, und Peer Findeisen, Klavier, 1997/98 in den Reiss-Engelhorn-Museen Mannheim Werke aus den verschie- densten musikalischen Kulturkreisen vorstellten. 
Die erste CD gibt das "Ungarn-Konzert" wieder, und die zweite CD enthält ausgewählte Werke aus den anderen Programmen. Dass das Publikum enthusiastisch reagierte, wird der Hörer ebenfalls fest- stellen. Das ist kein Wunder, denn Eichhorn und Findeisen spielen mitreißend. Schon das erste Stück, die Konzertpolka Le Canari von Myron Poliakin, lässt aufhorchen. Spätestens das schmissig musi- zierte Grand Duo concertant Searle 128 sur la Romance de M. Lafont "Le Marin" von Franz Liszt aber strahlt so viel Spielfreude und Temperament aus, dass man sich auf jedes weitere Stück zu freuen beginnt. Bravi! 

Sonntag, 30. Januar 2011

Mendelssohn Bartholdy: Motetten (Solo Musica)

Das beginnende 19. Jahrhundert sah den Musiker als Magier - jeder Komponist ein Genie, und jeder Tintenklecks auf einer Notenlinie ein Beweis dafür, dass sein Urheber berechtigt ist, der hehren Ton- kunst zu dienen. Die Musik, die jahrhundertelang als eine mathe- matisch-rhetorische Kunst galt, hatte sich mit Aufklärung und Romantik von der Sprache ent- fremdet. Jetzt stand das Werk "für sich", und sollte beim Hörer jenen ehrfürchtigen Schauder erzeugen - Kunst also als Religionsergänzung, ja, als Ersatzreligion.
Musik, die zuvor dem Gottesdienst vorbehalten war, zog um in neue, bürgerliche Räume: Beethovens Missa solemnis erklang üblicher- weise im Konzertsaal, und nicht in der Kirche. Welche Musik aber blieb für den Gottesdienst? Dafür lieferte die wiederentdeckte "alte" Musik die Vorbilder - Bach, Händel, Palestrina, der Choral Luthers. Felix Mendelssohn Bartholdy, protestanisch getauft, hat zeit seines Lebens Kirchenmusik komponiert. Das gehörte sowohl in Düsseldorf als auch in Berlin zu seinen Arbeitsaufgaben. 
Diese CD zeigt, wie er sich die Vorbilder aneignete, und in der Tat eigene Werke daraus machte, die nicht wie Kopien der alten Meister klingen, sondern nach Mendelssohn - mitunter auch nach russischem Kirchenchor, wie man beim Anhören dieser CD schmunzelnd fest- stellen wird. Denn hier singt keine Kantorei, sondern ein professio- nelles Ensemble. Die Mitglieder der "Münchner Hofkantorei" gehören wie ihr Leiter und Wiederbegründer Wolfgang Antesberger im Haupt- beruf dem Chor der Bayerischen Staatsoper an. So klingt der Gesang dann auch; mitunter hätte man sich den Chor ein wenig schlanker und beweglicher gewünscht. 

Sonntag, 28. November 2010

Shadows - Baroque Music by Vivaldi, Blavet, Dieupart and Veracini (Solo Musica)

