Posts mit dem Label Edel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Edel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 19. Februar 2017

Nigel Kennedy - My World (Neue Meister)

Im Dezember 2016 wurde Nigel Kennedy 60 Jahre alt – und als ganz besonderes Geburtstagsgeschenk veröffentlichte der Geiger wenig später ein neues Album. Er spielt eigene Kompositionen, und nimmt das Publikum mit in seine ganz eigene musikalische Welt. Dort hat Klassik ebenso ihren Platz wie Jazz; und die Freunde vom Oxford Philharmonic Orchestra unter Leitung von Yuri Zhislin musizieren gemeinsam mit einer Band. Zu hören sind rings um Geiger Nigel Kennedy also auch Joseph Sanders, Oboe, Bartek Glowacki, Akkordeon, Doug „Allergic“ Boyle, Julian „Das Kid“ Buschberger und Rolf „Die Kobra“ Bussalb, Gitarre, Tomasz „Insomnia“ Kupiec, Bass, Adam „Golonka“ Czerwinski, Drums und Orphy Robinson, Vibraphon und Percussion. 
Stilistisch sind alle Beteiligten erstaunlich flexibel. Das ist gut so, denn Nigel Kennedy interessiert sich nicht für Genre-Grenzen. Vielleicht spielt er gerade deshalb seit Jahren vor ausverkauften Häusern; seine Musik begeistert Jugendliche ebenso wie das „klassische“ Klassikpublikum. Seine Einspielung von Vivaldis Vier Jahreszeiten aus dem Jahre 1989 war das meistverkaufte Klassikalbum aller Zeiten, und auch Kennedy plays Bach, erschienen im Jahre 2000, hat dazu beigetragen, Hörgewohnheiten zu hinterfragen und zu verändern. 
„My world“ kann man als eine erste Bilanz seiner künstlerischen Lauf- bahn lesen: Mit seinen Werken berichtet der Geiger über Begegnungen, die ihn als Musiker geprägt, und Vorbilder, die ihn beeinflusst haben. Tief verneigt er sich beispielsweise vor Yehudi Menuhin, der ihm nicht nur den Weg zur Musik von Johann Sebastian Bach gewiesen habe: „He also paid for my education at his school so without hin I would probably not be playing classical music at all. One should add that his idealism and believe, that all people were equal, set him apart from many of his contemporaries.“ Weitere Stücke widmet Kennedy Isaac Stern, Stéphane Grapelli, dem mittlerweile verstorbenen Jazzgitarristen Jarek Śmietana und Mark O'Connor, „one of the most important violinists alive“. Wie sie ihn jeweils inspiriert haben, das zeigt auf unverwechselbare Art und Weise Kennedys Musik. Komplettiert wird das Album durch eine Suite zum Bühnenstück Die Drei Schwestern von Anton Tschechow, die Kennedy für eine Inszenierung seiner Frau Agnieszka geschrieben hat. 

Mittwoch, 30. Mai 2012

Haydn: Name Symphonies (Edel Classics)

Mehr als hundert Sinfonien hat Joseph Haydn (1732 bis 1809) komponiert; diese Box fasst auf sechs CD all jene zusammen, die einen Beinamen haben. Die Aufnahmen stammen aus den 90er Jahren. Das Beiheft belegt das Ringen der Musiker um eine mög- lichst authentische Interpretation - dafür ist beispielsweise die Frage zu klären, ob mit oder ohne Cembalo musiziert wird. Dirigent Hartmut Haenchen begründet, welche Entscheidungen er gemeinsam mit dem Kammerorchester "Carl Philipp Emanuel Bach" jeweils und aus welchem Grunde getroffen hat. 
Die Musiker sind ohnehin sehr engagiert und mit historischem Sach- verstand bei der Sache, und so erscheint die Einspielung trotz der modernen Instrumente und der heute üblichen Stimmtonhöhe noch immer kein bisschen verstaubt. Haenchens Haydn steht allerdings der Klassik sehr nahe - mir persönlich sind die Interpretationen lieber, der auch die barocken Wurzeln aufzeigen, weil sie etwas freier, frischer und individueller wirken. Aber das ist Geschmackssache. 

Dienstag, 13. Dezember 2011

In A Jazzymental Christmas Mood (Edel)

Weihnachten ist wieder "in"; auch bei Jazzmusikern sowie Rock- und Popstars geht der Trend zum Christmas-Song. So enthält auch diese  Kompilation neben Weih- nachtsklassikern in mehr oder minder angejazzten Arrangements zahlreiche Originalkompositionen namhafter, überwiegend amerika- nischer Musiker. Die Titel sind mit Sorgfalt ausgewählt, gut sortiert, und werden per Softmix dezent ineinandergeblendet. Und weil diese Zusammenstellung wirklich Hörgenuss bereitet und Weihnachtsstimmung verbreitet, freut man sich darüber, dass sie sogar aus zwei CD besteht. Und die kann ich nur empfehlen! 

Dienstag, 19. Juli 2011

August Zirner und das Spardosen-Terzett - Diagnose: Jazz (Edel)

Ist Jazz eine Krankheit? Wenn August Zirner Geschichten aus dem Leben der Jazzlegenden Thelonious Monk, Charles Mingus und Rahsaan Roland Kirk vorliest, dann jedenfalls lässt das manchmal schmunzeln. 
Ich muss jedoch gestehen, dass mir der musikalische Teil dieses Programms, das live in der Bar jeder Vernunft, Berlin, mitge- schnitten wurde, mehr Vergnügen bereitet. Das Essener Spardosen-Terzett - Rainer Lipski, Piano, Kai Struwe, Kontrabass, Mickey Neher, Schlagzeug  - und Grimme-Preis- träger August Zirner, Lesung und Querflöte, präsentieren Klassiker des Modern Jazz. Sehr bodenständig, freundlich und handwerklich versiert - unbedingt reinhören! 

Dienstag, 10. November 2009

Steve Hackett: Tribute (Edel Records)


Steve Hackett, vormals Gitarrist von Genesis, beweist, dass er auch "richtige" Musik kann. "Tribute", so programmatisch der Name seiner CD, zollt er Klassikern wie Bach, Byrd, Segovia, Barrios, Rodrigo oder Granados.
Und das ziemlich eigenwillig. Denn Hackett beschränkt sich nicht darauf, schlicht Stücke vorzutragen. Er bearbeitet sie, verfremdet sie, folgt ihnen im Geiste - oder komponiert gleich ganz selbst, in der Auseinandersetzung mit dem Werk des jeweils solcherart Geehrten. Und zu jedem Stück gibts im Booklet noch ein launiges Sprüchlein - zum Prelude BWV 999 beispielsweise notierte Hackett. "Obwohl dieses Stück lediglich eine Minute lang ist, gelingt es Bach, damit mehr zu sagen als die meisten Komponisten in ihrem ganzen Leben."
Der Musiker kann sich ein solches Urteil erlauben, denn seine CD ist wesentlich mehr als nur ein Virtuosenstückchen. Grundsolide musiziert wird hier freilich auch; dass die CD obendrein auf Klangräume aus der Schellack-Zeit gestylt wurde, mag als persönliche Note durchgehen.