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Donnerstag, 31. Januar 2019

Strauss: Die Fledermaus (Pentatone)

Die Fledermaus von Johann Strauss Jr. gehört bis heute im Bereich der Operette zu den Publikumslieblingen. Die typische Wiener Mischung aus kessen Dialogen, hintergründiger Komödie und mitreißenden Walzern füllt bis heute zuverlässig die Ränge – wenn es einem Stadttheater gelingt, Witz und Charme des musikalischen Originals auch auf die Inszenierung zu übertragen. 
Dieser Live-Mitschnitt entstand nicht in einem Opernhaus, sondern im Großen Sendesaal des NDR Landes- funkhauses Hannover. Insofern hatten die Akteure nicht die Chance, sich durch Theateratmosphäre und Publikumsreaktionen beflügeln zu lassen. Das spürt man schon ein wenig, denn die Aufnahme wirkt etwas spröde. Dazu tragen leider auch die Dialoge, die Tenor Nikolai Schukoff überarbeitet hat, mit bei. 
Dass beispielsweise Rosalinde im letzten Akt, der im Gefängnis spielt, gelegentlich ins Englische wechselt, wirkt eher überspannt als witzig. Und was der Frosch im zweiten Akt beim Prinzen Orlofsky zu suchen hat, wird mir auch nicht klar – hier war ohne Frage das Original besser. 
Wiener Flair habe ich selbst im sächsischen (!) Theater schon ganz anders erlebt. Insgesamt ist die Aufnahme solide, aber nicht überragend. Zu hören sind Nikolai Schukoff (Eisenstein), Laura Aikin (Rosalinde), Jochen Schmeckenbecher (Frank), Elisabeth Kulman (Prinz Orlofsky), Christian Elsner (Alfred), Matthias Hausmann (Dr. Falke), Alexander Kaimbacher (Dr. Blind), Annika Gerhards (Adele), Alice Waginger (Ida) und Kurt Rydl (Frosch) sowie die NDR Radiophilharmonie unter Lawrence Foster. 

Samstag, 27. Juni 2009

Edition Ferenc Fricsay - Johann Strauss: Die Fledermaus (Audite)


Diese Aufnahme stammt aus dem Jahre 1949 - und sie lässt schon bei der Ouvertüre aufhorchen. Denn wer hier den Schmelz der Historie erwartet, den Mief des deutsche Stadtttheaters, der wird angenehm überrascht: Delikat, auserlesen, pikant und gut durchdacht. Man könnte heutzutage wenig besser machen.
Fricsay wählt sehr überwiegend forsche bis flotte Tempi. Und das Sängerensemble ist stark besetzt; es beeindruckt durch Homogenität und - mit wenigen Ausrutschern - klare, saubere Intonation. Die Texte sind zudem von einer fantastischen Verständlichkeit. Das gilt nicht nur für die Dialoge, die dank Dialogregisseur Heinz Tiedjen Hörspielqualität erreichen, sondern auch für die Gesangsstücke. Der Rias-Kammerchor zeigt sich geschmeidig. Und auch das Rias-Symphonie-Orchester folgt Fricsay durch Walzernacht und Kerker-Katzenjammer, dass es eine Freude ist. Verbindlichen Dank an das Label Audite, das immer wieder solche Perlen im Archiv ausgräbt.