"Aus Liebe zur Barockmusik habe ich dieses Programm eingespielt", schreibt Ramón Ortega Quero, Solo-Oboist des Symphonie- orchesters des Bayerischen Rund- funks und Rising Star der European Concert Hall Organization 2010/11. "Wir haben die drei italienischen Sonaten und drei französische Stücke aufgenommen und versucht, Ähnlichkeiten und Unterschiede beider Stilrichtun- gen deutlich zu machen."
Das ist offenbar gar nicht so einfach, denn die Musiker der Barockzeit reisten umher, um zu lernen, einander zuzuhören und Arbeiten berühmter Kollegen zu kopieren. Italien galt damals als das Maß aller Dinge. Concerti grossi nach Corelli, die Kirchensonate oder die nea- politanische Oper wurden bald in ganz Europa nachgeahmt. 
Die Franzosen bevorzugten Suiten, Folgen von Tanzsätzen; sie über- nahmen aber bald die Innovationen aus Italien. So steht auf dieser CD nur noch ein Werk für den französischen Stil - und die Suite VI in f-Moll stammt lustigerweise von Charles Dieupart, der in London lebte und arbeitete. Die beiden Werke von Michel Blavet, damals der berühmteste Flötist in Frankreich, folgen bereits dem Modell der Sonate. Die CD enthält zudem Sonaten von Francesco Maria Veracini und Antonio Vivaldi - darunter auch die Sonate c-Moll RV 53, das einzige der sechs Werke, das ursprünglich für Oboe entstanden ist.
Alle sechs Werke stehen zudem im Tongeschlecht Moll, was das Label veranlasste, den Titel Schatten für die CD zu wählen. Nach der Affektenlehre, die im Beiheft sogar zitiert wird, haben aber nicht alle Moll-Tonarten etwas Düsteres; erst die Wiener Klassik bevorzugte die Dur-Tonarten, und degradierte Moll zum Kontrast. Johann Mattheson beschreibt in seinem Neu-Eröffneten Orchestre (1713) aber nicht nur die Charaktere der einzelnen Tonarten: "Der gleichsam redende Haut- bois, ital. Oboe, ist bey den Frantzosen, und nunmehro auch bey uns, das, was vor diesem in Teutschland die Schalmeyen (von den alten Musicis Piffari genandt) gewesen sind, ob sie gleich etwas anders eingerichtet. Die Hautbois kommen, nach der Flute Allemande, der Menschen-Stimme wol am nähesten, wenn sie mannierlich und nach der Sing-Art tractiert werden, wozu ein großer Habitus und sonder- lich die gantze Wissenschaft der Singe-Kunst gehöret. Werden aber die Hautbois nicht auff das aller delicateste angeblasen, (es sei denn im Felde oder inter pocula, wo mans eben so genau nicht nimmt) so will ich lieber eine gute Maultrummel oder ein Kamm-Stückchen davor hören, und glaube, es werden ihrer mehr also verwehnet seyn." 
Was die Qualität des Oboenspiels angeht, so ist bei dieser CD nicht viel zu befürchten; auch wenn der Ton vielleicht noch ein wenig weicher, singender, samtiger werden könnte. Und mit Luise Buchberger am Violoncello und Peter Kofler am Cembalo steht Ramón Ortega Quero ein versiertes Continuo zur Seite.

Mittwoch, 3. November 2010

Birth of The Cello - Julius Berger (Solo Musica)

Das Label Solo Musica verblüfft immer wieder mit verrückten musikalischen Projekten. Wer kommt schon auf die Idee, die ersten Werke für Violoncello, die jemals gedruckt wurden, auf einem Violoncello von Andrea Amati - fertiggestellt im Jahre 1566 und damit eines der ältesten derartigen Instrumente der Welt überhaupt - einzuspielen? 
Der Cellist Julius Berger engagiert sich seit vielen Jahren für die Werke von Gianbattista Degli Antonii (1636 bis 1698) und Domenico Gabrielli (1651 bis 1690). Die beiden Musiker stammen aus Bologna; Degli Antonii war Organist der Kirche San Giacomo Maggiore, Gabrielli wirkte als Cellist an St. Petronio. Beide wurden von Francesco II., dem cellospielenden Fürsten von Modena, geschätzt und gefördert. Ihm widmete Degli Antonii daher seine Ricercate sopra il Violoncello, die 1687 in Bologna im Druck erschienen sind. Es wird vermutet, dass Gabrielli seine Sette ricercari per il violoncello solo ein Jahr später geschrieben hat.
Beide Werke stehen bei Musikwissenschaftlern seltsamerweise nicht hoch im Ansehen. Sie werden gern als pädagogische Werke oder als Lehr- und Übungsstücke abgetan. Diese CD beweist jedoch, dass die alten Stücke viel mehr sind als Trainingsmaterial für Musikerfinger. Denn sie sind stimmungsvolle, traumhaft schöne Musik - und Berger, der hier mit ganzer Seele musiziert, tut recht daran, sie Bachs Solo- suiten zur Seite zu stellen. "Für mich gehört die Entdeckung der ersten Werke für Violoncello solo mit dem ältesten Violoncello der Welt zu meinen faszinierendsten Erfahrungen", meint Berger. "Den Zuhörern wünsche ich ähnliche Erlebnisse, ich wünsche Ihnen durch die Musik von Degli Antonii und Gabrielli das, was Bach die ,Recrea- tion des Gemüths' genannt hat." Die Aufnahme ist grandios gespielt, und von nahezu überirdischer Klangschönheit - ein großer Wurf, in jeder Hinsicht. Für mich gehört diese CD zu den besten und interes- santesten Violoncello-Einspielungen der letzten Jahre.

