Peter und der Wolf – das ist doch uncool, befanden unsere Jungs. Doch dann erspähten sie diese CD auf meinem Schreibtisch: Ein Junge und ein Roboter? Können wir uns das mal anhören?? Es funktioniert! Die Deutsche Grammophon hat das vertraute Werk von Sergej Prokofjew in die Gegenwart geholt.
Mit Hilfe einer Rahmenerzählung wird die alte Geschichte aus Russland ins moderne Kalifornien verlegt: In der neuen Vorgeschichte, die ebenfalls durch klassische Musik begleitet wird, fliegt der kleine Waisenjunge Peter von Russland nach Los Angeles, wo er von seinem Großvater aufgenommen wird – einem alternden Hippie, der in Hollywood lebt und als Gärtner für einen Filmstar arbeitet. Dort wächst Peter nun auf, am Rande der Glitzerwelt; seine Freunde sind ein kleiner Vogel und eine zahme Ente. Und dann bricht aus dem Zoo ein Wolf aus. Der Rest der Geschichte ist bekannt, allerdings bringen am Ende nicht die Jäger das gefangene Raubtier wieder in den Zoo, sondern die Paparazzi, die vorher wild um sich schießen mit ihren Kameras: Was für eine Story!
Eingespielt wurde die neue Version vom Bundesjugendorchester unter Alexander Shelley, und erzählt von den Rockstars Campino – in der deutschsprachigen Version – und Alice Cooper, in englischer Sprache. Die Deluxe-Hardcover-Version erhält ein 48seitiges Booklet mit einer bunten Bilderwelt. Außerdem gibt es die App zur CD, für alle, die es ganz modern und interaktiv lieben. Spannende Unterhaltung, nicht nur für Kinder, und eine beeindruckende Musikauswahl, professionell gespielt von den besten jungen deutschen Nachwuchsmusikern. Sie sind die eigentlichen Stars dieser Aufnahme – und dass sie das Musikstudium erst noch vor sich haben, lässt einen schon staunen. Bravi!
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Montag, 9. November 2015
Montag, 12. Dezember 2011
Loriots Peter und der Wolf / Karneval der Tiere (Deutsche Grammophon)
Ein Klassiker zum Liebhaben: Loriots augenzwinkernde Texte, frei nach Sergej Prokofjew und - sehr einfühlsam - als Kommentar zu Der Karneval der Tiere von Camille Saint-Saens.
Über die 64 Uhus, die im Orchester spielen und von einem Marabu dirigiert werden, und über die zwei Eichhörnchen, die dazu auf dem Klavier herumspringen, werden sich wohl noch Generationen köst- lich amüsieren. Es sind charmante, bezaubernde Texte, voll Poesie und auch ein bisschen frech, unnachahmlich gesprochen von Loriot höchstselbst.
Die Musik zu Peter und der Wolf spielt das English Chamber Orchestra unter Daniel Barenboim; auch da findet sich nichts, was das Vergnü- gen trübt. Für den Karneval der Tiere erfolgte seinerzeit die Über- nahme eines Bandes aus dem Jahre 1960 von Decca; es musizieren Julius Katchen und Gary Graffman, Klavier, Kenneth Heath, Violon- cello und das London Symphony Orchestra unter Skitch Henderson. Diese Aufnahme hat, trotz Remastering, unüberhörbar ihre Jährchen auf dem Buckel. Das wirkt hier allerdings nicht wirklich störend, weil man ohnehin mehr auf die Worte Loriots lauscht.
Und weil man davon nie genug hören kann, hat die Deutsche Gram- mophon diese Edition um Max und Moritz von Wilhelm Busch er- gänzt, einzigartig vorgetragen ebenfalls von Vicco von Bülow. Eine gewisse geistige Verwandtschaft ist da unüberhörbar. Und noch etwas wird einem schlagartig klar, im Zeitalter der Mario Barths: Loriots wundersamer Humor, er wird uns fehlen.
Über die 64 Uhus, die im Orchester spielen und von einem Marabu dirigiert werden, und über die zwei Eichhörnchen, die dazu auf dem Klavier herumspringen, werden sich wohl noch Generationen köst- lich amüsieren. Es sind charmante, bezaubernde Texte, voll Poesie und auch ein bisschen frech, unnachahmlich gesprochen von Loriot höchstselbst.
Die Musik zu Peter und der Wolf spielt das English Chamber Orchestra unter Daniel Barenboim; auch da findet sich nichts, was das Vergnü- gen trübt. Für den Karneval der Tiere erfolgte seinerzeit die Über- nahme eines Bandes aus dem Jahre 1960 von Decca; es musizieren Julius Katchen und Gary Graffman, Klavier, Kenneth Heath, Violon- cello und das London Symphony Orchestra unter Skitch Henderson. Diese Aufnahme hat, trotz Remastering, unüberhörbar ihre Jährchen auf dem Buckel. Das wirkt hier allerdings nicht wirklich störend, weil man ohnehin mehr auf die Worte Loriots lauscht.
Und weil man davon nie genug hören kann, hat die Deutsche Gram- mophon diese Edition um Max und Moritz von Wilhelm Busch er- gänzt, einzigartig vorgetragen ebenfalls von Vicco von Bülow. Eine gewisse geistige Verwandtschaft ist da unüberhörbar. Und noch etwas wird einem schlagartig klar, im Zeitalter der Mario Barths: Loriots wundersamer Humor, er wird uns fehlen.
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