William Byrd (um 1540 bis 1623) war nicht nur ein Zeitgenosse von William Shakespeare; seine Werke waren ebenso populär wie die des Dichters, und sein Lebensweg erscheint aus heutiger Sicht ähnlich rätselhaft. Er war zunächst Organist der Lincoln Cathedral, und er wirkte ab 1572, gemeinsam mit Thomas Tallis, als Organist der Chapel Royal in London. Thomas Morley war einer seiner Schüler.
William Byrd schrieb Madrigale ebenso wie Motetten; auch Musikstücke für Virginal sowie für Streicher und andere Instrumentalisten sind erhalten geblieben. Etwa 500 seiner Kompositionen sind überliefert; den größten Anteil hat dabei die Kirchenmusik.
Die vorliegende Box bietet auf insgesamt drei CD eine Werkauswahl aus drei seiner bedeutenden Notendrucke: Cantiones, quae ab argumento sacrae vocantur aus dem Jahre 1575, Liber Primus Sacrarum Cantionum von 1589 und Liber Secundus Sacrarum Cantionum von 1591. Zu hören ist The Choir of New College Oxford, in dem sich unter Leitung von Edward Higginbottom Generationen von Studenten mit den Motteten Byrds beschäftigt haben. Auf jeder der drei CD ist eine andere Besetzung zu hören; dennoch bleibt der Chorklang erstaunlich konstant – und Byrds Musik ist noch heute ein Ereignis.
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Donnerstag, 31. Oktober 2019
Freitag, 6. Juli 2018
Scheidt: Cantiones Sacrae (Carus)
Man staunt – doch bei den Werken von Samuel Scheidt (1587 bis 1654) sind offenbar noch immer Welt- ersteinspielungen möglich. Auf dieser CD jedenfalls sind etliche zu finden; und wer die Cantiones Sacrae selbst singen möchte: Die Notenausgaben sind ebenfalls bei Carus verfügbar.
Ganz einfach allerdings dürfte das nicht werden. Scheidt lässt durchweg doppelchörig musizieren, mit zwei vierstimmigen Chören, die Stimmen gern auch auf einen hohen und einen tieferen Chor verteilt. Musiziert wird prachtvoll nach italienischem Vor- bild, und die Stimmumfänge, vor allem im Sopran und im Bass, werden dabei gehörig ausgereizt.
Das Athesinus Consort Berlin, geleitet von Klaus-Martin Bresgott, hat damit keine Schwierigkeiten. Die Chorsänger, die vorzugsweise als Doppelquartett agieren, sind Profis, und sie bringen die notwendige Technik mit, um diese Motetten aufs Schönste zu präsentieren. Ergänzend erklingt zudem Die Stimme meines Freudes, eine zweiteilige Motette nach Texten des Hoheliedes und der Sprüche Salomos für zehn Stimmen und Violoncello von Frank Schwemmer (*1961). Dabei handelt es sich um ein Auftragswerk, das eigens für diese CD entstanden ist. Klangflächen und Rhythmisierung zeichnen dieses Werk aus, das einen spannungsvollen zeitgenössischen Kontrast zu Scheidts vom Kontrapunkt getragenen Kompositionen ergibt.
Ganz einfach allerdings dürfte das nicht werden. Scheidt lässt durchweg doppelchörig musizieren, mit zwei vierstimmigen Chören, die Stimmen gern auch auf einen hohen und einen tieferen Chor verteilt. Musiziert wird prachtvoll nach italienischem Vor- bild, und die Stimmumfänge, vor allem im Sopran und im Bass, werden dabei gehörig ausgereizt.
Das Athesinus Consort Berlin, geleitet von Klaus-Martin Bresgott, hat damit keine Schwierigkeiten. Die Chorsänger, die vorzugsweise als Doppelquartett agieren, sind Profis, und sie bringen die notwendige Technik mit, um diese Motetten aufs Schönste zu präsentieren. Ergänzend erklingt zudem Die Stimme meines Freudes, eine zweiteilige Motette nach Texten des Hoheliedes und der Sprüche Salomos für zehn Stimmen und Violoncello von Frank Schwemmer (*1961). Dabei handelt es sich um ein Auftragswerk, das eigens für diese CD entstanden ist. Klangflächen und Rhythmisierung zeichnen dieses Werk aus, das einen spannungsvollen zeitgenössischen Kontrast zu Scheidts vom Kontrapunkt getragenen Kompositionen ergibt.
Sonntag, 18. Dezember 2011
Sweelinck: Cantiones Sacrae (Glossa)
Es ist doch erstaunlich, welch einen Klangkosmos man mit lediglich fünf Sängern erschaffen kann. Die Cantiones Sacrae, von Jan Pieterszoon Sweelinck (1653 bis 1621) veröffentlicht im Jahre 1619, gehören ohne Zweifel zum Schönsten, was jemals an Vokal- musik erdacht worden ist. Wenn Engel singen, dann muss das wohl so ähnlich klingen wie diese Motet- ten, die nun endlich komplett auf CD vorliegen. Allein das Alleluja, das in vielerlei Varianten den Abschluss etlicher dieser Werke bildet, ist ein Genuss.
Das Gesualdo Consort Amsterdam singt traumhaft schön, und ver- schafft mit der Gesamteinspielung seiner Werke Sweelinck endlich das verdiente Denkmal, das ihm Amsterdam, wo er an der Oude Kerk aus Organist wirkte, schon längst hätte errichten sollen. Nun ist es ein klingendes Denkmal geworden - und so haben wir alle etwas davon. Diese Doppel-CD gibt Zeugnis von Sweelincks herausragender Beherrschung des Kontrapunktes sowie seinem außergewöhnlichen Sinn für die Auslegung von Texten mit musikalischen Mitteln. Ein gelungener Begleittext des Sweelinck-Spezialisten Pieter Dirksen vervollständigt diese Würdigung des Komponisten.
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