Samstag, 11. September 2010

Giuliano Sommerhalder - Romantic Virtuosity (Solo Musica)

Trompeter haben ein Problem: Wollen sie konzertieren, dann müssen sie zumeist weit in der Musikgeschichte zurückgehen, um geeignete Literatur zu finden. Das hat seinen Grund darin, dass Pau- ken und Trompeten üblicherweise zur Klangwelt des Adels gehörten. Mit dem Aufkommen eines bürger- lichen Musiklebens verschwanden sie in die hinteren Reihen des Sin- fonieorchesters; und wer Trompe- tenkonzerte sucht, die nicht aus dem Generalbass-Zeitalter stammen, der muss tief schürfen.
Giuliano Sommerhalder, Jahrgang 1985, seit 2006 Solotrompeter des Gewandhausorchesters Leipzig, hat sorgfältig gesucht - und ganz erstaunliche Werke sowohl für die moderne Trompete als auch für ihren volkstümlichen Bruder, das Cornet à Pistons, entdeckt. So schrieb Oskar Böhme (1870 bis 1938), geboren in Potschappel bei Dresden, ein Trompetenkonzert in e-Moll op. 18, das an Mendels- sohns Violinkonzert erinnert. Die CD enthält auch noch zwei Bravour- stücke für Cornet à Pistons, die erahnen lassen, warum 1897 das Mariinskij-Theater in St. Petersburg den jungen Musiker als Solo- trompeter engagierte. Grandios! 
Wilhelm "Wassily" Brandt (1869 bis 1923) stammte aus der Coburger Gegend, spielte mit 18 Jahren bereits als Solotrompeter der Philhar- monie von Helsinki, und wechselte 1890 nach Moskau ans Bolschoi-Theater. Er lehrte bis 1911 als Professor am Moskauer Konservato- rium, und gilt als Begründer der russischen Trompetenschule. Sommerhelder hat hörbar Vergnügen an seinem halsbrecherischen Ersten Konzertstück in f-Moll op. 11, und auch an dem Zweiten Konzertstück in Es-Dur op. 12 mit seinem Marschfinale und seinen Anleihen bei der russischen Ballettmusik. 
Russland aber ist den beiden deutschen Trompetenvirtuosen zum Verhängnis und zum Schicksal geworden. Böhme starb, nach offiziel- len Daten 1938, irgendwo in Sibirien. Brandt wurde 1912 an das Konservatorium im wolgadeutschen Saratow berufen. Dort starb er 1923 an Sepsis, "nachdem zwei Jahre Hungersnot, Aufruhr und Seuchen die dortige Bevölkerung dezimiert hatten", so Max Som- merhalder in dem sehr informativen Beiheft: "Das Wrack seines Instrumentes wurde ein halbes Jahrhundert später im über- schwemmten Keller seines Hauses gefunden." 
Gustav Cords (1870 bis 1951) und Carl Höhne (1860 bis 1927) lebten in Berlin; Sommerhalder hat aus ihrem Schaffen die Konzert-Fantasie es-Moll bzw. die Slawische Fantasie, beide für Cornet à Pistons, ausgewählt. Glanzstück der CD ist jedoch das Konzert Nr. 1 in c-Moll von Wladimir Ananjewitsch Peskin (1906 bis 1988), der in Genf aufgewachsen war, wo sein revolutionär gesinnter Vater im Exil lebte. 1917 kehrte die Familie nach Russland zurück; Peskin studierte am Moskauer Konservatorium Klavier, musste das Studium jedoch aufgeben, weil seine Hände dieser Belastung nicht gewachsen waren. 
Als sein Vater von Stalins Schergen verfolgt und seine Mutter nach Kasachstan deportiert wurde, verdingte sich Peskin als Pianist beim Balalaikaorchester der Roten Armee. Dort lernte er Timofej Dok- schitzer kennen, einen Trompetenstudenten, der später weltberühmt werden sollte. Er wurde sein Klavierbegleiter, und komponierte zahlreiche Stücke für ihn - darunter auch das hochvirtuose Werk, das diese CD eröffnet. Es dürfte weltweit noch immer nicht allzu viele Trompeter geben, die sich an Peskins Werke heranwagen. 
Sommerhalder ist diesem irrsinnig schwierigen Stück technisch wie musikalisch in jeder Hinsicht gewachsen. Es klingt, es klingt sogar faszinierend gut, und auch die anderen "romantischen" Stücke gestaltet der junge Trompeter so gekonnt, dass es Spaß macht, ihm zuzuhören. Begleitet wird Sommerhalder von der Neuen Philharmo- nie Westfalen unter Heiko Mathias Förster.

