Muzio Clementi (1752 bis 1832) war als Cembalist, Dirigent und Komponist ebenso erfolgreich wie als Geschäftsmann. Auf seinen Konzertreisen durch Europa be- gegnete er zahlreichen Kollegen - und bald schon veröffentlichten berühmte Komponisten in seinem Musikverlag. So erschienen Beet- hovens Werke für Großbritannien bei Clementi.
Das wird nicht verblüffen, denn die Klaviersonaten des Engländers, der aus Italien stammte, beein- druckten Ludwig van Beethoven sehr, und prägten für etliche Jahre seinen Klaviersatz hörbar. Clementi bildete zudem zahlreiche Klavierschüler aus; seine Klavierschule Introduction to the Art of Playing on the Piano Forte gehört noch heute zu den Standard-Unterrichtswerken. Auch seine Etüdensammlung Gradus ad Parnassum op. 44 hat noch immer ihren Platz in der Ausbildung von Pianisten.
Auf ingesamt vier CD hat Alessandro Marangoni für Naxos diese hundert Stücke eingespielt. Die Aufnahmen zeigen, dass Gradus ad Parnassum einem Musiker deutlich mehr bietet als einen Weg, die pianistische Technik zu perfektionieren. Fingerakrobatik allein war nicht das Ziel der Kompositionen Clementis; wer sie stur zu Trainingszwecken gebraucht, der hat diese Musik nicht verstanden.
Es sind Miniaturen voll Charme und Witz. Marangoni demonstriert, wie geistreich Clementi seine Übungsstücke gestaltet hat. Man kann diese Etüden tatsächlich auch mit Gewinn anhören - und wird mit- unter schmunzeln.
Posts mit dem Label Gradus ad Parnassum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Gradus ad Parnassum werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Montag, 13. Mai 2013
Donnerstag, 13. Januar 2011
Clementi: Gradus ad Parnassum 1 (Naxos)
Er war Komponist, Pianist, Kla- vierbauer, Musikverleger und Musikpädagoge - und in all diesen Bereichen geschäftstüchtig und erfolgreich: Mutius Philippus Vincentius Franciscus Xaverius Clementi (1752 bis 1832), der Sohn eines römischen Silber- schmiedes, begann seine musikali- sche Ausbildung im Alter von sechs Jahren. Er lernte nicht nur, Tasteninstrumente zu spielen, sondern er erhielt auch Unterricht in Komposition - und sein Kon- trapunkt-Lehrer Gaetano Carpani stand in dem Ruf, der strengste in ganz Rom zu sein. Bereits als Jugendlicher bekam Clementi seine erste Stelle als Organist. Ein vermögender Mann aus Großbritannien hör- te den jungen Musiker spielen - und nahm ihn 1766 mit nach England. Dort sorgte der Mäzen dafür, dass Clementi eine solide und umfassen- de Ausbildung zuteil wurde.
1774 waren die Lehrjahre seines Schützlings beendet; Clementi gab sein Debüt in London, und machte sich bald einen Namen als Cemba- list, Dirigent und Komponist. Ging er zunächst auf Konzertreisen durch Europa, so wurden daraus bald Geschäftsreisen, auf denen er sich mit namhaften Kollegen traf - und viele davon dafür gewinnen konnte, in seinem Musikverlag zu publizieren. So erschienen Beet- hovens Werke für Großbritannien bei Clementi.
Das wird nicht verblüffen, denn die Klaviersonaten des Italieners beeindruckten Beethoven, und prägten für etliche Jahre seinen Klaviersatz hörbar. Clementi bildete zudem zahlreiche Klavierschüler aus; seine Klavierschule Introduction to the Art of Playing on the Piano Forte gehört noch heute zu den Standard-Unterrichtswerken. Einen festen Platz in der Ausbildung von Pianisten hat auch seine Etüdensammlung Gradus ad Parnassum op. 44, die insgesamt hundert Einzelstücke umfasst. Alessandro Marangoni hat für Naxos die ersten 24 dieser Werke eingespielt - und macht deutlich, dass Gradus ad Parnassum wesentlich mehr als Fingerakrobatik von einem Musiker verlangt.
Zwar dienen diese Etüden auch dem Training der pianistischen Technik - aber sie sind kein stumpfes Geklimper, sie fordern von dem Eleven vielmehr auch gedankliche Arbeit und Gestaltung. Marangoni zeigt, wie geistreich diese Übungsstücke wirklich sind. Sie stecken voll Witz und Charme - und wer diese Aufnahme anhört, der wird mitunter schmunzeln.
1774 waren die Lehrjahre seines Schützlings beendet; Clementi gab sein Debüt in London, und machte sich bald einen Namen als Cemba- list, Dirigent und Komponist. Ging er zunächst auf Konzertreisen durch Europa, so wurden daraus bald Geschäftsreisen, auf denen er sich mit namhaften Kollegen traf - und viele davon dafür gewinnen konnte, in seinem Musikverlag zu publizieren. So erschienen Beet- hovens Werke für Großbritannien bei Clementi.
Das wird nicht verblüffen, denn die Klaviersonaten des Italieners beeindruckten Beethoven, und prägten für etliche Jahre seinen Klaviersatz hörbar. Clementi bildete zudem zahlreiche Klavierschüler aus; seine Klavierschule Introduction to the Art of Playing on the Piano Forte gehört noch heute zu den Standard-Unterrichtswerken. Einen festen Platz in der Ausbildung von Pianisten hat auch seine Etüdensammlung Gradus ad Parnassum op. 44, die insgesamt hundert Einzelstücke umfasst. Alessandro Marangoni hat für Naxos die ersten 24 dieser Werke eingespielt - und macht deutlich, dass Gradus ad Parnassum wesentlich mehr als Fingerakrobatik von einem Musiker verlangt.
Zwar dienen diese Etüden auch dem Training der pianistischen Technik - aber sie sind kein stumpfes Geklimper, sie fordern von dem Eleven vielmehr auch gedankliche Arbeit und Gestaltung. Marangoni zeigt, wie geistreich diese Übungsstücke wirklich sind. Sie stecken voll Witz und Charme - und wer diese Aufnahme anhört, der wird mitunter schmunzeln.
Abonnieren
Posts (Atom)