Donnerstag, 2. September 2010

Birth of the String Quartet Vol. 1 - Casal Quartet (Solo Musica)

Was für ein Klang! Das Casal Quar- tett aus der Schweiz, ohne Zweifel eines der besten Streichquartette Europas, hat sich auf eine Zeitreise durch die Geschichte dieser sehr speziellen Musikform begeben - und spielt dabei ganz besondere Instrumente: Das sogenannte Stainer-Quartett - zwei Violinen, eine Viola und ein Violoncello, die ein Mäzen namens Gustave Huguenin 1951 dem Musikkolle- gium Winterthur geschenkt hat. Sein Wunsch: Die kostbaren Instrumente aus der Werkstatt des österreichischen Geigenbauers Jacobus Stainer (um 1619 bis 1683) sollten nicht nur musealen Zwecken dienen, sondern vor allem auch viel gespielt werden.
Daria Zappa, 1. Violine, Rachel Späth, 2. Violine, Markus Fleck, Viola, und Andreas Fleck, Violoncello, erfüllen dieses Vermächtnis des Stifters brillant. Schon allein das einzigartige Klangbild, das sich durch den Gebrauch der historischen Instrumente ergibt, ist eine Offenbarung. "Unser Hören und Spielen wird durch das reiche Ober- tonspektrum der Instrumente um eine überaus sinnliche, aufregende Farbpalette erweitert, die wir uns und dem Publikum auf modernem Instrumentarium nicht erschließen könnten", schreibt Markus Fleck erfreut. "Wir gehen davon aus, dass dieses erste Abenteuer der An- fang einer langen und nachhaltigen Beschäftigung mit den Instru- menten von Jacobus Stainer und dem Klang des 18. Jahrhunderts ist."
Die Geburtsstunde der Gattung Streichquartett verorten die vier Schweizer Virtuosen im Jahre 1715. Damals schrieb Alessandro Scarlatti vier Sonate à quattro senza cembalo - mit vier gleichbe- rechtigten Stimmen, ohne Generalbass. Viele andere italienische Komponisten griffen diese Idee auf - auch Giovanni Battista Sammartini, der mit seinem Schaffen ganze Scharen von Kollegen inspirierte, unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart, Luigi Boccherini und Joseph Haydn.
"Vor bald drei Jahrhunderten entwickelte sich eine Musikgattung, die in ihrer perfekten Form bis heute einzigartig und unübertroffen ist: Die Vereinigung von vier Streichinstrumenten zum Streichquar- tett. Der Klang des Streichquartetts ist gleichzeitig intim und or- chestral, sein Ausdruck sowohl solistisch als auch kammermusi- kalisch, seine Farbpalette homogen und individuell, seine Möglich- keiten flexibel und universal, sein Repertoire ohne Grenzen", be- geistert sich das Quartett. Diese Begeisterung überträgt sich auf den Hörer, zumal die Beschäftigung mit dem barocken Repertoire auch die Interpretation der Werke aus der Übergangszeit zur Klassik deutlich beeinflusst hat. Spürbar wird das am Umgang mit solchen Fragen wie Phrasierung und Dynamik. Wer die Gattung Streichquar- tett liebt, der sollte sich diese CD in jedem Falle besorgen - sie ist nicht nur klanglich eine Offenbarung.

Donnerstag, 5. August 2010

Korsakova: Opera Fantasies (Solo Musica)

Natascha Korsakowa entstammt einer Musikerdynastie. Sie ist die Ururgroßnichte von Nikolai Rimskij-Korsakow; ihre Mutter ist die griechische Pianistin Yolantha Miroshnikova, ihr Vater der 1991 verstorbene russische Geiger Andrej Korsakow. 
Sie begann in Alter von fünf Jahren, selbst Violine zu spielen; Unterricht erteilte ihr zunächst ihr Großvater Boris Korsakow, eben- falls erfolgreich als Solist. Nun schreibt sie selbst ein weiteres Kapitel dieser Familiengeschichte; und das gar nicht ungeschickt.
So hat sie für Solo Musica eine sehr CD mit Opernparaphrasen einge- spielt - schöne, eingängige, teilweise auch virtuose Musik. Allerdings hat sie dafür Bearbeitungen ausgesucht, die wohl zu keinem Zeitpunkt die Funktion hatten, für die diese Gattung ursprünglich entstanden war. Denn vor der Erfindung von Schallplatte und Radio war es durchaus üblich, dass schon wenige Tage nach der Premiere einer neuen Oper die "Hits" im Druck erschienen, und vom begeisterten Publikum daheim gespielt wurden. 
Für die gehobene Hausmusik freilich sind die Stücke auf dieser CD wohl zu schwierig; sie sind offenkundig eher als "Virtuosenfutter" in der Tradition der Fantaisie brillante entstanden. Den Rahmen bilden zwei Werke, die sich mit Gershwins Oper Porgy and Bess auseinan- dersetzen. Der russische Geiger Igor Frolow, ein Schüler David Oistrachs, schuf eine Opern-Fantasie ganz im Stil des 19. Jahrhun- derts. Jascha Heifetz bleibt näher am Original, setzt aber dennoch stark auf geigerische Zirzensik. Natascha Korsakowa hat damit technisch keine Probleme; aber das jazzig-schmissige Spiel scheint ihr mehr Vergnügen zu bereiten. 
Von Henri Vieuxtemps stammt eine Fantaisie brillante über Themen aus Verdis Oper Ernani. Antonio Bazzini - Schumann zählte den Geiger seinerzeit "gewiß zu den größten der Gegenwart" - kompo- nierte eine Fantasia über Themen aus Verdis La Traviata. Als Überraschung erweist sich zudem eine Fantasie über Hoffmanns Erzählungen von Jacques Offenbach aus der Feder von Franz Drdla, einem tschechischen Violinisten. Diese beiden ebenso charmanten wie raffinierten Werke sind für mich die Höhepunkte der CD. Außerordentlich amüsant ist aber auch eine Konzert-Transkription von Mario Castelnuovo-Tedesco, der Rossinis berühmte Figaro-Arie in einen Hexenritt quer durch die Musikgeschichte verwandelt.
Kira Ratner am Piano begleitet perfekt, die beiden Frauen spielen wie aus einem Atem. Wenn die Süddeutsche Zeitung das Spiel der Korsakowa allerdings als "sündhaft schönes Hörerlebnis" bejubelt, dann scheint diese Begeisterung wohl eher auf optischem Wege entstanden zu sein. Die Solistin trägt auf der Bühne ausschließlich Outfits von Laura Biagiotti und ist als "Testimonial" für dieses Modehaus tätig; auch ihre Homepage wimmelt von knackigen Fotos. Nun ist gutes Aussehen ja am Musikmarkt gewiss nicht hinderlich; allerdings würde man sich auch musikalisch über etwas mehr Pfeffer freuen.

Montag, 5. Juli 2010

Schumann - Mendelssohn Bartholdy; Höhenrieder, Gewandhaus-Quartett (Solo Musica)

"Es ist doch wahr, lieber Mendels- sohn - so immer reiner und ver- klärter schreibt Niemand weiter", begeistert sich Robert Schumann im Oktober 1845 in einem Brief an den Gewandhauskapellmeister. Diesen Gefühlsausbruch haben die Orgelsonaten hervorgerufen. "Auch der zweite Satz aus dem zweiten Klavierkonzert in d-Moll, welches Mendelssohn auf seiner Hochzeitsreise mit Cécile Jeanre- maud 1837 komponierte, ist für viele der Inbegriff von Reinheit und Verklärtheit", meint Margarita Höhenrieder. "Die Idee, diesen Satz mit seinen fein verwobenen Stimmen zu bearbeiten, kam mir während eines Konzertes in Leipzig anlässlich des 200. Geburtstages von Mendelssohn. Zusammen mit dem Gewandhaus-Quartett spielte ich sein Sextett. Die Farbigkeit und klangliche Ausgewogenheit dieser Konstellation faszinierten mich und erweckten in mir das Gefühl, eigentlich ein Klavierkonzert aufzuführen. Wie würde das wunderschöne Adagio des d-Moll-Konzertes in dieser Besetzung wohl klingen?"
Die Pianistin bat Ingfried Hoffmann, den Bruder ihres verstorbenen Lehrers Ludwig Hoffmann, um ein Arrangement. Der ist von Haus eigentlich Jazzorganist und Pianist, und hat sich seit den 70er Jahren weitgehend auf das Komponieren und Arrangieren zurückgezogen. Sein wohl bekanntestes Werk ist die deutsche Musikfassung der Sesamstraße. Was er für Margarita Höhenrieder geschrieben hat, das ist ebenfalls hochprofessionell; Hoffmanns Arrangement wird Mendelssohns Adagio ganz ausgezeichnet gerecht. 
Höhenrieder spielte das Stück mittlerweile für das Münchner Label Solo Musica ein - mit dem Gewandhaus-Quartett, das übrigends im Herbst 2008 sein 200jähriges Bestehen feierte, und damit das älteste ohne Unterbrechung existierende Streichquartett der Welt ist. Es besteht traditionell aus den Konzertmeistern, dem Solobratscher und dem Solocellisten des Leipziger Gewandhausorchesters. Frank-Michael Erben, Conrad Suske, Olaf Hallman und Jürnjakob Timm werden bei den beiden Mendelssohn-Stücken zudem unterstützt von Christian Ockert, Kontrabass. 
Die CD beginnt mit Schumanns Quartett Es-Dur op. 47 für Violine, Viola, Violoncello und Klavier - ein Werk voll musikalischer Über- raschungen, bis hin zum "Sonatenrondo"-Finale. Es folgt das Sextett D-Dur op. 110 für Violine, zwei Violen, Violoncello, Kontrabass und Klavier, ein zauberhaftes Jugendwerk von Felix Mendelssohn Bartholdy, das erst aus dem Nachlass herausgegeben wurde. Darin stellt der Komponist den fünf Streichern das Klavier quasi als Solo- instrument gegenüber - und das ziemlich effektvoll. Insbesondere das Finale erweist sich als ein musikalisches Feuerwerk. Doch auch das elegische Adagio gibt der Pianistin Gelegenheit, ihre Stärke auszu- spielen: Margarita Höhenrieder liebt das sangliche Spiel in großen Linien, das Spiel mit Klangfarben, Nuancen und Schattierungen. So wird das abschließende Adagio aus dem d-Moll-Klavierkonzert zum Höhepunkt der CD. Auch der unverwechselbare Klang des Gewand- haus-Quartetts macht sie zum Hörerlebnis.